Anmerkung der Redaktion: Dieser Gastbeitrag von Mikael Hedberg — basierend auf seinem jüngsten Auftritt im Podcast Optimistic Outlook—hebt hervor, wie Siemens-Technologien die Fähigkeiten unserer Kunden verändern, um Innovationen voranzutreiben und ihre Branchen komplett zu verändern.
Die Menschheit steht vor einem globalen Wohnungsproblem: Laut UN haben 1,6 Milliarden Menschen weltweit keinen bezahlbaren Wohnraum, und bis 2030 könnten es 3 Milliarden sein. Es scheint keine Lösung für dieses Problem zu geben.
Letztendlich lassen sich Zeit, Kosten und Qualität beim Hausbau nur sehr schwer kontrollieren. Hinzu kommt, dass Projekte in hohem Maße externen Risiken wie beispielsweise dem Wetter ausgesetzt sind, die sich nicht steuern lassen.
Mein Hintergrund liegt im Schiffbau, der bis in die frühen 1990er Jahre zurückreicht. Eine Sache, die ich im Schiffbau gelernt habe, ist, wie man die Fertigung außerhalb der Werft mit modularen Lösungen maximiert, die zur Montage an die Werft geliefert werden können. Schiffe sind wie schwimmende Städte, und die Branche hat früh gelernt, wie man Komplexität zu wettbewerbsfähigen Kosten industrialisiert.
Als ich vor zehn Jahren ein neues Unternehmen namens ADMARES gründete, um in globale, landgestützte Bauprojekte einzusteigen, fiel mir schnell ein großer Unterschied zum Schiffbau auf: Das Bauwesen ist fragmentiert, mit unzähligen Akteuren bei jedem Projekt. Die meiste Arbeit wird von Hand erledigt und ist auf qualifizierte Arbeitskräfte angewiesen, deren Qualität und Verfügbarkeit schwer zu kontrollieren sind. Außerdem steigen die Baukosten ständig weiter an.
Diese Faktoren haben die Mission von ADMARES geprägt: die Baustelle vollständig zu eliminieren, indem wir Häuser in der Fabrikfertigung herstellen und uns der Digitalisierung verschreiben. Unser Ziel ist es, die Verfügbarkeit von Wohnraum und das Wohnerlebnis zu verbessern – nicht nur die Art und Weise, wie Häuser gebaut werden. Mein Unternehmen hat in die Entwicklung von Technologien investiert, die dies ermöglichen, sodass vor Ort lediglich das Fundament des Gebäudes errichtet wird.
Der Durchbruch: Nehmen Sie sich eine Zeit von 22,5 Minuten pro Gebäudeeinheit
Als ich begann, mir ADMARES vorzustellen, wurde mir klar, dass das große Problem im Bauwesen darin besteht, dass es die letzte Branche ist, in der noch von Hand gebaut wird. Das Bauen von Hand erfordert qualifizierte Fachkräfte, doch die Branche sieht sich mit einem stetigen Rückgang dieser Fachkräfte konfrontiert. Junge Menschen entscheiden sich nicht für eine Karriere im Bauwesen, während alle Fachkräfte in den Ruhestand gehen. Dieser massive Mangel an Arbeitskräften im Bauwesen, gerade zu einer Zeit, in der wir mehr bezahlbaren Wohnraum benötigen, treibt die Baukosten kontinuierlich in die Höhe.
Der erste große Schritt für ADMARES war die Konzeption einer Fabrik zur Herstellung modularer Häuser, doch als ich das Unternehmen gründete, gab es in der Bauindustrie noch kein Know-how für eine solche Produktion. Automatisierung und Robotisierung waren nicht Teil der DNA dieser Branche. Im Jahr 2018 wandte sich ADMARES an Porsche Consulting, die Planer der weltweit modernsten Werft in Deutschland, in der Kreuzfahrtschiffe vollständig in Innenräumen am Fließband produziert werden, um uns bei der Entwicklung des ersten Smart-Factory-Konzepts für den Hausbau zu unterstützen.
Im Jahr 2019 unterstützte uns MHP – ein Unternehmen der Porsche-Gruppe – beim Aufbau der Digitalisierungsarchitektur in unserem Werk, woraufhin wir verschiedene Technologien von Siemens einführten. Bis 2022 hatte ADMARES eine strategische Partnerschaft mit Siemens geschlossen, und bis 2023 waren alle 26 Produktionslinien und Logistiksysteme im Werk eingerichtet – eine „Digital-First“-Smart Factory, die von Grund auf neu gebaut und automatisiert wurde.