Vom Implantat zum Flugzeugfahrwerk
Eine Beschichtung verleiht Oberflächen spezifische Eigenschaften, die das Trägermaterial nicht aufweist. Dabei setzt Medicoat auf die thermische Spritztechnik, bei der in der Medizinaltechnik Oberflächen mit Titan und Hydroxylapatit dauerhaft beschichtet werden. Hierfür werden Vakuumplasmaspritzen (VPS) oder Atmosphärische Plasmaspritzen (APS) für die Beschichtung von medizinischen Implantaten eingesetzt, da diese so biokompatibel werden und mit den Knochen verwachsen können. Wie für Implantate ist es für Landefahrwerke von Flugzeugen genauso wichtig, dass diese den täglichen Belastungen standhalten und dauerhaft verschleiss- und korrosionsbeständig sind. Ursprünglich kam hier Chrom zum Einsatz, da das Metall ideal vor Verschleiss und Korrosion schützt. Da sich im Verchromungsprozess jedoch hochtoxisches Chromium entwickeln kann, setzt Medicoat seit 2001 auch in diesem Industriebereich auf die thermische Spritztechnik und beliefert damit Weltkonzerne der Aviatik. Diese Anlagen wenden das Hochgeschwindigkeitsflammspritzen-Verfahren (HVOF) an, bei dem Fahrwerksteile von bis zu zwei Metern und 150kg mit
Cermet-Materialen und Nickelchrom keramisch beschichtet werden.
Diese Anlage hat Medicoat individuell nach den Bedürfnissen eines Luftfahrt-Konzerns gebaut, um Fluglandefahrwerke mittels HVOF keramisch zu beschichten.