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Als Teil des neuen Pumpspeicherwerks Limmern wurde während drei Sommern die mehr als einen Kilometer lange Staumauer Muttsee errichtet.

Linth-Limmern

Ein Bauwerk der Superlative

Im Glarnerland entstand mit dem Projekt «Linthal 2015» das stärkste Pumpspeicherwerk der Schweiz. In enger Zusammenarbeit mit den Behörden und Naturschutzorganisationen wurde mit dem Ausbauprojekt der Axpo ein wichtiger Beitrag zur Stromversorgungssicherheit der Zukunft umgesetzt. Siemens lieferte für das Grossprojekt unterschiedliche Lösungen im Bereich der Gebäudetechnik.

Es ist ein gigantisches Bauwerk, eine logistische Meisterleistung und eines der bedeutendsten Ausbauprojekte mit Beteiligung der Axpo, der grössten Produzentin von Wasserkraft in der Schweiz: das unterirdisch angelegte Pumpspeicherwerk Limmern (PSW) im Kanton Glarus. Nach einer Bau- und Planungszeit von zehn Jahren, bei der teilweise über 500 Personen gleichzeitig an mehr als zehn Bau- und Installationsplätzen rund um die Uhr gearbeitet haben, konnten die Hauptarbeiten des Grossprojekts «Linthal 2015» Ende 2017 erfolgreich abgeschlossen werden. Neu verfügen alle Anlagen der Kraftwerke Linth-Limmern AG (KLL) zusammen über eine Leistung von rund 1520 Megawatt (MW), was leistungsmässig dem Kernkraftwerk Leibstadt oder dem im Kanton Wallis gelegenen Wasserkraftwerk Cleuson Dixence entspricht. Mit der Realisierung dieses prestigeträchtigen Projekts im Herzen des Kantons Glarus konnte der bis anhin schon wichtige Beitrag der Kraftwerke Linth-Limmern für die Stromversorgung der Schweiz noch weiter erhöht und optimiert werden. Siemens war mit unterschiedlichen Disziplinen im Bereich Haustechnik an diesem Grossprojekt beteiligt und lieferte Lösungen für die Entrauchung, Löschung, Videoüberwachung, Evakuation sowie die Branddetektion.

Eine Investition für die Zukunft

Die Kraftwerke Linth-Limmern zieren schon seit den 1960er-Jahren das Landschaftsbild von Glarus Süd, wie die Standortgemeinde der Kraftwerke am Muttsee, im Tierfehd und in Linthal seit der Glarner Gemeindestrukturreform von 2011 offiziell heisst. Bereits die drei bestehenden, vor «Linthal 2015» betriebenen Kraftwerke nutzten mit einer installierten Leistung von 520 MW die Wasserzuflüsse eines rund 140 km2 grossen Einzugsgebiets im Quellengebiet der Linth und des Sernfs zur Produktion von Strom. Mit der Bauentscheidung zum Projekt «Linthal 2015» von 2009 wurde der Startschuss zur Errichtung eines Vorzeigeprojekts sowie zur weiteren Stärkung der seit jeher wichtigen Stellung der Wasserkraft für die Schweiz gegeben. 60 % des Schweizer Stroms stammen derzeit aus diesem erneuerbaren Stromproduktionszweig. Auch hinsichtlich der vom Bundesrat ausgearbeiteten Energiestrategie 2050 stellen Massnahmen zum Ausbau erneuerbarer Energieformen – unter anderem zur Förderung bestehender und neuer Anlagen der Wasserkraft – einen von mehreren Grundpfeilern dar. Den Pumpspeicherwerken als eine Form von Wasserkraft wird im Rahmen der zukünftigen Energiestrategie ein grosses Potenzial beigemessen, weil sie Strom speichern und so zum Ausgleich schwankender Stromproduktion genutzt werden können. Im Unterschied zu reinen Speicherkraftwerken verfügen sie nicht nur über einen oberen Speichersee, sondern auch über ein unteres Wasserbecken, aus dem bereits verwendetes Wasser wieder in den oberen See gepumpt werden kann. Im Falle des Pumpspeicherwerks Limmern handelt es sich bei den beiden Wasserbecken um den Limmernsee auf 1857 m ü. M. und den rund 630 Meter höher gelegenen Muttsee. Das Speichervolumen des Muttsees wurde dank des Baus von Europas höchstgelegener Gewichtsstaumauer von 9 Millionen Kubikmeter auf 23 Millionen Kubikmeter Wasser mehr als verdoppelt. Die Erzeugung des Stroms geschieht, indem das in den Muttsee gepumpte Wasser im Turbinenbetrieb wieder zur Stromproduktion eingesetzt wird.

Im Zugangsstollen sorgen die FibroLaser-Technologie sowie eine Entrauchungsanlage von Siemens für Sicherheit.

Für die Sicherheit im Zugangsstollen

Auch im Inneren des Berges wurden mit der Errichtung der 150 Meter langen, 35 Meter breiten und 53 Meter hohen und aus dem Fels gesprengten Maschinenkaverne, dem 4 Kilometer langen Zugangsstollen für die unterirdische Standseilbahn sowie den unzähligen Zuführungsstollen scheinbar unvorstellbare Projekte umgesetzt. Die logistischen und sicherheitstechnischen Aspekte waren grundlegende Herausforderungen, die es zu meistern galt. Gerade für den Transport der schweren und grossen Maschinenkomponenten vom Tal in Tierfehd zur Kavernenzentrale per Standseilbahn war die Sicherheit von wesentlicher Bedeutung. So wog einer von vier benötigten Transformatoren rund 200 Tonnen, was in etwa dem Gewicht von 45 ausgewachsenen afrikanischen Elefanten entspricht. Für die Überwachung des Zugangsstollens kommt die FibroLaser-Technologie von Siemens zum Einsatz, ein System, welches bereits in unzähligen Strassentunneln Anwendung findet. Die Lösung basiert auf der linearen thermischen Branderkennung mittels Glasfaserkabel und sorgt für die schnelle Erkennung und metergenaue Lokalisierung eines Brandherdes. Die ebenfalls im Zugangsstollen installierte und zuverlässig funktionierende Siemens-Entrauchungsanlage mit zwei Ventilatoren bildete die Voraussetzung dafür, dass die Standseilbahn pünktlich in Betrieb genommen werden konnte und somit den weiteren Verlauf der Arbeiten im Inneren der Kavernen nicht behinderte.

Siemens-Technik für unterschiedliche Bereiche

Die Dimensionen des Projekts «Linthal 2015» widerspiegeln sich auch im Umfang weiterer Siemens-Bestandteile. Neben dem Zugangsstollen finden sich zusätzlich in der Trafo- und Maschinenkaverne sowie in den restlichen Kavernen Lösungen von Siemens in den Bereichen Brandschutz, Evakuation und Videoüberwachung. Eine Wassernebelhochdruckanlage schützt die Transformatoren, damit Interventionskräfte im Brandfall rechtzeitig und ausreichend handeln können. Zudem überwachen rund 70 Videokameras die wichtigsten Punkte der Anlage, sodass unter anderem in der Maschinenkaverne die manuelle Überwachung wegfällt. Die Evakuationsanlage und die zirka 500 montierten Lautsprecher sorgen im Weiteren für die schnelle und geordnete Evakuierung in einem Notfall. Desigo Insight – die flexible Managementstation von Siemens mit der bedienungsfreundlichen Benutzeroberfläche – überwacht die rund 4000 Datenpunkte der Anlage, wodurch die Betreiber der Anlage stets alles im Blick haben. Zudem trägt das Leitsystem zu einem energieeffizienten Betrieb des Prestigeprojekts im Glarner Hinterland bei.

Benjamin Schenk
Picture credits: Axpo / Siemens Schweiz