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Collective Action

Was ist Collective Action? Allianzen gegen Korruption aufbauen

Korruption ist ein weitverbreitetes und tief verwurzeltes Problem. Es betrifft die Gesellschaft, Regierungen, deren Beschaffungsstellen und den Privatsektor gleichermaßen. Individuelle Aktivitäten allein reichen nicht aus, um dieses Problem zu lösen. Es braucht gemeinsame Anstrengungen, um bedeutende ethische Veränderungen herbeizuführen. Nur so kann die Transparenz von Geschäftsprozessen verbessert werden.

Collective Action ist daher entscheidend. Sie ermöglicht, Korruption gemeinsam zu bekämpfen. Verschiedene Interessengruppen arbeiten zusammen und bilden eine Allianz gegen Korruption. So können mehrere Akteure das Problem angehen und lösen.

Zu den Vorteilen von Collective Action gehören:

  • Collective Action erfordert die Zusammenarbeit von Teilnehmern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
  • Das übergeordnete Ziel ist es, faire und gerechte Marktbedingungen – ein „Level Playing Field" – für alle Marktteilnehmer zu schaffen und das Korruptionsrisiko für alle Beteiligten zu eliminieren.
  • Collective Action hilft dabei, die Voraussetzungen für fairen Wettbewerb in Hochrisikoländern und -sektoren zu schaffen.
  • Collective Action fördert Innovation, da Bieter ausschließlich auf Basis von Preis, Qualität und Innovationsfähigkeit ausgewählt werden.
  • Die Einhaltung des Kartellrechts bei der Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen wird durch einen neutralen Monitor (z.B. in Form einer Nichtregierungsorganisation (NGO)) sichergestellt.
  • Collective Action kann bei Bedarf Gesetzeslücken schließen oder unzureichende lokale Gesetze ersetzen oder ergänzen.

Bei Siemens ist Collective Action eine zentrale strategische Antwort im Kampf gegen Korruption und ist in den Siemens Business Conduct Guidelines verankert: „Siemens ist in zahlreichen Märkten mit erheblichen Compliance-Risiken konfrontiert. Collective Action ist unsere strategische Antwort auf diese Herausforderung. Gemeinsam mit anderen Unternehmen, dem öffentlichen Sektor und der Zivilgesellschaft schließen wir für die geschäftliche Zusammenarbeit Integritäts- und Compliance-Pakte mit unseren Partnern ab und unterstützen verbindliche Vereinbarungen für einzelne Branchen oder Märkte. Durch diese gemeinsamen Bemühungen wollen wir faire und gleiche Marktbedingungen für alle Marktteilnehmer und gleichzeitig saubere Märkte schaffen.“

Korruption zersetzt das Gefüge der Gesellschaft. Seit 2008 engagiert sich Siemens mit Collective Action für faire Wettbewerbsbedingungen weltweit. Wir unterstützen den Kampf gegen Betrug und Korruption über Multi-Stakeholder-Ansätze und würdigen dabei die gemeinsame Arbeit im Kampf gegen Korruption.
Julianne Altieri, Head, Intl. Financial Institutions & Collective Action

Unser Ansatz für Collective Action

Bei Siemens umfasst der Collective Action Ansatz projektspezifische, branchenweite und langfristige Initiativen.

Projektspezifische Initiativen: Integritätspakte

Integritätspakte garantieren korruptionsfreie Auftragsvergaben bei öffentlichen Ausschreibungen. Die Nichtregierungsorganisation „Transparency International" entwickelte diese Pakte. Sie schaffen Transparenz im Vergabeverfahren und schließen Bestechung bei öffentlichen Aufträgen aus.

Nach einer öffentlichen Ausschreibung unterzeichnen die Unternehmen rechtlich bindende Verträge. Sie verpflichten sich zu integrem Verhalten. Diese Verpflichtung gilt vom Ausschreibungsbeginn bis zum Projektende. Bei Vertragsverletzungen drohen Sanktionen. Diese können bis zum Ausschluss von weiteren Ausschreibungen reichen. Ein unabhängiger Monitor überwacht das Vergabeverfahren und kontrolliert auch die Einhaltung des Integritätspaktes.

Der Integritätspakt gewährleistet eine faire Bieterauswahl nach objektiven Kriterien. Er schützt die Projektintegrität für alle Beteiligten. Die Siemens Integrity Initiative Projekte decken diesen Bereich größtenteils ab.

Projektspezifische Initiativen: Compliance-Pakte

Projektspezifische Compliance-Pakte sind Vereinbarungen aller relevanten Beteiligten. Sie stellen sicher, dass Projekte alle rechtlichen Anforderungen erfüllen. Diese Anforderungen gelten während des gesamten Projektlebenszyklus und umfassen rechtliche, regulatorische, organisatorische und branchenspezifische Vorgaben.

Die formelle Verpflichtung zur Gesetzeseinhaltung macht Compliance zum wichtigsten Projektthema.
Die Vereinbarungen bieten einen allgemeinen Compliance-Rahmen für die Projektdurchführung und umfassen Antikorruptions-, Geldwäsche- und Kartellgesetze. Sie enthalten Details zur Vermeidung von Interessenkonflikten. Sie können regelmäßige Compliance-Schulungen für Mitarbeiter vorsehen.
Compliance-Pakte fördern Risikominderung, Transparenz und Verantwortlichkeit. Sie zeigen unsere Verpflichtung zu sauberem Geschäftsgebaren.

Branchenweite Kodizes

Unternehmen derselben Branche schließen sich zusammen und entwickeln einen Ethikkodex oder Verhaltenskodex. Diese können verschiedene Formen annehmen – von prinzipienbasierten Bestimmungen bis hin zu rechtlich bindenden Vereinbarungen wie branchenspezifischen Compliance-Pakten. Bei letzteren erhalten Unternehmen, die gegen den Anti-Korruptions-Kodex verstoßen, Sanktionen. Aber auch die prinzipienbasierten Kodizes zeigen hohe Wirksamkeit, da die öffentliche Verpflichtung zu Anti-Korruption und Transparenz verstärkten Druck auf die teilnehmenden Unternehmen ausübt, die Vereinbarung nicht zu brechen. Diese Art von Collective Action eignet sich besonders für oligopolistische Märkte.

Die kompromisslose Unterstützung der Geschäftsführung in den beteiligten Unternehmen ist entscheidend für den Erfolg der Initiative. Unternehmen beauftragen einen externen, unabhängigen Monitor. So vermeiden sie Verstöße gegen das Kartellrecht.

Langzeitinitiativen

Langfristige Initiativen zeigen besondere Wirksamkeit in Staaten mit hoher Korruptionsanfälligkeit. Sie ebnen den Weg für eine Anti-Korruptionskultur . Die Zusammenarbeit zwischen Regierung, Unternehmen und Gesellschaft im Kampf gegen Korruption trägt dazu bei, das Bewusstsein bei Politikern und der Öffentlichkeit zu schärfen. Die Erkenntnis, dass Bestechung und korruptes Verhalten die gesamte Wirtschaft eines Staates schädigen, bringt langfristige Vorteile für alle Beteiligten.

Langfristige Initiativen schaffen die grundlegenden Voraussetzungen dafür, dass projektspezifische Integritätspakte sowie projekt- und/oder branchenspezifische Compliance-Pakte entstehen und allgemeine Akzeptanz finden können. Ihr Erfolg leistet einen wichtigen Beitrag zu einer korruptionsfreien Gesellschaft und gewährleistet, dass Investitionen in Millionenhöhe sowie andere wertvolle Ressourcen zweckgebunden eingesetzt werden.

Siemens Integrity Initiative: Collective Action in der Praxis

Korruption untergräbt die gesellschaftliche Ordnung, schädigt den Planeten und behindert Wettbewerbsfähigkeit sowie wirtschaftliches Wachstum.

Seit 2009 engagieren wir uns mit der Siemens Integrity Initiative dafür, weltweit faire Wettbewerbsbedingungen für Unternehmen zu fördern, indem wir den Kampf gegen Betrug und Korruption in unseren relevanten Märkten unterstützen. Unsere Initiative stärkt politische und rechtliche Rahmenbedingungen und unterstützt Regierungen und Institutionen, indem sie Vertrauen schafft sowie aktuelle und künftige Führungskräfte zu einem ethischen Mindset befähigt.

Die Siemens Integrity Initiative entstand 2009 nach einer umfassenden Einigung mit der Weltbankgruppe und Siemens. Ihr Hauptziel: faire Marktbedingungen für alle Marktteilnehmer schaffen. Sie fördert Collective Action sowie Bildungs- und Ausbildungsprojekte mit 100 Millionen US-Dollar über 15 Jahre.
Diese Finanzierung ergänzte 2013 eine separate Einigung mit der Europäischen Investitionsbank (EIB) über 13,64 Millionen Euro über 5 Jahre.

Bis Juni 2024 verpflichteten wir den Gesamtbetrag beider Einigungen für 85 Projekte in über 50 Ländern über drei Finanzierungsrunden und den Golden Stretch. Alle Mittel zahlten wir gemäß den vereinbarten Finanzierungsverträgen an unsere Projektpartner aus und erfüllten damit die Auszahlungsverpflichtungen der Einigungen.

Siemens Integrity Initiative

Nachhaltiger globaler Kampf gegen Korruption

Die neue Evolve-Finanzierungsrunde erhielt 2025 die Genehmigung mit einer Gesamtzusage von 12 Millionen Euro bis 2030.

Die globale Bekämpfung von Korruption im Rahmen der Siemens Integrity Initiative ist eines der Siemens DEGREE Ziele. Gemeinsam mit Partner-Organisationen sollen dafür bis 2030 insgesamt 50.000 Personen weitergebildet und 30 Collective-Action-Initiativen umgesetzt werden.

Die in einer vorangegangenen Golden-Stretch-Finanzierungsrunde ausgewählten Expertenorganisationen wurden im April 2025 eingeladen, Förderanträge einzureichen.

Nach einer detaillierten Bewertung starteten sieben Organisationen im Oktober 2025 ihre Projektarbeit und werden über einen Zeitraum von drei bis vier Jahren jeweils zwischen 1,2 Millionen und 2 Millionen Euro an Fördermitteln erhalten.

Evolve Funding Round
Die großen Erfolge der Siemens Integrity Initiative beruhen auf der leidenschaftlichen Arbeit von Wegbereitenden und Experten. Sie arbeiten in schwierigen und herausfordernden Situationen. Wir schätzen ihr Engagement und ihre Zielstrebigkeit, mit Collective Action und Lernangeboten grundlegende Veränderungen anzustoßen.
Shawn Teixeira, Head, Siemens Integrity Initiative

Siemens Integrity Initiative – Jahresberichte

Förderempfänger müssen regelmäßige Fortschrittsberichte einreichen. Die Jahresberichte der Siemens Integrity Initiative bieten eine Zusammenfassung ihrer Aktivitäten und Ergebnisse.

Status und Überblick der geförderten Projekte

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Erste Förderrunde (2009)

In der ersten Finanzierungsrunde wurden mehr als 30 Projekte aus über 20 Ländern zur Förderung ausgewählt. Das Finanzierungsvolumen betrug bis zu 37,7 Millionen US-Dollar.

Informationen zum Auswahlverfahren, zu den Projektaktivitäten und -ergebnissen sind in den Jahresberichten 2011 bis 2017 zu finden.

Map of funding sources.
Siemens Integrity Initiative

Presseinformationen

Start der Siemens Integrity Initiative

Presseinformation von Siemens und der Weltbank zum Start der 100-Millionen-US-Dollar-Initiative für saubere Märkte vom 9. Dezember 2009.

Start der ersten Förderrunde

Ankündigung der Projekte der ersten Förderrunde der Siemens Integrity Initiative: Presseinformation von Siemens und der Weltbank, 9. Dezember 2010.

Start der zweiten Förderrunde

Ankündigung der Projekte der zweiten Förderrunde: Presseinformation von Siemens, Weltbank und Europäischer Investitionsbank, 10. Dezember 2014.

Start der dritten Förderrunde

Ankündigung der dritten Förderrunde: Presseinformation von Siemens, 13. März 2018.

Implementierung der dritten Förderrunde

Bekanntgabe der ersten Projektgruppen für die dritte Förderrunde: Presseinformation von Siemens, 16. Dezember 2019.

Projekten der „Golden Stretch“-Runde

Bekanntgabe der Projekte der sogenannten „Golden Stretch“- Finanzierungsrunde

Erfolgreichen Ausschüttung

Presseinformation vom 28. Juni 2024 zur erfolgreichen Ausschüttung der Finanzmittel, die im Zuge des Vergleichs mit der Weltbank und der Europäischen Investitionsbank vereinbart worden waren (Settlement) und im Rahmen der Siemens Integrity Initiative investiert worden sind.

Pressemitteilung zum Start der Evolve Funding Round

Allgemeine Fragen

Bitte kontaktieren Sie uns per Mail über den Kontakt-Button, wenn Sie allgemeine Fragen über die Siemens Integrity Initiative.