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Hier fühlt man sich in die Wald- und Wasserwelt der Amazonasregion versetzt, in der etwa ein Viertel aller bekannten Tier- und Pflanzenarten unseres Planeten leben dürften.

Heizung, Klimatisierung und Belüftung

Aquatis: vom Rhonegletscher bis zum Amazonas-Regenwald

Aquatis, das grösste Süsswasser-Aquarium-Vivarium Europas, lässt seine Besucherinnen und Besucher in die Fliessgewässer und Seen von fünf Kontinenten eintauchen. Mehr als 10 000 Fische sowie Hunderte von Reptilien- und Pflanzenarten können hier beobachtet werden. Als Partner des Projekts kümmerte sich Siemens um das Wohlergehen der Besucher und der «Bewohner» der Aquarien. Ein Tauchgang.

Der Besuch von Aquatis in Lausanne ist ein faszinierendes Erlebnis und gleichzeitig lehrreich. «Dank einer packenden, realitätsnahen Inszenierung wird der Besucher zum Forscher und unternimmt eine abenteuerliche Reise durch Eishöhlen, Unterwassertunnels und Szenerien, die natürlicher als die Natur wirken und durch beeindruckende Spiegeleffekte verstärkt werden», erläutert Bruno Kueny, technischer Koordinator von IC Eau SA und verantwortlich für die Aquaristik.

Die Reise beginnt im Wallis, in den azurblauen Tiefen der Rhonegletscher-Eisgrotte. Das erste Wasserbecken birgt Fische der alpinen Flüsse und Seen, darunter die bekannten Bachforellen und Seesaiblinge, aber auch Döbel oder Alet. Die Fahrt geht weiter mit einer Überquerung des Genfersees, indem wir dem Schaum eines Raddampfers der Genfersee-Schifffahrtsgesellschaft CGN folgen, und endet im Rhonedelta, 812 km weit entfernt, beziehungsweise im ersten Meerwasserbecken von Aquatis.

Von Europa nach Afrika

Die Besucher verlassen die Europa-Zone durch einen Unterwassertunnel, der zu einem gigantischen, beweglichen Spinosaurus führt. Dieser grösste bekannte fleischfressende Dinosaurier kündigt die Ankunft im Raum der Evolution an. Dazu Bruno Kueny: «Mit seinen zehn Metern Höhe und einer Million Litern Süsswasser sowie dem transparenten, zum Beobachten idealen Tunnel bildet das Becken dieser Zone einen Höhepunkt des Rundgangs.» Es ist die Verbindung zwischen Europa und Afrika und beherbergt uralte Spezies wie den Löffelstör, den Alligatorhecht oder den Atlantischen Stör.

Die «Expedition» nach Afrika ist geprägt von der Begegnung mit den beiden heiligen Krokodilen des ehemaligen Vivariums von Lausanne. Die beiden Reptilien leben seit Oktober 2017 in ihrer neuen Umgebung und haben sich gut eingelebt. Ein farbenfrohes Spektakel bietet einige Meter weiter das Becken, das dem Malawi-See in Ostafrika und seinen vielen maulbrütenden Buntbarscharten gewidmet ist.

Ein terrassiertes Reisfeld kündigt die Ankunft in Asien an. Die Besucher entdecken hier die Tigerbarsche des Mekong-Stroms und die zahlreichen Bewohner der Mangroven-Uferzonen. Die Reise führt weiter nach Ozeanien mit der grossen Familie der Regenbogenfische und den Rotbauchschildkröten der australischen Fliessgewässer und Seen. Das Vivarium, als verlassene Outback-Schule gestaltet, beherbergt zwei Exemplare des Inlandtaipans, der giftigsten Schlange der Welt. Die beiden Komodowarane im benachbarten Terrarium sind mindestens ebenso beeindruckend.

Im nächsten Raum lassen das Geräusch des Wassers, die Feuchtigkeit, die Hitze und die üppige Vegetation keinen Zweifel offen: Wir befinden uns in Amazonien. Der Parcours endet mit faszinierenden Arten wie den weitverbreiteten fleischfressenden Rotbauch- oder Roten Piranhas, aber auch grossen pflanzenfressende Piranhas, riesigen Arapaimas und dem seltenen Blauen Pfeilgiftfrosch oder Baumsteiger.

In diesem Aquarium kann man Fischarten beobachten, deren Vorfahren aus der Zeit der Dinosaurier stammen.

Eine beispielhafte Zusammenarbeit mehrerer Partner

Aquatis, getragen von der Boas-Gruppe, ist die Frucht einer Partnerschaft der Gruppe Grisoni Zaugg für den Bau des Gebäudes, der Firma BCO für die Inneneinrichtung und des wissenschaftlichen Büros IC EAU für die Aquaristik. Siemens Schweiz sorgt mit der Heizung, Klimatisierung oder Belüftung für den Komfort der Besucher sowie für das Wohlbefinden der «Bewohner» von Aquatis. Durch Siemens-Technik wird die Temperatur in den Wasserbecken und den Vivarien reguliert. «Wir haben diesbezüglich bereits Schwimmbäder betreut, hier kümmern wir uns erstmals um Fischbecken», erklärt Jean-Yves Rossier von der Siemens-Division Building Technologies. In den 46 Bassins zirkuliert das Wasser mit einer Temperatur von 15 bis 29 Grad, je nachdem, ob sich die Becken in der Gletscherzone oder im Treibhaus Amazoniens befinden. Die Temperaturen variieren auch zwischen Tag und Nacht und sind den Jahreszeiten angepasst. «Gesteuert wird alles vom Kellergeschoss aus durch zwei Arten von Wärmeaustauschern: die einen sind in Pufferbecken eingetaucht, die anderen sind ausserhalb installiert.» Dieses System ermöglicht es nicht nur, die Bedingungen zu schaffen, die den natürlichen Lebensräumen der Fische entsprechen, sondern auch, die Temperaturen im Winter zu senken und so über ein nachhaltiges Energiemanagement der Aquarien zu verfügen.

Was den Rundgang betrifft, war die grösste Herausforderung, die Belüftung an den verschiedenen Standorten der Besucherfrequenz anzupassen. Jean-Yves Rossier: «An Tagen mit grossem Andrang können bis zu 6000 Personen zusammenkommen, dann muss viel CO2 abgeführt werden. Das Management der Temperaturen ist hingegen ziemlich einfach, da die Planer von Aquatis das Gefühl des Eintauchens dadurch verstärken wollen, dass es in den Bereichen, die den alpinen Regionen entsprechen, kühl und in jenen der tropischen Zonen warm ist.»

Hinsichtlich der Partnerschaften dieses Projekts sind sich Kueny und Rossier einig: «Dank kompetenten und zuverlässigen Teams mit grossen menschlichen Qualitäten konnten wir ruhig und effizient arbeiten.»


Aquatis in Zahlen

  • 100 000 Aluminium-«Schuppen» bedecken die Fassade des Gebäudes
  • 3500 m2 Fläche stehen für den Besucherrundgang zur Verfügung
  • 46 Aquarien, Vivarien und Terrarien
  • 2 Millionen Liter Wasser für alle Becken
  • 10 000 Fische
  • 100 Reptilien und Amphibien
  • 200 Arten zum Beobachten
  • 20 Ökosysteme
  • 300 000 bis 400 000 erwartete Besucher pro Jahr

 

Chantal Epiney Vocat
Picture credits: Rainer Sohlbank