Liebe Anlegerinnen und Anleger,
im September 2026 wird unser beliebtester Mischfonds 20 Jahre alt. Seit Auflage erzielte er durchschnittlich 5,5 % Rendite pro Jahr. Auch dieses Jahr erhielt der Fonds mehrere Auszeichnungen, darunter den Deutschen Fondspreis, den Österreichischen Fondspreis und die €uro FundAwards. Sie bestätigen, was viele unserer Kundinnen und Kunden schätzen: eine ausgewogene Anlagestrategie zu fairen Kosten.
Wir haben hinter die Kulissen geschaut und mit den Kollegen aus dem Portfoliomanagement über den Fonds Siemens Balanced gesprochen.
Pierre Sattler (PS), Portfoliomanager im Team Aktien, und Bernd Walter (BW), Portfoliomanager im Team Fixed Income (festverzinsliche Papiere), sprechen über Strategie, Entwicklung und Besonderheiten des Fonds.
Bernd, Pierre – herzlichen Glückwunsch zu 20 Jahren Siemens Balanced! Auf diese Arbeit dürft ihr und eure Teamkollegen stolz sein. Für alle, die den Fonds noch nicht kennen: Was macht ihn aus?
BW: Vielen Dank! Der Siemens Balanced ist ein Mischfonds, der sowohl in Aktien als auch in festverzinsliche Papiere investieren kann. Die Aktienquote wird seit Auflage bewusst bei etwa 30 % gehalten, die restlichen etwa 70 % werden aktuell in Unternehmensanleihen investiert. Unser Fokus liegt hierbei auf einer sorgfältigen Einzeltitelselektion. Die Steuerung der Asset-Allokation, also die Verteilung zwischen Anleihen und Aktien, erfolgt dabei nach der „Politik der ruhigen Hand“. Das steht für einen besonnenen, langfristig orientierten Ansatz, der hektische Umschichtungen vermeidet. Zudem werden diversifizierende Effekte aus dem Zusammenspiel von Unternehmensanleihen und Aktien genutzt, um das Risiko zu streuen und attraktive Renditechancen wahrzunehmen.
Ist der Fonds für jeden zugänglich oder nur für Siemens-Mitarbeitende?
BW: Der Fonds ist nicht nur für Siemens-Mitarbeitende zugänglich. Anteile davon können auch von Anlegern erworben werden, die nicht zum Siemens-Konzern gehören.
Laut Anlagebedingungen könnte der Fonds bis zu 50 % in Aktien investieren. Warum bleiben wir so konstant bei etwa 30 % seit Auflage?
PS: Das ist eine bewusste Entscheidung: Einerseits möchten wir ein verlässliches Risikoprofil bieten, andererseits wollen wir gezielt Chancen nutzen.
Konkret bedeutet das: Die 30 % sind unser strategischer Anker, von dem wir nur dann abweichen, wenn sich klare Marktchancen ergeben. Ein gutes Beispiel war die Phase nach der Corona-Korrektur, in der wir die Aktienquote temporär erhöht haben, um von der anschließenden Erholung zu profitieren.
Mischfonds gibt es viele. Was hebt den Siemens Balanced von anderen ab?
PS: Das Besondere am Siemens Balanced ist aus unserer Sicht vor allem die Kombination aus aktivem Management und fairen Kosten.
Wir bewegen uns, je nach Anteilklasse*, mit laufenden Kosten ab 0,31 % pro Jahr und ohne Ausgabeaufschlag auf einem Niveau, das man sonst eher von passiven ETFs (Exchange-Traded Funds) kennt. Gleichzeitig verfolgen wir jedoch einen klar strukturierten, aktiven Investmentansatz – sowohl in der Asset-Allokation als auch in der Titelselektion.
Dadurch entsteht ein attraktives Gesamtpaket: Anlegerinnen und Anleger erhalten einen aktiv gesteuerten Mischfonds, der gezielt Mehrwert generieren soll – und das zu Kosten, die im Marktvergleich eher niedrig sind.
Auf was achtet ihr besonders, um die Kosten niedrig zu halten?
BW: Zum einen ist unser Investitionsprozess äußerst effizient gestaltet. Er ist stark modellbasiert und setzt vorrangig auf Portfolio-Trades anstelle von Einzeltrades. Das bedeutet, anstatt viele einzelne Transaktionen durchzuführen, bündeln wir unsere Käufe und Verkäufe, was die Transaktionskosten erheblich reduziert.
Zum anderen profitiert die Siemens Fonds Invest über den Siemens-Konzern von einem guten Marktzugang. Dies ermöglicht es uns, in der Regel Konditionen zu erhalten, die für einzelne Anlegerinnen und Anleger oder kleinere Institutionen oft nicht erzielbar wären.
Passive Anlagen wie ETFs sind in aller Munde – lohnt sich aktives Fondsmanagement da noch?
BW: Aktives Management bleibt aus unserer Sicht unverzichtbar. In einer rein passiven Welt fehlen die Impulse von Marktteilnehmerinnen und -teilnehmern, die sich ein eigenes Urteil bilden und sich entsprechend positionieren. Nur so bilden die Preise eine Vielfalt von Einschätzungen ab.
Je mehr Geld passiv verwaltet wird, desto größer sollten die Chancen für aktive Investorinnen und Investoren werden, Fehlbewertungen an den Märkten früh zu antizipieren. Gleichzeitig verschmelzen beide Welten: Passive Produkte werden aktiver – zum Beispiel durch „Smart-Beta“- oder „Factor-ETFs” – während aktives Investieren passiver wird (modellbasierter, automatisierter).
Zudem schaffen wir mit unseren aktiv gemanagten Fonds auch Zugang zu Märkten, für die es keine passiven Lösungen gibt oder wo man verschiedene Produkte (teuer) kombinieren müsste.
20 Jahre Siemens Balanced – wie hat sich der Fonds in dieser Zeit entwickelt?
PS: Der Fonds wurde im September 2006 aufgelegt und blickt damit auf eine lange Historie zurück.
Über diesen Zeitraum hat der Fonds eine stabile Entwicklung gezeigt und konnte sich in unterschiedlichen Marktphasen bewähren – sowohl in sehr guten Börsenjahren als auch in schwierigeren Zeiten.
Für uns ist dabei besonders wichtig, dass wir über den gesamten Zyklus hinweg ein ausgewogenes Rendite-Risiko-Profil generiert haben und über längere Zeiträume Mehrwert gegenüber der Benchmark erzielen konnten.
Der Fonds hat seit Auflage mehrere Krisen durchlebt. Welche Phase war die schwierigste und was habt ihr daraus gelernt?
PS: Herausfordernd sind vor allem Phasen, in denen klassische Diversifikation nur eingeschränkt funktioniert – etwa 2008 während der Weltfinanzkrise, der Corona-Pandemie 2020 oder der Ukraine-Krise im Jahr 2022.
In solchen Phasen kann auch ein Mischfonds Verluste nicht vollständig vermeiden. Unser Anspruch ist es jedoch, Rückgänge zu begrenzen und vor allem in den anschließenden Erholungsphasen wieder gezielt Chancen zu nutzen.
Genau dabei hilft uns unser strukturierter Investmentprozess, der emotionale Entscheidungen vermeiden und systematisch Chancen identifizieren kann.
Habt ihr ein konkretes Beispiel, bei dem aktives Management klar besser funktioniert hat als ein ETF?
PS: Ein sehr gutes Beispiel ist die Phase rund um die Corona-Pandemie 2020.
Unsere Modelle haben damals signalisiert, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Übertreibung am Aktienmarkt sehr hoch war. Daraufhin haben wir die Aktienquote vorsichtig, aber bestimmt erhöht und konnten in der anschließenden Erholungsphase überproportional profitieren.
Genau dieses antizyklische Verhalten ist ein zentraler Vorteil aktiver, modellbasierter Entscheidungen gegenüber rein passiven Ansätzen.
Wie häufig nehmt ihr Anpassungen im Portfolio vor?
BW: Grundsätzlich auf der Anleihen-Seite etwa alle zwei Monate, auf der Aktien-Seite etwa alle drei Monate. Dies ist in der Regel ausreichend und hält die Kosten niedrig.
Handelskonflikte, geopolitische Spannungen, schwankende Zinsen – wie schätzt ihr die Aussichten ein und passt ihr die Strategie an?
BW: Aus unserer Sicht können insbesondere volatile Zeiten Chancen für aktive Investorinnen und Investoren bieten. Im Rahmen unserer regelmäßigen Umschichtungen versuchen wir, Fehlbewertungen im Markt zu identifizieren und auszunutzen. Die langfristige Erfolgsbilanz des Siemens Balanced bestätigt uns in unserer Philosophie und demonstriert die diversifizierenden Eigenschaften der Anleihen-/Aktien-Mischung, gerade auch über volatile Phasen hinweg.
Ohne individuelle Empfehlungen auszusprechen: Für welches Anlageprofil eignet sich der Siemens Balanced grundsätzlich – und wie lange sollte man investiert bleiben?
PS: Der Siemens Balanced kann für Anlegerinnen und Anleger interessant sein, die ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Rendite und Risiko suchen.
Grundsätzlich empfiehlt sich ein mittel- bis langfristiger Anlagehorizont, damit sich die Vorteile der Strategie über den Marktzyklus hinweg entfalten können. Der Grund ist: Kurzfristig können Märkte stark schwanken, und auch ein breit diversifizierter Mischfonds kann temporäre Rückgänge nicht vermeiden. Erst über einen längeren Zeitraum können sich die Vorteile der Diversifikation, der taktischen Allokation und der quantitativen Modelle voll entfalten.
Herzlichen Dank für eure Zeit!
*Anteilklasse A (DE000A0KEXM6):
Laufende Kosten p.a.: 0,31 % (zum 31.05.2026)
Erfolgsabhängige Vergütung: 0 % (zum 31.05.2026)
Kosten reduzieren die Rendite.
Anteilklasse B (DE000A40NEA6):
Laufende Kosten p.a.: 0,43 % (zum 31.05.2026)
Erfolgsabhängige Vergütung: da eine höhere Verwaltungsvergütung berechnet wird, als bei Tranche A, enthält die Tranche B keinen erfolgsabhängigen Vergütungsbestandteil.
Kosten reduzieren die Rendite.
06.08.2026

Bernd Walter (BW), Portfoliomanager im Team Fixed Income

Pierre Sattler (PS), Portfoliomanager im Aktien-Team

