Roland Busch
Mitglied des Vorstands der Siemens AG und CEO des Sektors Infrastructure & Cities
„Metropolitan Solutions“
„Metropolitan Solutions“ für die Stadt von morgen
ISH 2013
Energieeffizienz für Heizungs- und Klimatechnik
eTicket
Smarter Reisen
Global Award
für Infrastructure & Cities
„Auf dem richtigen Weg“
Highlights auf dem ITS World Congress 2012
InnoTrans 2012
Integrierte Lösungen für die Zukunft der Mobilität
The Crystal
Urbane Nachhaltigkeit von Siemens
Energy Health Check
Das Energieeffizienzprogramm von Siemens
München
Die Weltstadt mit dem grünen Herz
Mumbai
Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Megacity
Guangzhou
Modernes Metronetz und sauberer Strom
London
Beispiel für nachhaltige Stadtentwicklung
Südafrika
Megacities und nachhaltige Infrastrukturen
Houston
Die Ölmetropole auf dem Weg zur „Green City“
Städte sind ein wesentlicher Wachstumsmarkt der Zukunft.
Bereits heute lebt mehr als die Hälfte der Menschheit in Städten – mit steigender Tendenz. Siemens bietet mit dem neu gegründeten Sektor Infrastructure & Cities nachhaltige Technologien für urbane Ballungsräume und deren Infrastrukturen. Gebäude- und Sicherheitstechnik, Stromverteilung, Smart-Grid-Applikationen sowie Nieder- und Mittelspannungsprodukte. Der Sektor setzt sich aus bestehenden Geschäften der Sektoren Industry und Energy zusammen. Mit dieser Bündelung bereits vorhandener Kompetenzen sehen wir uns gut aufgestellt, am adressierbaren Marktvolumen von 300 Milliarden Euro in wesentlichem Umfang teilzuhaben.
Der Infrastructure & Cities Messestand auf der Metropolitan Solutions.
Dass die Stadt von morgen schon heute eine ganz besondere Rolle spielt, lässt sich allein schon an der Aufmachung der Messe „Metropolitan Solutions 2013“, die im Rahmen der diesjährigen Hannover Messe stattfand, festmachen. Das "City-in-a-trade-fair"-Konzept – eine Stadt auf der Messe also – unterstrich mit typischen Skylines, Nachbildungen von Straßen und Plätzen oder der Möglichkeit, E-Mobilität in der Praxis zu testen vor allem eines: die Stadt ist (fast) überall und verlangt nach urbanen Lösungen, die aber weit über ihre Peripherien hinausreichen können.
Denn Städte sind Wirtschaftsfaktoren, die nicht isoliert funktionieren, sondern ihren Wohlstand und ihre Lebensqualität auch an ihr Umfeld weitergeben. 80 Prozent des weltweiten Bruttosozialproduktes werden in Städten erwirtschaftet, eine funktionierende städtische Infrastruktur ist somit einer der Schlüssel für eine wachstumsorientierte Wirtschaft.Aber auch für eine Wirtschaft, die unter der Prämisse "Nachhaltigkeit" funktionieren muss.
Weil Städte nicht nur Wohlstandserzeuger, sondern unter anderem auch Energieverbraucher sind, brauchen sie besondere Lösungen. Auf der „Metropolitan Solutions“ präsentierte Siemens unter dem Leitsatz „Answers for infrastructure and cities“ sein Leistungsspektrum für lebenswerte und nachhaltige Städte sowie Infrastruktur. Ausgestellt wurden Produkte und Lösungen für integrierte Mobilität und Logistik, effiziente Gebäudetechnologie, Sicherheit, intelligente Netze, Wasserver- und entsorgung sowie Finanzierung.
Energie, Wasser, Mobilität. Gebäude, Entsorgung und Sicherheit. Zudem Raumplanung, städtische Automation und Dienstleistungen – die Stadt von morgen ist ein Abbild des Alltags von heute. Und verlangt damit nach Lösungen auf Herausforderungen, die (fast) jeden betreffen. Siemens hat die Antworten dafür – und zeigte sie auf der Metropolitan Solutions, die im Rahmen der Hannover Messe 2013 stattfand.
Am Siemens Messestand auf der ISH 2013 war einiges geboten: unter anderem Lösungen für die energieeffiziente Raumautomation und neue, anwenderfreundliche Bedienoberflächen.
Bei der energetischen Sanierung wie auch beim Bau neuer Gebäude sind energieeffiziente HLK-Lösungen so gefragt wie nie. Angespornt von der Energiewende steigt die Nachfrage nach wirtschaftlicher und klimaschonender Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik. Denn solche Investitionen sind nachhaltig und rechnen sich auf Dauer.
Eine moderne Gebäudeautomatisierung senkt beispielsweise die Betriebskosten und dient dem langfristigen Werterhalt einer Immobilie. Sie muss aber auch anwenderfreundlich konzipiert sein. Und das war ebenfalls ein Schwerpunkt des auf der ISH 2013 (Internationale Sanitär- und Heizungsmesse) gezeigten HLK-Portfolios von Siemens, zu dem etwa neue Benutzeroberflächen für Anlagen zählen.
Die Siemens Division Building Technologies präsentierte vom 12. bis 16. März 2013 Highlights und Produktneuheiten in Frankfurt am Main. Die mit 250.000 Quadratmetern weltgrößte Leistungsschau für Heizungs- und Klimatechnik bot dafür die ideale Plattform und stellte unter anderem folgende Lösungen vor:
Systeme schöner bedienen
Ein Bereich des Messestandes widmet sich ausschließlich neuen Benutzeroberflächen. Prämisse bei deren Entwicklung war, dass die Bedienung intuitiv, zweckmäßig und durchgängig möglich ist – unabhängig davon, welches gebäudetechnische Gewerk auf welchem Weg gesteuert wird. So zeigte Siemens auf der Messe die beiden neuen ergonomischen Bedieneinheiten für das Gebäudeautomationssystem Desigo, die Touchpanels PXM40 und PXM50. Sie bieten ein hochauflösendes und kontrastreiches Farbdisplay im Wide-Screen-Format (10 und 15 Zoll) und sind für die Frontmontage in Schaltschranktüren konzipiert.
Smartphone-Apps zur Steuerung
Ferner stellte Siemens zwei Smartphone-Apps vor: Mit „HomeControl“ können Besitzer eines HLK-Reglers ortsunabhängig auf ihre Anlage zugreifen, den Betriebszustand kontrollieren und Sollwerte korrigieren. Der „Energieindikator“ ermöglicht die einfache Überprüfung des energieeffizienten Betriebs von HLK-Anlagen und gestattet die Fernjustierung der Betriebsparameter.
Energiesparen auf Knopfdruck
In einem weiteren Standbereich, dem Desigo-TRA-Raum, zeigte Siemens seine gewerkübergreifende Gesamtlösung für die Raumautomation. Im TRA-Raum wurde anschaulich und in Echtzeit dargestellt, wie unnötiger Energieverbrauch durch die Effizienzfunktion RoomOptiControl erkannt und einfach mittels Fingerdruck auf die Green-Leaf-Anzeige des Bediengeräts korrigiert werden kann.
Kommunikation zwischen allen Systemen
Offene Kommunikation zwischen unterschiedlichen Systemen im Verbund mit einem umfassenden Automations- und Bedienkonzept sind Schlüsselfunktionen für einen energiesparenden und zuverlässigen Anlagenbetrieb. Die Version 5.1 des Gebäudeautomationssystems Desigo erfüllt die neuesten Richtlinien dazu und unterstützt die Integration von Systemen anderer Hersteller, modernste IT-Systeme und wichtige Kommunikationsstandards.
Applikationen für Energieeffizienz-Klasse A
Mit integrierten Applikationen – der intelligenten, nahtlosen Verknüpfung der Gewerke Elektro und HLK – zeigte Siemens, wie sich in der Gebäudeautomation die Effizienzklasse A erreichen lässt. Durch die zeit-, präsenz- und tageslichtabhängige Steuerung von Beleuchtung, Beschattung sowie HLK im Raum und im Gesamtgebäude erschließen sich Energiesparpotenziale von bis zu 70 Prozent gegenüber weit verbreiteten Lösungen.
Innovationen für Wasser- und Luftkreisläufe
Eine ganze Fülle von neuen Produkten präsentierte Siemens im komplett überarbeiteten Ventil- und Stellantriebsortiment Acvatix sowie mit dem neuen Frequenzumrichter G120P. Auch sie tragen zu einem energieeffizienten Betrieb von HLK-Anlagen bei.
eTicketing-Lösungen für den städtischen Individualverkehr der Zukunft
Von A nach B zu kommen ist das eine. Wenn aber alle zur gleichen Zeit den gleichen oder ähnlichen Weg haben, kann es eng werden. Experten erwarten bis 2025 eine Zunahme des privaten Individualverkehrs weltweit um rund 2,7 Milliarden Fahrten pro Tag. Oder anders ausgedrückt: wenn schon heute viele Städte unter Staus, Parkplatznot und Luftverschmutzung leiden, dann braucht es effiziente Verkehrskonzepte, die die Attraktivität des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) steigern und gleichzeitig intelligent mit dem Individualverkehr kombinieren.
Dazu gehören Lösungen, die den Modalsplit, also die Aufteilung eines Weges auf mehrere Verkehrsträger, zugunsten des ÖPNV steigern. eTicketing ist so eine Antwort auf aktuelle Herausforderungen im Personenverkehr. Dabei ersetzt der elektronische Fahrausweis nicht nur die Fahrkarte aus Papier, sondern bietet auch umfangreiche Zusatzfunktionen und kann für alle Verkehrsmittel genutzt werden.
Für den Nutzer heißt das: er kann flexibel zwischen unterschiedlichen Verkehrsmitteln wechseln, ohne unnötig Zeit für den Kauf einzelner Fahrscheine und die Auswahl des richtigen Tarifs zu verlieren. Die bargeldlose, transparente und automatische Abrechnung wird auf Wunsch am Ende des Weges und nur für die tatsächlich in Anspruch genommene Leistung vorgenommen. Der Siemens-Sektor Infrastructure & Cities, genauer: das Business-Segment „Road and City Mobility IT“, bündelt unterschiedliche eTicketing-Lösungen und -Kompetenzen und bietet damit komplette Systeme entlang der gesamten Wertschöpfungskette aus einer Hand an.
Ziel zukunftsfähiger Verkehrslösungen ist es, durch Verknüpfung verschiedener Verkehrsmittel durchgängige Mobilitätsketten in Städten zu schaffen und Mobilitätslösungen zu harmonisieren. Eine Schlüsselkomponente zur Vernetzung verschiedener Verkehrsmittel ist die von Siemens entwickelte Smartcard, auf der die elektronischen Tickets abgebildet werden können. Sie hat Kreditkartenformat, ist mit einem aktiven und passiven RFID-Chip ausgestattet und dient zur Registrierung einzelner Fahrten. Je nach Anwendung und Einsatzgebiet lässt sich die Karte intermodal für verschiedene Verkehrsmittel und interoperabel für unterschiedliche Verkehrsunternehmen und Tarifverbünde sowie angeschlossene Dienstleister einsetzen. Neben der Nutzung öffentlicher Verkehrsangebote lassen sich zusätzlich beispielsweise Parkgebühren zahlen oder Autos und Fahrräder anmieten.
Dank der Doppelfunktionalität der Smartcard werden verschiedene Zugangssysteme unterstützt. Das kontaktlose Raumerfassungsverfahren (Be-in / Be-out) ermöglicht ein einfaches Ein- und Aussteigen in unterschiedliche Verkehrsmittel ohne aktives Einlesen der Smartcard durch ein Lesegerät. Die Karte muss nicht einmal sichtbar sein, kann also in der Tasche, im Portemonnaie oder in der Jacke mitgeführt werden. Beim Betreten und Verlassen des Fahrzeugs sowie periodisch während der Fahrt wird die Smartcard automatisch erfasst. Für die Entwicklung dieser doppel-funktionalen Smartcard wurde Siemens im Januar 2013 der MasterCard Transport Ticketing Award 2013 in der Kategorie „Ticketing technology of the year“ auf der fünften Transport Ticketing Conference & Expo in London verliehen.
Eine andere Variante sind eTicket-Systeme nach dem „Check-in / Check-out-Prinzip“ (CiCo): hier wird die Smartcard zu Beginn und am Ende jeder Fahrt an den jeweiligen Zugangskontrollsystemen durch den Fahrgast aktiv eingelesen. Die Fahrten werden dabei wie auch bei Be-in / Be-out-Systemen gesammelt und – beispielsweise monatlich – via Rechnung oder Lastschriftverfahren oder Guthabenkarte abgerechnet. Ein System, für das sich beispielsweise die portugiesische Hauptstadt Lissabon entschieden hat: Comboios de Portugal hat Siemens damit beauftragt, unter anderem 21 Stationen der zwei wichtigsten Metrolinien der Stadt mit dem CiCo-System auszustatten.
Verkauf, Abrechnung und Verbuchung erfolgen im zentralen Vertriebshintergrundsystem, das alle Daten zusammenführt und für einen abgestimmten Datenaustausch von der Smartcard über die Kartenlesegeräte bis zur Buchhaltung sorgt. Eine direkt in das SAP-System integrierte Lösung bietet hierzu das Vertriebs- und Kundenmanagementsystem PTnova der Siemens Tochtergesellschaft HanseCom. Mobile Ticketing Lösungen erweitern das Portfolio um alternative Zugangsmedien.
In Verbindung mit der Integrierten Mobilitätsplattform (IMP) wird auch die übergreifende Nutzung von mobilen Services zukünftig weiter vereinfacht: Lösungen zur Routenplanung, Door-to door-Navigation und individuelle Buchung von Mobilitätsdiensten ergänzen das Siemens-Angebot.
Auszeichnung für den Siemens Sektor Infrastructure & Citites: Effiziente Strategie, um das Portfolio städtischer Infrastrukturlösungen zu positionieren
Der von der weltweit agierenden Unternehmensberatung Frost & Sullivan verliehene „Global Award for Company of The Year“ geht in der Kategorie „City As A Customer“ in diesem Jahr an den Siemens Sektor Infrastructure & Cities. Der Preis zeichnet Unternehmen aus, die in der Praxis nicht nur Megatrends und ihre Auswirkungen identifizieren, sondern auch wegweisende Lösungen, Produkte und Dienstleistungen dazu anbieten.
Siemens verfolge eine einfache, aber effiziente Strategie, heißt es in der Begründung zur Auszeichnung: der neben den Sektoren Industrie, Energie und Healthcare 2011 gegründete neue Sektor Infrastructure & Cities werde intelligent genutzt, um sich gegenüber dem Wettbewerb mit einem umfassenden Portfolio städtischer Infrastrukturlösungen zu positionieren.
„Diese Strategie eröffnet Siemens den Zugang zu einem Markt, der ein Volumen von jährlich 300 Milliarden Euro umfasst“, so Archana Amarnath von der Visionary Innovation Research Group bei Frost & Sullivan. Die Stadt der Zukunft sei längst nicht mehr eine bloße Drehscheibe wirtschaftlicher Aktivitäten., sondern erfordere individuelle, einzigartige und innovative Stadtkonzepte und Infrastrukturlösungen.
Die Unternehmensberatung geht für das Jahr 2025 davon aus, dass 60 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben werden und es weltweit 35 Mega-Cities, 21 Mega-Regionen und ebenso viele Mega-Korridore geben werde. Entsprechend groß werde der Konkurrenzkampf unter den Unternehmen sein, die sinnvolle Lösungen für dieses urbane Wachstum bereitstellen können.
„Siemens hat es geschafft, mit der Bündelung von Kompetenzen und der zielgenauen Ausrichtung auf den Wirtschaftraum Stadt, einen deutlichen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz herauszuarbeiten“, so Archana Amarnath weiter. Dabei nutze das Unternehmen eine Kombination von Erfolgsfaktoren: ein globales Netzwerk von City Account Managern sowie die Möglichkeit neben Komplettlösungen auch individuell zugeschnittene Dienstleistungen anbieten zu können. Siemens sei daher „ein würdiger Gewinner des Global Company of The Year Awards 2012“ da es das Prinzip „Stadt als Kunde“ zu nutzen wisse.
Der Award zeichnet Unternehmen für außerordentliche Leistungen und überdurchschnittliche Ergebnisse in Bereichen wie Führung, technologischer Innovation, Kundendienst oder strategischer Produktentwicklung aus. Dabei vergleichen Branchenanalysten unterschiedliche Marktteilnehmer und messen ihre Leistung durch Tiefeninterviews, Analysen oder umfassende Sekundärforschung.
Vom 22. bis 26. Oktober 2012 wird der 19. ITS Weltkongress in Wien erneut zum Brennpunkt internationaler Gespräche rund um das Thema Mobilität.
Welche IT-Lösungen machen den Verkehr effizienter und sicherer? Wie müssen sie vernetzt sein? Welche Verantwortung hat die Politik? Wie sehen die Herausforderungen der Zukunft aus? Vom 22. bis 26. Oktober 2012 wird der 19. ITS Weltkongress in Wien erneut zum Brennpunkt internationaler Gespräche rund um das Thema Mobilität. 7.000 Experten aus aller Welt diskutieren, wie Verkehr künftig sicherer, effizienter und nachhaltiger gestaltet werden kann.
Unter dem Motto „Smarter On The Way“ zeigt auch die Siemens-Division Mobility and Logistics neue Produkte und Lösungen für intelligente Verkehrslösungen. „Unser Ziel ist es, die Mobilität in Städten durch Überwachung und Steuerung vernetzter Verkehrsströme wesentlich effizienter und vor allem umweltschonender zu machen“, sagte Sami Atiya, Leiter der Division.
Weitere Highlights auf dem ITS World Congress 2012: Application Service Providing (ASP), womit Gemeinden, Kommunen und Landkreise ohne eigene Verkehrszentrale modernste Zentralentechnik nutzen können; direkte Reisezeitmessung, über die zum Beispiel ein Reisezeitvergleich zwischen öffentlichen Verkehrsmitteln und Individualverkehr möglich wird; Sitraffic, wodurch die bisher getrennten Welten des Verkehrsmanagements, der Verkehrssteuerung und des Parkleitens zusammengeführt werden. Darüber hinaus GPS Tolling und Zugortung – mit der Präsenz auf dem ITS World Congress 2012 unterstreicht Siemens, wie Leittechnik und Telematiklösungen für eine optimale Nutzung vorhandener Verkehrsnetze sorgen können und intelligente Verkehrsinformations- und Managementsysteme dazu beitragen, Staus, Unfälle und Kohlendioxidausstoß um bis zu 20 Prozent zu reduzieren. Das Wiener Motto „Smarter on the way“ wird somit zu einem Teil des Divisions-Ziels „Complete mobility“, das es sich zur Aufgabe macht, unterschiedliche Verkehrssysteme miteinander zu vernetzen, um Menschen und Güter effizient und umweltfreundlich zu transportieren.
Auf der diesjährigen InnoTrans zeigt Siemens, wie eine durch städtisches Wachstum getriebene Mobilität in der Praxis erfolgreich umgesetzt werden kann.
Wenn Städte wachsen, wachsen auch die Anforderungen an städtische Mobilitätsstrukturen. Nur: Wie kann man eine Stadt mobil halten? Wie kann man sie effizient mit der Region und dem Rest der Welt vernetzen? Wie kann man Wachstum und Mobilität nachhaltig in Einklang bringen? Herausforderungen, der sich Städte wie Verkehrsbetreiber dringlich stellen müssen. Auf der weltgrößten Verkehrstechnikmesse InnoTrans, die vom 18. bis zum 21. September in Berlin stattfindet, stellt Siemens unter dem Motto "Complete mobility – Sustainable mobility solutions in and between cities" genau dazu Lösungen und Produkte vor, die einer energieeffizienten, zuverlässigen und für den Fahrgast attraktiven Mobilität entsprechen.
"Wir haben die Antworten auf die Mobilitäts-Bedürfnisse der Städte - sowohl im Nah- und Fernverkehr als auch im Güterverkehr", sagt Hans-Jörg Grundmann, CEO der Division Rail Systems. "Unser Portfolio umfasst einige der attraktivsten Schienenfahrzeuge, die heute auf dem Markt zu haben sind: Lokomotiven, Straßenbahnen und Metros, Pendler- und Regionalzüge. Usere Intercity- und Hochgeschwindigkeitszüge sind innovativ, energieeffizient, umweltfreundlich und komfortabel.“ So hat zum Beispiel die polnische Hauptstadt Warschau Anfang 2011 35 sechsteilige Metro-Züge bestellt. Dies ist gleichzeitig der erste Auftrag für komplette Fahrzeuge aus der neuen Metro-Generation Inspiro. Drei der im Wiener Siemens-Werk produzierten Wagen werden auf dem Außengelände der InnoTrans 2012 zu sehen sein.
Effiziente Züge sind das Eine, der Fahrgast jedoch sieht Mobilität umfassender: Komfortabel, sicher und schnell von A nach B zu kommen ist sein individueller Anspruch an moderne Mobilität. So bietet Siemens verschiedenste IT-gestützte Lösungen, um zum Beispiel Bahninfrastrukturen effizienter zu nutzen, gleichzeitig aber auch höchste Sicherheit und Pünktlichkeit zu gewährleisten. Dazu werden eine Vielzahl von Daten und Informationen intelligent verknüpft - und damit komplette Betriebsabläufe im Bahnverkehr optimiert, die Streckenauslastung maximiert und Echtzeitinformationen für den Fahrgast über Lautsprecher, Infoterminals oder mobile Geräte bereitgestellt. Entscheidend ist auch, dass der Reisende die unterschiedlichen Mobilitätsangebote einfach nutzen und intuitiv kombinieren kann. Siemens hat deshalb eine intermodale und interoperable eTicketing-Plattform entwickelt, um das bargeldlose Nutzen verschiedener Verkehrsmittel zu unterstützen und so durchgängige Mobilitätsketten zu ermöglichen.
Intelligenz hält aber nicht nur im Schienenverkehr Einzug, sondern auch darüber hinaus. Daher steht für Siemens auf der InnoTrans 2012 unter anderem auch das Thema "Intelligenz in Bahnstromversorgungsnetzen" im Fokus. Hintergrund ist die intelligente Verbindung von öffentlichen Stromversorgungsnetzen und der Bahnstromnetze. Strom aus erneuerbaren Energiequellen, die ins öffentliche Stromnetz einspeisen wird über Umrichterwerke und Unterwerke ins Bahnnetz integriert. Aber auch die Fahrzeuge selber werden zum Energielieferanten: Wechselrichter, stationäre und mobile Energiespeicher schaffen die Voraussetzungen für die Rückgewinnung von elektrischer Energie. Im "Energiesparmodus" wird Bremsenergie aufgenommen, gespeichert und dann wieder für die Beschleunigung abgegeben - ein kleines "Smart Grid auf Schienen" quasi.?
The Crystal in London: Die weltweit größte Ausstellung zum Thema nachhaltige Stadtentwicklung
„The Crystal“, Siemens‘ neues Wissens- und Dialogzentrum zur Stadtentwicklung, ist allein schon von außen ein imposanter Blickfang im Londoner Stadtbild: in einer geometrischen Kristallarchitektur erhebt sich die reflektierende Glasfassade am Ufer der Royal Victoria Docks und wird so zu einem neuen Wahrzeichen urbaner Nachhaltigkeit.
Denn „The Crystal“ ist eines der nachhaltigsten Gebäude überhaupt, ein Paradebeispiel für energieeffizientes Bauen, das nach den strengsten internationalen Standards LEED Platinum (Leadership in Energy and Environmental Design) und BREEAM Outstanding (Building Research Establishment Environmental Assessment Method), zertifiziert sein wird. Der Schlüssel dazu liegt auch, aber nicht nur, in der Architektur: die Fassaden sind so angeordnet und verwinkelt, dass möglichst viel Tageslicht ins Gebäude fällt. Sollte dennoch der Einsatz künstlicher Beleuchtung notwendig werden, dann ist diese durch die permanente Kontrolle der Lichtverhältnisse und die Anpassung der künstlichen Beleuchtung daran optimiert.
Ein Teil des Strombedarfs wird über Photovoltaikanlagen auf dem Dach des Gebäudes gedeckt, eine intelligente Energieverwaltung koordiniert darüber hinaus die Wärmerückgewinnung, Solarthermieanlagen und Erdwärmeanlagen erwärmen das Wasser für Cafe, Küche, Waschräume. Auch das Brauchwasser wird wiederverwendet und in Toilettenspülungen oder zur Bewässerung von Pflanzen genutzt, zudem wird auch das Regenwasser gesammelt.
Unter dem Gebäude und im Freigelände heizt eine Erdwärmepumpeanlage den Kristall im Winter und führt im Sommer die Hitze ab. Dazu erkennen Sensoren im Gebäude, wie viele Personen sich im welchen Gebäudeteil aufhalten und passen Heizung oder Lüftung dementsprechend an. „The Crystal“ ist als „All Electric“-Projekt konzipiert, was bedeutet, dass innerhalb des Gebäudes keinerlei fossile Brennstoffe verbrannt werden müssen, zum Beispiel über Öl- oder Gasheizungen, um das Gebäude zu betreiben. Und das mit bestehenden Technologien schon heute urbane Nachhaltigkeit imposant umsetzbar ist.
Internationale Stadtexperten, Planer, Architekten und Kunden aus dem Infrastrukturbereich, aber auch interessierte Bürger, Studenten oder Schulklassen werden in dem Wissens-Hub zusammenkommen, um globale Trends zu diskutieren, neueste technische Entwicklungen kennenzulernen und Erfahrungen auszutauschen. Eine interaktive Ausstellung auf nahezu 2.000 Quadratmetern führt durch die Städteinfrastruktur der Zukunft und zeigt die Möglichkeiten nachhaltiger Mobilität, Gebäudetechnik, Energie- und Wasserversorgung und Gesundheitsversorgung. Zudem bietet eine Konferenzzone, ausgestattet mit neuester AV-Technik, Platz für 270 Gäste.
Mehr zum neuen Stadtentwicklungszentrum von Siemens finden Sie auf der englischsprachigen Webseite www.thecrystal.org
Die Produktionsstätte für Rollmaterial der Deutschen Bahn in Krefeld
Es braucht ein wenig Phantasie, sich einen industriellen Fertigungsstandort als lebenden Organismus vorzustellen. Die Reduktion auf das Wesentliche hilft dabei: Energie fließt rein, Energie fließt raus. Nicht mehr und nicht weniger. Eine Werkshalle ohne Strom, Licht, Luft, Wasser kann ebenso wenig leben wie ein Körper. Und wie der Mensch braucht eine Maschine, eine Fertigungsstraße, ein ganzer Standort, ab und an einen Check-Up.
Dass dabei mehr als 4,4 Millionen Euro an Energiekosten eingespart werden können und der „Körper Fertigungsstandort“ gleichzeitig 16.000 Tonnen CO2 weniger emittiert, das schafft allerdings kein Humanmediziner. Das ist vielmehr die Bilanz von insgesamt 20 Energieeffzienzprojekten, die von Siemens Real Estate (SRE) und Building Technologies gemeinsam realisiert wurden.
An zahlreichen industriellen Siemens-Standorten wurden Energy Health Checks durchgeführt, im ersten Schritt Managementinterviews, im Rahmen derer alle energierelevanten betrieblichen Abläufe und die Organisation des Unternehmens systematisch untersucht wurden. Im Anschluss folgten Feinanalysen, Standortbesichtigungen, bei denen die technischen Gebäudestrukturen analysiert und die Einsparmöglichkeiten aufgezeigt wurden. „Aus den rund 100 Projekten, bei denen ein Check durchgeführt wurde, sind 20 Produktionen für eine erste Realisierungsphase des Energieeffizienzprogramms ausgesucht worden. Dabei spielte der Energieverbrauch, die Größe des Standorts sowie die Anzahl der Beschäftigten ein Rolle“, so Peter Marburger, Projektverantwortlicher bei Siemens-Division Building Technologies. Eines der Projekte ist die Produktionsstätte für Rollmaterial der Deutschen Bahn in Krefeld.
Jeder Regional- und Hochgeschwindigkeitszug, der in Deutschland von Siemens gebaut wird, fährt früher oder später über Krefeld. Das Bahntechnik-Werk ist eines der wichtigsten Kompetenzzentren der Bahnindustrie von Siemens, 2.200 Mitarbeiter entwickeln und produzieren hier Schienenfahrzeuge und deren elektrische Komponenten. Der Energy Health Check am Standort ergab insgesamt ein Paket aus sieben Maßnahmen, vom Aufbau eines gasbetriebenen Blockheizkraftwerks über die Optimierung der Lüftungstechnik bis hin zur Installation eines Energieüberwachungssystems. Einsparungen pro Jahr: fast 700.000 Euro und darüber hinaus 2.300 Tonnen CO2.
Beispiel Siemens im mittelenglischen Wythenshawe. Der Standort der Einheit Low Voltage ist ein führender Anbieter im Bereich der Niederspannungsenergieverteilung für industrielle Anwendungen, Infrastruktur und Gebäude. Mit einer vollständigen Erneuerung des Gebäudeautomationssystems und der Installation energieeffizienter Beleuchtungssysteme konnten Energiekosten in Höhe von 50.000 Euro und eine CO2-Reduktion von 183 Tonnen pro Jahr erzielt werden.
Mit der Umsetzung der Maßnahmen sind die Projekte noch nicht abgeschlossen. Als Teil eines nachhaltigen Energiemanagements sichert eine fortlaufende Überwachung die gesetzten Effizienz-Ziele. Zudem werden kontinuierlich Möglichkeiten analysiert, um weitere Einsparpotentiale zu bestimmen und umzusetzen.
„Das Energieeffizienzprogramm ist für Siemens ein Erfolg. Uns ist es gelungen, verschiedene Herausforderungen, wie unterschiedliche Standorte, Anzahl der Gebäude oder die Einbindung der Projektverantwortlichen, in einem Programm zu vereinen. Die Resultate zeigen, dass wir den Energieverbrauch deutlich senken und die Ressourcen geschont können, mit einer Steigerung des Komforts“, so Peter Marburger.
Die Weltstadt mit dem grünen Herz
München ist idealer Think Tank und perfektes Umfeld für zukunftsweisende, nachhaltige Stadtprojekte – vor allem wegen der dort ansässigen innovativen Konzerne. Siemens ist zum Beispiel in den Bereichen Gebäudetechnik und Elektromobilität mit nachhaltiger Technik beteiligt.
Wenn es um die Lebensqualität im internationalen Städtevergleich geht, bewegt sich München schon seit Jahren in den Top Ten. Schaut man sich aktuelle Entwicklungen der Stadt zum Thema Nachhaltigkeit an, wird die bayerische Hauptstadt auf der Rangliste sicher weiter nach oben klettern. Dafür sind vor allem Projekte, wie der Neubau des Süddeutschen Verlages und ein Feldversuch mit 40 elektrisch angetriebenen Autos, verantwortlich.
Ein renommiertes nachhaltiges Projekte der Stadt ist gegenwärtig die neue Konzernzentrale des Süddeutschen Verlags. Im Jahr 2010 ist sie als erstes Bürogebäude Deutschlands mit dem LEED-Zertifikat in Gold ausgezeichnet worden. Die Konzernzentrale ist ein Beispiel dafür, wie sich Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit, Gebäudeenergieeffizienz, Nutzungsflexibilität und ein produktives Arbeitsumfeld mit selbst wählbarem Raumklima in Einklang bringen lassen. Wesentlichen Anteil an der Umsetzung der komplexen Gebäudefunktionen haben Siemens-Systeme, die quasi verlustfrei miteinander kommunizieren. Um zusätzlichen Platz zu sparen, entschied man sich außerdem dafür das modular aufgebaute, platzsparende Schienenverteiler-System Sivacon 8 PS von Siemens für die Energieverteilung einzusetzen.
Mit der Justizvollzugsanstalt München zeigt Siemens, dass man Energieeinsparung auch mit dem Thema Sicherheit verbinden kann: Die Gamma-Gebäudesystemtechnik ermöglicht es unter anderem, dass sich bei ausreichendem Tageslicht die Zellenbeleuchtung automatisch ausschaltet und sich erst wieder ab der Dämmerung einschaltet. Damit in den Fluren und Treppenhäusern niemals völlige Dunkelheit herrscht, sind in diesen Bereichen 50 Prozent der Leuchten rund um die Uhr eingeschaltet. Die damit erreichte Grundhelligkeit dient nicht nur der persönlichen Sicherheit des Dienstpersonals, sie gewährleistet auch die nötige Bildqualität der Überwachungskameras.
Siemens ist auch im privaten Hausbau aktiv – beispielsweise mit der Ausstattung von elf Öko-Holz-Reihenhäuser im Münchner Norden. Bei der Ausstattung der Häuser sorgt Siemens mit kindersicheren Steckdosen für hohe Sicherheit und mit hochwertigen Materialien für die gewünschte Wohlfühlatmosphäre. Außerdem wird Siemens-Installationstechnik bei Verteilern, Blitzschutz, Leitungsschutz, Klingeltrafos und Zählern eingesetzt.
In einer Partnerschaft mit der BMW AG und den Stadtwerken München unternahm Siemens 2010 einen Feldversuch, um den elektrisch angetriebenen MINI E und die Infrastruktur zum Aufladen der Autos auf ihre Alltagstauglichkeit zu testen. Im Projekt Drive eCharged fuhren 40 Testfahrer rund 10 Monate durch München. Siemens war für die Technik der neuen „Stromtankstellen“ zuständig und die Stadtwerke München lieferten den regenerativ erzeugten „grünen“ Strom. Dank der Ladeeinheiten 5TT3 von Siemens wurden 32 öffentliche Ladesäulen mit 36 Heimladestationen ergänzt. Jetzt können Fahrer von Elektroautos noch flexibler Strom tanken – beispielsweise über Nacht in der Tiefgarage.
Mumbai, das Finanzzentrum Indiens.
Mumbai, das Finanzzentrum Indiens, ist mit rund 20,6 Millionen Einwohnern eine der dichtbesiedeltsten Großstädte der Welt – und gleichzeitig eine der Ärmsten. Bei der Verbesserung der Lebensqualität für die Einwohner kommt die Stadt dennoch voran.
Seit 2001 investierte das Mumbai Urban Transport Project mit Förderung der Weltbank rund 2 Milliarden US-Dollar in die Verkehrsinfrastruktur der Stadt. Damit wurden Stadtautobahnen gebaut, ein Teil der Busflotte auf umweltfreundlichen Gasantrieb umgestellt und neue Gleisanlagen errichtet. Neue Züge mit Siemens-Technik machen die Fahrten für die Masse der Pendler komfortabler und sind dabei deutlich sparsamer in ihrem Energieverbrauch und umweltfreundlicher.
Den Bahnbetreiber Mumbai Railway Vikas Corporation (MRVC) stellte die übermäßige Auslastung der Züge vor besondere Herausforderungen. Bahnfahrten in übervollen Zügen – mit bis zu 16 Menschen pro Quadratmeter – sind unkomfortabel und gefährlich. Da das Ein- und Aussteigen viel Zeit in Anspruch nahm, konnten die Fahrpläne oft nicht eingehalten werden. Dazu verbrauchten die alten Züge viel Strom, und der Materialverschleiß war groß. Regelmäßige Zugausfälle waren die Folge. Im Rahmen des Mumbai Urban Transport Projects ging die MRVC die Beseitigung dieser Probleme mit finanzieller Unterstützung der Weltbank engagiert an. Mumbais neue Vorortzüge fahren mit Siemens-Technik sicherer, komfortabler, schneller und umweltschonender. In den vergangenen Jahren hat die MRVC insgesamt 112 neue Züge mit mehr als 1.200 Waggons in Betrieb genommen. Eine wichtige Neuerung ist die Änderung der Stromversorgung von 1,5 Kilovolt Gleichstrom zu 25 Kilovolt Wechselstrom. Zusammen mit der Rückgewinnung aus Bremsenergie verbrauchen die neuen Züge bis zu 40 Prozent weniger Strom - ihre CO2-Bilanz verbessert sich dadurch signifikant. Die Antriebseinheiten von Siemens sind dabei leistungsstärker, bremsen und beschleunigen voll beladene Züge schneller und erzielen höhere Fahrgeschwindigkeiten. So lassen sich längere Züge mit zwölf statt neun Wagen bei gleichzeitig erhöhter Taktfrequenz einsetzen.
Mit der Auslieferung sämtlicher neuer Züge wird die Fahrgastkapazität von Mumbais Vorortbahn um rund 60 Prozent zunehmen. Die Überfüllung zu Spitzenzeiten sollte damit der Vergangenheit angehören. Bahnfahrer profitieren aber auch von weiteren Neuerungen: Anstelle der veralteten Stahlfedern sorgt eine pneumatische Federung für mehr Komfort. Dazu werden die neuen Züge aktiv belüftet und sind deutlich leiser.
In China leben heute schon mehr als eine halbe Milliarde Menschen in Städten und Ballungszentren.
In der Zehn-Millionen-Stadt Guangzhou im Süden Chinas, sorgen der Ausbau des Metro-Netzes und eine saubere Stromversorgung dafür, dass die Stadt den wachsenden Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht werden kann.
In China leben heute schon mehr als eine halbe Milliarde Menschen in Städten und Ballungszentren – bis zum Jahr 2030 wird sich diese Zahl voraussichtlich verdoppelt haben. Damit die Städte den Anforderungen eines Wirtschaftsriesen des 21. Jahrhunderts gerecht werden, investiert die Regierung massiv in effektive Infrastrukturlösungen und ist gleichzeitig auf der Suche nach neuen nachhaltigen Konzepten. Der Siemens-Konzern – der mit mehr als 10.000 Mitarbeitern in Shanghai seine größte Niederlassung außerhalb Deutschlands unterhält – spielt dabei schon seit mehreren Jahren eine wichtige Rolle.
Ein Großprojekt von Guangzhou, das die Vermeidung von Staus und Smog zum Ziel hat, ist der Ausbau des Metro-Netzes. Pünktlich zu den Asian Games 2010 fertiggestellt, erweiterte Guangzhou seine Metrolinien von fünf auf neun – und bis zum Jahr 2020 sollen es 16 Linien sein. Die neuen 79 Metro-Züge stattete Siemens unter anderem mit intelligenter Steuerungstechnik und Antriebssystemen aus, die die Bremsenergie der Züge zurück ins Netz speisen. Mit diesen Systemen tragen die Züge erheblich zur Schadstoffminderung und Energieeinsparung der Stadt bei.
Eine Stadt dieser Größe hat selbstverständlich einen riesigen Energiebedarf, der sich – gerade durch die wachsende Mittelschicht – stetig vergrößert. Zu einem großen Teil wird dieser von den 1.400 Kilometer entfernten Wasserkraftwerken der Provinz Yunnan gedeckt. Die weltweit erste 800-kV-Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) ermöglicht es, sauberen Strom mit einer Rekordspannung von 800.000 Volt und einer Leistung von 5.000 Megawatt nach Guangzhou und in andere Megacities der Südostküste zu transportieren. Die von Siemens und China Southern Power Grid gebaute Übertragungsleitung versorgt bis zu fünf Millionen Haushalte mit Strom und spart im Vergleich zu einer Stromversorgung mit Kohle jährlich 33 Millionen Tonnen CO2 ein.
Neben den Neuerungen in Infrastruktur, Energie- und Wasserversorgung, interessiert sich die chinesische Regierung auch vermehrt für den Einsatz erneuerbarer und CO2-freier Energien. Die größte Rolle wird dabei die Windkraft spielen: Die chinesische Küste ist auf vielen Kilometern sehr flach und bietet somit perfekte Standorte für große Offshore-Windparks – beispielsweise in der Nähe von Guangzhou.
Londons berühmte Doppeldeckerbusse gehen mit der Zeit: Eine Testflotte fährt hybrid mit einer Kombination aus Dieselmotor und Siemens-Elektroantrieb.
Londons berühmte Doppeldeckerbusse gehen mit der Zeit: Eine Testflotte fährt hybrid mit einer Kombination aus Dieselmotor und Siemens-Elektroantrieb. Außerdem sorgt das mit Siemens-Technologie ausgestattete Maut-System dafür, dass sich immer mehr Verkehrsteilnehmer für öffentliche Verkehrsmittel entscheiden. Das spart Energie und reduziert den CO2-Ausstoß.
Die Anforderungen an moderne Stadtbusse sind hoch: Sie sollen so wenig Kosten verursachen wie möglich, absolut zuverlässig ihren Fahrdienst verrichten, leise sein, die Umwelt durch reduzierte Emissionen entlasten und maximalen Fahrkomfort bieten. Londons Nahverkehrsbetreiber Transport for London testet deshalb seit 2008 ein innovatives Antriebskonzept von Siemens. Einige der beliebten roten Doppeldeckerbusse sind mit einem Hybridantrieb ausgestattet. Er nutzt intelligent die Bremsenergie, die beim typischen Stop-and-go im Linienbetrieb in großen Mengen entsteht.
Der Dieselmotor treibt hier nicht wie üblich die Hinterachse des Busses an, sondern einen Generator zur Stromversorgung der Fahrmotoren. Mit der beim Bremsen gewonnenen Energie kann der Bus jedoch streckenweise auch rein elektrisch und damit völlig emissionsfrei fahren. Insgesamt produziert der rote Hybrid-Doppeldecker gegenüber einem herkömmlichen Diesel-Bus bis zu 40 Prozent weniger Emissionen und verbraucht rund 30 Prozent weniger Kraftstoff – bei einer jährlichen Fahrleistung von 60.000 Kilometern sind das je nach Streckenverlauf rund 10.000 Liter Diesel. Transport for London hat gute Erfahrungen mit dem Hybridantrieb gemacht. Bis 2012, dem Jahr der Olympischen Spiele in London, sollen deshalb insgesamt 300 rote Linienbusse im Einsatz sein.
Wer mit dem Pkw in Londons Stadtzentrum fährt, zahlt seit 2003 eine City-Maut. Die Technologie zur Erhebung der Maut kommt von Siemens. 850 Kameras erfassen und erkennen täglich rund eine Million Autokennzeichen. Siemens-Technik trägt so dazu bei, jährlich 150.000 Tonnen CO2-Emissionen einzusparen. Nach Einführung der City-Maut konnte das Fahrzeugaufkommen in der Innenstadt um 15 Prozent pro Jahr (60.000 Fahrzeuge) verringert werden. Ein Großteil der Autofahrer stiegen auf öffentliche Verkehrsmittel um. Die positive Folge: Luftverschmutzung sowie Lärmbelastung haben erheblich abgenommen.
Moses Mabhida Stadion in Durban.
In Südafrika werden in den nächsten Jahren die Städte Johannesburg und Pretoria zu einer Megacity mit rund 15 Millionen Einwohnern zusammenwachsen. Im Zuge der Fußballweltmeisterschaft 2010 ist im ganzen Land eine Infrastruktur entstanden, von der die Menschen auch längere Zeit danach profitieren werden.
Vor der Fußballweltmeisterschaft 2010 gab es in den beiden Städten, die bald eine riesige Agglomeration sein werden, keine Schnellbahnverbindung. Heute gibt es den „Gautrain“, eine moderne Zugverbindung zwischen Johannesburg und Pretoria, die auch den Flughafen Johannesburg mit dem Geschäftsviertel verbindet.
Für den „Gautrain“ wurden 3.000 Kilometer an Glasfaserleitungen gelegt, die unter anderem die Signalanlagen steuern. Das dazugehörige Daten-Netzwerk von Siemens ist als Open Transport Network ausgelegt: Das bedeutet, dass die Glasfaserkabel entlang der Strecke als Ring gestaltet sind und so den Datenfluss in beide Richtungen sichern.
Das Schienennahverkehrssystem in Johannesburg ist ein weiteres Projekt der nachhaltigen Stadtentwicklung, an dem Siemens beteiligt ist. Hierfür wurde die Informationstechnik wichtiger Stationen komplett überholt. Siemens war für Design, Ausführung und Integration der Systeme zuständig. Durch moderne Signaltechnik sowie Lautsprecher- und Informationssysteme konnte die Effizienz des Systems enorm erhöht werden. Außerdem sind die Züge verlässlicher und die Stationen sicherer geworden, sodass die alten – früher unbeliebten Züge – heute für die Bevölkerung viel attraktiver geworden sind.
Ebenso wichtig für die nachhaltige Entwicklung Südafrikas ist die Energieversorgung. In den Drakensbergen, im Osten des Landes, wird derzeit an einem Pumpspeicherkraftwerk mit einer Leistung von 1.330 Megawatt gebaut. Experten gehen davon aus, dass es in Zukunft als Energiespeicher Baustein in einem Smart Grid für Südafrika sein könnte. Siemens ist in diesem Projekt lokaler Partner für den Anlagenbauer Voith. Die neuen modernen Gas-Kraftwerke in Kapstadt und Mossel Bay produzieren bereits heute Strom mit Siemens-Turbinen.
Neben den Projekten im Öffentlichen Nahverkehr und in der Energieversorgung unterstützte Siemens Südafrika aber auch schon während der Fußballweltmeisterschaft. So wurden beispielsweise an den Flughäfen die Pässe bei der Grenzkontrolle gescannt und automatisch mit der Visadatei abgeglichen. Im Sandton Convention Center sorgte Gebäudetechnik von Siemens für eine zuverlässige Kommunikationsinfrastruktur und für die African Broadcasting Corporation (SABC) modernisierte Siemens zwei Fernsehstudios. Siemens lieferte außerdem die Beleuchtung für alle World-Cup-Stadien.
Der Reliant Park in Houston ist mit 750 Millionen US-Dollar Baukosten eines der größten Bauprojekte in der Region.
Die Welthauptstadt der Ölindustrie schlägt mit ihrer Energiepolitik eine neue Richtung ein. Mit Erneuerungen in öffentlichen Gebäuden, Sportstädten und im Verkehr möchte Houston – mit Hilfe von Siemens-Technologien – die „grünste“ Stadt der USA werden.
Als Partnerstadt der C40/Clinton Climate Initiative (CCI) – einem internationalen Zusammenschluss von nachhaltigen Städten – hat sich Houston zum Ziel gesetzt, CO2-Emissionen zu reduzieren, Energie zu sparen und erneuerbare Energien zu fördern. Neben dem Einsatz von kommunalen Hybridfahrzeugen und der Stromversorgung durch texanische Windfarmen (33 Prozent) setzt die Stadt auf die Energieeinsparung ihrer öffentlichen Gebäude – vor allem, um den privaten Haushalten mit gutem Beispiel voranzugehen.
Wegen der großen Investitionen nimmt die Stadtverwaltung auch die Siemens-Energiesparkontrakte in Anspruch: Mit diesen Kontrakten garantiert Siemens der Kommune die Refinanzierung durch Einsparungen innerhalb bestimmter Zeiträume. So hat zum Beispiel der Energiesparkontrakt für die energetische Sanierung einer Feuerwache und des Metropolitan Multi-Service Center ein Volumen von 26 Millionen US-Dollar und eine Laufzeit von 13 Jahren. Die Stadt spart allein bei diesen zwei Gebäuden jährlich 550 Megawattstunden Strom und 119 Megawattstunden Erdgas.
Eine zweite große Maßnahme, um den Energieverbrauch der Stadt drastisch zu senken, war die Modernisierung der Ampelanlagen: Innerhalb eines Jahres bauten Siemens-Techniker 40.000 LEDs anstelle der alten Glühlampen ein. Durch die Umstellung auf LED-Technik spart Houston innerhalb von zehn Jahren Energiekosten in Höhe von 14 Millionen US-Dollar und weitere 5,5 Millionen US-Dollar an Betriebskosten ein.
Der Reliant Park in Houston ist mit 750 Millionen US-Dollar Baukosten eines der größten Bauprojekte in der Region. Wichtige Sportveranstaltungen wie Football-Spiele der Houston Texans und Rodeos ziehen in jedem Jahr viele Tausende Menschen an. Besonderes Augenmerk wird daher auf den Schutz und die Sicherheit der Besucher gelegt. Siemens installierte im Reliant Park modernste Technologien für Gebäudeautomatisierung, Brandschutz, Zutrittskontrolle und Videoüberwachung.
Ein weiteres Projekt zur Stadtmodernisierung mit Siemens-Beteiligung, war der Bau der „Red Line“, des Metro-S-Bahn-Systems, das den Reliant Park mit dem Geschäftsviertel verbindet. Als Marktführer für Stadtbahnen in Nordamerika lieferte Siemens die 18 Stadtbahnfahrzeuge sowie die komplette Infrastruktur, inklusive Signal- und Kommunikationstechnik, Stromversorgung und Oberleitungen.