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Industrial Metaverse im Anlagendesign

Jan Büchsenschütz | Siemens-Erfinder des Jahres | Open Innovation

Wenn sich Menschen in einem Raum umsehen, erkennen sie normalerweise verschiedene einzelne Objekte in ihrer Umgebung ohne Probleme. Zum Beispiel steht eine Tasse auf dem Tisch, ein Bild hängt an der Wand und ein Hund schläft in der Ecke. „Für Computer sind dreidimensionale Bilder oder Punktwolken — 3D-Bilder von Lasermessgeräten — zunächst nur eine Menge ‚Pixel im Raum' ohne andere Bedeutung“, erklärt Jan Büchsenschütz von der RIIICO GmbH in Düsseldorf, Erfinder des Jahres 2024 in der Kategorie Open Innovation. „Bei RIIICO haben wir ein Verfahren entwickelt, das künstliche Intelligenz nutzt, um automatisch zu verstehen, was in einer Punktwolke zu sehen ist.“

3D-Modelle von Industrieanlagen

Dies ermöglicht es RIIICO, seinen Kunden wie Siemens und Autoherstellern wie Volvo dreidimensionale Modelle von Industrieanlagen im CAD-Format (computergestütztes Design) in kürzester Zeit und in einem automatisierten Prozess zur Verfügung zu stellen. Die Modelle zeigen detailliert, was sich wo in der Anlage befindet, einschließlich der Position von Fenstern und Türen, Tischen und Maschinen. Mit diesen Modellen, die die Realität exakt wiedergeben, können Kunden weiterarbeiten: zum Beispiel Wände und Einrichtungsgegenstände in der virtuellen Welt mit einem einzigen Klick entfernen oder verschieben und neue Konfigurationen einrichten. Willkommen im Industrial Metaverse.

A person stands in front of a building with a large window, holding a piece of paper.

Experte für Industrieanlagen

Das Erstellen von Punktwolken ist jedoch fast so einfach wie das Fotografieren. Jan schätzt, dass mit der richtigen Messausrüstung eine 10.000 Quadratmeter große Pflanze innerhalb eines Tages millimetergenau erfasst werden kann. „Aus dieser Punktwolke erkennt unsere KI die Gebäudeinfrastruktur, wie Wände, Böden und die Decke zwischen den Zwischengeschossen“, erklärt Jan. „Und wir haben es trainiert, um insbesondere technische Gebäudeausrüstung zu erkennen, einschließlich Kabeltrassen, Rohren und Stahlträgern an der Decke. Oder die Ausrüstung auf dem Boden, wie Maschinen, Ladungsträger, Regale und Paletten: Mit anderen Worten, alles, was letztendlich bewegt werden kann, wenn eine Fabrik verschoben werden muss. Wir können die meisten Industrieanlagen direkt als CAD-Modelle abbilden. Nur in speziellen Anwendungsfällen mit speziellen Objekten müssen wir die KI umschulen, damit diese Objekte auch erkannt werden.“

A person is standing in front of a building with a large window, holding a piece of paper with text and numbers.

Startup mit guten Siemens-Kontakten

Jan nimmt den Erfinderpreis im Namen des gesamten RIIICO-Teams entgegen. Er und die beiden Mitbegründer Felix Fink und Patrick Mertens sind ehemalige Studierende der RWTH Aachen University, einer der Partneruniversitäten von Siemens. Sie hatten ihre Geschäftsidee bereits als Studierende entwickelt und konnten vom Austausch mit Experten in der Forschungs- und Innovationsökosystem von Siemens Aachener Bogen rund um die Universitäten in Aachen, Löwen und Eindhoven sowie von der Exzellenz-Gründerzentrum NRW an der Universität in Aachen. Sie haben endlich ihre gegründet Startup-Unternehmen im Jahr 2021. „Siemens war damals unser erster Kunde, als wir nur zu dritt waren“, erinnert sich Jan. „Seitdem sind wir stark gewachsen und sind jetzt ein dynamisches internationales Startup mit 24 Mitarbeitern aus acht Ländern.“

A group of people in business attire standing in front of a building with a large sign that reads