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Siemens Infrastructure Transition Monitor 2025

Die Zukunft smarter Gebäude

Wie innovative Technologien Kosten und Emissionen reduzieren

Globale Einblicke für eine nachhaltige Zukunft

Basierend auf einer weltweiten Umfrage unter 1.400 Führungskräften und ergänzt durch eingehende Experteninterviews bietet der Siemens Infrastructure Transition Monitor 2025 umfassende Einblicke in die globale Infrastrukturwende. Diese Studie untersucht in drei verschiedenen Berichten die miteinander verbundenen Säulen des Wandels:

  • Wie die Entwicklung der Energieinfrastruktur – ermöglicht durch digitale Technologien – den Fortschritt in Richtung einer klimaneutralen Zukunft vorantreibt
  • Die Fortschritte, Prioritäten und Herausforderungen bei der Dekarbonisierung von Gebäuden
  • Die Fortschritte der Industrie auf dem Weg zur Nachhaltigkeit
Key Findings

Weniger ist mehr: Auf dem Weg zu effizienteren Gebäuden

Mit Blick auf Gebäude ist der Fortschritt bei den Zielen des Infrastrukturwandels unterschiedlich. Erneuerbare Energien vor Ort und elektrifizierte Heizungen sind vorangeschritten, Energieeffizienz und Wiederverwendung von Material stagnieren dagegen. Energieeffizientem Design und Nachrüstungen stehen Kosten und politische Hürden gegenüber: Befragte aus dem Immobiliensektor führen u.a. begrenzte Finanzmittel an. Trotzdem hat Energieeffizienz aktuell oberste Priorität und die Investitionen steigen. Modelle wie Energy-as-a-Service (EaaS) ermöglichen Dekarbonisierung ohne Kapitalbindung.

Gebäudeleistung neu definieren

Für die meisten Befragten hat Digitalisierung ein starkes oder transformatives Potenzial, um Kosten zu senken und die Energieeffizienz zu verbessern. Digitale Gebäudetechnologien liefern Leistungsdaten in Echtzeit, automatisieren Entscheidungen für das Energiemanagement, die vorausschauende Wartung und – letztendlich – die autonome Optimierung. Aber nur 50% der Unternehmen verfügen über die nötigen Daten. Transparenz ist daher ein zentraler Vorteil smarter Gebäudetechnologien, um energieintensive Anlagen und Nutzungsmuster zu identifizieren und den Energieverbrauch zu senken.

In Sachen Energiemanagement wird KI völlig neue Wege aufzeigen. Trotzdem müssen die Grundlagen stimmen, wie z.B. die Wahl effizienter Geräte, passiver Designmaßnahmen, intelligenter Gebäude und strenger Gerätestandards.
Brian Motherway, Head Energy Efficiency and Inclusive Transition, International Energy Agency

Auf dem Weg zu autonomen Gebäuden

KI wird als Schlüssel zur Dekarbonisierung betrachtet. Die drei digitalen Technologien, die sich am positivsten auf die Dekarbonisierung auswirken, sind alle KI-gestützt. So können netzinteraktive Gebäude bereits den Energieverbrauch anhand von Preissignalen in Echtzeit anpassen. Das verbessert die Effizienz und senkt die Kosten. Der nächste Schritt ist das Implementieren autonomer Systeme, die sich selbst optimieren und dank KI bessere Entscheidungen treffen. Trotz des Themas Cybersicherheit fühlen sich die meisten Unternehmen vorbereitet: 54% sind bereit, autonome Systeme einzuführen. Nur 27% vermeiden digitale Tools aufgrund von Cyberrisiken.

59% stimmen zu:

dass die Vorteile autonomer Systeme in Gebäuden die Kosten überwiegen

54% sind bereit:

autonome Systeme in Gebäuden zu implementieren

51% werden

werden im kommenden Jahr erheblich in autonome Systeme investieren

Partner Insight

Bauvorschriften sind entscheidend für Dekarbonisierung

von Cristina Gamboa, CEO, World Green Building Council

A group of people standing in front of a building with a banner that reads

Gebäude mit hoher Energieeffizienz zu bauen oder dafür nachzurüsten, wird weltweit sowohl von führenden Politikern als auch von zwischenstaatlichen Organisationen zunehmend als der unmittelbarste und kostengünstigste Hebel zur Dekarbonisierung angesehen.

Ein aktueller Bericht der UN betont, dass der Sektor das Potenzial hat, bis 2035 11 % der globalen Emissionen einzusparen – das entspricht dem Effekt, eine Milliarde Autos für ein Jahr von der Straße zu nehmen. Bauvorschriften sind so zu einem entscheidenden Faktor für die Dekarbonisierung geworden. Länder führen weltweit Vorschriften ein, die sowohl den betrieblichen als auch den indirekten CO₂-Ausstoß durch Bau und Transport adressieren.

Trotz dieser Fortschritte sind laut einem Bericht der IEA aus dem Jahr 2024 über 50 % der weltweiten Neubauten nicht durch Bauvorschriften abgedeckt. Nationale Klimaschutzpläne unterstützen die Umsetzung dieser Regularien oft nicht ausreichend.

Im Rahmen des Pariser Abkommens legt jedes Land national festgelegte Beiträge (Nationally Determined Contributions, NDCs) – also nationale Klimaschutzpläne – vor, um seine Strategie zur Reduzierung von Treibhausgasen darzulegen. Während die überwiegende Mehrheit (84 %) der NDCs auf den Gebäudesektor Bezug nimmt, erhalten weniger als 10 % detaillierte Angaben zu Gebäuden, und nur eine knappe Mehrheit (54 %) erwähnt überhaupt die Energieeffizienz in Gebäuden.

Wir sind der Ansicht, dass Regierungen den Gebäudesektor in die NDCs integrieren sollten. Dabei können Tools wie unsere NDC Scorecard für nachhaltige Gebäude unterstützen. Die NDC Scorecard hilft Regierungen und weiteren Stakeholdern, politische Best-Practice-Maßnahmen zu identifizieren, die in den Klimaschutzplan eines Landes und dessen nationalen politischen Rahmenbedingungen aufgenommen werden sollten. Die aktuellen NDC-Zusagen reichen bei weitem nicht aus, die globale Erwärmung auf knapp 1,5 °C zu begrenzen. Mutige Ansätze im Gebäudesektor bieten die Möglichkeit, diesem Ziel deutlich näher zu kommen – aber nur, wenn sie nicht ein blinder Fleck in unseren Klimaschutzmaßnahmen bleiben.

Report zur Gebäudeinfrastruktur

Wie Innovationen Kosten sparen und Emissionen reduzieren

Über die Recherche

Der Siemens Infrastructure Transition Monitor (ITM) ist eine alle zwei Jahre stattfindende Forschungsstudie, die 2023 gestartet wurde. Jetzt, in seiner zweiten Ausgabe, verfolgt das ITM die Entwicklung des weltweiten Übergangs zu Netto-Null im Laufe der Zeit und hebt die dringendsten Prioritäten und den Weg hervor, den Unternehmen und Regierungen vor sich haben. Das ITM basiert auf einer weltweiten Umfrage unter 1.400 Führungskräften und leitenden Angestellten sowohl aus dem privaten als auch aus dem öffentlichen Sektor. Im Jahr 2025 kamen die Befragten aus 19 Ländern und 37 Sektoren (zu Berichtszwecken in acht wichtige Branchensegmente unterteilt). Die Studie stützt sich auch auf Erkenntnisse aus eingehenden Interviews mit einer ausgewählten Gruppe von Führungskräften und Expert*innen.

  • Dr. G Ganesh Das, Chef, Zusammenarbeit und Innovation, Tata Power Company
  • Sabine Erlinghagen, CEO Grid Software, Siemens Smart Infrastructure
  • Jan Fassbender, Leiter der Abteilung Globale Anlagen und Technik, One Human Pharma, Boehringer Ingelheim
  • Edmund Fowles, Gründungsdirektor, Feilden Fowles Architects
  • Daniela Haldy-Sellmann, SVP und General Manager Energy and Natural Resources Industries, SAP
  • Thomas Kießling, Technischer Leiter, Siemens Smart Infrastructure
  • Brian Motherway, Leiter der Abteilung Energieeffizienz und inklusiver Wandel, Internationale Energieagentur
  • Andreas Schumacher, Executive Vice President Strategie, Fusionen und Übernahmen, Infineon Technologies
  • Susanne Seitz, CEO Buildings, Siemens Smart Infrastructure
  • Dr. Sean Woolen, Assistenzprofessor, Abteilung für Radiologie und biomedizinische Bildgebung, University of California