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Die Digitalisierung hinter der Renaturierung der Emscher

Wie sich die Emscher vom am stärksten verschmutzten Fluss Deutschlands zu einem der saubersten Flüsse verwandelte: Das Abwassermanagementunternehmen EGLV hat diese Herausforderung mit Unterstützung von Virtualisierung und modernster Prozessleittechnik gemeistert.

Ansehen: Nachhaltiges Abwassermanagement

In diesem Videointerview geben Dr. Emanuel Grün, Leiter Wassermanagement und Technologie, EGLV, und Eckard Eberle, ehemaliger CEO Process Automation, Siemens, Einblicke darüber, wie Virtualisierung und Prozessleittechnik zur Transformation der Emscher beigetragen haben.

Die Emschergenossenschaft und der Lippeverband (EGLV) gemeinsam die Abwasserbehandlung, den Hochwasserschutz, das Grundwassermanagement, die Sanierung im Zusammenhang mit dem Bergbau, die Wiederherstellung von Flüssen und den Schutz von ecosystem verwalten.

Ihre Vorteile

Senken Sie die Betriebskosten

Eine Rentabilitätsstudie ergab, dass die Zentralisierung der Prozesssteuerung auf einer virtuellen Plattform die Betriebskosten um mindestens 20% senkt.

Regionsübergreifend skalieren

Eine einheitliche Plattform verbindet und verwaltet jetzt etwa 800 verteilte Anlagen und Systeme, darunter 59 Kläranlagen und 546 Pumpstationen.

Stellen Sie die Natur wieder her

Indem EGLV auf die richtigen Technologien setzt, stellt EGLV sicher, dass Anwohner, Tiere und Pflanzen in den kommenden Jahrzehnten einen sicheren und natürlichen Lebensraum entlang der Flüsse Emscher und Lippe genießen können.

30 Jahre, Hunderte von Pflanzen, ein wiedergeborener Fluss

Das Emscher-Restaurierungsprojekt ist ein Projekt für die Ewigkeit. Die Emscher, einst Europas größter offener Abwasserkanal, wurde in einem 30-jährigen Mehrphasen- und Generationenbetrieb in einen naturnahen Zustand versetzt. Ein wichtiger Teil des Vorhabens bestand in der Modernisierung und Erweiterung aller Abwasserbehandlungssysteme in und um die Emscher- und Lippe-Einzugsgebiete. Die Prozesssteuerung von Hunderten von Anlagen und Systemen musste auf eine virtuelle Plattform migriert werden. Das Abwasserentsorgungsunternehmen EGLV, das den Wasserkreislauf von Europas größtem Ballungsraum zwischen Dortmund und Duisburg und der benachbarten Region Lippe im Norden verwaltet, entschied sich für SIMATIC PCS 7 und Virtualisierungstechnologie von Siemens, um dieses monumentale Vorhaben zu unterstützen.

Luftaufnahme einer großen Abwasseraufbereitungsanlage, die von EGLV betrieben wird

Eine virtuelle Plattform für alle

Ungefähr 800 dezentrale Anlagen und Systeme, darunter 59 Abwasseraufbereitungsanlagen und 546 Pumpstationen, werden von EGLV betrieben. Viele dieser Anlagen haben ihre eigenen Prozessleitsysteme, die vor Ort gewartet werden, was einen enormen Aufwand für ihren Betrieb bedeutet.

Nach den Ergebnissen einer Rentabilitätsstudie — die ergab, dass ein zentralisiertes virtuelles System die Betriebskosten um mindestens 20% senken würde — fasste EGLV die Verantwortung für die IT- und Betriebstechnologiesysteme ihrer Anlagen in einer zusammen. Dann wandte es sich an Siemens, um ihre zahlreichen Prozessleitsysteme zu virtualisieren und zu verbinden. SIMATIC PCS 7 mit den integrierten standardisierten Water Templates, die auf die Wasserwirtschaft zugeschnittene Funktionen boten, bildete die Grundlage der digitalen Lösung.

Diese anspruchsvolle Herausforderung kann nur mit einer entsprechend effizienten und modernen Infrastruktur bewältigt werden, insbesondere im Bereich der Prozessleittechnik.<br/>
Dr. Emanuel Grün, Vorstandsmitglied Wasserwirtschaft und technischer Service, EGLV

Pflanze für Pflanze, schrittweise Migration

„Die lokalen Steuerungssysteme mit dem zentralen Steuerungssystem zu verbinden, war eine ziemliche Herausforderung.“ sagt Andre Albers, Vertriebsmitarbeiter von Siemens Digital Industries. EGLV und Siemens fanden eine innovative, zuverlässige, kostengünstige und sichere Lösung, die bestehende öffentliche Netzwerke und einen VPN-Tunnel nutzte. Die ersten Pflanzen wurden erfolgreich migriert. Die enge Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeitern vor Ort und dem Projektteam trug dazu bei, die Einführung des neuen Systems zu erleichtern. Um die Kosten zu senken, integriert EGLV jede Anlage einzeln in das System, wenn ein Upgrade der lokalen Prozesssteuerungslösung ansteht. Als nächstes folgen große Abwasseraufbereitungsanlagen, die das Äquivalent von mehr als einer halben Million Menschen versorgen.

Vorzeigeprojekte

Zusätzlich zur Modernisierung der bestehenden Anlagen hat EGLV den Bau des neuen Emscher-Abwasserkanals zwischen den Kläranlagen Dortmund-Deusen und Emschermündung abgeschlossen. Der 51 km lange Abwasserkanal sammelt Abwasser von über 2,26 Millionen Einwohnern sowie große Mengen aus Industrie und Gewerbe und leitet es zu den Kläranlagen Bottrop und Emschermündung. Eine der drei großen Pumpstationen der Kanalisation und die neue solarthermische Klärschlammtrocknungsanlage laufen auf der virtuellen Plattform. Beide Anträge waren Vorzeigeprojekte in der Region und für EGLV.

Die Umwelt wiederbeleben

„Im Rahmen der digitalen Transformation bei EGLV sind wir besonders daran interessiert, unsere Anlagendaten weiter zu nutzen, indem wir digitale Zwillinge erstellen und künstliche Intelligenz im Anlagenbetrieb einsetzen.

Dieses Digitalisierungsprojekt ist nicht nur ein Selbstzweck, es hat auch einen höheren Wert. Unser Ziel ist es, entlang der Flüsse Emscher und Lippe lebenswerte Räume für Mensch und Natur zu schaffen.
„Das erklärte Dr. Emanuel Grün zu der Zeit.

Indem die EGLV auf die richtigen Technologien setzte, um ihren Betrieb zu verbessern, stellte sie sicher, dass das 30-jährige Emscher-Renaturierungsprojekt seinen Lauf nahm und dass Anwohner, Tiere und Pflanzen noch viele weitere Jahrzehnte einen sicheren und natürlichen Lebensraum genießen können.

November 2022