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Effizienter Umgang mit Energie

Für einen zukunftsweisenden Gebäudepark

Es wird immer wichtiger, mit Energie effizient umzugehen. Denn um die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens zu erreichen, muss die Schweiz den Energieverbrauch drastisch senken. Die Reduktion des Energieverbrauchs von Gebäuden ist mit 40 % ein wichtiger Teil davon. Siemens Building Performance and Sustainability (BPS) berät Unternehmen und entwickelt Projekte, um den Energieverbrauch von Gebäuden deutlich und dauerhaft zu senken.

Mit Gebäudetechnik lässt sich der Energieverbrauch und damit auch der CO2-Ausstoss einer Immobilie auf zwei Arten senken. Die erste besteht darin, den Energieträger zu wechseln und fossile Brennstoffe wie Öl oder Gas durch erneuerbare Energieträger wie Biogas oder Holzschnitzel zu ersetzen. Auch eine Photovoltaikanlage trägt dazu bei, die CO2-Bilanz für den bezogenen Strom zu verbessern. Beim zweiten Ansatz wird die Effizienz gesteigert, um nur noch so viel Energie wie nötig zu verbrauchen und nicht so viel wie möglich. «Siemens macht beides», erklärt Jürgen Baumann. Er ist Experte für energetische Modernisierung und Energiedienstleistungen in der Abteilung BPS von Siemens Building Technologies (BT). «Wollen wir den Energieverbrauch eines Gebäudes senken, müssen wir zuerst herausfinden, was in besagtem Gebäude geschieht», erklärt Baumann. «Wir fragen uns: Wer erzeugt und verbraucht was, wann, wo und warum? Damit schaffen wir Transparenz.»

Jürgen Baumann, Siemens Schweiz

«Connect und Collect»

Bei der Analyse eines Gebäudes interessieren neben dem Verbrauch von Strom, Gas oder Wasser auch die Parameter, die das Wohlbefinden der Menschen im Gebäude beeinflussen. Dazu gehören Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder Luftqualität. Das Sammeln der Daten ist je nach Gebäude unterschiedlich komplex. «Am einfachsten lassen sich die Daten mit einer automatischen Verbindung zwischen Zählern und Sensoren im Gebäude und dem Advanced Service Center von Siemens in Steinhausen erfassen. Wenn möglich setzen wir dabei auf einen 15-Minuten-Takt. Damit erhalten wir 96 Messpunkte pro Tag», so Baumann. Der Blick auf die Jahresrechnung reicht bei weitem nicht. Erst hoch aufgelöste Messwerte über eine längere Zeit zeigen, wie sich ein Gebäude verhält.

Analyse der Nutzung

Wann wieviel Energie verbraucht wird, hängt auch von der Nutzung des Gebäudes ab. Ein Spital ist rund um die Uhr in Betrieb, braucht fast immer Licht, Wasser und Wärme. Anders ein Bürogebäude, in dem die Menschen an fünf von sieben Tagen während zwölf Stunden pro Tag arbeiten. «Ein Bürogebäude ist pro Woche 60 Stunden in Betrieb, ein Spital hingegen 168 Stunden», fasst Baumann zusammen. Läuft die Gebäudetechnik im Bürogebäude ohne Unterbruch, führt das zu einem «Betrieb ohne Nutzen» und die Investition in den Betrieb der Gebäudetechnik trägt nicht zur Wertschöpfung des Unternehmens bei. «Wir gehen davon aus, dass 30 % des Stroms in Gebäuden verschwendet wird», schätzt Baumann. «Bei der Wärmeenergie ist es zum Teil noch viel mehr.»

Aus bestehenden Anlagen alles herausholen

Sind die Daten erfasst und die Abläufe analysiert, werden diese bewertet. Wird der gewünschte Komfort mit einem angemessenen Energieeinsatz erreicht? Entspricht der Energieverbrauch der Nutzung des Gebäudes? «Ein Spital braucht pro Quadratmeter häufig mehr Energie als ein Bürogebäude», sagt Baumann. Um einen Referenzwert zu erhalten, vergleicht Siemens wenn möglich den Verbrauch auch mit ähnlichen Gebäuden in der Umgebung.

«Stufen wir den Energieverbrauch als zu hoch ein, definieren wir einen Zielwert und suchen Massnahmen, um diesen zu erreichen», erklärt Baumann weiter. «Wir fragen uns: Was lässt sich machen, wenn ein Bürogebäude nicht genutzt wird? Kann es in eine Art Standby versetzt werden? Können wir einen Raum, einen Gebäudeteil oder das ganze Gebäude ausschalten?» Ein erster Schritt kann sein, die Lüftung so zu regeln, dass sie nur noch arbeitet, wenn Menschen im Gebäude sind. Auch andere Parameter der bestehenden Gebäudetechnik lassen sich anpassen, wie die Temperatur oder eine Heizkurve. «Damit können wir meist eine Reduktion des Energieverbrauches von 20 % erreichen. In Extremfällen haben wir schon über 60 % erreicht. Und das, ohne in die Gebäudetechnik oder die Gebäudehülle zu investieren», betont Baumann.

Im zweiten Teil des Artikels erfahren Sie mehr über Finanzierungsmodelle, rechtliche Rahmen und die Einbindung von Elektromobilen.

Marc Maurer
Picture credits: Siemens