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Differentialbogenlampe, 1878

1878: Differentialbogenlampe

Mit der Differentialbogenlampe bringt Siemens 1878 elektrisches Licht auf die Straßen und Plätze und trägt damit auch zum Ausbau der Stromversorgung bei. In ständiger Konkurrenz zum Gaslicht breitet sich elektrisches Licht zunächst mit der Lichtbogenlampe, dann mit der Glühfadenlampe in den urbanen Zentren langsam aus.

 

Allerdings bringt bei den Kohlenbogenlampen der unvermeidliche Abbrand der Elektroden, der den Abstand zwischen beiden vergrößert, den Lichtbogen schließlich zum Erlöschen. Es muss daher laufend von Hand nachreguliert werden – eine sehr umständliche Prozedur für den alltäglichen Betrieb.

 

Werner von Siemens entdeckt zwar bereits 1873 das Prinzip der Differentialregulierung, doch erst dem Siemens-Chefkonstrukteur Friedrich von Hefner-Alteneck gelingt 1878 die konstruktive Durchführung: Er erfindet eine automatische Regelung, die selbsttätig die Nachregulierung der Kohlenstifte übernimmt, sodass die abgebrannten Kohlestäbe nur von Zeit zu Zeit ersetzt werden müssen. Außerdem können nun mehrere Bogenlampen an einem einzigen Generator betrieben werden, während zuvor je Lampe ein eigener Generator nötig war – ein großer Schritt in Richtung allgemeine elektrische Beleuchtung. 

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Straßenbeleuchtung in Berlin, 1882

1882: erste ständige Straßenbeleuchtung Berlins

Siemens bringt Licht ins Dunkel: Anlässlich der Berliner Gewerbeausstellung von 1879 gehen die ersten in Reihe geschalteten und nur von einem Dynamo versorgten Differentialbogenlampen in der Berliner Kaisergalerie, einer nach Pariser und Brüsseler Vorbild gestalteten Ladenpassage im heutigen Stadtteil Mitte, in Betrieb. Nach diesem erfolgreichen Test erhält Siemens 1882 den Auftrag, am Potsdamer Platz und in der Leipziger Straße die erste ständige elektrische Straßenbeleuchtung Berlins zu installieren.

 

Es folgen Bahnhöfe, Geschäftshäuser, Fabriken und Hafenanlagen. Damit beginnt auch in Deutschland der Einsatz des Bogenlichts in größerem Umfang. 1888 erstrahlt schließlich die Prachtstraße Berlins, Unter den Linden, im Licht von 108 Lampen.

 

Obwohl die Investitionen hierfür dreimal so hoch sind wie eine Verbesserung der bestehenden Gasbeleuchtung, entscheiden sich viele Kommunen für das elektrische Licht. Dennoch hält die Auseinandersetzung zwischen Gas und Elektrizität noch einige Jahrzehnte an, bis sich die elektrische Straßenbeleuchtung schließlich ganz durchsetzt.

 

Allmählich wird die Differentialbogenlampe wegen ihrer Größe und ihres für Privathaushalte zu gleißenden Lichts von der Glühfadenlampe verdrängt.

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Tantallampe, 1905

1905: Tantallampe

Was ist der richtige Träger des Lichts? Mit dieser Frage beschäftigen sich Werner und sein Sohn Wilhelm bereits 1882. Auf der Suche nach einer geeigneten Glühfadenlampe experimentieren sie zunächst mit Metalldrähten, gehen aber schon bald zu Kohlefäden über. Und das im großen Stil, denn noch im gleichen Jahr errichtet Siemens die erste Glühlampenfabrik Deutschlands, die die ersten Siemens-Kohlefadenlampen produziert.

 

Doch damit geben sie sich nicht zufrieden. Wilhelm beauftragt Werner Bolton mit der Suche nach einem noch besseren Lichtträger. Bolton ist es, der in Tantal ein Metall findet, das alle gewünschten Eigenschaften zur Leitung elektrischen Lichts aufweist. Tantal hat einen hohen Schmelzpunkt (um 3.000 Grad Celsius), verfügt über niedrigeren Dampfdruck und ist leicht verformbar. Ideale Voraussetzungen, den fragilen Kohlefaden durch einen stabilen Metallglühfaden zu ersetzen. 1905 – rund 20 Jahre nach den ersten Experimenten – präsentiert Siemens seinen Kunden die erste kommerzielle Metalldrahtleuchte: die Tantallampe.

 

Und Siemens setzt damit auf das richtige Pferd. Die Tantallampe entwickelt sich in den folgenden Jahren zum Umsatztreiber schlechthin. Bis 1914 verkauft das Unternehmen weltweit über 50 Millionen Lampen. Und auch in den USA, in England und Frankreich werden diese Lampen noch bis in den Ersten Weltkrieg hinein gefertigt, wobei der Draht immer von Siemens kommt. 

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Leuchtstofflampe Circolux, 1980

1980: Leuchtstofflampe Circolux

1936 sorgt die Siemens-Tochter OSRAM auf der Weltausstellung in Paris für eine echte Sensation: Das Unternehmen stellt die erste marktfähige Leuchtstofflampe vor. Diese fälschlich als „Neon-Röhren“ bezeichneten Quecksilber-Niederdruck-Lampen besitzen ein beschichtetes Glasrohr, dessen Leuchtschicht im Gegensatz zur Natrium-Niederdrucklampe ein ziemlich natürliches Licht abstrahlt. In wenigen Jahrzehnten stellen sie alle anderen Lampen in den Schatten. Ihre besonderen Vorteile: hohe Lichtausbeute, unkomplizierte Handhabung und sehr gute Farbtreue.

 

Einen weiteren Fortschritt bildet 1978 die energiesparende Leuchtstofflampe Lumilux. Sie funktioniert nach dem Drei-Banden-Prinzip. Das heißt, sie enthält drei, allerdings sehr teure Leuchtstoffe: einen für blaues, einen für grünes und einen für rotes Licht. Je nach Zusammensetzung kann so die Lichtfarbe variieren.

 

1980 setzt die Circolux mit Glühlampensockel einen Meilenstein: Sie liefert bei nur 25 Watt (W) Verbrauch so viel Licht wie eine 75-W-Glühlampe. Mit der Dulux- EL-Kompakt-Leuchtstofflampe wird der Verbrauch gegenüber einer 75-W-Glühlampe erneut gesenkt – auf lediglich 15 W bei sechsfacher Lebensdauer.

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Ostar Lighting, 2005

2005: hellste Leuchtdiode

Leuchtdioden ersetzen ab der Jahrtausendwende immer häufiger konventionelle Lichtquellen wie Glühfadenlampen oder Leuchtstoffröhren. Der Vorteil: Sie sind kleiner, weniger heiß und haben vor allem einen wesentlich geringeren Stromverbrauch.

 

2005 stellt die Siemens-Tochter OSRAM die bis dahin hellste weiße Leuchtdiode vor: Die Ostar Lighting liefert eine Lichtausbeute von 200 Lumen und stellt damit herkömmliche Glühlampen und Leuchtstoffröhren buchstäblich in den Schatten. Die durchschnittliche Lebensdauer einer Ostar Lighting beträgt 50.000 Stunden; bei acht Stunden Betriebsdauer pro Tag sind das fast 18 Jahre.

 

Nur zwei Jahre später gelingt es, die Lichtausbeute noch einmal um das Fünffache zu steigern: Die Leuchtdiode liefert nun erstmals mehr als 1.000 Lumen. Mit dieser Leistung übertrifft der kleine Punktstrahler die Helligkeit einer 50-Watt-Halogenlampe und ist damit für den breiten Einsatz in der Allgemeinbeleuchtung geeignet. Die LED Ostar Lighting kann so einen Schreibtisch aus zwei Metern Höhe ausreichend beleuchten. Und aufgrund ihrer geringen Größe ermöglicht sie gänzlich neue Lampenformen.

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OLED Orbeos, 2009

2009: erste OLED für die Allgemeinbeleuchtung

2009 stellt OSRAM erstmals eine Beleuchtungsquelle aus Kunststoff vor: Mit der Orbeos kommt ein OLED-Flächenlicht für professionelle Anwendungen an den Markt. OLED steht für Organic Light Emitting Diodes, also Dioden, die aus dünnen organischen Schichten bestehen. Diese leuchten, wenn elektrischer Strom durch sie fließt.

 

Das hauchdünne OLED-Panel hat einen Durchmesser von acht Zentimetern und wiegt nur 24 Gramm. Im Gegensatz zu herkömmlichen LEDs sind OLEDs keine Punktlichtquellen, sondern Flächenstrahler, die eine blendfreie, weiche Beleuchtung bei gleichzeitig hoher Energieeffizienz bieten. Die Orbeos liefert warmweißes Licht, dessen Farbwert der Lichtfarbe einer Glühlampe entspricht. Sie kann verzögerungsfrei an- und ausgeschaltet werden und ist stufenlos dimmbar. Anders als bei einer LED bietet sie ein einfaches Wärmemanagement. Das Panel enthält kein Quecksilber und emittiert keine UV- oder Infrarotstrahlung. Bei einem optimalen Einsatz liegt ihre Lebensdauer bei rund 5.000 Stunden.

 

Die extrem dünnen und superleichten Flächenstrahler eröffnen bisher unbekannte Möglichkeiten der Beleuchtung, wie leuchtende Raumteiler oder völlig neuartiges Leuchtendesign.