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A header image for a Siemens Transition Report 2025 featuring a futuristic building with a sleek design.
Infrastructure Transition Monitor Report

Von CO₂-intensiv zu klimaschonend

Die Herausforderungen der industriellen Dekarbonisierung meistern

Report zum Stand der Infrastruktur

Basierend auf einer globalen Umfrage unter 1.400 Führungskräften sowie vertiefenden Experteninterviews liefert der Report fundierte Einblicke in den weltweiten Infrastrukturwandel. Die Studie gliedert sich in drei zentrale Kapitel, die die miteinander vernetzten Säulen des Wandels beleuchten:

  • Energiesektor: Wie digitale Technologien den Weg in eine klimaneutrale Zukunft ebnen
  • Gebäudesektor: Fortschritt, Prioritäten und Herausforderungen bei der Dekarbonisierung von Gebäuden
  • Industriesektor: Die Fortschritte der Industrie auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit
Die wichtigsten Ergebnisse

Förderung einer tragfähigen industriellen Dekarbonisierung

Industrieunternehmen haben zwischen 2023 und 2025 Fortschritte in den Bereichen erneuerbare Energien, Elektrifizierung von Heizung/Kühlung und Dekarbonisierung der Kernprozesse erzielt. Letzteres ist jedoch weiterhin das am wenigsten fortgeschrittene Ziel des Infrastrukturwandels in Unternehmen. 2025 haben mehr Unternehmen detaillierte Dekarbonisierungspläne und wissenschaftsbasierte Ziele entwickelt. Aber der finanzielle Druck hat zugenommen: Mehr Befragte geben an, dass ihr Unternehmen bei der Wahl einer Dekarbonisierungsstrategie Kosten- und Ertragsüberlegungen priorisiert.

Komplette Electrification

Die meisten Industrieunternehmen betrachten die Elektrifizierung als den realistischsten Weg zu Net Zero. Aber viele geben an, dass eine unzureichende Netzinfrastruktur die Bemühungen bremst. Sie wünschen sich smartere Netze, in die sich ihre Energieanlagen integrieren lassen und die in enger Zusammenarbeit mit dem umgebenden Energieökosystem betrieben werden können. Industrieunternehmen arbeiten daran, ihre elektrifizierten Prozesse mit KI und digitalen Zwillingen zu optimieren, um ein Echtzeitmanagement zu ermöglichen und Effizienz und Ausfallsicherheit zu steigern.

63% sehen Digitalisierung

als entscheidenden Faktor für die Energiewende

59% der Industrieunternehmen wollen

ihre Energieanlagen nutzen, um von der nachfrageseitigen Flexibilität zu profitieren

45% betrachten ihre Aktivitäten

im Bereich nachfrageseitige Flexibilität als ausgereift oder fortgeschritten

Es braucht eine stabile, vorhersehbare Politik

Politische Unsicherheit ist ein großes Hindernis für die Dekarbonisierung der Industrie – und die meisten Unternehmen bezeichnen sie als wachsende Bedrohung für die Energiewende. Eine stabile Politik ermöglicht langfristige Planung und Kapitalinvestitionen: Sie schafft das Vertrauen für langfristige Investitionen, z.B. für den Austausch fossiler Energiesysteme gegen kohlenstoffarme Alternativen oder für den Ausbau lokaler Energiespeicher. Doch mehr als die Hälfte der Befragten gibt an, dass Unsicherheit über künftige Energiepolitik Investitionen in saubere Technologien verzögert.

Es geht um langfristige Investitionsentscheidungen – dafür brauchen wir Stabilität, um entschlossen handeln zu können. Je klarer die Energie-Roadmap von Politik und Versorgern ist, desto schneller können wir die Dekarbonisierung vorantreiben.
Jan Fassbender, Head of Global Facilities and Engineering, Boehringer-Ingelheim
Partner Insight

Die Notwendigkeit der digitalen Integration

Von Jessica Lam, Senior Vice President Sustainability — Sonepar

Der Wettlauf zur Dekarbonisierung dreht sich nicht mehr nur um die Installation umweltfreundlicher Hardware: Es geht auch darum, Energie- und Datenflüsse intelligent zu steuern, die moderne Betriebsabläufe überhaupt erst ermöglichen. Nachhaltigkeit hängt heute von Sichtbarkeit ab – und Sichtbarkeit wiederum von digitaler Integration. Viele Unternehmen arbeiten jedoch weiterhin mit fragmentierten Systemen, die nicht miteinander kommunizieren. Dadurch müssen sie Emissionsdaten aus unterschiedlichen Quellen zusammenführen. Das verlangsamt die Berichterstattung und schränkt die eigene Handlungsfähigkeit ein.

Integrierte digitale Plattformen verändern das grundlegend: Durch die Zusammenführung von Produkt-, Energie- und CO2-Daten entsteht eine konsolidierte Datenbasis, die Nachhaltigkeit transparent, umsetzbar und über gesamte Wertschöpfungsketten hinweg vergleichbar macht. Sobald diese Grundlage geschaffen ist, entfalten Technologien wie KI und IoT ihr volles Potenzial. Vorausschauende Analysen erkennen Verbrauchsmuster, während vernetzte Sensoren eine Echtzeitüberwachung von Werksstandorten, Fahrzeugflotten und Gebäuden ermöglichen.

Auch die elektrische Energieverteilung wird zunehmend digitalisiert. In diesem Umfeld entwickelt sich Sonepar zu einem digitalen Player – mit dem Ziel, weltweit führender B2B-Händler für Elektrogüter zu werden. Sonepar möchte über alle Kanäle hinweg ein nahtloses Kundenerlebnis bieten. Zwischen 2022 und 2026 investieren wir 1 Mrd. €, um diese digitale Transformation voranzutreiben. Wir sehen heute bereits, wie KI-gestützte Systeme das Bestandsmanagement optimieren, Finanzierungsprozesse beschleunigen und das Kundenerlebnis verbessern.

Die gleichen Prinzipien lassen sich auf das Energiesystem übertragen: Lernalgorithmen prognostizieren Bedarf, identifizieren Ineffizienzen und schlagen automatische Anpassungen vor. Die Bündelung dieser Fortschritte kann transformative Wirkung entfalten. Seit 2022 hat Sonepar mehr als 2,5 Mrd. € in die Modernisierung seiner Lieferkette investiert: Bau-, Vertriebs- und Transportprozesse, moderne Technologien, Automatisierung und Robotik. Die globalen Distributionszentren verfügen inzwischen über automatisierte Kommissionier- und Sortiersysteme sowie intelligente Energiemanagementlösungen.

Diese Systeme steigern Durchsatz und Genauigkeit, reduzieren Umweltbelastungen und erhöhen die Ressourceneffizienz. Die nächste Herausforderung für viele Unternehmen ist die Laststeuerung (Demand Response). Der weltweite Strombedarf stieg 2024 um 4,4 % und voraussichtlich auch 2025 und 2026 jeweils um etwa 4 %. Das ist deutlich schneller als in früheren Jahren: Der Anstieg lag von 2015 bis 2023 im Durchschnitt bei 2,6 %. Das setzt Stromnetze unter erheblichen Druck, während sie gleichzeitig dynamischer werden müssen, weil erneuerbare Energien und Behind-the-meter-Aktivitäten zunehmen.

Unternehmen müssen sich von passiven Verbrauchern zu aktiven Teilnehmern im Stromnetz entwickeln. Dafür benötigen sie jedoch Systeme, die Technologien wie Energiemanagementsoftware, Solarpanels, Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge, Batteriespeicher oder intelligente Gebäude integrieren können. Das verdeutlicht, wie wichtig es für eine skalierbare Dekarbonisierung ist, Daten zu beherrschen und digitale Kompetenzen weiterzuentwickeln. Transformation heißt nicht nur saubere Elektronen, sondern vor allem smarte Entscheidungen. Und heute stehen uns die Werkzeuge zur Verfügung, um beides zu optimieren.

Image of Jessica Lam, Senior Vice President Sustainability – Sonepar

Diese Systeme steigern Durchsatz und Genauigkeit, reduzieren Umweltbelastungen und erhöhen die Ressourceneffizienz. Die nächste Herausforderung für viele Unternehmen ist die Laststeuerung (Demand Response). Der weltweite Strombedarf stieg 2024 um 4,4 % und voraussichtlich auch 2025 und 2026 jeweils um etwa 4 %. Das ist deutlich schneller als in früheren Jahren: Der Anstieg lag von 2015 bis 2023 im Durchschnitt bei 2,6 %. Das setzt Stromnetze unter erheblichen Druck, während sie gleichzeitig dynamischer werden müssen, weil erneuerbare Energien und Behind-the-meter-Aktivitäten zunehmen.

Unternehmen müssen sich von passiven Verbrauchern zu aktiven Teilnehmern im Stromnetz entwickeln. Dafür benötigen sie jedoch Systeme, die Technologien wie Energiemanagementsoftware, Solarpanels, Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge, Batteriespeicher oder intelligente Gebäude integrieren können. Das verdeutlicht, wie wichtig es für eine skalierbare Dekarbonisierung ist, Daten zu beherrschen und digitale Kompetenzen weiterzuentwickeln. Transformation heißt nicht nur saubere Elektronen, sondern vor allem smarte Entscheidungen. Und heute stehen uns die Werkzeuge zur Verfügung, um beides zu optimieren.

Report zur Industrie

Die Herausforderungen der industriellen Dekarbonisierung meistern

Über die Studie

Der Siemens Infrastructure Transition Monitor 2025 basiert auf einer weltweiten Umfrage unter 1.400 Führungskräften aus verschiedenen Branchen und Ländern, ergänzt durch ausführliche Interviews mit Führungskräften und Experten. Wir möchten uns ganz herzlich bei unseren Interviewpartnern und Umfrageteilnehmern für ihre Zeit und ihre Expertise zur Bereicherung des ITM 2025 bedanken.

  • Dr. G Ganesh Das, Chief, Collaboration and Innovation, Tata Power Company
  • Sabine Erlinghagen, CEO Grid Software, Siemens Smart Infrastructure
  • Jan Fassbender, Head of Global Facilities and Engineering, One Human Pharma, Boehringer Ingelheim
  • Edmund Fowles, Founding Director, Feilden Fowles Architects
  • Daniela Haldy-Sellmann, SVP and General Manager Energy and Natural Resources Industries, SAP
  • Thomas Kiessling, Chief Technology Officer, Siemens Smart Infrastructure
  • Brian Motherway, Head of Energy Efficiency and Inclusive Transitions, International Energy Agency
  • Andreas Schumacher, Executive Vice-President Strategy, Mergers & Acquisitions, Infineon Technologies
  • Susanne Seitz, CEO Buildings, Siemens Smart Infrastructure
  • Dr. Sean Woolen, Assistant Professor, Department of Radiology and Biomedical Imaging, University of California