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Autonomes Fahren

Wohin geht die Reise?

Während bei autonomen Bussen bereits vielversprechende Einsatzkonzepte bestehen, gibt es bei den selbstfahrenden Autos noch zahlreiche offene Punkte. Es sind vor allem regulatorische und gesellschaftliche Fragen, die beantwortet werden müssen, bevor ein breiter Einsatz selbstfahrender Personenwagen denkbar ist. Aus Sicht der Strassenverkehrsexperten von Siemens Mobility stehen mehrere Aspekte im Vordergrund. 

Wann werden Privatautos autonom fahren? Nach Einschätzung der Fachleute von Siemens Mobility wird dies noch einige Jahre dauern. Nicht aus technischen Gründen – denn fast alle benötigten Komponenten sind in den Premium-Fahrzeugen der führenden Hersteller ja bereits heute an Bord. Es ist gut vorstellbar, dass bereits in naher Zukunft auf Autobahnen separate Spuren für automatisiertes Fahren eingeführt werden. Denn dort entfallen einige Einflussfaktoren wie Tiere oder Fussgänger, die zu komplexen Situationen im Strassenverkehr führen und höhere Anforderungen an die Sensorik stellen.

Zahlreiche Herausforderungen müssen bei der Infrastruktur und der Gesetzgebung gelöst werden. Diese müssen mit den rasanten technologischen Entwicklungen Schritt halten. Die zugehörigen Prozesse dauern aber durch die nötigen Bewilligungsverfahren mehrere Jahre, und so hinken die Behörden immer dem Fortschritt hinterher. Dies führt zu einer evolutionären und nicht zu einer revolutionären Entwicklung. 

Die ordnende Hand

Im Umfeld des autonomen Fahrens finden sich einige Verfechter der Schwarmintelligenz. Diese vertreten die Ansicht, dass die Fahrzeuge ihr Vorwärtskommen selbstständig untereinander koordinieren und so das Verkehrsnetz optimal ausnutzen sollen. Siemens-Fachleute sind jedoch davon überzeugt, dass auch in Zukunft eine übergeordnete Stelle das Verkehrsmanagement übernehmen muss. Nur so ist sichergestellt, dass nicht plötzlich Quartierstrassen überrollt werden. Das System sorgt dafür, dass die Fahrzeuge effizient vorwärtskommen, die Emissionen reduziert werden und ein Höchstmass an Sicherheit gegeben ist.

Hierzu braucht es eine Kommunikation zwischen den Fahrzeugen und ihrer Umgebung. Die Autos kommunizieren miteinander und erhalten Informationen über Baustellen, Staus oder Wetterverhältnisse. Lichtsignalanlagen teilen dem Fahrzeug mit, wann es losfahren kann, Geschwindigkeitssignalisierungen geben das Tempo vor, und bei Stau verhindern dynamische Wechselwegweiser eine Verkehrsüberlastung. Die Infrastruktur wird sich anpassen müssen: Herkömmliche verkehrsabhängige Lichtsignaltechnik, die nur mit einem Verkehrsrechner Daten austauscht, reicht nicht mehr aus. Die Zukunft verlangt eine direkte Kommunikation mit den Fahrzeugen. 

Vorantasten zum Erfolg

Eine grundlegende Frage ist, wie diese Informationen zukünftig übertragen werden. Heute kommt eine Kombination aus einem spezifischen WLAN-Netz und Mobilfunkkommunikation zum Einsatz. Mit der Einführung von 5G ist es denkbar, dass auch zeitkritische Informationen über Mobilfunk übertragen werden. Sicher ist: Es müssen gemeinsame Schnittstellen und ein Standard festgelegt werden. Zunehmen wird auch die Bedeutung des Themas IT-Security. Zukünftig ist klar zu definieren, welche Informationen welchen Sicherheitslevel erfüllen müssen und welche Rückfallebenen bestehen, wenn ein unberechtigter Eingriff ins System erfolgt.

Momentan gleicht die Entwicklung der autonomen Mobilität einem individuellen Ausprobieren mit vielen Partialinteressen. Der Markt spielt: Es wird getestet und entwickelt, um dem Ziel des autonomen Fahrens näherzukommen. Auch Siemens sammelt in verschiedenen Projekten gezielt Erfahrungen, um zusammen mit den beteiligten Partnern Lösungen für die Zukunft zu finden.

Benno Estermann
Picture credits: iStock