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Erste elektrische Straßenbahn, 1881

1881: erste elektrische Straßenbahn in Berlin-Lichterfelde

Seit der Erfindung des Elektromotors arbeiten Ingenieure und Konstrukteure daran, diesen zum Antrieb von Beförderungsmitteln nutzen zu können. Doch erst nachdem Werner von Siemens 1879 die erste elektrische Bahn mit Stromzuführung über die Schienen vorstellt, ist dies praktisch möglich.

 

Siemens erkennt sofort das Potenzial der Bahn als Massenverkehrsmittel: Zwei Jahre später, am 16. Mai 1881, nimmt im Berliner Vorort Lichterfelde auf Kosten des Unternehmens die erste elektrische Straßenbahn der Welt ihren Betrieb auf. Sie verbindet die Station Lichterfelde der Anhaltischen Eisenbahn mit der Kadettenanstalt in der Zehlendorfer Straße und ist 2,5 Kilometer lang. Größe und Ausstattung der Triebwagen orientieren sich an den von Pferden gezogenen Vorgängermodellen. Den elektrischen Antrieb leistet eine Gleichstrom-Dynamomaschine, wie sie üblicherweise zur Stromerzeugung für Beleuchtungsanlagen verwendet wird. Als Stromabnehmer wirken die Räder, da die Stromzuführung über die Schienen erfolgt. Diese erste Straßenbahn ist ein Meilenstein der Verkehrstechnik und steht am Beginn des Siegeszugs elektrischer Bahnen – von der Tram über U-Bahnen bis hin zu Hochgeschwindigkeitszügen.

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Tunnelportal der Budapester U-Bahn, 1896

1896: elektrische U-Bahn Budapest

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts sind die Straßen einzelner Großstädte überlastet. Der Verkehr braucht neue Wege: Anlässlich der Tausendjahrfeier des ungarischen Königreichs baut Siemens 1896 in Budapest die erste U-Bahn des europäischen Kontinents.

 

Für den Betrieb der U-Bahn stehen 20 Triebwagen zur Verfügung. Die teils holzverkleideten, teils lackierten Wagen werden im Budapester Werk der Firma Schlick gefertigt. Die gesamte elektrische Ausrüstung inklusive Motoren und deren Schaltvorrichtungen liefert Siemens & Halske. In dem sechs Meter breiten U-Bahn-Tunnel verkehrt die Bahn durchgängig zweigleisig. Die Tunnelstrecke erhält eine zweipolige Stromzuführung aus an der Tunneldecke befestigten Grubenschienen. Der oberirdische Streckenabschnitt wird über doppelte Oberleitungsdrähte versorgt. 

 

Die U-Bahn ist ein voller Erfolg: Bereits im ersten Jahr werden auf der 3,75 Kilometer langen Strecke über vier Millionen Fahrgäste befördert. Mehrfach modernisiert ist diese erste U-Bahn-Linie des europäischen Kontinents noch immer fester Bestandteil des Budapester U-Bahn-Netzes. 2002 wird sie in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

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Vertreter der Studiengesellschaft für elektrische Schnellbahnen vor dem Siemens-Schnelltriebwagen, 1903

1903: Drehstrom-Schnelltriebwagen

1899 schließen sich Siemens, die AEG sowie mehrere Banken und Maschinenbauunternehmen zur Studiengesellschaft für elektrische Schnellbahnen (StES) zusammen. Zur Erprobung des elektrischen Schnellbahnbetriebs beauftragt die Studiengesellschaft die beiden konkurrierenden Elektrounternehmen mit der Ausrüstung je eines Schnelltriebwagens. Als Teststrecke steht ein 23 Kilometer langes Teilstück der Militäreisenbahn Marienfelde–Zossen zur Verfügung.

 

Beide Fahrzeuge sind im Herbst 1901 betriebsbereit, und die Versuchsfahrten können beginnen. Die Höchstgeschwindigkeit wird über die Frequenz des Drehstroms, das heißt die Drehzahl des einspeisenden Generators, geregelt – sozusagen eine Art Geschwindigkeitsfernsteuerung; doch nur in groben Stufen, die Anfahrt und Feineinstellung erfolgt im Wagen selbst.

 

1903 erzielt man schließlich mit 210,2 Stundenkilometern einen sensationellen Weltrekord, der rund 50 Jahre besteht. Zum naheliegenden Schritt, das verwendete Drehstromsystem in den Bahnbetrieb zu übernehmen, kommt es allerdings nicht. Das System dreier neben dem Gleis übereinanderliegender Fahrleitungen erweist sich für den normalen Eisenbahnbetrieb im Bereich von Weichen und Kreuzungen als nicht praktikabel.

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Personen- und Güter-Elektrolokomotive E 44, 1933