Bitte benutzen Sie einen anderen Browser

Sie nutzen einen Browser, der nicht vollständig unterstützt wird. Bitte beachten Sie, dass Darstellung und Bedienbarkeit dieser Seite möglicherweise eingeschränkt sind. Zur optimalen Nutzbarkeit empfehlen wir den Download eines unterstützten Browsers in der neuesten Version:

Internet Explorer, Chrome Browser, Firefox Browser, Safari Browser

Mit dem aktuellen Browser fortfahren
image
Automobilfertigung der Zukunft – Siemens-Stand zur Digitalen Fabrik auf der Hannover Messe, 2008

2007: Übernahme von UGS Corp.

Dass Siemens heute auf dem Gebiet der Digitalisierung so gut aufgestellt ist, verdankt der Konzern einigen zukunftsweisenden Übernahmen in den 2000er-Jahren. Die wichtigste ist die Akquisition der amerikanischen UGS Corp., eines Spezialisten für digitales Produktdatenmanagement, computerunterstütztes Design und Software zur Simulation von Fertigungsprozessen, der durchgängige Systeme und Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette anbietet. Damit ergänzt UGS das Automatisierungsangebot von Siemens. Das Unternehmen wird als Geschäftsgebiet „UGS PLM Software“ in den Siemens-Bereich Automation and Drives integriert und gesellschaftsrechtlich in die US-Regionalgesellschaft Siemens Corp. eingegliedert. Mit UGS an Bord kann Siemens seinen Kunden nun Hard- und Software sowie Unterstützung für die Digitale Fabrik aus einer Hand anbieten.

 

Weitere Akquisitionen folgen: 2012 kommt LMS, ein Anbieter von Software für die mechanische Simulation, zu Siemens, 2016 CD-adapco, ein Spezialist für Simulationssoftware in der Strömungsmechanik, und 2017 Mentor Graphics, ein Hersteller von Software für die Konstruktion von Halbleitern. Insgesamt investiert Siemens, verteilt auf ein Jahrzehnt, rund zehn Milliarden US-Dollar und stärkt seine führende Position im Bereich der Digitalen Fabrik.

image
Präsentation des Siemens-Umweltportfolios auf der Weltklimakonferenz in Kopenhagen, 2009

2008: Präsentation des Umweltportfolios

Im Sommer 2008 stellt Siemens sein Umweltportfolio vor. Es enthält Produkte, Systeme, Lösungen und Dienstleistungen für den Einsatz erneuerbarer Energien, die Steigerung der Energieeffizienz und Umwelttechnologien etwa zur Wasserreinigung und Luftreinhaltung.

 

Der Vorstandsvorsitzende Peter Löscher spricht von einer „Riesenchance“. Siemens ist als ein „führender grüner Infrastruktur-Gigant“ aufgrund seiner „Erfahrung, technischen Expertise und finanziellen Solidität“ prädestiniert, diese „grüne Revolution“ voranzutreiben. Die Zahlen geben ihm recht: Bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr 2007 erzielt Siemens mit dem Umweltportfolio einen Umsatz von 17 Milliarden Euro – nahezu ein Viertel des Konzernumsatzes. Die Produkte und Lösungen dieses Portfolios sparen bei Siemens-Kunden 114 Millionen Tonnen Kohlendioxid ein. Im Geschäftsjahr 2014 erreicht Siemens einen Umsatz von 29,9 Milliarden Euro und eine CO2-Reduktion von 317 Millionen Tonnen. Wiederum zwei Jahre später sind es 36 Milliarden Euro und 521 Millionen Tonnen eingesparte Schadstoffemissionen.

 

Dieser Kurs einer nachhaltigen Unternehmenssteuerung wird konsequent beibehalten und in den Strategieprogrammen Fit42010 sowie in der Vision 2020 festgeschrieben, denn, so Joe Kaeser 2015: „Die Reduktion unseres CO2-Ausstoßes ist nicht einfach nur Ausdruck unseres Verantwortungsbewusstseins, sondern auch ein gutes Geschäft.“

image
Siemens-Unternehmensstruktur, 2008

2008: neue Unternehmensstruktur

Mit dem Fokussieren auf die Megatrends Urbanisierung, demografischer Wandel und Klimawandel verordnet Klaus Kleinfeld 2005 dem Unternehmen eine Neuausrichtung, die Siemens drei Jahre später auch organisatorisch abbildet. Drei Sektoren und 15 Divisionen lösen die zehn Bereiche ab, die Regionen werden in Clustern gebündelt.

 

  • Der Sektor Industry adressiert Industriekunden aus der Produktions-, Transport- und Gebäudetechnik und bündelt die Bereiche Automation and Drives, Industrial Solutions and Services, Transportation Systems, Siemens Building Technologies und OSRAM.
  • Der Sektor Energy wendet sich an Energieunternehmen und die Öl- und Gasindustrie und umfasst Power Generation sowie Power Transmission and Distribution.
  • Der Sektor Healthcare beliefert das Gesundheitswesen und umfasst den Bereich Medical Solutions.
  • Ferner gibt es mit Siemens IT Solutions and Services und Financial Services zwei sektorübergreifende Geschäfte.
  • 2011 wird die Struktur um einen Sektor ergänzt – Infrastructure & Cities –, der Mobility, Building Technologies und Power Distribution übernimmt.

 

Da die mit der neuen Struktur verknüpften Erwartungen nicht eintreten, werden die Sektoren und Cluster am 1. Oktober 2014 wieder aufgelöst, und die Zahl der Divisionen wird von 16 auf zehn und eine Geschäftseinheit Healthcare verringert.

image
Key Visual für das Strategieprogramm Vision 2020, 2014

2014: Vision 2020

Am 31. Juli 2013 wird Peter Löscher vom bisherigen Finanzchef Joe Kaeser als Vorstandsvorsitzender abgelöst. Gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen arbeitet Kaeser an einer langfristigen Perspektive für Siemens. Entsprechend heißt das neue unternehmerische Konzept, das im Mai 2008 der Öffentlichkeit präsentiert wird, auch „Vision 2020“.

 

Mit ihr richtet Siemens das Unternehmen ganz auf die Wachstumsfelder Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung aus. Die bisherige Struktur der Sektoren wird aufgelöst, die Zahl der Divisionen von 16 auf zehn plus Healthcare reduziert. Bis 2020 sollen die Kosten um eine Milliarde Euro gesenkt, schlecht laufende Geschäfte saniert und die Kundenzufriedenheit gesteigert werden. Die Kapitaleffizienz soll bei 15 bis 20 Prozent liegen, bei den Themen „Führung“ und „Vielfalt“ wird eine 75-prozentige Zustimmung der Belegschaft angestrebt, und die Beteiligung der Mitarbeiter am Unternehmenserfolg will man um mindestens 50 Prozent ausbauen. Fundament und Grundlage für diese Maßnahmen ist eine „Eigentümerkultur“, die jeden Einzelnen im Unternehmen anspornt, auf seiner jeweiligen Position das Beste zu geben und so am langfristigen Erfolg von Siemens mitzuarbeiten.

 

Damit setzt sich der Vorstandsvorsitzende Ziele, die zugleich Kompass und Gradmesser auf dem Weg ins Jahr 2020 sein sollen. Der Konzern wird umgebaut, und im November 2016 stellt Siemens eines seiner stärksten Geschäftsjahre vor – Auftragseingang, Umsatzerlöse und Gewinn steigen deutlich, und mit der Übernahme von Gamesa und Mentor Graphics im Geschäftsjahr 2017 kommt Siemens der Umsetzung der Vision 2020 ein großes Stück näher.

image
Offshore-Plattform, 2015

2015: Übernahme von Dresser-Rand

Gemäß der Zielsetzung von „Vision 2020“ will Siemens an attraktiven Zukunftsmärkten wachsen. Im Mai 2014 erwirbt das Unternehmen für rund 950 Millionen Euro von Rolls-Royce das Geschäft mit aero-derivativen Gasturbinen und Kompressoren und stärkt seine Position in der wachsenden Öl- und Gasindustrie sowie bei der dezentralen Energieerzeugung. Im September legt Siemens ein Übernahmeangebot für die Aktien der US-Firma Dresser-Rand nach. Mit der Akquisition, die im Juni 2015 abgeschlossen ist, erwirbt Siemens den weltweit führenden Anbieter von Kompressoren, Dampf- und Gasturbinen sowie Motoren für 7,8 Milliarden US-Dollar.

 

Damit ergänzt Siemens das eigene Portfolio auf dem Feld der weltweiten Öl- und Gasindustrie sowie der dezentralen Energieerzeugung auf ideale Weise. Die Zentrale der von der US-Amerikanerin und Vorstandsmitglied Lisa Davis geleiteten Energiesparte wird in die USA verlegt.

 

Durch diese beiden Akquisitionen stärkt Siemens seine Aufstellung auf den Zukunftsfeldern Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung. Nun bietet der Konzern im Bereich Energie Komplettlösungen sowie Services entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

image
Pressekonferenz zur Gründung von next47 im Nachbau der historischen Werkstatt von Werner von Siemens, 2016

2016: Gründung von next47

Im Sommer 2015 beauftragt Vorstandschef Joe Kaeser den Technologievorstand Siegfried Russwurm, eine Innovationsinitiative zu starten und die bisherigen Start-up-Aktivitäten, die bei Siemens in unterschiedlichen Abteilungen angesiedelt sind, zu bündeln und voranzubringen.

 

Eine neue Einheit unter dem Arbeitstitel „Innovation AG“ soll Freiräume für gute Geschäfts- oder Projektideen unabhängig vom Stammgeschäft zur Verfügung stellen. Zusammen mit dem Siemens Technology and Innovation Council (STIC) und einem Innovationsfonds, ausgestattet mit Fördergeldern von 100 Millionen Euro über drei Jahre, ist die Innovation AG Teil einer neuen Innovationskultur, mit der der Konzern seine Stärken weiter forcieren möchte.

 

Im Juni 2016 erhält die neue Einheit ihren Namen: „next47“. Die Ziffer „47“ steht für „1847“, das Gründungsjahr von Siemens, und das Wort „next“ weist auf den Anspruch des Unternehmens hin, die nächste Generation von bahnbrechenden Innovationen voranzutreiben. Die Investitionssumme beträgt eine Milliarde Euro. Von next47 profitieren beide Seiten: Kleine, agile Start-ups mit guten Ideen können die technologische und rechtliche Expertise, den Kundenstamm und die Finanzkraft des Weltkonzerns für sich nutzen, und Siemens erhält riesige Potenziale zur Stärkung seiner Innovationskraft und damit für die Sicherung seiner Zukunft. Die Leitung von next47 wird am 15. November 2016 Lak Ananth übertragen.