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Herr Sebastian Webel
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Das Magazin für Forschung und Innovation
 

Die Zukunft der Mobilität

Neue, vernetzte Geschäftsfelder sind gefragt

Die Digitalisierung, der Elektroauto-Boom und damit verbundene Entwicklungen sind dabei, die Automobilindustrie zu verändern.

Fahrzeuge werden zu Ökosystemen, bei deren Weiterentwicklung ganz neue Player auf den Markt kommen. Die gesamte „Infrastruktur-Industrie“ verändert sich drastisch – weltweit.

Tesla gilt weltweit als der Shootingstar der Automobilbranche. Im Jahr 2016 hat das Unternehmen von Elon Musk rund 76.000 Elektroautos verkauft. Doch es gibt einen Konzern, der dem Shootingstar der Automobilbranche den Rang abläuft: Der chinesische Autobauer BYD Auto hat mehr als 102.000 Elektrofahrzeuge auf die Straßen gebracht.

Ein chinesischer vor einem US-amerikanischen Hersteller von Elektrofahrzeugen – das ist mittlerweile nicht mehr verwunderlich. Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) waren in China 2016 mehr als 650.000 Elektroautos auf den Straßen unterwegs.

Die USA folgten mit 560.000 Fahrzeugen vor Japan (151.000) und Norwegen (133.000). Deutschland lag mit 72.730 Elektrofahrzeugen lediglich auf dem achten Platz.

Die zentrale Frage lautet: Wie lassen sich die im Fahrzeug-Ökosystem generierten Daten in wertvolle Produkte und Services umsetzen?

Vier Trends für mehr Veränderung in der Automobilindustrie

Aber nicht nur in China unterzieht sich die Automobilindustrie einer tiefgreifenden Transformation. Der Elektroauto-Boom und andere Entwicklungen sind dabei, die konventionelle Automobilindustrie zu verändern: „Elektrische Antriebe, Vernetzung, autonomes Fahren und Sharing – jeder dieser vier Trends hat das Potenzial, unsere Branche auf den Kopf zu stellen“, sagte Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, bei der Mercedes-Benz-Pressekonferenz während der „Mondial de l’Automobile“ im September 2016 in Paris. In Elektrofahrzeugen ist nur ein Drittel der Teile der konventionellen Fahrzeuge verbaut – ein Vorteil für Tech-Innovatoren also, die in die Automobilindustrie einsteigen.

Tesla gilt weltweit als der Shootingstar der Automobilbranche. Das Unternehmen von Elon Musk ist ein Trendsetter im Bereich der Elektromobilität.

Die zentrale Frage lautet: Wie lassen sich die im Fahrzeug-Ökosystem generierten Daten in wertvolle Produkte und Services umsetzen? „Die eigentliche Revolution liegt in der intelligenten Verknüpfung der vier Trends“, ergänzte Dieter Zetsche. Die Ideen reichen von der vorausschauenden Instandhaltung bis hin zur nutzungsbasierten Versicherung – und gehen weit über das Fahrzeug an sich hinaus. Hightech-Unternehmen wie die großen Automobilbauer, Start-ups, alternative Mobilitätsbetreiber, Datenverwaltungsdienste, Versicherer, Pannenhilfeanbieter und Infrastrukturbetreiber: Sie alle sind wichtige Spieler bei der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle rund um Fahrzeugdaten, so die Studie „Monetizing car data“ von McKinsey.

Verkehrssysteme werden sich ändern

Denn nicht nur die Autos, sondern die gesamte „Infrastruktur-Industrie“ wird sich verändern, und beständig kommen neue energieeffiziente Lösungen auf den Markt. So feierten in Hamburg kürzlich Siemens-Schnellladestationen Weltpremiere: Sie laden mehrmals täglich Elektrobusse unterschiedlicher Hersteller auf. Erstmals fahren aber auch auf einer öffentlichen Straße Lkws mit Stromabnehmern: Siemens installierte in Schweden eine Oberleitung für Elektro- und Hybrid-Lkws. Darüber hinaus betreibt Siemens die weltweit größte cloudbasierte Verkehrsleitzentrale. Damit können Kommunen ein intelligentes Verkehrsmanagement etablieren, ohne selbst in teure Leitstellen zu investieren. Die Beispiele zeigen: Über die Umstellung vom Verbrennungsmotor zur Elektromobilität hinaus werden sich die Verkehrssysteme verändern – im Güter-, Nah- und Fernverkehr, auf Straße und Schiene.

Gitta Rohling
Picture credits: von oben: 1. Bild gettyimages, 2. dpa