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Das Magazin für Forschung und Innovation
 

Medizinische Bildgebung

So einzigartig wie die Patienten

Belastung Kontrastmittel: Je kürzer ein Röntgen-Scan dauert, desto weniger Kontrastmittel muss zur Darstellung in das Gefäß injiziert werden. ARTIS pheno hat deshalb einen neuen Detektor, der extrem schnell hintereinander Bilder aufnimmt und so die Scanzeiten verkürzt.

Unbegrenzte Möglichkeiten für den Arzt bei der Behandlung aller Patienten, unabhängig von gesundheitlichem Status, körperlicher Kondition oder einschränkenden Vorerkrankungen. Das robotergestützte Angiographie-System ARTIS pheno bietet dem Arzt modernste Bildgebung für größtmögliche Unterstützung bei der Behandlung.

Siemens Healthineers hat ein neues Angiographie-System entwickelt, das minimal-invasive Eingriffe an Patienten ermöglicht, die z.B. durch Krankheiten vorbelastet sind oder einfach aufgrund der körperlichen Konstitution eine Herausforderung bei der Behandlung darstellen. Der Arzt möchte jeden Patienten optimal behandeln und das Angiographie-Gerät muss ihn bestmöglich unterstützen alle Situationen und etwa auch Komplikationen sicher zu meistern. Angiographie-Geräte dienen beispielsweise bei einem Eingriff über einen Katheter dazu, den Zustand der Blutgefäße darzustellen.

Das neue System ARTIS pheno reduziert die Belastung der Patienten mit Kontrastmittel durch kürzere Aufnahmezeiten und senkt damit auch die Strahlenbelastung. Der C-Bogen schafft mit seinen 95,5 Zentimetern Innendurchmesser Raum für den Einsatz von Instrumenten und ermöglicht eine einfachere Positionierung von Patienten. Damit ist auch dem Trend der immer zahlreicheren adipösen Patienten Rechnung getragen. ARTIS pheno ist außerdem das erste Angiographie-System von Siemens mit eigenem Hygienekonzept, um nosokomialen Infektionen vorzubeugen – also Infektionen im Krankenhaus.

Im Fokus: Multimorbide Patienten

Vor allem ältere Menschen leiden oft an mehreren Krankheiten gleichzeitig, Fachleute sprechen von multimorbiden Personen. Ein Beispiel sind Patienten mit einer eingeschränkten Nierenfunktion. Die Kontrastmittel, die bei der Angiographie die Blutgefäße sichtbar machen, belasten diese Patienten besonders. Je kürzer ein Röntgen-Scan dauert, desto weniger Kontrastmittel muss zur Darstellung in das Gefäß injiziert werden. ARTIS pheno hat deshalb einen neuen Detektor, der extrem schnell hintereinander Bilder aufnimmt und so die Scanzeiten verkürzt. zen40HDR, so der Name des Detektors, ermöglicht außerdem sehr hoch aufgelöste Bilder mit 2.000 mal 2.000 Bildpunkten. Diese hohe Auflösung zeigt dem Arzt sehr genau die feinen Gefäßstrukturen und unterstützt somit die Entscheidungsfindung des Arztes mit einer vierfach besseren Auflösung als bisherige Systeme.

Sehr flexibel: C-Bogen am Roboterarm

Eine Besonderheit von ARTIS pheno ist der robotergestützte C-Bogen. Siemens Healthineers hat diese Technik bereits für das Vorgängergerät Artis zeego entwickelt und weiterentwickelt. Bis heute sind die beiden Systeme in dieser Hinsicht einzigartig. In jedem Operationssaal sind zwei Dinge stets Mangelware: Zeit und Platz. Der Roboter bietet die Kombination von Flexibilität bei der Bildgebung zusammen mit Platz am Patiententisch, da der C-arm in wenigen Sekunden automatisch in eine Parkposition verfahren werden kann. So kann der Arzt die Bildgebung schnell zu Rate ziehen oder die Behandlungsergebnisse kontrollieren und dokumentieren.

Die Ingenieure von Siemens Healthineers mussten für den Roboter die Bewegungssteuerung deutlich erweitern. Normalerweise arbeiten Roboter zum Beispiel in der Autoproduktion, wo sie in abgetrennten Bereichen die immer gleichen und starr definierten Handlungen ausführen. Im Operationssaal dagegen wird der Roboterarm von einem Arzt bedient und muss sich intuitiv von einer Person bewegen lassen, die dies als Nebensache ansieht – und nicht als Herausforderung erleben möchte. Die Bedienung des C-Bogens musste so angepasst werden, dass sich die sechs Achsen des Roboters sehr einfach steuern lassen. Die Steuerung koordiniert diese Bewegungen relativ zum Patiententisch, um Positionen schnell anzufahren und Kollisionen zuverlässig zu vermeiden. Die Ärzte können bestimmte wiederkehrende Positionen abspeichern, die der C-Bogen auf Befehl automatisch wieder einnimmt. Experten der globalen Siemens-Forschung Corporate Technology haben Teile der Software entwickelt, die in Echtzeit einen optimalen Bewegungspfad berechnet. Das spart Zeit während der Behandlung und liefert schnell Antworten.

Besonderes Hygienekonzept

Alleine in Deutschland sterben laut Studien mehr als 30.000 Menschen pro Jahr an Infektionen, die sie sich im Krankenhaus zuziehen. Es ist deshalb wichtig, jeden Arbeitsbereich im Krankenhaus in dieser Hinsicht zu optimieren, selbst wenn keine unmittelbare Übertragungsgefahr besteht. Obwohl Angiographie-Systeme im Normalfall nicht direkt mit dem Patienten in Berührung kommen, hat Siemens Healthineers für ARTIS pheno ein neues Hygienekonzept entwickelt.

Die Oberflächen des Geräts haben nahezu keine Spalten, so dass sie sehr einfach gereinigt werden können. Übergänge des Gehäuses sind so gestaltet, dass sie möglichst gut für die Reinigung zugänglich sind und die Kabel sind so verlegt, dass sie fast vollständig im Gehäuse verlaufen. Eine spezielle Beschichtung hilft die neuerliche Ausbreitung von Bakterien oder Viren auf der Oberfläche nach der Reinigung zu verringern. Außerdem hat Siemens Healthineers eigens eine Arbeitsanweisung erarbeitet, die mit dem Gerät ausgeliefert wird und sicherstellen soll, dass das es optimal gereinigt wird und das Team klare Anweisungen in den Händen hält.

Christine Rüth