Projektspezifische Initiativen: Integritätspakte
Integritätspakte garantieren korruptionsfreie Auftragsvergaben bei öffentlichen Ausschreibungen. Die Nichtregierungsorganisation „Transparency International" entwickelte diese Pakte. Sie schaffen Transparenz im Vergabeverfahren und schließen Bestechung bei öffentlichen Aufträgen aus.
Nach einer öffentlichen Ausschreibung unterzeichnen die Unternehmen rechtlich bindende Verträge. Sie verpflichten sich zu integrem Verhalten. Diese Verpflichtung gilt vom Ausschreibungsbeginn bis zum Projektende. Bei Vertragsverletzungen drohen Sanktionen. Diese können bis zum Ausschluss von weiteren Ausschreibungen reichen. Ein unabhängiger Monitor überwacht das Vergabeverfahren und kontrolliert auch die Einhaltung des Integritätspaktes.
Der Integritätspakt gewährleistet eine faire Bieterauswahl nach objektiven Kriterien. Er schützt die Projektintegrität für alle Beteiligten. Die Siemens Integrity Initiative Projekte decken diesen Bereich größtenteils ab.
Projektspezifische Initiativen: Compliance-Pakte
Projektspezifische Compliance-Pakte sind Vereinbarungen aller relevanten Beteiligten. Sie stellen sicher, dass Projekte alle rechtlichen Anforderungen erfüllen. Diese Anforderungen gelten während des gesamten Projektlebenszyklus und umfassen rechtliche, regulatorische, organisatorische und branchenspezifische Vorgaben.
Die formelle Verpflichtung zur Gesetzeseinhaltung macht Compliance zum wichtigsten Projektthema.
Die Vereinbarungen bieten einen allgemeinen Compliance-Rahmen für die Projektdurchführung und umfassen Antikorruptions-, Geldwäsche- und Kartellgesetze. Sie enthalten Details zur Vermeidung von Interessenkonflikten. Sie können regelmäßige Compliance-Schulungen für Mitarbeiter vorsehen.
Compliance-Pakte fördern Risikominderung, Transparenz und Verantwortlichkeit. Sie zeigen unsere Verpflichtung zu sauberem Geschäftsgebaren.
Branchenweite Kodizes
Unternehmen derselben Branche schließen sich zusammen und entwickeln einen Ethikkodex oder Verhaltenskodex. Diese können verschiedene Formen annehmen – von prinzipienbasierten Bestimmungen bis hin zu rechtlich bindenden Vereinbarungen wie branchenspezifischen Compliance-Pakten. Bei letzteren erhalten Unternehmen, die gegen den Anti-Korruptions-Kodex verstoßen, Sanktionen. Aber auch die prinzipienbasierten Kodizes zeigen hohe Wirksamkeit, da die öffentliche Verpflichtung zu Anti-Korruption und Transparenz verstärkten Druck auf die teilnehmenden Unternehmen ausübt, die Vereinbarung nicht zu brechen. Diese Art von Collective Action eignet sich besonders für oligopolistische Märkte.
Die kompromisslose Unterstützung der Geschäftsführung in den beteiligten Unternehmen ist entscheidend für den Erfolg der Initiative. Unternehmen beauftragen einen externen, unabhängigen Monitor. So vermeiden sie Verstöße gegen das Kartellrecht.
Langzeitinitiativen
Langfristige Initiativen zeigen besondere Wirksamkeit in Staaten mit hoher Korruptionsanfälligkeit. Sie ebnen den Weg für eine Anti-Korruptionskultur . Die Zusammenarbeit zwischen Regierung, Unternehmen und Gesellschaft im Kampf gegen Korruption trägt dazu bei, das Bewusstsein bei Politikern und der Öffentlichkeit zu schärfen. Die Erkenntnis, dass Bestechung und korruptes Verhalten die gesamte Wirtschaft eines Staates schädigen, bringt langfristige Vorteile für alle Beteiligten.
Langfristige Initiativen schaffen die grundlegenden Voraussetzungen dafür, dass projektspezifische Integritätspakte sowie projekt- und/oder branchenspezifische Compliance-Pakte entstehen und allgemeine Akzeptanz finden können. Ihr Erfolg leistet einen wichtigen Beitrag zu einer korruptionsfreien Gesellschaft und gewährleistet, dass Investitionen in Millionenhöhe sowie andere wertvolle Ressourcen zweckgebunden eingesetzt werden.