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Wie Ladeinfrastruktur den Wandel zur E-Mobilität antreibt

Die stille Revolution der Mobilität – mit unseren Ladetechnologien

Darum geht's

Ökostrom statt Diesel: Die E-Mobilität ist im vollen Gange. Nun werden weitere wichtige Meilensteine erreicht – im öffentlichen Nahverkehr und im Transport. Siemens liefert dafür die komplette Ladeinfrastruktur.

Wenn man die Spedition von Nanno Janssen im norddeutschen Leer besucht, merkt man gleich, dass es hier anders zugeht als in einem klassischen Depot. Für einen Ort, an dem Lastwagen mit mehr als 500 PS umherfahren, ist es hier ungewöhnlich leise. Denn statt lauter Diesel summen hier Elektro-Brummis über den Hof.

Nanno Janssen betreibt die Spedition in fünfter Generation. Und die sechste steht schon bereit: Künftig wird sein Sohn das Ruder übernehmen. „Gemeinsam haben mein Sohn und ich uns überlegt, wie die Zukunft unserer Spedition aussehen soll“, sagt der 58-jährige Firmenchef. „Und waren uns schnell einig, dass wir auf Elektromobilität umsteigen wollen.“ Gesagt, getan: Bis Ende des Jahres werden 50 der 80 Nanno Janssen-Lastwagen bereits elektrisch fahren. Gerade mal ein leises Surren ist zu hören, wenn die knallroten Sattelschlepper Gas geben und vom Hof rollen – kein Dröhnen, keine Abgase, wie man es von Diesel-Lkw gewohnt ist.

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two e-trucks at charging station

Bis 2030 folgt der Rest der Flotte. Mit wenigen Ausnahmen: etwa Spezialeinsätze mit dem Kran-Lkw, der nach wie vor Diesel tankt.

Nanno Janssen entschied sich im Jahr 2021, ganz auf Elektromobilität zu setzen, obwohl ein Elektro-Lkw damals noch etwa dreimal so viel kostete wie ein Diesel-Pendant. Das Bundesamt für Logistik und Mobilität hatte seinerzeit einen Fördertopf für Elektro-Lastwagen aufgesetzt: 80 Prozent der Mehrkosten gegenüber dem Diesel wurden erstattet. Und auch die Lade-Infrastruktur wurde mit 80 Prozent gefördert; für Janssen die Gelegenheit, voll in die Elektromobilität einzusteigen. Er orderte seine ersten 20 Lkw und installierte auf seinem Hof eine komplette Ladeinfrastruktur von Siemens. Die Anlage verfügt über eine Trafostation mit 4 Megawatt Leistung, einen 1,2-Megawatt-Batteriespeicher sowie zehn SICHARGE D-Ladesäulen mit je einer Leistung von 300 Kilowatt und insgesamt 20 Ladepunkten. Dadurch können bis zu 20 LKWs gleichzeitig geladen werden.

Siemens war in der Lage, die gesamte Infrastruktur aus einer Hand zu liefern. Das hat den ganzen Ablauf nebst Förderprozedere sehr erleichtert.
Nanno Janssen, CEO - Nanno Janssen GmbH

Außerdem hat Nanno Janssen auf einem Feld neben seinem Betriebshof eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von bis zu 800 kW errichtet. Dank Batteriespeicher und Lademanagement-System kann er – je nach Bedarf – seine Fahrzeuge laden oder den Sonnenstrom ins Netz einspeisen. „Bei Diesel bin ich von Öllieferanten abhängig“, sagt er. „Mit der Photovoltaik und dem elektrifizierten Fuhrpark bin ich jetzt eigenständig und dazu noch Stromhändler.“

Mit Experimentierfreude durch Europa

Die Spedition Nanno Janssen setzt bereits dutzende vollelektrische Lkw ein, die Waren quer durch Europa transportieren. Dazu kommt eine komplette Ladeinfrastruktur von Siemens.

Mit der Entscheidung, voll auf Elektromobilität zu setzen, gehört Janssen derzeit zu den Vorreitern unter den Spediteuren. Andere haben ein, zwei Fahrzeuge angeschafft, um zunächst vorsichtig zu testen, inwieweit sie Diesel-Lkw auf bestimmten Strecken ersetzen können. Janssen ist experimentierfreudiger. „Ich dachte mir, schauen wir doch einfach mal, was wir damit anstellen können.“ Der Erfolg gibt ihm recht. Rund 90 Prozent seiner Strecken – im Nah- und im Fernverkehr – lassen sich elektrisch bewältigen.

Mittlerweile fahren die Elektrofahrzeuge regelmäßig durch Europa – beispielsweise nach Schweden, Italien oder Portugal – und liefern dabei sogar neue Siemens-Ladesäulen aus. Diese Vorreiterrolle passt ideal zum Ziel von Siemens, ein starkes eMobility-Ökosystem aufzubauen – mit Vorreitern, die eine stets größer werdende Anzahl an Fahrzeugen nutzen, und einer smarten, effizienten Ladeinfrastruktur als Rückgrat.

Kooperationen mit Branchenkennern wie Janssen zeigen, was möglich ist – nicht zuletzt, um andere Spediteure und Logistiker zu überzeugen, auf E-Fahrzeuge zu setzen. Denn je stärker der Markt wächst und je mehr E-Fahrzeuge auf die Straße kommen, umso stärker werden die Kosten sinken.

Vom Fernverkehr zu Bus-Flotten

Nicht nur im Frachtverkehr, sondern auch im öffentlichen Nahverkehr kommt die Elektromobilität voran. Manche Verkehrsbetriebe haben heute schon mehrere Hundert E-Fahrzeuge im Einsatz. Siemens sorgt dafür, dass die Ladeinfrastruktur in den Depots reibungslos funktioniert.

Nicht nur mit Speditionen wie Nanno Janssen, sondern auch im öffentlichen Nahverkehr gestaltet Siemens den Wandel aktiv mit. Manche Verkehrsbetriebe bringen es heute schon auf mehrere Hundert Elektrofahrzeuge. Für viele Depots hat Siemens die Ladeinfrastruktur aufgesetzt – etwa bei der Hamburger Hochbahn AG. In London wurde das mehr als 100 Jahre alte Walworth-Depot mit Siemens-Technik elektrifiziert, um dort die roten Doppeldecker-Busse zu laden.

Ladevorgang e-bus
city bus london

Ob im ÖPNV oder bei Speditionen wie Nanno Janssen: Eine Stärke der Siemens-Lösungen ist, dass sie sich flexibel an die Bedürfnisse der Kunden anpassen lassen.

  • Auf dem weitläufigen Hof von Nanno Janssen inmitten norddeutscher Wiesen zum Beispiel sind Kompaktcharger installiert, Säulen mit je zwei Ladekabeln wie man sie von öffentlichen Parkplätzen kennt. Sie enthalten die gesamte Elektronik wie den Wechselrichter, der den Wechselstrom aus dem Netz in Gleichstrom zum Beladen des Fahrzeugs wandelt.
  • In engen Busdepots mit vielen Fahrzeugen aber bräuchte man sehr viele Kompaktcharger, die viel Platz benötigen. Hier bietet Siemens als Alternative dezentrale Ladesysteme an, etwa das neue System SICHARGE FLEX. Hier sind die Ladepunkte mit den Kabeln räumlich von der zentralen Leistungseinheit getrennt, die mit einer Maximalleistung von 1,68 Megawatt bis zu sechs Ladestationen in bis zu 300 Metern Entfernung versorgt und steuert. So entfallen die voluminösen Kompaktcharger-Säulen, und die Ladekabel lassen sich etwa platzsparend an der Hallendecke oder an den Wänden befestigen – wodurch viele Busse nebeneinander Platz finden.

Megawatt sicher ins Stromnetz einbinden

Ob LKW oder Bus: Wenn dutzende Fahrzeuge dieser Größe gleichzeitig geladen werden, darf das Stromnetz nicht belastet werden. Ausgeklügelte Siemens-Software in den Hochleistungsanlagen sorgt dafür, dass Stromausfälle vermieden werden.

Gesteuert wird der Ladeprozess über die Software DepotFinity, die das Lademanagement fein ganzes Depot übernimmt. In der Software lässt sich beispielsweise festlegen, mit wie viel Kilowatt jedes einzelne Fahrzeug geladen werden soll. Busse, die schon früh morgens das Depot verlassen und auf lange Fahrt gehen, erhalten Vorrang, damit sie morgens vollgeladen sind. Natürlich überwacht das System auch, dass beim Laden vieler Fahrzeuge nicht die Gesamtkapazität der Stromleitung überschritten wird.

Doch auch für das öffentliche Laden im Lkw-Verkehr an hat Siemens einiges zu bieten – vor allem mit dem neuen SICHARGE FLEX.

Bislang lieferten Kompaktcharger von Siemens bis zu 400 Kilowatt Ladeleistung. Doch manchmal haben es Lkw-Fahrer besonders eilig – denn wirtschaftlich zählt jede Minute. Die neuen 1,68-Megawatt-Charger würden den Ladeprozess spürbar beschleunigen.

Dank seiner Energiemanagement-Expertise stellt Siemens dabei sicher, dass der vorhandene Netzanschluss optimal genutzt und Lastspitzen vermieden werden, idealerweise in Kombination mit Erneuerbaren Energien wie die Photovoltaik-Anlagen bei Janssen. Wo jedoch kein ausreichender Netzanschluss vorhanden ist – etwa für Megawatt-Charging – stößt natürlich auch das beste Energiemanagement an seine Grenzen.

Die Fahrer von Nanno Janssen kommen mit den Chargern sehr gut zurecht. Die E-Lkw, die bei Nanno Janssen auf dem Hof stehen, haben Reichweiten von bis zu 600 Kilometern. Da die Fahrer nach viereinhalb Stunden – also rund 360 Kilometern – ohnehin Lenkpausen von 45 Minuten machen müssen, reicht in der Regel diese Zeit, um den Akku auch an den normalen Chargern wieder ausreichend bis zur nächsten vorgeschriebenen Pause mit Strom zu füllen. Und auch vom Fahren der E-Trucks schwärmen sie: Die Stromer sind im Vergleich zu ihren Diesel-Pendants leiser, klimafreundlicher und bieten ein angenehmeres Fahrgefühl mit besserer Beschleunigung. Und sie haben noch etwas Gutes: Laut den Familien der Fahrer kommen diese nach langen Touren mit den leisen „Elektro-Summern“ noch etwas gelassener nach Hause.