Michael Süß
Mitglied des Vorstands der Siemens AG und CEO des Sektors Energy
HGÜ
Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsanlagen
Offshore-Windparks
Die erste schwimmende Windenergieanlage der Multimegawatt-Klasse
Photovoltaik
Photovoltaik: Die direkte Umwandlung von Sonnenenergie in elektrische Energie
Solarthermie
Stromerzeugung durch Bündelung der Sonneneinstrahlung
Der Sektor Energy ist einer der weltweit führenden Anbieter eines breiten Spektrums von Produkten, Lösungen und Dienstleistungen im Bereich Energietechnik.
Wir versetzen unsere Kunden in die Lage, elektrische Energie zu erzeugen, zu übertragen sowie zu verteilen – und zwar nach den höchsten Effizienzstandards. Außerdem unterstützen wir sie dabei, die Primärenergieträger Öl und Gas zu gewinnen, umzuwandeln und zu transportieren. Als weltweit einziger Hersteller verfügt der Sektor Energy über das Know-how sowie die richtigen Produkte, Lösungen und Kernkomponenten entlang der gesamten Energieumwandlungskette.
Siemens Energy beschäftigt weltweit knapp 86.000 Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2012 erzielte der Sektor einen Umsatz von rund 27,5 Milliarden Euro und ein Ergebnis von rund 2,2 Milliarden Euro.
Hochspannungs-Gleichstromübertragungs-Technik (HGÜ) hilft, enorme Strommengen verlustarm über lange Strecken von mehr als 1000 Kilometern zu transportieren.
Strom aus erneuerbaren Energien wird selten in Städten erzeugt, häufig liegen die Energiequellen weit entfernt von den Orten, an denen die Energie am dringendsten gebraucht wird. Mit unseren Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsanlagen (HGÜ) sorgen wir für verlustarmen Transport großer Energiemengen – und das überall auf der Welt, wie folgende Beispiele zeigen: Zwischen Australien und Tasmanien haben wir eine 295 Kilometer lange HGÜ-Seekabel-Verbindung errichtet, die eine Übertragungsleistung von bis zu 626 Megawatt (MW) erreicht.
Long Island und Sayreville in New Jersey verbindet seit Mitte 2007 eine 750-MW-HGÜ-Verbindung. Bei der 660-MW-HGÜ-Verbindung »Ballia-Bhiwadi« in Indien verbessert die HGÜ die Energieeffizienz. Im Vergleich zur konventionellen Drehstromübertragung können so pro Jahr 250.000 Tonnen CO2eingespart werden. In China haben wir die weltweit erste HGÜ-Verbindung mit einer Spannung von 800 Kilovolt errichtet. Auf dieser hohen Spannungsebene lässt sich der Strom noch verlustarmer transportieren. Zwischen den Provinzen Yunnan und Guangdong werden so bis zu 5.000 MW über 1.400 Kilometer übertragen. Dank der CO2-freien Stromerzeugung aus Wasserkraft spart dies jährlich CO2-Emissionen von rund 30 Megatonnen ein.
Schwimmende Windkraftanlagen werden zukünftig maßgeblich zur Energieversorgung beitragen können.
Vor 18 Jahren hat Siemens damit begonnen, Erfahrung in der Offshore-Technik aufzubauen. Heute sind bereits mehrere Offshore-Windparks installiert oder im Bau, darunter eine Testanlage der ersten schwimmenden Windenergieanlage der Multimegawatt-Klasse in Norwegen. Mit dem Forschungsprojekt, das am 8. September 2009 offiziell gestartet wurde, wollen Siemens und das norwegische Unternehmen StatoilHydro zeigen, dass auch nicht fest im Meeresboden fixierte Windanlagen maßgeblich zur Energieversorgung beitragen können. Die Windturbine ist etwa zwölf Kilometer südöstlich der Insel Karmøy in Norwegen in einer Wassertiefe von 220 Metern verankert. Siemens hat für das Projekt Hywind die Strom erzeugende Anlage mit einer Leistung von 2,3 Megawatt und mit einem Rotordurchmesser von 82 Metern geliefert. Zwei Jahre soll Hywind im Testbetrieb laufen. Der Strom wird über ein Seekabel ans Festland transportiert. Alle unsere Anlagen zeichnen sich durch hohen Korrosionsschutz, die Möglichkeit der Fernüberwachung sowie ein Blitzschutzsystem und Positionslichter aus. Mit mehr als 800 Megawatt installierter Leistung sowie mehr als drei Gigawatt Leistung im Auftragsbestand ist Siemens schon heute weltweiter Marktführer im Offshore-Geschäft.
Photovoltaik-Freiflächenanlagen werden in Zukunft eine größere Rolle bei der Energiegewinnung spielen.
Vor dem Hintergrund der begrenzten Ressourcen an fossilen Brennstoffen wird es immer wichtiger, erneuerbare Energien zu gewinnen. Photovoltaik, die direkte Umwandlung von Sonnenenergie in elektrische Energie, gehört zu den Schlüsseltechnologien für eine klimaverträgliche Stromversorgung und ist zugleich ein wichtiger Zukunftsmarkt: Für die kommenden Jahre werden hier hohe Wachstumsraten von 20 Prozent pro Jahr erwartet. Siemens ist darauf vorbereitet: Wir sind seit mehr als 25 Jahren auf dem Gebiet der Photovoltaik aktiv und werden unser Solargeschäft weiter ausbauen.
Als Generalunternehmer konzentrieren wir uns darauf, große Photovoltaikanlagen für Kunden aus Industrie und Energiewirtschaft zu entwickeln und zu realisieren. So haben wir beispielsweise die Systemintegration für den Bavaria Solarpark, einen der größten Solarparks der Welt, geliefert und jüngst in Italien ein schlüsselfertiges Solarkraftwerk mit einer Peak-Leistung von 1 Megawatt errichtet, das rund 350 Haushalte in der Region Kampanien mit umweltfreundlichem Strom versorgt.
Parabolrinnenkraftwerke wie dieses in der Mojave-Wüste in Kalifornien produzieren Energie CO2-frei.
Bei der Stromerzeugung mittels Solarthermie wird die Sonneneinstrahlung durch Spiegel gebündelt. Die so erreichten hohen Temperaturen erhitzen Wasser, der entstehende Wasserdampf treibt eine Dampfturbine an. Die erzeugte Energie ist damit CO2-frei. Die Industriedampfturbine SST-700 von Siemens, die bis zu 130 Megawatt elektrische Leistung liefert, ermöglicht kurze Startzeiten sowie schnelle Lastwechsel und ist deshalb besonders für solarthermische Kraftwerke geeignet, die nur phasenweise betrieben werden.
Siemens ist Weltmarktführer bei Turbinen für solarthermische Anlagen. Der bislang am häufigsten benutzte Anlagentyp sind parabolrinnenförmige Spiegel (Kollektoren), zusätzlich kommen auch andere Technologien wie lineare Fresnel-Kollektoranlagen mit ungewölbten Spiegeln und zentrale Solarturmkraftwerke mit leicht gewölbten Spiegeln oder Heliostate mehr und mehr zum Einsatz. Solarthermische Kraftwerke werden bislang beispielsweise in Andalusien, Nevada oder Kalifornien errichtet.