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Gründeraktie der Siemens & Halske AG, 1897

1897: Siemens & Halske wird Aktiengesellschaft

Im Zuge der dynamischen Wirtschaftsentwicklung in Deutschland erhält Siemens & Halske ab den 1880er-Jahren am schnell wachsenden Markt der Energietechnik Konkurrenz. Auch weltweit werden Firmen im Starkstromgeschäft aktiv. Die Wettbewerber überzeugen durch innovative Marktstrategien, finanziert über den Kapitalmarkt. Das Familienunternehmen Siemens & Halske gerät unter Druck.

 

Carl von Siemens hat schon länger darauf gedrängt, das Elektrounternehmen in eine Aktiengesellschaft zu überführen, um durch größere Finanzspielräume im harten Wettbewerb bestehen zu können. Doch Werner von Siemens lehnt die Umwandlung in eine AG ab. Das Unternehmen soll im Besitz der Familie bleiben.

 

Mit dem Ziel, die Kapitalbasis langfristig zu erweitern und die Konkurrenzfähigkeit zu gewährleisten, wandelt die neue Führung das Unternehmen fünf Jahre nach dem Tod des Gründers 1897 in eine Aktiengesellschaft um. Die Aktien bleiben zunächst fast ausschließlich im Besitz der Familie. Auch die Satzung der neuen Gesellschaft zielt darauf ab, einen größeren Fremdeinfluss jederzeit verhindern zu können.

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Wickelei im Nürnberger Werk, 1910

1903: Gründung der Siemens-Schuckertwerke

1873 gründet Sigmund Schuckert in Nürnberg eine feinmechanische Werkstatt. Unter dem Namen Elektrizitäts-Aktiengesellschaft vorm. Schuckert & Co. (EAG) zählt das Unternehmen um die Jahrhundertwende zu den führenden Großunternehmen der Starkstromtechnik. Allein bis 1900 errichtet die EAG europaweit 120 Elektrizitätswerke.

 

Doch der kapitalintensive Bau und Betrieb der Kraftwerke überfordert das Unternehmen finanziell. Hinzu kommt, dass zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der deutschen Elektroindustrie ein starker Kosten- und Konkurrenzdruck herrscht. Die EAG gerät wie viele andere Unternehmen der Branche in eine Krise.

 

Im Rahmen des nun einsetzenden Konzentrationsprozesses fusionieren die Starkstromabteilungen von Siemens & Halske im März 1903 mit der EAG zur Siemens-Schuckertwerke GmbH. Der einstige Wettbewerber bringt seine Fabrikanlagen in Nürnberg sowie alle Zweigniederlassungen und Vertriebsstellen in die neue Gesellschaft ein.

 

Fortan sind die Arbeitsgebiete von Siemens auf zwei Stammgesellschaften verteilt: Siemens & Halske bearbeitet nun den Schwachstrommarkt, während die neu gegründeten Siemens-Schuckertwerke sich im Bereich der Starkstromtechnik engagieren.

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Forschungslaboratorium im Wernerwerk von Siemens & Halske, um 1905

1905: Beginn der Zentralen Forschung

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gibt es in einzelnen Siemens-Werken kleine, standortgebundene Laboratorien, in denen unabhängig voneinander anwendungsbezogene Versuchsarbeiten durchgeführt werden. Mit dem Ziel, die Technologie- und Innovationsbasis des Unternehmens langfristig zu sichern, wird 1905 ein zentrales Labor gegründet. Die Leitung dieser Vorläuferorganisation der heutigen Unternehmenseinheit Corporate Technology liegt in den Händen des Chemikers Werner Bolton.

 

Hans Gerdien, der die Führung des Physikalisch-Chemischen Laboratoriums nach dem Tod Boltons 1912 übernimmt, erarbeitet ein Konzept für die Weiterentwicklung der zentralen Forschung. Er plant einen Neubau für insgesamt sieben Laboratorien inklusive eigener Versuchswerkstätten. In diesem Zusammenhang sollen ein Teil der „Fortschrittsarbeiten“ aus den werksgebundenen Laboren herausgelöst und die Grundlagenforschung dem Einfluss des Tagesgeschäfts sowie den kurzfristigen Verwertungsinteressen der einzelnen Werke entzogen werden. Gerdiens Vorschläge werden im Frühjahr 1914 vom Vorstand angenommen; 1916 wird der Grundstein für das neue Zentrallabor gelegt.

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Blick auf Siemensstadt, 1910

1914: Berlin-Siemensstadt

Die dynamische Entwicklung des Starkstromgeschäfts führt ab 1885 zu einem raschen Wachstum von Siemens & Halske. Eine Erweiterung der Produktionsflächen wird zunehmend unumgänglich. Die vorhandenen Standorte in der Berliner Markgrafenstraße und in Charlottenburg sind aufgrund der umliegenden Bebauung jedoch nicht ausbaufähig.

 

Deshalb erwirbt Siemens & Halske 1897 ein fast unbesiedeltes Gelände nordwestlich von Berlin, das in den folgenden Jahren durch zusätzliche Ankäufe stetig erweitert wird. Nach und nach konzentriert man hier nahezu alle betrieblichen Aktivitäten. Anfang 1914 wird das Gebiet unter dem Namen Siemensstadt als Ortsteil der Stadt Spandau anerkannt.

 

Zusätzlich zu den Industrieanlagen errichtet das Unternehmen Werkswohnungen sowie Freizeiteinrichtungen und unterstützt den Aufbau einer kommunalen Infrastruktur. Planung und Ausbau des Standorts werden von Carl Dihlmann in enger Zusammenarbeit mit Karl Janisch, dem Leiter der Siemens-Bauabteilung, koordiniert. Janisch und sein Nachfolger Hans Hertlein, ab 1915 leitender Architekt bei Siemens, haben den Standort mit ihren Bauten maßgeblich geprägt.

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Flugzeugproduktion im Nürnberger Werk, 1916

1914–1918: Siemens während des Ersten Weltkriegs

Im Ersten Weltkrieg ist Siemens wie zahlreiche Unternehmen der Branche in die Rüstungsproduktion eingebunden. Trotz Umstellungsschwierigkeiten und Rohstoffmangel gelingt es dem Elektrokonzern, sein Fertigungsprogramm rasch an die Kriegserfordernisse anzupassen. Gleichwohl sorgen Lieferengpässe und Exportbeschränkungen für Umsatzeinbußen in der zivilen Produktion und an den ausländischen Absatzmärkten.

 

In jenen Jahren produziert das Unternehmen zusätzlich zu elektrotechnischem Kriegsgerät wie Scheinwerfern und der Ausrüstung für Kriegsschiffe sowie Fernsprech- und Telegrafenmaterial auch branchenfremde Erzeugnisse. Diese reichen von Granatzündern und Maschinengewehrteilen bis hin zu Verbrennungsmotoren für Flugzeuge und Automobile.

 

Seit 1909 ist Siemens auch in der Luftfahrt engagiert und konstruiert eigene Doppeldecker. Nach 1914 wird die Flugzeug- und Motorenentwicklung vorangetrieben und mit dem luftgekühlten Sternmotor ein besonders leistungsstarkes Aggregat geschaffen. Gegen Ende des Krieges baut man auch Großflugzeuge, die von bis zu sechs Motoren angetrieben werden.

Schlaglichter aus 170 Jahren Siemens-Geschichte

Informieren Sie sich zu ausgewählte Ereignissen aus der Geschichte des Unternehmens in unseren History News, die wir stetig für Sie erweitern.