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Nachhaltige Nachbarschaft in Perlen

Ausgerüstet mit einem Prozessleitsystem, Steuerungen und Antriebslösungen von Siemens, produziert die gewaltige Papiermaschine PM7 der Perlen Papier AG täglich Zeitungspapier in der Länge von Luzern bis Kairo.

Haben Sie heute Morgen Ihre Lieblingszeitung gelesen? Gut möglich, dass das Papier dafür aus dem luzernischen Perlen stammt. Seit über 150 Jahren wird dort Papier hergestellt. Das Firmengelände ist weitläufig, verfügt über ein 13 km langes Schienennetz, zwei Wasserkraftwerke, eine Abwasserreinigungsanlage (ARA), riesige Altpapierlager, eine Werkstatt und ein Prüflabor für die Qualitätskontrolle.

Viel in die Nachhaltigkeit investiert

Die Papierherstellung ist ressourcenintensiv. Im gesamten Werk sind 3356 Motoren in Betrieb, zu Spitzenzeiten beträgt der Stromverbrauch 74 MW und ist damit gleich hoch wie derjenige der Stadt Luzern. Allein die PM7 verbraucht bei Volllast 18 MW Strom. Drei 110-kV-Leitungen führen direkt ins Werk. Pro Minute fallen zudem 16 000 Liter Abwasser an. Dieses Wasser wird direkt in der eigenen ARA wieder aufbereitet und in den von der Reuss abgezweigten Werkskanal abgegeben.

Früher musste diese Wärme mit Heizöl und Gas erzeugt werden, dank dem Prozessdampf sparen wir 30 Millionen Kubikmeter Erdgas jährlich ein. Unser CO2-Fussabdruck ist um 76 % geringer als der Branchendurchschnitt.
Sandro Malzach, Leiter Technik bei Perlen Papier

Ein komplexes Zusammenspiel

Für das ausgeklügelte Zusammenspiel von Mechanik und Elektrotechnik vertraut Perlen Papier auf Siemens: Digital Industries hat 2010 im Auftrag des Anlagenbauers Voith Paper die PM7 auf Basis der Lösungsplattform für die Papier- und Zellstoffindustrie «Sipaper» elektrotechnisch ausgerüstet. Das Projekt umfasste die Antriebs- und Elektrotechnik, zwei Rollenschneider und die Nebenanlagen z. B. für die Energieversorgung. Besonderes Augenmerk lag dabei auf einer energieeffizienten Antriebstechnik: Die weitgehend getriebelose Ausführung und wassergekühlte High-Torque-Motoren sorgen für einen besseren Wirkungsgrad.

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Die Technik in Kürze

In der PM7 und den zwei Rollmaschinen sind rund 120 Sinamics Frequenzumrichter im Einsatz. Für die Steuerung der Anlage sind Sinamics S7-400 zuständig sowie das flexible Prozessleitsystem PCS7. Bei Perlen sind 14 Brandmeldeanlagen mit über 1800 Brandmeldern sowie verschiedene Löschanlagen installiert. In der riesigen Halle der PM7 vertraut das Unternehmen auf die Gebäudeautomationssysteme Desigo PX und Desigo Insight.

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Reibungsloses Update dank digitalem Zwilling

Die benachbarte Kehrichtverbrennungsanlage Renergia Zentralschweiz AG ist das grösste Kraftwerk im Kanton Luzern und setzt seit ihrem Bau 2015 ebenfalls auf Siemens. Mit zwei Linien verwerten sie jährlich 280 000 Tonnen Abfall zu Energie. Den gesamten Betrieb wickeln sie mit dem Prozessleitsystem PCS7 und Simatic-Steuerungen ab – von den Öfen, die den Abfall verbrennen, über die Transportsysteme, die Prozessdampf-Herstellung, die Dampfturbinen für die Stromerzeugung, die Rauchgas- und Flugaschenbehandlung sowie die Wärmerückgewinnung und vieles mehr.