Der Wettlauf zur Dekarbonisierung dreht sich nicht mehr nur um die Installation umweltfreundlicher Hardware: Es geht auch darum, Energie- und Datenflüsse intelligent zu steuern, die moderne Betriebsabläufe überhaupt erst ermöglichen. Nachhaltigkeit hängt heute von Sichtbarkeit ab – und Sichtbarkeit wiederum von digitaler Integration. Viele Unternehmen arbeiten jedoch weiterhin mit fragmentierten Systemen, die nicht miteinander kommunizieren. Dadurch müssen sie Emissionsdaten aus unterschiedlichen Quellen zusammenführen. Das verlangsamt die Berichterstattung und schränkt die eigene Handlungsfähigkeit ein.
Integrierte digitale Plattformen verändern das grundlegend: Durch die Zusammenführung von Produkt-, Energie- und CO2-Daten entsteht eine konsolidierte Datenbasis, die Nachhaltigkeit transparent, umsetzbar und über gesamte Wertschöpfungsketten hinweg vergleichbar macht. Sobald diese Grundlage geschaffen ist, entfalten Technologien wie KI und IoT ihr volles Potenzial. Vorausschauende Analysen erkennen Verbrauchsmuster, während vernetzte Sensoren eine Echtzeitüberwachung von Werksstandorten, Fahrzeugflotten und Gebäuden ermöglichen.
Auch die elektrische Energieverteilung wird zunehmend digitalisiert. In diesem Umfeld entwickelt sich Sonepar zu einem digitalen Player – mit dem Ziel, weltweit führender B2B-Händler für Elektrogüter zu werden. Sonepar möchte über alle Kanäle hinweg ein nahtloses Kundenerlebnis bieten. Zwischen 2022 und 2026 investieren wir 1 Mrd. €, um diese digitale Transformation voranzutreiben. Wir sehen heute bereits, wie KI-gestützte Systeme das Bestandsmanagement optimieren, Finanzierungsprozesse beschleunigen und das Kundenerlebnis verbessern.
Die gleichen Prinzipien lassen sich auf das Energiesystem übertragen: Lernalgorithmen prognostizieren Bedarf, identifizieren Ineffizienzen und schlagen automatische Anpassungen vor. Die Bündelung dieser Fortschritte kann transformative Wirkung entfalten. Seit 2022 hat Sonepar mehr als 2,5 Mrd. € in die Modernisierung seiner Lieferkette investiert: Bau-, Vertriebs- und Transportprozesse, moderne Technologien, Automatisierung und Robotik. Die globalen Distributionszentren verfügen inzwischen über automatisierte Kommissionier- und Sortiersysteme sowie intelligente Energiemanagementlösungen.
Diese Systeme steigern Durchsatz und Genauigkeit, reduzieren Umweltbelastungen und erhöhen die Ressourceneffizienz. Die nächste Herausforderung für viele Unternehmen ist die Laststeuerung (Demand Response). Der weltweite Strombedarf stieg 2024 um 4,4 % und voraussichtlich auch 2025 und 2026 jeweils um etwa 4 %. Das ist deutlich schneller als in früheren Jahren: Der Anstieg lag von 2015 bis 2023 im Durchschnitt bei 2,6 %. Das setzt Stromnetze unter erheblichen Druck, während sie gleichzeitig dynamischer werden müssen, weil erneuerbare Energien und Behind-the-meter-Aktivitäten zunehmen.
Unternehmen müssen sich von passiven Verbrauchern zu aktiven Teilnehmern im Stromnetz entwickeln. Dafür benötigen sie jedoch Systeme, die Technologien wie Energiemanagementsoftware, Solarpanels, Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge, Batteriespeicher oder intelligente Gebäude integrieren können. Das verdeutlicht, wie wichtig es für eine skalierbare Dekarbonisierung ist, Daten zu beherrschen und digitale Kompetenzen weiterzuentwickeln. Transformation heißt nicht nur saubere Elektronen, sondern vor allem smarte Entscheidungen. Und heute stehen uns die Werkzeuge zur Verfügung, um beides zu optimieren.