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Mobilität der Zukunft

Schlaue Elektrobusse in Sitten

In mehreren Schweizer Städten sind derzeit Versuche mit selbstfahrenden Bussen in Planung. Während einige Projekte langsam anlaufen, ist der seit Juni 2016 erfolgreich laufende Versuchsbetrieb der PostAuto AG in Sitten bereits ausgedehnt und verlängert worden. Mit der erweiterten Strecke, die die beiden SmartShuttles seit Anfang März 2018 bedienen, betreten Siemens Mobility und die beteiligten Innovationspartner des Mobility Lab weitgehend Neuland. Auch mit intelligenter Ampeltechnologie von Siemens.

Seit dem Start vor bald zwei Jahren haben die selbstfahrenden gelben Postautos viele Besucher und Experten aus der ganzen Welt nach Sitten gelockt. Zudem hat die PostAuto AG die autonomen Fahrzeuge an zahlreichen Vorführungen in der Schweiz und in mehreren europäischen Ländern präsentiert: Insgesamt sind bisher 65 000 Personen mit den SmartShuttles gefahren, 35 000 davon alleine in Sitten. Während der ersten Testphase haben bis Ende 2017 die beiden Busse rund 7500 Mal die 1,5 km lange Strecke in der Sittener Altstadt durchquert. Aufgrund der guten Erfahrungen haben die beteiligten Partner im Herbst 2017 entschieden, die Tests mit den SmartShuttles bis mindestens Ende 2018 zu verlängern und komplexer zu machen. Neu fahren die autonomen Busse bis zum Bahnhof Sitten und bedienen eine rund drei Kilometer lange Strecke. Mit dieser Verlängerung erhöht sich die Komplexität des Verkehrs und damit auch die Anforderung an die Technologie. So müssen die Busse unter anderem einen Verkehrskreisel meistern und an der Avenue de la Gare mit zwei Ampeln kommunizieren.

Innovationen vorantreiben

Für einige der technischen Lösungen auf der verlängerten Strecke sind Fachleute von Siemens Schweiz verantwortlich. In erster Linie geht es darum, sicherzustellen, dass die fahrerlosen Busse auch auf stärker frequentierten Strassen und bei höheren Geschwindigkeiten sicher und effizient verkehren können. An den beiden Lichtsignalanlagen, an welchen die Busse vorbeifahren, sind zwei sogenannte Road Side Units (RSU) installiert. Mit Hilfe dieser RSU, die mit der Lichtsignalanlage verbunden sind, wird eine drahtlose Kommunikation mit dem Bus hergestellt. Durch die zuverlässige und sichere Kommunikation weiss der SmartShuttle zweifelsfrei, wann die Ampel rot ist und wann er anhalten muss. Auch kann die verbleibende Zeit der Grün- und Rotphase (Prognose) übertragen werden, um die optimale Durchfahrt an der Ampel zu bestimmen.

Mithilfe dieser technischen Installationen sind die Busse in der Lage, die stark frequentierte Kreuzung autonom zu durchfahren. Für einen fahrerlosen Bus auf öffentlichen Strassen stellt dies eine Weltpremiere dar. Die Partner des Mobility Lab – die Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne, die Fachhochschule Westschweiz (HES-SO Wallis), der Kanton Wallis, die Stadt Sion und die Post – wollen den erweiterten Test nutzen, um neue Erkenntnisse zum Thema zu gewinnen, und zwar nicht nur bezüglich der technischen Aspekte. So soll sich zum Beispiel auch die Kommunikation zwischen Bus und Fussgängern verbessern – ein wichtiges Kriterium für eine künftige grossflächigere Nutzung.

Picture credits: PostAuto