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Salzburg | Juli und August 2026

Siemens Festspiel Nächte

Programm 25.7.-31.8.2026

Samstag 25. Juli, 20:00 Uhr

MARIA STUARDA

Tragedia lirica in zwei Akten von Gaetano Donizetti (Salzburger Festspiele 2025, Großes Festspielhaus – in italienischer Sprache). Eine Produktion von ORF, NHK und UNITEL.

Gaetano Donizettis Belcanto-Oper Maria Stuarda (1835) erzählt vom Machtkampf zwischen zwei historischen Königinnen des 16. Jahrhunderts: Maria Stuart von Schottland und Elisabeth I. von England. Was diese beiden Frauen auf ewig aneinander bindet, ist ein schrecklicher Fakt: Eine von ihnen muss sterben. Die tödliche Feindschaft entzündet sich an dieser einen Frage: Wem gehört der englische Thron? Donizettis Belcanto-Oper basiert auf Schillers Tragödie Maria Stuart, konzentriert sich aber noch stärker auf das Gefühlsleben der beiden Gegenspielerinnen, zusammengedrängt auf die letzten 24 Stunden vor der Unterzeichnung des Todesurteils und der Hinrichtung Marias. In dieser kurzen Zeitspanne erleben sie alle nur denkbaren emotionalen Extreme: das Glücksgefühl des Triumphs, den depressiven Zusammenbruch, peinigende Selbstbefragung, lockende Aussicht auf Befreiung und lähmende Todesangst. In der von radikalem Formbewusstsein geprägten Neuinszenierung von Ulrich Rasche sind zwei Königinnen des Gesangs – Kate Lindsey und Lisette Oropesa – in den Glanzrollen von Maria Stuart und Elisabeth I. zu erleben.

Besetzung
Dirigent: Antonello Manacorda | Regie: Ulrich Rasche | Orchester: Wiener Philharmoniker | Chor: Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor | Dauer: 138 Minuten | Mit: Kate Lindsey (Elisabetta), Lisette Oropesa (Maria Stuarda), Bekhzod Davronov (Roberto, Graf von Leicester), Aleksei Kulagin (Giorgio Talbot), Thomas Lehman (Lord Guglielmo Cecil)

Siemens Festspiel Nächte MARIA STUARDA

Lisette Oropesa als Maria Stuarda.

Sonntag 26. Juli, 11:00 Uhr

ERÖFFNUNGSFESTAKT

Live-Übertragung des Eröffnungsfestaktes der Salzburger Festspiele 2026 mit der Festrede von Maria Kalesnikava

Mit der Bürgerrechtlerin und Musikerin Maria Kalesnikava hält eine der prägenden Stimmen der belarussischen Zivilgesellschaft die Festrede anlässlich der Eröffnung der Salzburger Festspiele 2026. Als Mitgründerin der InterAKT Initiative und Künstlerische Leiterin des Kulturhubs OK16 in Minsk entwickelte sie eine Reihe wegweisender internationaler Projekte in den Bereichen Kultur, Bildung und soziale Innovation. Dabei verbindet sie zeitgenössische Musik mit Fragen kultureller Identität, gesellschaftlicher Verantwortung und politischer Reflexion. Nach mehrjähriger Inhaftierung setzt Maria Kalesnikava, die für ihr Engagement u.a. mit dem Internationalen Karlspreis ausgezeichnet wurde, ihre künstlerische und gesellschaftliche Arbeit fort. Sie gilt als herausragendes Beispiel für die Verbindung von künstlerischer Exzellenz und zivilem Mut. Maria Kalesnikava ist Ehrenprofessorin der Universität Salzburg und Ehrendoktorin der Kunstuniversität Graz.

Siemens Festspiel Nächte ERÖFFNUNGSFESTAKT

Festredner/in Maria Kalesnikava.

Sonntag 26. Juli, 20:00 Uhr

ZAIDE ODER DER WEG DES LICHTS

Ein Pasticcio mit Musik von Wolfgang Amadeus Mozart (Salzburger Festspiele 2025, Felsenreitschule – in deutscher Sprache) Eine Produktion von WDR/ARTE, medici.tv, Camera lucida und UNITEL.

Für die Salzburger Festspiele 2025 widmeten sich Pygmalion und Raphaël Pichon zwei von Wolfgang Amadeus Mozarts selten aufgeführten Werken: Zaide sowie Davide penitente. Das 1780 komponierte, unvollendet gebliebene Singspiel Zaide gewinnt seine Strahlkraft aus seiner humanistischen Thematik. Zum ersten Mal schuf Mozart einen musikalischen und dramaturgischen Resonanzraum für das, was nach seiner Überzeugung gut und richtig war: für den Kampf gegen Tyrannei, für die Macht der wahren Liebe und allen voran für das unabdingbare Streben nach Freiheit. 1785 bat die Wiener Tonkünstler-Societät Mozart um die Musik für ein Fastenzeitkonzert. Für die daraufhin entstandene Gelegenheitskomposition, die Kantate Davide penitente auf eine italienische Psalmen-Nachdichtung, griff Mozart auf ein – wie auch Zaide – Fragment gebliebenes Werk zurück: Große Teile der Musik sind Umarbeitungen von Kyrie und Gloria der c-Moll-Messe. Für das Pasticcio vereinten Pichon und Pygmalion die beiden Werke mit anderen Kostbarkeiten aus Mozarts OEuvre zu einem humanistischen Fresko, in dem das Individuum und die Gemeinschaft in Dialog treten und der Kampf zwischen Schatten und Licht jeden Augenblick von Neuem in Szene gesetzt wird.

Besetzung
Konzeption und Musikalische Leitung: Raphael Pichon | Choreografie: Evelin Facchini | Chor & Orchester: Pygmalion | Dauer: 99 Minuten | Mit: Sabine Devieilhe (Zaide), Lea Desandre (Persada), Julian Prégardien (Gomatz), Daniel Behle (Soliman), Johannes Martin Kränzle (Allazim) sowie Tommy Cattin und Sabrina Rocha (TänzerInnen)

Siemens Festspiel Nächte ZAIDE

Lea Desandre als Persada und Sabine Devieilhe als Zaide.

Montag 27. Juli, 20:00 Uhr

LES CONTES D'HOFFMANN

Phantastische Oper in drei Akten von Jaques Offenbach (Salzburger Festspiele 2003, Großes Festspielhaus – in französischer Sprache). Eine Produktion von ZDF, 3sat und TW1.

Kurz vor seinem Tod im Jahr 1880 wagte sich Jaques Offenbach, der Meister der Operette, endlich an die große Oper seiner Träume. Phantastische Erzählungen aus der Feder E.T.A. Hoffmanns wollte er auf die Bühne bringen – mit einer Rahmenhandlung, in der die Figur des legendären Autors der schwarzen Romantik als Titelheld seine Geschichten unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen in einem Wirtshaus zum Besten gibt und dabei die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit verschwimmen lässt. Die Besetzung dieser Inszenierung von David McVicar, die von der Kritik großteils als sehr konventionell empfunden wurde, verspricht ein großes Opern- und Sängerfest: Der amerikanische Startenor Neil Shicoff singt den Hoffmann, als dämonischer Gegenspieler fungiert Ruggero Raimondi und als funkelnde Objekte seiner Träume oder seiner Begierden agieren rund um diesen Hoffmann solche Damen und Stars wie Waltraud Meier als Giulietta oder Angelika Kirchschlager als Muse und L'ubica Vargicová als Olympia. Kent Nagano steht am Pult der Wiener Philharmoniker.

Besetzung
Dirigent: Kent Nagano | Regie: David McVicar | Orchester: Wiener Philharmoniker | Dauer: 180 Minuten |
Mit: Neil Shicoff (Hoffmann), Angelika Kirchschlager (La Muse), Ruggero Raimondi (Lindorf), L'ubica Vargicová (Olympia), Waltraud Meier (Giulietta)

Siemens Festspiel Nächte LES CONTES D’HOFFMANN

Neil Shicoff als Titelheld in Hoffmanns Erzählungen.

Dienstag 28. Juli, 20:00 Uhr

SALOME

Musikdrama in einem Aufzug von Richard Strauss (Salzburger Festspiele 2018, Felsenreitschule – in deutscher Sprache). Eine Produktion von ORF, 3sat und UNITEL.

Es war die Sensation der Salzburger Festspiele 2018: Romeo Casteluccis mutige, mit tollen Bildern auftrumpfende Inszenierung von Salome in der Felsenreitschule. Im großartigen Setting agierte ein glänzendes Sängeraufgebot, das aber von einer noch in den Schatten gestellt wurde, der litauischen Sopranistin Asmik Grigorian als Titelheldin, die damit nicht nur ein überwältigendes Rollendebüt gab, sondern sich auch in den Status eines neuen Stars sang. Sie beherrschte den Abend mit Gesten, Schritten und „atemberaubenden stimmlichen Kraftreserven“ und wurde von der Kritik entsprechend gefeiert: Der Spiegel schrieb: „Ihre unendlich kraftvolle, das Orchester mitreißende Gänsehautstimme zeichnete die Zerrissenheit und das seelische Leid der sinnsuchenden Salome berührend sinnlich nach. Dazu explodiert Grigorian förmlich mit darstellerischen Akzenten, die Regisseur Castellucci punktgenau und effektsicher lenkte. Aber keine Frage: Ein so überschäumendes, temperamentsprühendes Talent wie Grigorian kann man gar nicht millimetermäßig lenken.“ Zusammen mit Franz Welser-Mösts hinreißendem Dirigat erntete sie dafür bei der Premiere Jubelstürme.

Besetzung
Dirigent: Franz Welser-Möst | Regie: Romeo Castellucci | Orchester: Wiener Philharmoniker | Dauer: 112 Minuten | Mit: John Daszak (Herodes), Anna Maria Chiuri (Herodias), Asmik Grigorian (Salome), Gábor Bretz (Jochanaan), Julian Prégardien (Narraboth)

Siemens Festspiel Nächte Salome

Asmik Grigorian singt die Salome.

Mittwoch 29. Juli, 20:00 Uhr

COSÌ FAN TUTTE

Dramma giocoso in zwei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart (Salzburger Festspiele 2020, Großes Festspielhaus – in italienischer Sprache). Eine Koproduktion von ORF, ZDF/ARTE und UNITEL.

Das Corona-Virus konnte es nicht verhindern: Christof Loy zeigte mit Joana Mallwitz am Pult der Wiener Philharmoniker im Großen Festspielhaus seine Inszenierung von Mozarts Così fan tutte, die zeitlich versetzt live auf den Kapitelplatz übertragen wurde. In Così fan tutte, hat der Dramaturg Andri Hardmeier einmal erklärt, „entscheidet ein Experiment über die angebliche Untreue der Frauen. Ein doppelbödiges Spiel beginnt, das immer tiefere Gefühlsschichten freilegt. Der unverstellte Blick in die Wirren menschlicher Beziehungen öffnet Abgründe, die den Rahmen eines Dramma giocoso zu sprengen scheinen. Dieses in mancher Hinsicht radikalste Bühnenwerk Mozarts ist nicht so sehr eine ‚Schule der Liebenden‘ (so der Untertitel des Stücks) als vielmehr eine kontinuierliche Sezierung der Herzen. Im Spannungsfeld zwischen Liebe und Leidenschaft, Sicherheit und Selbstaufgabe, Treue und Verrat verlieren sich die Paare in einem Gefühlschaos. Dabei spürt Mozarts Musik die inneren Widersprüche seiner Figuren auf, ohne sie jemals zu verraten, und lässt uns plötzlich selbst zweifeln an der Sicherheit, mit der wir zu wissen glauben, was Spiel und was Ernst, was Traum und was Wirklichkeit ist.“

Besetzung
Dirigentin: Joana Mallwitz Regie: Christof Loy | Orchester: Wiener Philharmoniker | Dauer: 135 Minuten | Mit: Elsa Dreisig (Fiordiligi), Marianne Crebassa (Dorabella), Andrè Schuen (Guglielmo), Bogdan Volkov (Ferrando), Lea Desandre (Despina), Johannes Martin Kränzle (Don Alfonso)

Siemens Festspiel Nächte COSI FAN TUTTE

Marianne Crebassa als Dorabella.

Donnerstag 30. Juli, 20:00 Uhr

IL TRITTICO

Ein Opernzyklus von Giacomo Puccini (Salzburger Festspiele 2022, Großes Festspielhaus – in italienischer Sprache). Eine Produktion von ORF, ZDF/ARTE, NHK und UNITEL.

Puccinis Il trittico besteht aus drei Einaktern, die jeweils einzelne Schicksale aus einer Welt, die wenig Hoffnung bereitzuhalten scheint, porträtieren. In Gianni Schicchi treffen wir auf eine Verwandtschaft, die den gerissenen Gianni Schicchi um Hilfe bei einem Testamentsbetrug bittet und dabei selbst geprellt wird. Il tabarro erzählt vor dem Hintergrund des tristen Pariser Hafenmilieus von der jungen Giorgetta, die sich aus ihrer bedrückenden Ehe mit Michele in eine ausweglose Affäre stürzt; und Suor Angelica führt uns in ein freudloses Nonnenkloster, in dem Angelica gezwungen ist, die uneheliche Geburt ihres Sohnes abzubüßen. Puccini weist mit seiner Komposition bereits auf die Moderne voraus und verleiht seinen drei Einaktern jeweils ein individuelles musikalisches Gepräge.

Besetzung
Dirigent: Franz Welser-Möst | Regie: Christof Loy | Orchester: Wiener Philharmoniker | Dauer: 170 Minuten | Mit: Misha Kiria (Gianni Schicchi), Asmik Grigorian (Lauretta/Giorgetta/Suor Angelica), Enkelejda Shkosa (Zita/Frugola/ Suora Zelatrice), Alexey Neklyudov (Rinuccio), Roman Burdenko (Michele), Joshua Guerrero (Luigi), Karita Mattila (Zia Principessa), Hanna Schwarz (Badessa)

Siemens Festspiel Nächte IL TRITTICO

Asmik Grogorian übernimmt die weiblichen Hauptpartien.

Freitag 31. Juli, 10:00 Uhr

DIE ZAUBERFLÖTE FÜR KINDER

Oper von Wolfgang Amadeus Mozart (Salzburger Festspiele 1982, Felsenreitschule). Eine Produktion des ORF.

SIEMENS KINDER PROGRAMM
Es war eine legendäre Aktion für den Musiktheater-Publikumsnachwuchs: Christian Boesch hatte die Idee, die Zauberflöte für Kinder zu gestalten und als Papageno zu erzählen. So führt Boesch mit Charme, Witz und pädagogischem Geschick ein jugendliches Publikum in Mozarts mysteriöse Märchenwelt ein. Hier waltet Zauber durch Entzauberung: Die Tamino bedrohende Riesenschlange gibt ihr Innenleben frei – fünfzig Kinder klettern heraus.

Besetzung
Dirigent: James Levine
Regie: Jean-Pierre Ponnelle
Dauer: 106 Minuten

Siemens Festspiel Nächte Zauberflöte

Christian Boesch als Papageno.

Freitag 31. Juli, 17:30 Uhr

JEDERMANN REMIXED

Ein Film von Hannes Rossacher. Dauer 90 Minuten. Eine Produktion des ORF.

An diesem Abend der Siemens Festspiel Nächte steht Hannes Rossachers Film Jedermann Remixed am Programm. Es ist eine Aufführung von Hugo von Hofmannsthals Klassiker, die es so nie gegeben hat: Durch die Montage diverser Aufzeichnungen aus mehreren Jahrzehnten erscheint ein Salzburger Jedermann-Ensemble auf dem Bildschirm, dessen berühmte Mitglieder zwar alle auf dem Domplatz gespielt haben, aber miteinander nur in dieser kühnen Montage verschiedenster Szenen quer durch die Aufführungsgeschichte gesehen werden können. So ist diese ORF-Produktion in der Fassung aus 2020 ein kulturhistorisches Puzzle von Alexander Moissi bis Tobias Moretti. Den eigens dafür kreierten Soundtrack liefert der international renommierte Blues- und Roots-Musiker Hans Theessink.

Siemens Festspiel Nächte JEDERMANN REMIXED

Klaus Maria Brandauer als reicher Prasser.

Programmübersicht

Hier finden Sie die Programmübersicht und alle weiteren Informationen rund um die Veranstaltung.