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Nachhaltiges Bauen mit Bewegungssteuerung

Die HOLZ Automation GmbH kann die Bauelemente aus Holzstroh für ein ganzes Haus in nur einer Produktionsschicht herstellen — mit der effizienten Bewegungssteuerung von Siemens.

Eine Aufgabe für intelligente Automatisierung

Nachhaltiges Bauen ist ein wichtiges Thema für die gesamte Gesellschaft. Eine Möglichkeit, den CO2-Fußabdruck zu reduzieren, ist die Verwendung erneuerbarer, natürlicher Materialien wie Stroh. Dieses äußerst nachhaltige Dämmmaterial wird seit Jahrhunderten von Menschen verwendet. Damit Stroh jedoch vollautomatisch zu fertigen Bauelementen verarbeitet werden kann, ist ein intelligentes Systemkonzept und vor allem eine leistungsstarke und flexible Bewegungssteuerungslösung erforderlich.

Wichtige Vorteile

Ein System für alle Aufgaben

Die Motion Control-Lösung deckt Achsensynchronisierung, Modultransport, Pressenbewegung und möglicherweise noch mehr Prozesse in der Zukunft ab. Das Ergebnis ist eine skalierbare, standardisierte Lösung und mehr Effizienz und Flexibilität.

Einfache Konstruktion komplexer Bewegungen

Alle Funktionen wurden entwickelt in der TIA Portal. Mit dem Cam-Editor der SIMATIC S7-1500 T-CPU, die komplexe synchrone Bewegung aller Achsen innerhalb der Ballenpresse kann schnell angepasst und geändert werden.

Rückverfolgbarkeit und Datentransparenz

Die Automatisierungslösungen von Siemens ermöglichen Rückverfolgbarkeit und Qualitätsmanagement. SIMATIC Industrial Edge wird verwendet, um den Verschleiß von Sägeblättern zu überwachen und das Schneidgerät entsprechend neu einzustellen.

Die Schlüsselkomponente, um die herum das neue System für die automatische Herstellung von Bauelementen entwickelt wurde, stammt — ganz passenderweise — aus der Landwirtschaft: „Wir haben eine Ballenpresse gekauft und sie so umgebaut, dass wir sie automatisieren können“, erinnert sich Jürgen Holz, Geschäftsführer der HOLZ Automation GmbH. Ein mutiger Schritt, fährt Jürgen Holz fort: „Wir kommen aus dem Sondermaschinenbau für Montage- und Testaufgaben von Präzisionsteilen wie Zahnrädern und Antriebswellen für die Automobilindustrie. Hier haben wir Eigenschaften definiert — aber das natürliche Material Stroh stellt ganz andere Anforderungen an den Prozess. Die Schwankungen der Materialeigenschaften, wie unterschiedliche Stiellängen und Rückstellkräfte, sauber und automatisch zu bewältigen, war in der Tat eine Herausforderung.“

HOLZ automation GmbH, Siemens, Foto: Timm Schamberger
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Für Alexander Fromm, Leiter Software und Entwicklung der HOLZ Automation GmbH, war das eine spannende Aufgabe: „Wir mussten eine hydromechanische Presse aus der Landwirtschaft für den Einsatz in einem automatisierten industriellen Prozess elektrifizieren. Dafür gab es keine Vorlagen.“ Es war ihm wichtig, dass die HOLZ automation GmbH in der Lage sein würde, die zahlreichen Prozesse — Achsensynchronisation, Modultransport, Pressenbewegung — mit einem System abzudecken, „einschließlich Aufgaben, von denen wir noch nichts wissen“. Die Wahl fiel daher auf eine Motion-Control-Lösung von Siemens: „Wir haben die Antriebe gemeinsam koordiniert und das Konzept entwickelt. Das Ergebnis war eine skalierbare, standardisierte Lösung, die es uns ermöglicht, effizient und flexibel zu sein.“

In den aktuellen sechs Stationen der Anlage werden die Bauelemente aus Holzbauteilen zusammengesetzt, mit einer Rückwand versehen und dann von Robotern mit präzise gepressten Strohfüllungen ausgestattet. Für den letzten Schliff wird überstehendes Stroh bündig zugeschnitten, sodass ein gerades Wandelement entsteht, das verputzt oder weiterverarbeitet werden kann. Neben der zentralen SIMATIC S7-1500 T-CPU mit integrierten Sicherheitsfunktionen für die Ballenpresse verfügt jede der sechs Produktionsstationen über eine dezentrale SIMATIC ET 200SP Controller als I-Gerät. Insgesamt 16 Achsen werden auf diese Weise gesteuert — 10 synchrone Achsen und 6 Positionierungsachsen. Dazu gehören auch die Sicherheitskomponenten der Anlage und die Kommunikation mit den derzeit sechs Robotern.

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Die HOLZ Automation GmbH entwickelte und validierte Schritt für Schritt sowohl das mechanische als auch das elektrische Design des Systems, „sodass die Lösung sofort funktionieren würde“, erinnert sich Alexander Fromm. Dazu verwendete er unter anderem die Trace-Funktion in TIA Portal, um das Systemverhalten und die Signale aller beteiligten Komponenten zu validieren. Das Ergebnis war ein ausgereiftes, modulares und flexibles System, das auch eine mobile Einrichtung ermöglicht. „Dadurch können wir das System einfach dorthin bringen, wo die Häuser gebaut werden oder wo das Stroh geerntet wird. Das verkürzt die Transportwege für Materialien und Bauelemente und reduziert so die Emissionen.“ Die koordinierte, standardisierte Automatisierung, die vorab getesteten Bibliotheken und die intuitive Bedienung unterstützen eine effiziente Inbetriebnahme — ein weiterer Vorteil der Lösung.

Als Hauptentwickler profitierte Alexander Fromm nicht nur während der Konstruktionsphase von der einfachen Antriebssteuerung über Technologieobjekte und den integrierten Funktionen für die Anlagensicherheit. Die integrierte Bewegungssteuerungslösung unterstützte ihn auch bei einfachen Änderungen und Optimierungen. Ein besonderes Highlight für Alexander Fromm: Die Servoantriebe in der Ballenpresse. „Die servomechanische Lösung mit unterschiedlichen Antriebsgrößen und mechanischer Kinematik erfordert ein hohes Maß an Antriebsdynamisierung. Zuvor hatten wir zwei Wochen eingeplant, nur um die sechs synchronen Achsen korrekt zu regulieren und zu koordinieren; mit dem One-Button-Tuning der SINAMICS-Servoantriebe waren wir in zwei Stunden fertig.

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Die Bauelemente haben bereits ihre erste Anwendung gefunden: Die neue Produktionshalle wurde mit Innenwänden aus Holz und Stroh umgebaut. Das System ist extrem flexibel: „Wir können unseren Prozess über offene Schnittstellen direkt mit Planungssystemen von Architekten oder Baufirmen verbinden. Unsere Produktpalette umfasst heute 108 verschiedene Bauteile in einer Vielzahl von Breiten und Formen — und wir planen auch, die Bauteile in einer anderen Station mit Lehmputz zu versehen. Dank des modularen Anlagenkonzepts ist das kein Problem.“

Weltweit suchen Menschen nach Lösungen, um erschwinglich und nachhaltig zu bauen. Ich bin überzeugt, dass dies nur mit Automatisierung möglich ist. Und mit Siemens haben wir den richtigen Partner gefunden.
Jürgen Holz, Managing Director, HOLZ-Automatisierung

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