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Oberleitungsbus Elektromote, 1882

1882: Elektromote

1882 präsentiert Werner von Siemens den ersten elektrischen Oberleitungsbus der Welt, eine Erfindung, die ihn schon seit Jahrzehnten beschäftigt. Das Gefährt mit dem Namen „Elektromote“ wird über eine Oberleitung mit elektrischer Energie versorgt. Auf diesem doppelpoligen Kabel bewegt sich ein kleiner, achträdriger Kontaktwagen, der als Stromabnehmer dient. Zwei Kupferkabel verbinden den Kontaktwagen mit dem Fahrzeug. Dort versorgen sie die beiden Antriebsmotoren.

 

Dank einer Motorleistung von jeweils drei Pferdestärken erreicht die Elektromote bei einer Betriebsspannung von etwa 550 Volt Gleichstrom eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 12 Stundenkilometern. Obwohl der Oberleitungsbus (Obus) kostengünstiger ist als Schienenfahrzeuge, stellt man die Testfahrten bald wieder ein. Grund hierfür sind insbesondere die schlechten Straßen, auf denen sich das Fahrzeug nur mit vielen Störungen bewegt.

 

Um 1900 greift der Ingenieur Max Schiemann in Zusammenarbeit mit Siemens & Halske das Thema wieder auf. Seit den 1920er-Jahren entwickelt sich der Obus international zu einem geschätzten elektrischen Fortbewegungsmittel.

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Verkehrsampel am Potsdamer Platz, Berlin, um 1936

1924: Verkehrsampel am Potsdamer Platz, Berlin

In London wird bereits 1868 die erste Lichtsignalanlage mit Gaslicht aufgestellt. Sie explodiert allerdings nach kurzer Zeit und kostet einen Polizisten das Leben. Erst 1914 wird in den USA erneut eine Ampel für die Verkehrssteuerung installiert – jetzt allerdings mit elektrischem Licht.1924 nimmt schließlich Siemens auf dem Potsdamer Platz in Berlin die erste automatische Ampelschaltung Deutschlands in Betrieb. Die in einem Verkehrsturm nebeneinanderliegenden Signallampen leuchten in Rot, Gelb und Grün.

 

Mit der Einführung der Leuchtdiode (LED) beginnt in den 1990er-Jahren eine neue Ära der Ampeltechnik: Die LED-Signalgeber benötigen gegenüber Lichtsignalanlagen mit konventionellen Glühlampen deutlich weniger Energie. Gleichzeitig reduzieren sich durch die wesentlich höhere Lebensdauer der LEDs Betriebs- und Wartungskosten, da der bislang notwendige regelmäßige Austausch der Leuchtmittel entfällt. Ein weiterer Vorteil: Die moderne LED-Optik ermöglicht maximale Sichtbarkeit bei jedem Wetter und zu jeder Tages- und Nachtzeit.

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Diesel-Katalysator, 1996

1996: Diesel-Katalysator

Zusammen mit dem Automobilhersteller Uni Cardan gründet Siemens 1986 das Joint Venture Emitec. Das Gemeinschaftsunternehmen konzentriert sich auf den Bau von Katalysatoren – mit Erfolg: Der 1992 entwickelte Emitec-Metall-Heizkatalysator verringert bereits in der Kaltstartphase die Schadstoffemission.

 

Für Dieselmotoren stellt Siemens 1996 einen speziellen Katalysator vor, der den umweltbelastenden Stickoxidgehalt des Abgases um bis zu 95 Prozent verringert. Mit dem SINOx-Abgas-Management-System optimiert Siemens die Abgasnachbehandlung bei Lkw-Dieselmotoren. Das Katalysatormodul mindert unter anderem den Stickoxidausstoß um etwa 70 Prozent und den Rußausstoß um bis zu 50 Prozent – damit erfüllen Lkw-Dieselmotoren auch strengste NOx-Abgasgrenzwerte.

 

2001 entwickeln Siemens-Forscher durch Kombination eines Plasmaverfahrens mit einem katalytischen Konverter schließlich auch eine Lösung für Pkw-Dieselmotoren. Auf diese Weise lassen sich auch strengere Abgasvorschriften einhalten.

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Piezo-Dieseleinspritzventil, 2000

2000: Weltrekord-Piezo-Dieseleinspritzventil

1989 gründet Siemens einen eigenen Geschäftsbereich Automobiltechnik, da der Anteil der Elektronik im Auto stark steigt. Zusätzlich zu Einzelkomponenten wie Airbags, ABS-Systemen und Navigationssystemen fertigt man auch komplette Motormanagementsysteme. Ab 1992 werden auch Diesel-Hochdruckeinspritzsysteme entwickelt.

 

Schlüsselkomponente dieser sogenannten Common-Rail-Technik ist das im Jahr 2000 vorgestellte piezohydraulische Einspritzventil mit einer Schaltzeit von 0,1 Millisekunden, eine weltweite Spitzenleistung. Dadurch, dass sich der Treibstoff nun sehr genau dosieren lässt, kann die direkte Einspritzung wesentlich verbessert werden.

 

Der sogenannte Piezo-Antrieb für Einspritzventile ist fünfmal schneller als der herkömmliche elektromagnetische Ventilantrieb. Er erzeugt ausreichend Hub und Kräfte zum Betrieb eines Ventils, funktioniert auch unter Motorbedingungen bis 150 Grad Celsius, kann mit den im Bordnetz verfügbaren Spannungen angesteuert werden und erreicht die für den Einsatz im Pkw erforderliche Lebensdauer und Zuverlässigkeit.

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Intelligente Leittechnik Ruhrpilot, 2006

2006: intelligente Leittechnik Ruhrpilot

Im Ruhrgebiet, Deutschlands größtem Ballungsraum, fahren rund 1,1 Millionen Menschen jeden Morgen von einer Stadt zur anderen zur Arbeit. Zusätzlich pendeln fünf Millionen aus dem Umland, Tendenz steigend. Um das hohe Verkehrsaufkommen in der Region zu lenken, wird 2006 das Verkehrsmanagementsystem Ruhrpilot, das Siemens in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern entwickelt hat, in Betrieb genommen.

 

Der Ruhrpilot sammelt laufend elektronische Daten über die Verkehrssituation auf Bundesautobahnen, Bundes- und Landstraßen sowie kommunalen Hauptverkehrsstraßen. Hinzu kommen 200 Messstellen in Städten wie Bochum, Dortmund, Essen und Gelsenkirchen. Durch die Analyse der Verkehrssituation und die Vernetzung dieser Daten mit denen weiterer Verkehrsträger wie der Bahn, des öffentlichen Nahverkehrs in elf Städten und vier Kreisen sowie 13 Verkehrsunternehmen stehen dem Großraum aktuelle Verkehrsinformationen und -prognosen zur Verfügung.

 

Verkehrsteilnehmer können ihren optimalen Weg wählen und damit schneller als bisher an ihr Reiseziel kommen. Unfälle und Staus werden minimiert, unnötiger Energieverbrauch vermieden und die CO2-Emissionen um bis zu 20 Prozent gesenkt.

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Truck BelAZ 75710, 2013

2013: größter Truck der Welt

Der 2013 größte Lastwagen der Welt wird elektrisch angetrieben: Vier jeweils 1.200 Kilowatt (rund 1.800 PS) starke Siemens-Elektromotoren bringen den mehr als 800 Tonnen schweren Giganten auf Touren. Das erste Exemplar des BelAZ 75710 kommt in einer sibirischen Mine in der Region Kuzbass zum Einsatz.

 

Der Truck ist mehr als 20 Meter lang, knapp zehn Meter breit und acht Meter hoch. Er wiegt unbeladen 360 Tonnen und kann rund 450 Tonnen Material transportieren. Dies entspricht einen vollbeladenem Airbus A380.

 

Der Truck verfügt über einen zuverlässigen und leistungsstarken Allradantrieb mit vier elektrischen Maschinen. Den Strom liefern zwei Generatoren, die jeweils von einem 16-Zylinder-Dieselmotor mit einer Leistung von jeweils rund 1.700 Kilowatt angetrieben werden. Er kann ein Viertel mehr Last tragen als die bis dato weltweit größten Muldenkipper. Dank dieser Leistungssteigerung sinken die Kosten pro Tonne beförderten Materials deutlich. Im leeren Zustand erreicht der Lastwagen eine Höchstgeschwindigkeit von 64 Stundenkilometern.

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Parkleitsystem Berlin, 2015

2015: Radar-Parken in Berlin

Siemens startet 2015 in Berlin ein weltweit einzigartiges Pilotprojekt mit dem Ziel, die Parkplatzsuche zu vereinfachen. Das Unternehmen installiert zu Test- und Demonstrationszwecken Radarsensoren an Straßenlaternen, die Informationen über die Belegung von Parkplätzen liefern. Das Sensornetzwerk scannt einen bis zu 30 Meter großen Radius im Umfeld der Laternen, dies entspricht einer Fläche von fünf bis acht Parkplätzen. Informationen über bestehende Parklücken werden so bereits vor Fahrtantritt an die Autofahrer übermittelt. Die städtische Verkehrsinformationszentrale kann die Informationen für eigene Dienste nutzen oder über eine Datenschnittstelle beispielsweise an App-Betreiber weitergeben. Auf diese Weise können sich Autofahrer via Smartphone, Navigationsgerät oder Parkleitschild jederzeit über freie Parkplätze informieren.

 

Der Clou: Die Software arbeitet mit intelligenten Lernverfahren. Über Daten aus Parkraumsensoren lernt das System typische Belegungsmuster. Damit kann es im Vorfeld prognostizieren, wann und wo die Chancen auf einen freien Parkplatz gut sind. Sollte vor Ort kein Parkplatz frei sein, schlägt das System in Echtzeit Umsteigemöglichkeiten auf den öffentlichen Nahverkehr vor.