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Videoüberwachung wird intelligent

Der Bereich Video Security wird revolutioniert. Radar ermöglicht lückenlose Perimeterüberwachung. Intelligente Videokameras und automatische Bilderkennung entlasten das Sicherheitspersonal. Clouds bieten unbegrenzten Speicherplatz – müssen aber gut geschützt werden.

Die Videoüberwachung befindet sich im Umbruch. Vernetzte IP-Kameras, intelligente Software und moderne Videomanagement-Lösungen ersetzen die analogen Überwachungssysteme. «Plant man heute eine Videoüberwachung, bezieht man von Anfang die IT-Abteilung mit ein», sagt Walter Lange, Head of Product Line Video Security bei Siemens. Denn die digitale Technologie hat die Möglichkeiten moderner Videoüberwachung massiv erweitert – sowohl im Bereich Hardware wie auch in der Software.

Als Basis moderner Video Security bietet Siemens seinen Kunden die beiden Videomanagement-Systeme Siveillance VMS und SiNVR an. Diese sind je nach Systemkomplexität in unterschiedlichen Versionen erhältlich. Beide Plattformen enthalten die Grundfunktionen moderner Video Security wie zum Beispiel automatische Bewegungserkennung und Systemredundanz, setzen jedoch unterschiedliche Schwerpunkte. Siveillance bietet Vorteile in der Verarbeitung hochaufgelöster Bilder, während sich SiNVR besonders für automatisierte Überwachungen eignet. «Hochaufgelöste Bilder benötigt man etwa bei einer Stadionüberwachung, wo es schnell unübersichtlich wird», sagt Walter Lange. Automatisierung hingegen sei bei einer Verkehrsüberwachung wichtig, wo abweichende Muster wie langsame Fahrzeuge oder verlorene Gepäckstücke erkannt werden müssen. Die Videomanagement-Systeme ergänzt Siemens je nach Kundenbedürfnis mit Hardware- und Software-Komponenten von Drittanbietern. So wird die ganze Palette der aktuellen Trends in der Videoüberwachung abgedeckt. «Wir sind in erster Linie Systemintegratoren», erklärt Lange.

Neuer Trend: Radar

Ein neuer Trend ist der Einsatz von Radaren. Diese können Objekte über grosse Distanzen  entdecken und verfolgen. Anders als Kameras sind sie von Tageszeit und Wetter unabhängig: Sie sehen ihre Ziele in der Dunkelheit genauso wie bei Regen oder Schneefall. Gerade in Verkehrstunnels, wo nasse Strassen oder Lichtreflektionen Kameraüberwachung erschweren, können Radare geeignet sein. «Bei hohen Verkehrsaufkommen will man heute auch Zusatzspuren freigeben, muss aber sicher sein, dass sich auf diesen keine Gegenstände, Personen oder Fahrzeuge befinden», sagt Walter Lange. In der Schweiz sind Radare im Küblis-Tunnel im Einsatz. Bei der Zürcher Nordring-Umfahrung befindet sich eine Anlage im Aufbau.

Ein weiteres Einsatzgebiet für Radare ist die Rundumüberwachung – nicht nur am Boden, sondern auch in der Luft. Denn dort haben sich Drohnen als neue Möglichkeit der Intrusion entwickelt. «Gerade Gefängnisse schützen heute deshalb ihren Luftraum mit Radar», sagt Lange. Diese Radarsysteme mit breitem Überwachungsperimeter erkennen nicht nur Drohnen, sondern auch kleine Objekte wie einen Tennisball, der über die Gefängnismauer geworfen wird – etwa, um etwas in ein Gefängnis zu schmuggeln. Damit es nicht zu Fehlalarmen kommt, kann der Radar künstliche Objekte von Vögeln unterscheiden.

Automatisierung zur Effizienzsteigerung

Ein weiterer Trend der Videoüberwachung ist die Automatisierung. Intelligente IP-Kameras entlasten das Sicherheitspersonal. Denn sie verfügen über einen Netzwerkanschluss und leistungsfähige Prozessoren, dank denen sie eigenständig Aufgaben übernehmen. IP-Kameras können auf Strassen langsame Fahrzeuge entdecken. In der Perimeterüberwachung schlagen sie Alarm, wenn eine Person oder ein Objekt einen definierten Bereich betritt. Sie erkennt auch «Loitering»: Unerwünschtes herumlungern von Personen. Detektiert die Kamera ein Ereignis, überprüft der Security-Mitarbeiter mit einer Zoom-Kamera das Geschehen. «Manchmal stellt sich ein Ereignis auch als harmlos heraus», erklärt Walter Lange. «Ein vermeintliches Loitering ist vielleicht eine Gruppe gebrechlicher Menschen, die sehr langsam unterwegs sind.»

Eine weitere Funktion moderner Video Security ist die automatische Nummernschilderkennung von Fahrzeugen. Diese hilft bei der Zutrittskontrolle zu Arealen: Bei autorisierten Nummernschildern gehen automatisch die Schranken auf. Wichtig ist die Zeichenerkennung nicht zuletzt bei Gefahrguttafeln auf LKWs, die Ladungen wie etwa chemische Stoffe transportieren. «Das Sicherheitspersonal einer Verkehrsüberwachung weiss so jederzeit, welche Gefahrengüter sich in einem Tunnel befinden», erklärt Walter Lange. Bei einem Brand könne es entsprechend reagieren und die richtigen Massnahmen einleiten. Auch für polizeiliche Zwecke kann diese Funktion eingesetzt werden: Nummernschilder eines Überwachungsperimeters können erfasst und mit einer Datenbank abgeglichen werden. So werden gestohlene Fahrzeuge entdeckt.

Forensische Suche hilfreich

Hilfreich für effiziente Videoüberwachung ist zudem eine automatisierte forensische Suche im Videoarchiv. In einer Suchmaske des digitalen Videoarchivs kann das Sicherheitspersonal das Bildmaterial nach Parametern durchsuchen – etwa nach Ereignissen zu einer bestimmten Tageszeit oder nach Objekten bestimmter Grösse, Farbe oder auch Geschwindigkeit. Auch virtuelle Felder oder Linien können definiert werden, so dass ein querendes Objekt in einem überwachten Raum erkannt werden kann. Diese effiziente Suchfähigkeit wird umso wichtiger, weil die Speicherkapazitäten moderner Überwachungssysteme schnell wachsen. IP-Kameras senden ihre Bilddaten direkt an eine Cloud. «Die Speichermöglichkeiten sind praktisch unbegrenzt», sagt Walter Lange. Je nach Sensitivität des Bildmaterials wünschen sich Firmen auch sogenannt private, also eigene Clouds. «In diesen Fällen werden auch Hybrid-Lösungen möglich», erklärt Lange. Hochsensitives Material bleibe dabei kundenintern, andere Dateien werden verschlüsselt in einer öffentlichen Cloud gesichert.

Mit der Digitalisierung und Vernetzung von Videoüberwachungs-Systemen steigt jedoch auch die Gefahr von Ausfällen und Manipulation. Siemens bietet hier mit der Software Sinalyse ein Programm, welches sämtliche Komponenten eines Video Security-Systems permanent überwacht. Sobald Sinalyse eine Fehlfunktion feststellt – etwa eine Kamera, die sich nicht meldet – gibt es eine Meldung an das Videomanagement-System aus. «So ist sichergestellt, dass der Betreiber jederzeit über den Betriebszustand seines Systems informiert ist», sagt Walter Lange. Mit den Video-Management-Systemen von Siemens kann zudem festgestellt werden, ob Video- oder andere Daten gelöscht oder verändert wurden – und welcher Bediener aktiv war. Zudem bieten die Systeme flexible Backup-Konzepte an, mit welchen die Daten nach Kundenbedürfnis gegen Verlust gesichert werden. So wird Video-Security für alle Anwender sicher.

Marc Maurer
Picture credits: Siemens AG