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Elektroboot Elektra auf der Internationalen Elektrotechnischen Ausstellung in Frankfurt am Main, 1891

1886: Elektroboot Elektra

Bereits früh installiert Siemens elektrische Geräte wie Telegrafen und Beleuchtungsanlagen auf Schiffen. 1886 führt man die ersten Versuche mit elektrischen Schiffsantrieben durch. Auf der Spree in Berlin verkehrt das weltweit erste Elektroboot, die „Elektra“. Als Stromquelle dienen 80 Akkumulatoren mit einem Gesamtgewicht von 1.800 Kilogramm und einer Leistung von 5,9 Kilowatt. Der Elektromotor wiegt 195 Kilogramm. Da die Batterien zu schwer sind und zu viel Platz benötigen, werden die Versuche jedoch bald abgebrochen. Außerdem ist der Aktionsradius der Elektra aufgrund der mangelnden Batteriekapazität zu gering.

 

Einen weiteren Meilenstein setzt Siemens 1933 mit dem Ostasien-Schnelldampfer „Potsdam“: Dessen beide Schiffsschrauben werden von je einem Elektromotor angetrieben, die elektrische Energie stellen zwei Turbogeneratoren bereit. Damit stehen vier unterschiedliche Kombinationen zur Erzeugung der Antriebsenergie bereit, und der Energieverbrauch kann optimal auf die Geschwindigkeit des Dampfers abgestimmt werden. Der Dampf für die Turbinen wird in Benson-Kesseln erzeugt – erstmals wird im Schiffbau mit Hochdruckdampf gearbeitet.

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Siemens-Flugmotoren des Typs Sh 11, 12 und 14 auf der Berliner Automobil-Ausstellung, 1925

1925: Rekord-Flug mit Siemens-Sternmotor

Als Siemens 1912 den Bau von Flugzeugmotoren aufnimmt, produziert man zunächst luftgekühlte Umlaufmotoren. Diese sind leichter und einfacher konstruiert als wassergekühlte Modelle.

 

Da der Umlaufmotor jedoch weder besonders wirtschaftlich ist noch über eine lange Lebensdauer verfügt, stellt Siemens die Produktion dieser Motorenart nach dem Ersten Weltkrieg ein: In die Konstruktion einer feststehenden Version werden die Luftkühlung und die sternförmige Anordnung der Zylinder übernommen. Die Rotationskühlung wird durch eine thermisch bessere Bauart unter Verwendung von gut wärmeleitendem Leichtmetall ersetzt.

 

1925 geht eine neue Flugzeugmotoren-Serie mit erhöhter mechanischer Sicherheit und hochwertigeren Zylindern in Produktion. Die luftgekühlten Sternmotoren kommen noch im selben Jahr beim Deutschen Rundflug, einem Flugwettbewerb über rund 5.300 Kilometer, bei dem insgesamt 34 Städte angeflogen werden, zum Einsatz. Zahlreiche Sieger-Flugzeuge sind mit Siemens-Sternmotoren ausgestattet. Auch beim Lilienthal-Wettbewerb und 1926 im Großen Süddeutschen Rundflug belegen mit Siemens-Motoren ausgerüstete Flugzeuge vordere Plätze.

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Autopilot, 1934

1934: Autopilot

Der österreichische Kapitän, Schauspieler und Erfinder Johann Maria Bykow präsentiert 1928 eine Vorrichtung, die es ermöglichen soll, Flugzeuge automatisch zu steuern. Er nennt sie „Autopilot“. Siemens erwirbt 1932 von Bykow insgesamt 24 Patente, darunter seine Patente über Kreiselkompasse und das sogenannte Wegemesser-Patent. Darüber hinaus ist der Erfinder fortan als freier Mitarbeiter für Siemens tätig.

 

Eine erste Vorführung 1935 vor Vertretern von Behörden, Heer, Polizei und Presse wird zur Sensation: Der Pilot kann fast vollständig vom Siemens-Autopilot ersetzt werden. Sind die Instrumente der automatischen Steuerung einmal auf bestimmte Flugdaten eingestellt, erreicht das Flugzeug selbstständig die gewünschte Höhe und bleibt auf dieser, hält die gewünschte Richtung ein und ist außerdem automatisch gegen Kippen und Abgleiten gesichert.

 

Ende der 1930er-Jahre ist das System soweit entwickelt, dass damit auch große Flugzeuge bei Nacht und Nebel sicher gesteuert werden können. Sogar Blindlandungen sind möglich.  

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Siemens-Schottel-Propulsor, 1997

1997: Siemens-Schottel-Propulsor

1997 kooperiert Siemens mit der Schottel-Werft, dem weltweit größten Hersteller rundum steuerbarer Schiffsantriebs- und Manövriersysteme. Mit dem Ziel, einen neuen Schiffsantrieb zu entwickeln und international zu vertreiben, gründen beide Partner das Konsortium Siemens-Schottel-Propulsor. Siemens bringt den neu entwickelten permanenterregten Motor sowie die komplette Elektrotechnik in das Gemeinschaftsprojekt ein. Auf Basis ihrer jahrzehntelangen Erfahrungen auf den Gebieten Hydrodynamik, Mechanik und Metallurgie fertigt die Schottel-Werft die Propulsionseinheit.

 

Der neuartige Schiffsantrieb kommt unter dem Namen „Siemens-Schottel-Propulsor" (SSP) an den Markt. Er reduziert den Treibstoffverbrauch gegenüber herkömmlichen Antriebskonzepten um zehn Prozent. Bessere Manövrierfähigkeit, verminderte Vibrations- und Geräuschentwicklungen, die platzsparende Antriebsinstallation „außenbords" sowie die Ersetzbarkeit auf allen Schiffstypen sind weitere Vorteile.

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Arbeitsplatz eines Fluglotsen am Osloer Flughafen Gardemoen, 1998

1998: weltweit erstes integriertes Rollführungs- und Bodenüberwachungssystem

1998 setzt Siemens auf dem neuen Flughafen Gardemoen in Norwegens Hauptstadt Oslo das weltweit erste integrierte Rollführungs- und Bodenüberwachungssystem ein. Anstelle der üblichen „Follow Me“-Wagen übernehmen computergesteuerte Lichtsignale auf Basis der aktuellen Verkehrssituation die Führung des Flugzeugs.

 

Bei den bisherigen Systemen wird die aktuelle Position der Maschine durch Induktionsschleifen im Rollbahnbelag erfasst und an das Kontroll- und Steuerungssystem der Befeuerungsanlage gemeldet. In Oslo übernim