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Werner von Siemens

Werner von Siemens (1816–1892)

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Werner von Siemens, 1872

Werner von Siemens ist ein verantwortungsvoller Unternehmer und weitsichtiger Erfinder, der die Entwicklung der Elektroindustrie entscheidend vorangebracht hat. Mit der Konstruktion seines Zeigertelegrafen schafft er die Basis für die 1847 gegründete „Telegraphen-Bauanstalt von Siemens & Halske“, die sich schnell zu einem international operierenden Unternehmen entwickelt.

 

1866 entdeckt Werner von Siemens das dynamoelektrische Prinzip. Mit dieser für die Elektrotechnik wohl bedeutendsten Leistung verhilft er der Idee, die Elektrizität zur Energieversorgung zu nutzen, zum Durchbruch. Darüber hinaus machen die erfolgreiche Durchführung technisch anspruchsvoller und unternehmerisch äußerst risikoreicher Projekte, wie die Planung und der Bau der Indo-Europäischen Telegrafenlinie von London nach Kalkutta oder die Verlegung eines Transatlantikkabels zwischen Europa und den USA, das Unternehmen weltweit bekannt.

 

In Anerkennung seiner Verdienste für Wissenschaft und Gesellschaft wird Werner von Siemens 1888 von Kaiser Friedrich III. in den Adelsstand erhoben.

Ideen an und für sich haben nur einen sehr geringen Wert. Der Wert einer Erfindung liegt in ihrer praktischen Durchführung […]

Werner von Siemens, 1865

Johann Georg Halske

Johann Georg Halske (1814–1890)

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Johann Georg Halske, um 1855

Johann Georg Halske und Werner von Siemens lernen sich Anfang 1847 kennen. Wenige Tage später beauftragt Siemens den Feinmechaniker mit dem Bau des von ihm entwickelten Zeigertelegrafen. Halske ist vom Potenzial der Erfindung überzeugt – und geht das Risiko einer gemeinsamen Firmengründung ein. Innerhalb weniger Jahrzehnte entwickelt sich die „Telegraphen-Bauanstalt von Siemens & Halske“ zu einem florierenden Elektrounternehmen.

 

Ausgerechnet der unternehmerische Erfolg und das internationale Wachstum der Firma führen jedoch dazu, dass sich die beiden Geschäftspartner Ende 1867 trennen. Entfremdet von einer sich rasch industrialisierenden und mechanisierenden Arbeitswelt, zieht sich Halske mit knapp 54 Jahren ins Privatleben zurück. Als Stadtverordneter leistet er fortan einen wichtigen Beitrag zum öffentlichen Leben in Berlin; ein besonderes Anliegen ist ihm die Förderung des Berliner Kunstgewerbes.

 

Johann Georg Halske ist bis zu seinem Tod eng mit Werner von Siemens befreundet. Der Name „Halske“ bleibt bis 1966 fester Bestandteil der Firmenbezeichnung; erst mit Gründung der heutigen Siemens AG wird der Name „Siemens & Halske“ gelöscht.

Halske [war] ein klardenkender, vorsichtiger Geschäftsmann und ihm allein habe ich die guten geschäftlichen Resultate der ersten Jahre zu danken.

Werner von Siemens, 1892

William Siemens (1823–1883)

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William Siemens, 1875

Wilhelm Siemens, der sieben Jahre jüngere Bruder von Werner von Siemens, trägt durch sein Engagement in England wesentlich dazu bei, das Unternehmen an internationalen Märkten zu etablieren. Ab 1850 ist Wilhelm als Agent für Siemens & Halske in London tätig. Für die Herstellung und Legung von Seekabeln wird 1858 unter seiner Leitung die selbstständige englische Niederlassung Siemens, Halske & Co. gegründet. Mit erfolgreichen Kabelverlegungen im Mittelmeer gelingt der Durchbruch am hart umkämpften englischen Telegrafenmarkt.

 

Trotz seiner unternehmerischen Tätigkeit versteht sich Wilhelm – der 1859 die britische Staatsbürgerschaft annimmt und seitdem „William“ genannt wird  – in erster Linie als Wissenschaftler und Ingenieur. In England verbindet man mit seinem Namen vor allem wissenschaftliche Forschung und sein Engagement in Gelehrtengesellschaften.

 

Wenige Monate vor seinem Tod im November 1883 wird William Siemens von der englischen Queen Victoria in den Adelsstand erhoben.

Carl von Siemens (1829–1906)

[Carls] Tatkraft und Tüchtigkeit haben wir es wesentlich zu danken, daß das russische Geschäft sich nun so schnell und großartig entwickelte.

Werner von Siemens, 1892
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Carl von Siemens, um 1885

Carl von Siemens, der jüngere Bruder des Firmengründers Werner von Siemens, macht sich vor allem durch sein unternehmerisches Engagement in Russland einen Namen. 1853 reist er nach St. Petersburg, um den Bau des bei Siemens & Halske in Auftrag gegebenen russischen Telegrafennetzes zu überwachen. Dabei bewährt er sich schnell als entscheidungsfreudiger und kompetenter Projektmanager. 1855 wird das russische Geschäft unter seiner Leitung in eine Zweigniederlassung umgewandelt und etabliert sich als wichtige Stütze des Berliner Stammhauses. 1869 geht Carl nach England, wo er über ein Jahrzehnt das Geschäft seines Bruders William unterstützt. Anfang der 1880er-Jahre kehrt er nach St. Petersburg zurück und gibt dem russischen Tochterunternehmen neuen Auftrieb.

 

Nach dem Rückzug Werner von Siemens’ aus der Unternehmensleitung übernimmt Carl von Siemens zu Beginn der 1890er-Jahre die Rolle des Seniorchefs von Siemens & Halske. In dieser Funktion leitet er die Umwandlung des Unternehmens in eine Aktiengesellschaft und den Übergang auf die zweite Unternehmergeneration ein.

 

Für seine Verdienste in Russland wird Carl 1895 vom Zaren Nikolaus II. in den Adelsstand erhoben.

Sigmund Schuckert (1846–1895)

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Sigmund Schuckert, 1884

1873 gründet der Feinmechaniker und Telegrafenbauer Sigmund Schuckert in Nürnberg eine kleine Werkstatt für Dynamometer und Messgeräte. Erfolgreich abgeschlossene Elektrifizierungsprojekte lassen die Firma rasch wachsen. Das Produktionsprogramm umfasst unter anderem Bogenlampen, Schaltgeräte, Zähler, Beleuchtungszubehör, elektrische Bahnen sowie später vor allem Scheinwerfer.

 

Als sich Schuckert 1893 aus gesundheitlichen Gründen aus dem Unternehmen zurückzieht, ist die Überführung der bisherigen Kommanditgesellschaft in die Elektrizitäts-Aktiengesellschaft vorm. Schuckert & Co. (EAG) aufgrund von steigendem Kapitalbedarf unumgänglich. 1903 wird die EAG mit den Starkstromabteilungen von Siemens & Halske zur Siemens-Schuckertwerke GmbH fusioniert.

 

Wie Werner von Siemens führt auch Sigmund Schuckert in seinem Unternehmen früh richtungweisende sozialpolitische Maßnahmen wie eine Fabrikkranken- und eine Pensionskasse ein.

Erwin Moritz Reiniger

Erwin Moritz Reiniger (1854–1909)

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Erwin Moritz Reiniger, undatiert

1877 eröffnet der Universitätsmechaniker Erwin Moritz Reiniger in Erlangen eine Werkstatt für feinmechanische und elektrotechnische Geräte. 1886 gründet er gemeinsam mit seinen früheren Zulieferern Max Julius Gebbert und Karl Schall die Firma Reiniger, Gebbert & Schall (RGS). Das Unternehmen produziert bis Mitte der 1890er-Jahre medizinische Messgeräte und – nach Entdeckung der Röntgenstrahlen 1895 – vor allem Röntgenröhren.

 

1907 wird die RGS in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und wächst in der Folge zu einem Großkonzern heran. 1925 erwirbt Siemens & Halske die Aktienmehrheit an dem Erlanger Unternehmen. Sieben Jahre später werden die medizintechnischen Geschäftsaktivitäten in der Siemens-Reiniger-Werke AG gebündelt, die sich schnell zur größten elektromedizinischen Spezialfirma der Welt entwickelt.

 

Erwin Moritz Reiniger zieht sich bereits 1895 aus dem Geschäft zurück und wagt mit dem Erwerb einer insolventen Glühlampenfabrik in München einen Neuanfang. Ohne Erfolg. Nachdem auch der Aufbau einer Fabrik für elektrische Präzisionsinstrumente scheitert, setzt er sich zur Ruhe.

Fotos und Biografien der Gründer

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