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Das Magazin für Forschung und Innovation
 

Elektromobilität

Leinen los für Skandinaviens Elektrofähren

Die norwegische "Ampere", die erste Elektrofähre der Welt: Das Schiff befährt die sechs Kilometer lange Route E39 zwischen Lavik und Oppedal nördlich von Bergen in Norwegen. Sie fährt im 20-Minuten-Takt 34 Mal am Tag über den Fjord.

Skandinavien setzt als erste Region der Welt verstärkt auf batteriebetriebene und damit umweltschonende Technologien im Schiffbau. Vor allem Norwegen: Mit dem Einsatz von Fähren mit rein elektrischem oder Hybridantrieb geht das Land den nächsten Schritt in Richtung Reduzierung des landesweiten Kohlenstoffdioxid-Ausstoßes um 40 Prozent, wozu sich die norwegische Regierung verpflichtet hat. Siemens-Technik hilft dabei.

Norwegen gilt weltweit als eines der führenden Länder, wenn es um die Erzeugung und den Einsatz erneuerbarer Energie geht. Das Land generiert 95 Prozent seines Stroms aus Wasserkraft. So wundert es auch nicht, dass Norwegen auch bei der Motorisierung seiner Fähren zunehmend auf elektrische Antriebe setzt. Siemens lieferte bereits die elektrische Antriebstechnik für die weltweit erste rein elektrische Autofähre, die MF Ampere. In einem Folgeauftrag wird Siemens nun vier Autofähren mit Hybridantrieb ausstatten, zwei davon werden von Fosen Namsos Sjø AS betrieben und auf der 7,2 Kilometer langen Route zwischen Flakk und Rørvik an der Westküste Norwegens verkehren. Die beiden Autofähren verfügen je über eine Ladekapazität von 130 Autos und bieten dazu 390 Passagieren Platz. Der Betrieb soll 2019 aufgenommen werden.

Skandinavien setzt als erste Region der Welt verstärkt auf batteriebetriebene und damit umweltschonende Technologien im Schiffsbau. Mit dabei: Siemens..

Bewährte Technologie

Siemens setzt für die beiden neuen Fähren auf seine bewährte BlueDrive PlusC-Technologie. Die Elektro- und Antriebslösung umfasst die Fernverbindung und das Beobachtungssupportsystem EcoMain, Fernsteuerungssystem, Energiemanagement-system sowie den Elektromotor, Schaltgeräte und Generatoren. Das integrierte Kontroll- und Automatisierungssystem ist für Fähren und die Ladestationen an Land, wo die Fähren und die Küste mit einer WLAN-Lösung beobachtet und gesteuert werden sollen. Über das Schiffsmanagementsystem EcoMain lässt sich der Schiffsbetrieb auch per Fernüberwachung optimieren. So sammelt EcoMain über verschiedenste Schnittstellen an Bord Daten der technischen Anlagen, bereitet diese einheitlich auf und stellt sie auf einer gemeinsamen Datenplattform zur Verfügung.  

Nach der norwegischen "Ampere", der ersten Elektrofähre der Welt, baute Siemens auch bereits für die Schifffahrtsgesellschaft FinFerries die erste batteriebetriebenen Autofähre Finnlands.

Energieverbrauch, Emissionsausstoß, Bebunkerung mit Flüssigkeiten, Wartungspläne, Dokumenten- und Wissensmanagement und vieles mehr können so ausgewertet Energieverbrauch, Umweltverträglichkeit und Wartungszyklen optimiert werden. Die verwendete BlueDrive PlusC-Technologie wurde im norwegischen Trondheim entwickelt und basiert auf Lösungen, die für Offshore-Schiffe und gewerblich genutzte Spezialschiffe konzipiert wurden. Das bedeutet, dass diese Systeme unter sehr schwierigen Bedingungen getestet wurden und sich entsprechend bewährt haben. Herzstück des Antriebssystems BlueDrive PlusC ist der drehzahlveränderbare Generatorensatz (Gen-Set) zur Bereitstellung der notwendigen Spannung über einen breiten Frequenzbereich. So können die Dieselmotoren ihre volle Leistung an der lastabhängigen Umdrehungszahl pro Minute bringen. Zudem verfügt der BlueDrive PlusC Antrieb über ein Integrated Drive System (IDS), bei dem die Motoren und Frequenzumrichter so aufeinander abgestimmt sind, dass sie den Schiffsbetrieb wirtschaftlicher und effizienter gestalten.

Zu 100 Prozent „sauber“

Die Ökobilanz der neuen Fähren kann sich aus zweierlei Gründen sehen lassen. Zum einen fallen Abgase, Vibrationen und Lärm während des Elektrobetriebs vollständig weg, wodurch der Antrieb die Umwelt schont. Hinzu kommt, dass der verwendete Strom klimaneutral ist, da Norwegen 100 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Energiequellen bezieht. Deshalb entstehen bei der Stromerzeugung keine Treibhausgase. Damit leisten die neuen Fähren einen wesentlichen Beitrag zur 40-prozentigen Reduktion des Treibhausgases Kohlenstoffdioxid CO2, wozu sich die norwegische Regierung verpflichtet hat.

Maria Bluecher