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Radio „Siemens D-Zug“, 1924

1924: Radio „Siemens D-Zug“

Anfang der 1920er-Jahre startet die Rundfunkbewegung in Amerika 1921 ihren Siegeszug und verbreitet sich rasch in alle Welt. Die Welle erreicht 1923 Deutschland und findet auch hier viele begeisterte Anhänger. Einen Monat nach der Inbetriebnahme des ersten deutschen Unterhaltungssenders in Berlin am 29. Oktober 1923 sind schon 467 Rundfunkteilnehmer registriert. Ein Jahr später führen zusätzliche Sender zu einem sprunghaften Anstieg der Hörerzahlen auf bereits rund 100.000 Haushalte.

 

Und Ende 1924 findet in Berlin die Erste Große Deutsche Funkausstellung statt. Auf ihr präsentiert Siemens einen Kristalldetektor und ein erstes, dreistufiges Röhrengerät, den sogenannten Siemens D-Zug mit Trichterlautsprecher.

 

Das Besondere – die Empfänger-Kombination besteht aus drei Ausbaustufen: Ein Radioempfang über Kopfhörer ist bereits mit der ersten, der sogenannten Audion-Stufe, möglich. Stufe zwei erlaubt mit dem Niederfrequenz-Verstärker zusätzlich das Anschließen eines Trichterlautsprechers. Und ein Hochfrequenz-Verstärker in Stufe drei ermöglicht schließlich den Fernempfang schwacher Sender. So ist es vom Portemonnaie und vom jeweiligen Nutzungsverhalten des Käufers abhängig, wie weit er sein Radiogerät ausbaut. 

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Siemens-Projektor, 1936

1934: Siemens-Kameras am Nanga Parbat

Auch auf dem Gebiet des Filmens ist Siemens aktiv. 1929 stellt das Unternehmen die 16-mm-Filmkameras A und B sowie einen Standardprojektor vor. Verträge mit AGFA und KODAK zur Lieferung von 16 mm-Film in Siemens-Kassetten sichern den Vertrieb in der ganzen Welt. Während die einfache Kamera A von 1932 bald vom Markt verschwindet, entwickeln sich aus der Kamera B und dem Standardprojektor weitere Typen. Der Vorteil: Bei den Objektiven besteht keine Bindung an ein bestimmtes Fabrikat, sodass der Käufer eine breite Auswahl hat.

 

1934 werden anlässlich der deutschen Himalaja Expedition die Siemens-Kino-Kameras B und D erstmals unter Extrembedingungen in 7.050 Metern Höhe am Nanga Parbat eingesetzt. Die Bildschärfe ist so brillant, dass eine 500.000-fache Vergrößerung für Aufführungen in Lichtspielhäusern möglich wird. Damit kann erstmals ein großes Filmwerk, das in Schmalfilm aufgenommen wurde, auf Normalfilmformat kopiert werden. Dies erschließt völlig neue Möglichkeiten für den Dokumentarfilm.

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Radio „Herr im Frack“, 1935

1935: Radio „Herr im Frack“

Mit dem Siegeszug des Radios einher geht auch seine technologische Entwicklung. Schon sehr bald nach seiner Einführung wird die Leistung der deutschen Rundfunksender verbessert: 1925 sendet man bereits mit jeweils drei Kilowatt (kW) - was einer Verzehnfachung der Leistung von 1923 entspricht. Mitte der 1930er-Jahre steigert man sie gar auf 100 Kilowatt, sodass nun nicht nur mehr der Ortssender empfangen werden kann.

 

Doch nicht nur an der Leistung, auch am Design der Rundfunkgeräte wird gearbeitet. 1929 bringt Siemens seine Rundfunkempfänger in einem neuen Gehäusematerial an den Markt: Bakelit. Dieser erste vollsynthetisch, industriell produzierte Kunststoff verleiht dem Äußeren der Radios ein gefälliges Aussehen. Der Apparat avanciert damit vom Experimentiergerät für Bastler zum Einrichtungsgegenstand. Das Radio bildet nun das Zentrum der „guten Stube“, wie nach dem Zweiten Weltkrieg das Fernsehgerät.

 

Auf diese repräsentative Funktion verweist auch der Spitzname „Herr im Frack“, der sich schon bald für den 5-Kreis-4-Röhren-Superhet-Empfänger „Schatulle“ einbürgert. 1935 vorgestellt, handelt es sich bei ihm um einen sogenannten Überlagerungsempfänger (Superheterodyn-Empfänger), der sich durch besonders hohe Trennschärfe auszeichnet. Dies ist gerade aufgrund der nun großen Senderdichte für einen störungsfreien Empfang wichtig. Doch die Qualität hat ihren Preis: Während der einfache Volksempfänger bereits für 75 Mark zu haben ist, muss für einen Spitzenempfänger wie den „Herrn im Frack“ fast das Vierfache bezahlt werden.

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Fernsehgerät Fe 3, 1935

1935: Siemens-Fernsehapparat

Zu Ton kommt Bild: 1930 nimmt in Berlin der ersten europäische UKW-Fernsehsender mit 60-Zeilen-Bildern seinen Betrieb auf. Zwar bleiben die Sendungen zunächst noch stumm, doch das ist nur eine Frage der Zeit. Bereits vier Jahre später werden die Bilder auf 180 Zeilen bei 25 Bildern pro Sekunde umgestellt und über einen zweiten Sender mit dem zugehörigen Ton versehen. Das erste regelmäßige und öffentliche Fernsehprogramm der Welt verbreitet ab 1935 der Sender Paul Nipkow in Berlin-Witzleben.

 

Doch für den Empfang braucht es einen Heimempfänger. Der sogenannte Fe 3 verfügt bereits über 180 Bildzeilen, das Empfangen des Tons macht ein 3-Röhren-Reflexgerät möglich. Zwar kommen die Ton- und Bildsignale über eine gemeinsame Antenne, doch sie müssen nach Bild und Ton getrennt verarbeitet werden. Das Bildsignal wird der Braunschen Hochvakuumbildröhre zugeleitet, die über eine Bildfläche 18 mal 22 Zentimetern verfügt. Das Ganze hat seinen Preis: Stattliche 1.800 Reichsmark kostet der Heimempfänger und damit das 24-Fache eines Volksempfängers. Zunächst bleibt er ein Vergnügen für wenige.

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Siemens-Großraum II-Projektor, 1938

1938: weltweit lichtstärkster Schmalfilm-Projektor

1891 werden in Berlin die ersten Filme in Deutschland öffentlich aufgeführt, ermöglicht durch den Schnellseher System Anschütz, einen frühen Vorläufer des Filmprojektors. Bestehend aus einem drehbaren Rad, an dessen Rand 24 Diapositive in gleichmäßigen Abständen angebracht werden, erlaubt er öffentliche „Film“-Vorführungen. Die Dias, die simple Bewegungen von Menschen und Tieren in einfachen Phasenbildern zeigen, werden vom Licht einer Blitzröhre durchleuchtet. Pro Geldeinwurf gibt es rund 20 Sekunden Spieldauer.

 

Doch es braucht noch seine Zeit, bis richtige Filmprojektoren an den Markt kommen. 1931 präsentiert Siemens einen  Standard-Projektor für 16-mm-Film. Das neuartige Siemens-Schaltwerk ermöglicht ein günstiges Schaltverhältnis für möglichst hohe Lichtleistung, weitgehende Filmschonung durch Anfassen des Films in seiner ganzen Breite, guten Bildstand und geringes Geräusch.

 

Mit dem Siemens-Großraum-II-Projektor stellt das Unternehmen 1938 den lichtstärksten Schmalfilm-Projektor der Welt mit Glühlampe vor: Der Lichtstrom beträgt 350 Lumen. Die 550-Watt-Lampe benötigt allerdings einen Spezialtrafo, der im Koffer eingebaut ist.