
Über uns
Wir sind ein führendes Technologieunternehmen mit Fokus auf den Feldern Industrie, Infrastruktur, Mobilität und Gesundheit.
Der Pionier der Elektrotechnik beginnt 1847 als kleine Hinterhofwerkstatt. Heute ist Siemens ein Global Player und eins der weltweit innovativsten Unternehmen. Begleiten Sie uns auf eine spannende Reise durch die Geschichte.
Bereits in der Anfangsphase beruht der Unternehmenserfolg auf Erfindergeist, Innovationsbereitschaft und internationalem Engagement.

Mit der Konstruktion des Zeigertelegrafen legt Werner von Siemens 1847 den Grundstein für die heutige Siemens AG. Für die Herstellung seines Apparats gründet er mit dem Feinmechaniker Johann Georg Halske die „Telegraphen-Bauanstalt von Siemens & Halske“, die am 12. Oktober 1847 in Berlin den Betrieb aufnahm.
1848 erhält die junge Firma den Auftrag, die erste Ferntelegrafenverbindung Europas zu bauen. Eine 670 Kilometer lange, weitgehend unterirdisch verlaufende Strecke zwischen Berlin und Frankfurt am Main geht im Februar 1849 in Betrieb.

1853 beauftragt der russische Staat Siemens & Halske mit dem Bau des rund 9000 Kilometer umfassenden Staatstelegrafennetz. Eine St. Petersburger Zweigstelle wird 1855 in eine selbstständige Niederlassung umgewandelt unter Leitung von Werners jüngerem Bruder Carl.
Durch den Erfolg in Russland erfährt das Berliner Unternehmen einen steilen Aufschwung. Die Belegschaft wächst bis 1856 auf 330 Mitarbeiter, zwei Drittel davon arbeiten in Russland.

Siemens & Halske bemüht sich früh, neue Auslandsmärkte zu erschließen. Bereits drei Jahre nach Firmengründung unterhält das Unternehmen eine Vertriebsagentur in England. 1858 wird die Londoner Niederlassung unter Leitung von William Siemens, einem weiteren Bruder Werners, selbstständig.
Die Aktivitäten der Londoner Tochtergesellschaft von Siemens & Halske konzentrieren sich vor allem auf das Seekabelgeschäft. Anfang 1863 entsteht eine eigene Kabelfabrik in Woolwich bei London.

Das Anliegen, qualifizierte Arbeitskräfte langfristig an das Unternehmen zu binden und gleichzeitig zu motivieren, veranlasst Werner von Siemens 1858, seine Lohnarbeiter am Gewinn der Firma zu beteiligen.
Ab 1866 profitieren auch die leitenden Angestellten dank der sogenannten Inventurprämie vom wirtschaftlichen Erfolg der „Telegraphen-Bauanstalt“.
Mit Erfindung der Dynamomaschine und der Durchführung technisch anspruchsvoller Großprojekte erfährt Siemens & Halske internationale Anerkennung.

1866 konstruiert Werner von Siemens, aufbauend auf Arbeiten Michael Faradays, die Dynamomaschine, Wegbereiter moderner Grossgeneratoren. Der Dynamo ist 1875 serienreif und läutet ein neues Zeitalter in der Geschichte der Elektrotechnik ein. Die Möglichkeit, elektrische Energie in großen Mengen erzeugen und verteilen zu können, beflügelt die Wirtschaft.
Elektrische Beleuchtungen und der Antrieb mit Elektromotoren finden schnell Verbreitung. 1879 präsentiert Siemens & Halske die erste elektrische Eisenbahn der Welt.

1868 wagt sich Siemens & Halske an ein technisch und logistisch herausforderndes Projekt: den Bau einer Telegrafenlinie von Europa nach Indien. Die Arbeiten im Auftrag der Indo-European Telegraph Company beginnen auf russischem Territorium und werden in drei Bauabschnitten von der preußisch-russischen Grenze bis Teheran durchgeführt.
Nach nur zwei Jahren Bauzeit nimmt Siemens die „Indolinie“ im April 1870 in Betrieb. Die Übertragung einer Depesche von London nach Kalkutta dauert statt 30 Tagen nur noch 28 Minuten. Die erfolgreiche Realisierung des Großprojekts bringt international Prestige.

Zum 25. Betriebsjubiläum gibt Werner von Siemens die Gründung einer Pensions-, Witwen- und Waisenkasse für die Beschäftigten bekannt. Die Arbeiter haben von nun an Anspruch auf Zahlung einer Pension. Solche Leistungen bieten zu dieser Zeit erst wenige Unternehmen.
1873 führt Siemens & Halske in Berlin den Neun-Stunden-Arbeitstag ein. 1891 wird das tägliche Arbeitspensum erneut um eine halbe Stunde reduziert. Während die meisten anderen Unternehmen ihre Belegschaft zu zehn Arbeitsstunden pro Tag verpflichten, hat ein Arbeitstag bei Siemens fortan 8,5 Stunden.

Carl von Siemens drängt darauf, durch den Bau eines interkontinentalen Seekabels einen neuen, lukrativen Markt zu erschließen. So gründen die Siemens-Brüder 1873 die Direct United States Cable Co. Ltd. 1874 beginnt mit der „Faraday“, ein für diesen Zweck konstruierter Kabeldampfer, die Verlegung von Irland über Neufundland bis an die amerikanische Küste.
Im September 1875 wird die Telegrafenlinie in Betrieb genommen. Dank der hervorragenden Qualität der Verbindung erhält Siemens zahlreiche Folgeaufträge.

Im Januar 1890 zieht sich Werner von Siemens im Alter von 74 Jahren aus der operativen Leitung zurück. Sein jüngerer Bruder Carl sowie die Söhne Arnold und Wilhelm verantworteten fortan die Geschäfte der Firma.
Am 6. Dezember 1892, wenige Tage vor seinem 76. Geburtstag, stirbt Werner von Siemens. Das von ihm gegründete Unternehmen beschäftigt zu der Zeit bereits 6.500 Personen, davon 4,775 in Deutschland. Der Name Siemens ist zum Inbegriff für Elektrotechnik geworden.

Siemens & Halske baut 1895 in Brakpan das erste öffentliche Kraftwerk Südafrikas. Es soll die Goldminen am Witwatersrand in Transvaal sowie das nahe Johannesburg mit elektrischem Strom versorgen. Nach zwei Jahren Bauzeit geht das Drehstromkraftwerk Ende 1897 in Betrieb.
Die Siemens & Halske South African Agency kann durch den steigenden Stromverbrauch in der Gegend zahlreiche Folgeaufträge abschließen. 1898 wird sie in die Siemens Limited Johannesburg umgewandelt.
Durch Akquisitionen und Kooperationen erweitert die neue Aktiengesellschaft ihr Portfolio und baut mit Siemensstadt einen neuen, rasch wachsenden Industriestandort auf.

Siemens & Halske erhält ab den 1880er-Jahren Konkurrenz am schnell wachsenden Markt der Energietechnik.
Mit dem Ziel, die Kapitalbasis langfristig zu erweitern und die Konkurrenzfähigkeit zu gewährleisten, wandelt die neue Führung das Unternehmen fünf Jahre nach dem Tod des Gründers 1897 in eine Aktiengesellschaft um. Anfangs liegt fast das gesamte Aktienkapital noch in den Händen der Familie.

Im Rahmen eines neuen Konzentrationsprozesses fusionieren die Starkstromabteilungen von Siemens & Halske im März 1903 mit der Elektrizitäts-Aktiengesellschaft von Sigmund Schuckert zu der Siemens-Schuckertwerke GmbH.
Fortan sind die Arbeitsgebiete von Siemens auf zwei Stammgesellschaften verteilt: Siemens & Halske bearbeitet den Schwachstrommarkt, während die neu gegründeten Siemens-Schuckertwerke sich im Bereich der Starkstromtechnik engagieren.

Mit dem Ziel, die Technologie- und Innovationsbasis des Unternehmens langfristig zu sichern, wird 1905 ein zentrales Labor gegründet. Der Chemiker Werner Bolton leitet diese Vorläuferorganisation der heutigen Unternehmenseinheit Corporate Technology. Hans Gerdien, der die Führung des Laboratoriums nach Boltons Tod 1912 übernimmt, plant einen Neubau für insgesamt sieben Laboratorien inklusive eigener Versuchswerkstätten.
Gerdiens Vorschläge werden im Frühjahr 1914 vom Vorstand angenommen; 1916 wird der Grundstein für das neue Zentrallabor gelegt.

Durch das rasche Wachstum von Siemens & Halske werden neue Produktionsflächen nötig. Siemens & Halske erwirbt 1897 ein fast unbesiedeltes Gelände nordwestlich von Berlin. Nach und nach werden hier nahezu alle betrieblichen Aktivitäten konzentriert. Anfang 1914 wird das Gebiet unter dem Namen Siemensstadt als Ortsteil der Stadt Spandau anerkannt.
Zusätzlich zu den Industrieanlagen errichtet das Unternehmen Werkswohnungen sowie Freizeiteinrichtungen und unterstützt den Aufbau einer kommunalen Infrastruktur.

Im Ersten Weltkrieg ist Siemens wie zahlreiche Unternehmen in die Rüstungsproduktion eingebunden. Neben dem elektrotechnischem Kriegsgerät wie Scheinwerfern, Ausrüstung für Kriegsschiffe, Fernsprech- und Telegrafenmaterial macht das Unternehmen zu der Zeit auch branchenfremde Erzeugnisse. Diese reichen von Granatzündern und Maschinengewehrteilen bis hin zu Verbrennungsmotoren für Flugzeuge und Automobile.
Ab 1909 ist Siemens auch in der Luftfahrt engagiert und konstruiert eigene Doppeldecker. Gegen Ende des Krieges baut man auch Großflugzeuge, die von bis zu sechs Motoren angetrieben werden.
Nach der Zäsur des Ersten Weltkriegs gilt es, zur Friedenswirtschaft und an die internationalen Märkte zurückzukehren.

Der Krieg und die Bedingungen des Versailler Friedensvertrags beeinträchtigen die Entwicklung von Siemens. Das Unternehmen büßt knapp 40 Prozent seiner Substanz ein, darunter viele Patentrechte im Ausland, dazu ausländische Tochtergesellschaften und Vertriebsstellen. Die Firmenleitung reagiert mit innerbetrieblichen Umstrukturierungen und der Einführung der maschinellen Massenproduktion.
Unter der Führung Carl Friedrich von Siemens' konzentriert sich der Betrieb wieder auf Elektrotechnik und schafft es so, Mitte der 1920er-Jahre zu den fünf weltweit führenden Elektrokonzernen zu gehören.

Um ihre Aktivitäten im Glühlampengeschäft zu bündeln, gründen die AEG, Siemens & Halske und die Deutsche Glühlicht AG 1919 die OSRAM GmbH KG. Siemens ist mit 40 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen beteiligt. 1924 unterzeichnet OSRAM einen Glühlampenweltvertrag, der zu einer Aufteilung des Glühlampenweltmarkts führt. Zusätzlich richtet OSRAM weltweit Verkaufsstützpunkte ein.
Das Unternehmen gehört in den 1930er-Jahren zu den größten Lampenherstellern der Welt, allein in Deutschland mit einem Marktanteil von 70 Prozent.

1881 eröffnet in Berlin das erste Fernsprechamt Deutschlands. Das Telefon gewinnt rasch an Bedeutung: Um 1900 existieren bereits erste Ortsnetze, die Reichweite ist aber auf 35 Kilometer beschränkt. Siemens-Forschern gelingt es zu Beginn des 20. Jahrhunderts Reichweite und Übertragungsqualität deutlich zu verbessern.
Das Postamt entscheidet, das bestehende Freileitungsnetz durch unterirdisch verlegte Fernsprechkabel zu ersetzen. 1912 beginnt Siemens & Halske mit der Verlegung der Kabel, in den 1920er-Jahren wird weiter ausgebaut. 1937 zählt man im europäischen Netz bereits 1,1 Milliarden Ferngespräche.

Im Interesse, nach dem Ersten Weltkrieg wieder an die internationalen Märkte zurückzukehren, gründen die Siemens-Schuckertwerke im August 1923 ein Joint Venture mit dem japanischen Furukawa-Konzern. Die neue Gesellschaft mit Sitz in Kawasaki firmiert unter der Bezeichnung „Fusi Denki Seizo KK“. Siemens ist mit 30 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen beteiligt.
In den USA schließen die Siemens-Schuckertwerke im Oktober 1924 mit Westinghouse einen Vertrag über den regelmäßigen Austausch von Patenten und Know-how.

Zu Beginn der 1920er-Jahre treibt das Unternehmen die Reorganisation der Haus- und Rundfunkgerätefertigung in Richtung Fließbandfertigung voran. Im Dezember 1924 produziert das Berliner Elektromotorenwerk (Elmowerk) die ersten Staubsauger nach der neuen Fertigungsweise.
Schon bald zeigen sich die Vorteile: Die Lagerkapazitäten können um 40, die Durchlaufzeiten in der Produktion um 50 Prozent reduziert werden. Während der 1930er-Jahre stellt man im gesamten Unternehmen alle geeigneten Produktionslinien schrittweise auf Fließfertigung um.

Anfang der 1920er-Jahre haben weite Teile Irlands keinen Zugang zu Strom. Dies ändert sich erst mit dem Wasserkraftwerk Ardnacrusha am Fluss Shannon im Jahr 1929. Der Bau des Elektrifizierungsprojekts erweist sich für alle Beteiligten als gewaltige organisatorische und technische Herausforderung.
Den Widrigkeiten zum Trotz gelingt es, die Staudammanlage und das von drei Generatoren mit je 30 Megavoltampere (MVA) betriebene Kraftwerk innerhalb von knapp vier Jahren zu errichten. Mit dem Großprojekt stellt Siemens seine internationale Wettbewerbsfähigkeit eindrucksvoll unter Beweis.

1924 erwirbt Siemens die Aktienmehrheit von Reiniger, Gebbert & Schall (RGS), auf dem Gebiet der Elektromedizin ein wichtiger Wettbewerber. In der Folge floriert der gemeinsame Vertrieb von Medizintechnik, allem voran von Röntgengeräten.
Mit der Weltwirtschaftskrise ab 1929 bricht der Markt jedoch ein und Siemens bündelt die medizintechnischen Geschäftsaktivitäten 1932 in der Siemens-Reiniger-Werke AG (SRW). Schnell entwickelt sich das Unternehmen zur größten elektromedizinischen Spezialfirma der Welt.
Während der Zeit des Nationalsozialismus wird auch die Geschäftstätigkeit von Siemens von Aufrüstung und Kriegswirtschaft bestimmt. Hierbei kommt es auch zum Einsatz von Zwangsarbeitern.

Die deutsche Elektroindustrie profitiert vom Konjunkturaufschwung, der bald nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 einsetzt. Das Wirtschaftswachstum gewinnt ab Mitte der 1930er-Jahre spürbar an Schwung und hält bis Kriegsende an. Es basiert auf staatlichen Rüstungsaufträgen.
Siemens als Branchenführer der deutschen Elektroindustrie verzeichnet ab 1934 anhaltend wachsende Umsätze, die während der Kriegsjahre ihre Höchstwerte erreichen.

Carl Friedrich von Siemens, der jüngste Sohn des Firmengründers, leitet das Unternehmen zwischen 1933 und 1941. Zwar ist ihm die Nazi-Diktatur zuwider, dennoch hat er sich für das Wohl und den Erhalt des Unternehmens einzusetzen.
Trotz einer durch den Staat reglementierten Wirtschaft, erhält sich die Industrie gewisse Handlungsspielräume. Siemens gelingt es, die Rüstungsfertigung weitestgehend auf elektrotechnische Fabrikate zu beschränken und eine Ausweitung der Produktion von betriebsfremdem Gerät zu unterbinden.
Mit Kriegsbeginn 1939 nehmen staatliche Rüstungsnachfrage und Einberufungen von Arbeitskräften zum Militärdienst rapide zu. Der entstehende Arbeitskräftemangel ist nur unter Rückgriff auf zwangsverpflichtete Arbeiterinnen und Arbeiter auszugleichen.
Ab 1940 gilt dies auch für Siemens. Dazu werden zivile Arbeitskräfte aus den besetzten Gebieten, Kriegsgefangene, Juden, Sinti und Roma und zuletzt auch Häftlinge aus Konzentrationslagern herangezogen. Über den gesamten Zeitraum von 1940 bis 1945 sind mindestens 80.000 Zwangsarbeiter bei Siemens im Einsatz.

Im April 1945 führt der Zusammenbruch des Deutschen Reiches zur Schließung der Berliner Siemens-Werke. Nahezu die Hälfte der Gebäude und Werksanlagen sind zerstört. Siemensstadt wird von der Sowjetarmee besetzt, und es kommt zu umfangreichen Demontagen; weltweit konfiszieren die Alliierten sämtliche materiellen Vermögenswerte. Siemens büßt schließlich insgesamt 80 Prozent seiner Firmensubstanz ein.
Nach dem Tod seines Onkels Carl Friedrich übernimmt Hermann von Siemens im November 1941 die Spitze des Hauses. Er führt das Unternehmen durch die letzten Kriegsjahre und steht danach vor der Herausforderung, Siemens wieder aufzubauen und an den Weltmarkt zurückzuführen.
Siemens bekennt sich zu seiner Geschichte. Dies gilt ausdrücklich auch für das Handeln des Unternehmens in der Zeit des Nationalsozialismus. Dass Siemens in dieser Zeit, in der das Unternehmen in die Kriegswirtschaft des nationalsozialistischen Unrechtsregimes eingebunden war, Menschen gegen ihren Willen hat arbeiten lassen, bedauern die heutige Führungsspitze und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens zutiefst.
In diesem Bewusstsein engagiert sich das Unternehmen daher auf vielfältige Weise, um der Verantwortung vor seiner Geschichte gerecht zu werden. Neben finanziellen Hilfsleistungen in Höhe von insgesamt rund 155 Mio. Euro an ehemalige Zwangsarbeiterinnen und -arbeiter, legt Siemens großen Wert auf eine gelebte Erinnerungskultur und arbeitet beispielsweise eng mit der Gedenkstätte Ravensbrück zusammen.
Infolge des Zweites Weltkrieges verliert Siemens vier Fünftel seiner Substanz. Dennoch gelingt bis Mitte der 1950er-Jahre der Wiederaufbau und die Rückkehr an internationale Märkte.

Ein Grund für den erfolgreichen Wiederaufbau von Siemens nach dem Zweiten Weltkrieg ist die frühzeitige Dezentralisierung des Unternehmens. Die Leitung der Siemens-Schuckertwerke befindet sich ab Sommer 1945 in Erlangen, wo die Siemens-Reiniger-Werke seit den 1930er-Jahren medizintechnische Geräte produzieren. Die Gruppenleitung von Siemens & Halske wiederum ist in München ansässig.
Zum 1. April 1949 wird München der Sitz von Siemens & Halske, Erlangen der der Siemens Schuckertwerke. Berlin bleibt jeweils als zweiter Firmensitz erhalten.
Nach 1945 steht Siemens wieder vor der Aufgabe, Bedeutung im Weltmarkt zu erreichen. Nachdem die Alliierten ab 1948 die strikten Außenhandelsbeschränkungen für Deutschland lockern, gelingt dies dem Elektrokonzern.
Zwischen 1952 und 1962 können Gesellschaften, Vertretungen und Stützpunkte von Siemens in 30 Ländern (wieder-)aufgebaut werden. Die Schwerpunkte des Auslands-Engagements liegen in Europa und Südamerika. Siemens erhält prestigeträchtige Großaufträge, die wesentlich zur Belebung des Überseegeschäfts beitragen. Im Geschäftsjahr 1956/57 macht das Exportgeschäft von Siemens bereits rund 25 Prozent des Gesamtumsatzes aus.

1953 erfinden Siemens-Wissenschaftler ein Verfahren zur Herstellung von hochreinem Silizium für die Halbleitertechnik. Dies markiert den Einstieg in die Mikroelektronik. 1954 beginnt Siemens sich am Markt für Datenverarbeitung zu engagieren. 1957 folgt die erste Serienfertigung eines mit neuartigen Transistoren ausgestatteten Computers.
Die Mikroelektronik prägt auch die Entwicklung der Automatisierungstechnik. 1959 stellt Siemens mit SIMATIC das erste transistorisierte Steuerungssystem vor und legt damit den Grundstein für die elektronische Automatisierung der Industrie.

Während des Wiederaufbaus und des Wirtschaftswunders symbolisieren Waschmaschinen und Kühlschränke, Radio- und Fernsehgeräte den zunehmenden Wohlstand der Bevölkerung. 1957 beschließt Siemens, sämtliche Aktivitäten auf den Geschäftsfeldern Unterhaltungselektronik und Hausgeräte in der neu gegründeten Siemens-Electrogeräte AG zu bündeln.
Angesichts scharfem Konkurrenzdrucks fassen die beiden Marktführer Siemens und Bosch ab ihre Hausgeräteaktivitäten 1967 in der Bosch-Siemens Hausgeräte GmbH (BSH) zusammen.

Zum 1. Oktober 1966 wird die Siemens AG gegründet, in der die Siemens & Halske AG, die Siemens Schuckertwerke AG und die Siemens-Reiniger-Werke AG rechtlich und organisatorisch aufgehen. Mit diesem Schritt sind der Wiederaufbau und die Konsolidierung nach dem Zweiten Weltkrieg abgeschlossen.
Ein erhöhter Investitionsbedarf, allen voran in Halbleiter- und Computertechnik, macht eine einheitliche Führung des Gesamtkonzerns unerlässlich. Kern der Neuordnung sind sechs überschaubare, in sich geschlossene und überschneidungsfreie Geschäftsbereiche.
1969 richtet Siemens die Unternehmensstruktur neu aus. Damit will man der voranschreitenden Globalisierung Rechnung tragen und die Herausforderungen des technologischen Fortschritts meistern.

Mit Gründung der Siemens AG im Jahr 1966 wird der erste Schritt zur Neuordnung des Unternehmens vollzogen. Die sechs weitgehend selbstständigen Unternehmensbereiche sind ab Oktober 1969: Bauelemente, Datentechnik, Energie-, Installations-, Nachrichten- und Medizinische Technik. Hinzu kommen 14 inländische Niederlassungen und 38 Auslandsgesellschaften.
Parallel zur Gründung der Siemens AG wird an einer neuen Identität für das Gesamtunternehmen gearbeitet. Die neue Dachmarke setzt sich wie gehabt aus der Wortmarke Siemens und dem seit 1899 verwendeten S&H-Monogramm zusammen.

Die Beteiligung der Belegschaft am Unternehmenserfolg hat bei Siemens lange Tradition, schon 1858 wurden Mitarbeitende am Gewinn der Firma beteiligt. 1969 können die deutschen Mitarbeiter der Siemens AG erstmals Belegschaftsaktien zum Vorzugspreis von 156 DM kaufen, der Hälfte des damaligen Börsenkurses. Im ersten Jahr werden mehr als 135.000 Aktien an Mitarbeitende mit einem Nennwert von 6,8 Millionen D-Mark ausgegeben.
Das Programm wird zu einem festen Bestandteil der Mitarbeiterorientierung. Heute haben über ein Drittel der Mitarbeitenden Siemens-Aktien.

Um die angestrebte Position als Global Player zu erreichen, beginnt das Unternehmen ab 1960 Produktionsstätten im Ausland aufzubauen. In Südafrika beginnt 1961 die Fertigung von Nachrichten- und Schalttechnik. In Indien geht 1966 eine große Drehstrommotoren-Fabrik in Betrieb. Es folgen Werke in Südamerika, Afrika und Asien.
Bis 1985 etabliert das Unternehmen 154 Fertigungsstandorte in 54 Ländern. Zu Beginn der 1980er-Jahre unterhält Siemens Forschungsstandorte in der Schweiz, in Österreich, Skandinavien und den USA.

In den 1970er-Jahren beschleunigt sich der Übergang von der Analog- zur Digitaltechnik in allen Bereichen der Elektrotechnik enorm. Die Datentechnik entwickelt sich zum Kerngebiet des Unternehmens. In Perlach bei München entsteht zwischen 1975 und 1984 eine „Denkfabrik für Datentechnik“, in der auch die zentrale Forschung angesiedelt ist und die bald rund 4.000 Mitarbeitende zählt.
Perlach entwickelt sich zu einem Zentrum der Mikroelektronik, das Ingenieure und Informatiker aus aller Welt anzieht und in dem Siemens wichtige Fortschritte in der Mikrochip-Entwicklung erzielt.

1980 steigt Siemens mit dem digitalen Elektronischen Wählsystem (EWSD) erfolgreich in die Digitalisierung der Telefontechnik ein. EWSD entwickelt sich bald zum meistverkauften Festnetz-Vermittlungssystem weltweit. Vier Jahre später lanciert Siemens Hicom, eine erste digitale Telefonendgerätlösung, die rasch in Industrie, Wirtschaft und Verwaltung zum Einsatz kommt.
Mit der Digitalisierung des Telefonnetzes werden Kommunikations- und Datentechnik zusammengeführt. Es ist nun möglich, über Telefonleitungen digital nicht nur Sprache, sondern auch Texte, Bilder und Daten zu übertragen.

Gemeinsam mit Philipps und mit staatlicher Unterstützung plant Siemens innerhalb von fünf Jahren zur von Japan und den USA dominierten Weltspitze der Chipentwicklung aufzuschließen. 1984 wird das MEGA-Projekt gestartet, das die Entwicklung von 1- und 4-Mbit-Chips vorantreiben soll. Zwar wird das Projekt kein kommerzieller Erfolg, strategisch jedoch gelingt der Anschluss an die weltweite Konkurrenz.
In Kooperation mit Toshiba nimmt Siemens 1987 als erstes westliches Unternehmen die Serienfertigung von 1-Mbit-Chips auf, die Produktion von 4-Mbit-Chips beginnt zwei Jahre später.
Die Jahre 1989 bis 2006 konfrontieren das Unternehmen wie kaum eine Phase zuvor mit großen Herausforderungen: von der ersten umfassenden Organisationsreform über das 10-Punkte-Programm bis zur Compliance-Krise.

1989 ist ein Jahr des tiefgreifenden Wandels bei Siemens. Mit acht Geschäftsfeldern scheint eine effiziente Steuerung des Unternehmens nicht mehr gewährleistet. CEO Karlheinz Kaske will die „Beweglichkeit, Schlagkraft und Wettbewerbsfähigkeit“ verbessern. Er strebt eine Organisationsstruktur an, die die veränderten globalen Rahmenbedingungen berücksichtigt.
Aus den acht Bereichen entstehen 15 neue, schlankere Einheiten, zwei Bereiche mit eigener Rechtsform und zwei selbstständige Geschäftsgebiete. Die Neuorganisation schafft die Basis für eine Konzernstruktur, die bis ins Jahr 2006 reicht.

Mit dem Ziel, im Bereich der Speicher- und Computertechnologie zu wachsen, übernimmt Siemens 1990 die Aktienmehrheit an der Nixdorf Computer AG und führt diese mit dem Bereich Daten- und Informationstechnik zur Siemens Nixdorf Informationssysteme AG (SNI) zusammen. 1992 wird SNI eine 100-prozentige Siemens-Tochter.
Die Integration gestaltet sich schwieriger als erwartet, Mitte der 1990er-Jahre kann sich SNI aber stabilisieren, und wird 1995 zum umsatzstärksten europäischen Computerhersteller. 1998 wird die SNI AG vollständig in die Siemens AG integriert.

Das 10-Punkte-Programm, das der Vorstandsvorsitzende Heinrich von Pierer 1998 vorlegt, bildet eine Zäsur in der Siemens-Geschichte. Seit 1997 kämpft das Unternehmen mit Schwierigkeiten in vielen Bereichen. Das Programm steht entsprechend unter dem Diktum „Buy, cooperate, sell or close“. Im Portfolio bleiben nur solche Aktivitäten, die im globalen Wettbewerb erste oder zweite Marktpositionen einnehmen.
Das Programm zeigt Erfolge: Der Kurs der Siemens-Aktie steigt steil an, Umsatz und Ergebnis verbessern sich deutlich. Für das Jahr 2001 wird der Börsengang in den USA vorbereitet.

Im März 2001 kommt Siemens an die New York Stock Exchange (NYSE) – doch die Hoffnungen auf einen weiteren Schub für den US-Markt erfüllen sich nicht: Die Zweitnotierung in New York bedeutet einen enormen Zusatzaufwand, die Investoren wickeln ihre Transaktionen in erster Linie in Deutschland und über elektronische Handelsplattformen ab.
Das Börsenlisting hat keinen Einfluss auf die strategische Ausrichtung und die Präsenz des Unternehmens in den Vereinigten Staaten. Im Januar 2014 beschließt der Siemens-Vorstand daher, wie viele Mitbewerber, das Delisting.
" style="display: block; width:100%; height:auto;" loading="lazy"/>Klaus Kleinfeld übernimmt 2005 den Vorstandsvorsitz von Heinrich von Pierer. Für ihn sind Energie, Infrastruktur und Gesundheit die Säulen, auf denen der Konzern stehen und wachsen will. Das Unternehmen richtet sich nach den drei Megatrends der Zeit aus: die Konzentration von Menschen in Städten, die Zunahme der Weltbevölkerung und der sich beschleunigende Klimawandel.
In dieser neuen Aufstellung entwickelt Siemens innovative Lösungen und hat dabei stets den verantwortungsvollen Umgang mit knappen Ressourcen und der Umwelt im Blick. Zusätzlich stehen der effiziente und sichere Transport von Menschen und Gütern und eine bezahlbare Gesundheitsversorgung im Vordergrund.

2006 gerät Siemens in eine der existenzbedrohendsten Phasen der gesamten Unternehmensgeschichte: die Compliance-Krise. Untersuchungen der Münchner Staatsanwaltschaft offenbaren Intransparenz, unklare Verantwortlichkeiten, Beeinflussung von Amtsträgern und gar kriminelle Elemente. Ein Großteil des Spitzenmanagements wird ausgetauscht. Dank umfassender Kooperation mit den Behörden erreicht Siemens eine relativ milde Strafe, rund 1,2 Milliarden Euro.
Im Dezember 2008 werden die gerichtlichen Verfahren beendet. Siemens errichtet in der Folge ein System zum regelkonformen Verhalten, das 2011 allgemein als Benchmark gilt.
Erfahren Sie mehr über das Siemens Compliance System
Mit der Vision 2020 und der Vision 2020+ richtet sich Siemens konsequent auf Wachstumsfelder aus – eine Neuorientierung des Konzerns, konsequente Zukäufe und verbesserte Innovationsmethoden machen das Unternehmen fit für die Zukunft.

Dass Siemens heute auf dem Gebiet der Digitalisierung so gut aufgestellt ist, verdankt der Konzern auch zukunftsweisenden Übernahmen in den 2000er-Jahren, so der Akquisition der amerikanischen UGS Corp, die digitales Produktdatenmanagement, CAD und Software zur Simulation von Fertigungsprozessen anbietet.
Mit UGS an Bord kann Siemens seinen Kunden nun Hard- und Software sowie Unterstützung für die Digitale Fabrik aus einer Hand anbieten. Insgesamt investiert Siemens in zehn Jahren rund zehn Milliarden US-Dollar und stärkt die führende Position im Bereich der Digitalen Fabrik.

Im Sommer 2008 stellt Siemens sein Umweltportfolio vor. Es enthält Produkte, Systeme, und Dienstleistungen für den Einsatz erneuerbarer Energien, erhöhte Energieeffizienz und Umwelttechnologien. CEO Peter Löscher sieht eine Riesenchance für Siemens als „führender grüner Infrastruktur-Gigant“ diese „grüne Revolution“ voranzutreiben.
Die Zahlen geben ihm Recht: 2016 erreicht Siemens mit dem Umweltportfolio 36 Milliarden Euro Umsatz und spart 521 Millionen Tonnen Schadstoffemissionen ein. Der Kurs einer nachhaltigen Unternehmenssteuerung wird konsequent beibehalten.

Mit dem Fokussieren auf die Megatrends Urbanisierung, demografischer Wandel und Klimawandel verordnet Klaus Kleinfeld 2005 dem Unternehmen eine Neuausrichtung, die Siemens drei Jahre später auch organisatorisch abbildet. Drei Sektoren und 15 Divisionen lösen die zehn Bereiche ab. Die Regionen werden in Clustern gebündelt.
Das Unternehmen konzentriert sich auf die drei Sektoren Industrie, Energie und Gesundheitswesen, dazu die sektorübergreifenden Geschäftsbereiche: Siemens IT Solutions and Services und Financial Services. Im Jahr 2011 kommt mit Infrastructure & Cities ein Bereich dazu, der Mobilität, Gebäudetechnik und Energieverteilung umfasst.

Im Sommer 2013 übernimmt Joe Kaeser als Vorstandsvorsitzender und präsentiert 2014 ein neues unternehmerisches Konzept, die „Vision 2020“ mit dem Fokus auf Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung.
Die Struktur der Sektoren wird aufgelöst. Bis 2020 sollen die Kosten um eine Milliarde Euro gesenkt, schlecht laufende Geschäfte saniert und die Kundenzufriedenheit gesteigert werden. Schon 2016 stellt Siemens eines der stärksten Geschäftsjahre vor. Mit der Übernahme von Gamesa und Mentor Graphics 2017 kommt Siemens der Umsetzung der Vision 2020 ein großes Stück näher.

Im Mai 2014 übernimmt Siemens das Geschäft von Rolls-Royce mit Gasturbinen und Kompressoren für Flugzeuge. 2015 kauft das Unternehmen den US-Konzern Dresser-Rand, führender Anbieter von Kompressoren, Dampf- und Gasturbinen sowie Motoren.
Die Übernahmen stärken die Position von Siemens in den zukunftsweisenden Bereichen Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung und ergänzen das eigene Portfolio auf dem Feld der weltweiten Öl- und Gasindustrie sowie der dezentralen Energieerzeugung auf ideale Weise. Die Zentrale der Energiesparte wird in die USA verlegt.

Im Sommer 2016 gründet Siemens die Innovationseinheit „next47“, um die neuen Startup-Aktivitäten zu bündeln und voranzutreiben. Die Zahl 47 steht für 1847, das Gründungsjahr von Siemens.
Mit next47 können kleine, agile Start-ups mit guten Ideen die technologische und rechtliche Expertise, den Kundenstamm und die Finanzkraft des Weltkonzerns nutzen. Siemens erwirbt sich damit ein immenses Potenzial zur Steigerung seiner Innovationskraft und der zur Sicherung seiner Zukunft.

2018 wird mit Vision 2020+ ein Programm eingeleitet, das auf beschleunigtes Wachstum und höhere Rentabilität durch eine vereinfachte, schlankere Unternehmensstruktur abzielt.
Die Unternehmensstruktur wird optimiert. Die ehemaligen Divisionen und Geschäftsbereiche werden in drei operative Gesellschaften zusammengefasst: Gas und Power, Smart Infrastructure und Digital Industries. Zusätzlich werden drei Strategische Gesellschaften gegründet: Siemens Healthineers, Siemens Gamesa Renewable Energy und die heutige Siemens Mobility.

Der Veränderungsprozess zeigt sich am deutlichsten in der Ausgliederung und Börsennotierung von Siemens Healthineers, dem Gesundheitsunternehmen des Konzerns, im März 2018. Kurz darauf wird auch die Ausgliederung der Energieaktivitäten des Unternehmens genehmigt. Die Siemens Energy AG wird im September 2020 an der Börse notiert.
Die “neue” Siemens AG besteht nun aus den Bereichen Digital Industries, Smart Infrastructures und Mobility. Siemens AG, Siemens Energy und Siemens Healthineers – drei separat geführte Unternehmen – bilden ein leistungsstarkes Ökosystem unter einer Marke.

Wir sind ein führendes Technologieunternehmen mit Fokus auf den Feldern Industrie, Infrastruktur, Mobilität und Gesundheit.

Als führendes Technologieunternehmen mit Fokus auf die Felder Industrie, Infrastruktur, Mobilität und Gesundheit, entwickeln wir Lösungen, die das Leben positiv verändern.

Unsere Technologie verändert die Welt zum Besseren: Gemeinsam verbessern wir ganze Branchen, unsere Gesellschaft und damit unser tägliches Leben.