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Telefon von Siemens & Halske, 1878/79

1877: Siemens-Telefon

Das Telefon wird bereits 1863 vom deutschen Physiker Johann Philipp Reis erfunden. Doch erst die vom Amerikaner Alexander Graham Bell vorgenommenen Verbesserungen ermöglichen es, die menschliche Stimme auf elektrischem Weg zu übertragen. Auf der Weltausstellung in Philadelphia präsentiert Bell 1876 sein Telefonsystem. Ein Jahr später hält das Telefon in Deutschland Einzug.

 

Nach anfänglichem Zögern begeistert sich auch Werner von Siemens für die neue Technologie und verbessert die in den Anfängen stark eingeschränkte Sprachverständlichkeit. Indem er den Hörer statt mit einem Stab- mit einem Hufeisenmagneten ausstattet, sind wesentlich höhere Lautstärken möglich, die wiederum Reichweite und Verständlichkeit der übertragenen Stimmen verbessern. Bereits im ersten Jahr werden täglich 700 Apparate produziert, da Siemens sein Telefon günstig an den Markt bringt.

 

Mit der Markteinführung des Telefons beginnt der Siegeszug der Massenkommunikationsmittel, der das 20. Jahrhundert prägen wird.

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Fernsprechamt in München-Schwabing, 1909

1909: Großstadt-Fernsprechamt mit Selbstwählbetrieb München-Schwabing

Mit nur acht Teilnehmern geht 1881 in Berlin das erste Telefonamt in Betrieb. Noch können die Gespräche per Hand vermittelt werden: Der Teilnehmer ruft zunächst das Amt an, teilt die gewünschte Nummer mit, und der Vermittlungsbeamte steckt die Telefonleitung am Vermittlungsschrank in die entsprechende Buchse, sodass beide Gesprächsteilnehmer miteinander verbunden sind.

 

Bereits im Mai 1889 wird der 10.000ste Teilnehmer in Berlin registriert, täglich werden rund 200.000 Telefongespräche handvermittelt. Um den sprunghaft steigenden Telefonverkehr bewältigen zu können, wird die Vermittlung automatisiert. 1909 installiert Siemens das erste deutsche Großstadt-Fernsprechamt mit Selbstwählbetrieb in München-Schwabing – zunächst für 2.500 Anschlüsse. Erstmals führt man die Einzelgesprächszählung ein, wobei nur die zustande gekommenen Gespräche gezählt werden. 1912 folgt das größte Selbstwählamt der Welt in Dresden mit bereits 17.000 Anschlüssen.

 

Nachdem der Wählbetrieb in den Ortsämtern technisch machbar ist, folgt die Automatisierung des Fernverkehrs: Das erste automatische Fernamt der Welt baut Siemens 1923 für die Netzgruppe Weilheim in Oberbayern.

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Elektronisches Fernsprechamt München, 1962

1962: Erstes elektronisches Fernsprechamt

1960 haben weltweit rund 120 Millionen Teilnehmer einen Fernsprechanschluss, und die Vermittlungstechnik stößt an ihre Kapazitätsgrenzen. Rund um den Globus arbeiten Nachrichtentechniker daran, die langsamen, in Bau und Wartung teuren mechanischen Vermittlungssysteme durch elektronische zu ersetzen. 1962 gelingt es Siemens, in München das erste elektronisch gesteuerte Fernsprechamt einzurichten.

 

Die erste Versuchsanlage des rechnergesteuerten Elektronischen Wählsystems (EWS) wird schließlich 1974 in München-Perlach in Betrieb genommen. Solche speicherprogrammierten Vermittlungssysteme setzen sich in der zweiten Hälfte der 1970er-Jahre weltweit mehr und mehr durch. Sie sind schneller und wartungsfreundlicher. Auch die Teilnehmer profitieren durch neue Leistungsmerkmale wie Kurzwahlnummern von der Weiterentwicklung der Vermittlungstechnik.

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EWSD-Fernsprechamt Hamburg, 1980

1980: EWSD

Mit dem elektronischen, speicherprogrammierten, digitalen Wählsystem EWSD steigt Siemens 1980 in die Digitalisierung der Telefonvermittlung ein. Die erste Anlage dieser Art kommt in Hamburg zum Einsatz. Damit wird das analoge Vermittlungsverfahren abgelöst und die Verbindung zur Datentechnik hergestellt.

 

EWSD avanciert zum großen Verkaufsschlager von Siemens, das System entwickelt sich zum weltweit meistverkauften Festnetz-Vermittlungssystem: Bis Ende der 1990er-Jahre liefert das Unternehmen an Kunden in mehr als 100 Ländern EWSD-Systeme mit insgesamt 250 Millionen Anschlusseinheiten.

 

Seine technologische Weiterentwicklung führt schließlich zum Integrated-Services-Digital-Network-Standard (ISDN).

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Hicom-Anlage, 1984

1984: ISDN / Hicom

Die Digitalisierung des Telefonnetzes ermöglicht es, Kommunikations- und Datentechnik zusammenzuführen; hierdurch erschließen sich völlig neue Perspektiven für den Telefonmarkt.

 

1984 präsentiert Siemens das private Kommunikationssystem Hicom. Es erfüllt den Weltstandard des künftigen Nachrichtennetzes Integrated Services Digital Network (ISDN) und integriert als erstes System alle Kommunikationsformen in einem Netz, auf einer Leitung und unter einer Rufnummer. Während bei den EWSD-Anlagen die Digitalisierung der Informationen erst in der Vermittlungsstelle durchgeführt wird, findet diese bei ISDN bereits im Endgerät, also im Telefon, statt. Außer Sprache können nun über die vorhandenen Telefonleitungen auch Texte, Bilder und Daten übermittelt werden.

 

In der Folge werden Hicom-Systeme in Industrie, Wirtschaft und Verwaltung auf der gesamten Breite des Marktes eingesetzt: von Kleinstanlagen für privat Nutzer oder für kleine Betriebe über den Mittelstand bis hin zu Großanlagen und weltweiten Unternehmensnetzen.

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Siemens-Handy S10, 1997

1997: GSM-Handy mit Farbdisplay

1990 kosten Mobiltelefone noch rund 6.000 DM. Wegen ihres hohen Preises und ihrer unhandlichen Größe sind sie nur für ausgewählte Zwecke geeignet. Erst mit dem rasanten Fortschritt der Mikroelektronik gelingt es, sie in handlicher Größe und zu erschwinglichen Preisen herzustellen.

 

Zum Weihnachtsgeschäft 1997 kommt das neue Siemens-Mobiltelefon S10 auf den deutschen Markt. Das leistungsfähige Gerät hat eine intuitive Bedienerführung und neue Funktionen wie beispielsweise eine Memo-Taste, mit der bis zu 20 Sekunden gesprochener Text gespeichert werden können.

 

Das S10 ist auch für die Daten- und Faxkommunikation geeignet, wahlweise mittels einer PC-Card oder über das ebenfalls als Zubehör erhältliche Softmodem. Die bahnbrechende Neuheit des Business-Handys ist jedoch das hoch auflösende, grafikfähige Farbdisplay. Damit können beispielsweise Geschäftsnummern rot und private Nummern blau dargestellt werden.

 

Zwei Jahre später bringt Siemens mit dem SL10 erneut eine Innovation auf den Markt. Es ist das weltweit erste Mobiltelefon mit Slider-Mechanik: Die Bedienfelder können übereinandergeschoben werden, damit wird das Handy noch kleiner.

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UMTS-Anlage, 2001

2001: UMTS-Netz

Die ersten Mobiltelefone haben die Größe einer Handtasche und senden im damals aktuellen C-Netz.

 

Durch den Fortschritt in der Mikroelektronik sind spätere Modelle wesentlich kleiner. Außerdem verfügen sie nun über eine Vielzahl von Funktionen, die weit über das bloße Telefonieren hinausgehen. Dies ist nur durch die technische Weiterentwicklung der Mobilfunknetze möglich. So folgen auf das analoge C-Netz das digitale D- und das E-Netz, womit auch auf die zunehmende Teilnehmerzahl reagiert wird. Diese Netze basieren auf dem digitalen GSM-Standard, der 1992 in Deutschland Einzug hält.

 

Mit dem Anfang der 2000er-Jahre eingeführten UMTS-Standard wird Multimedia auch im mobilen Bereich zu einer Option. Erstmals ist es möglich, zusätzlich zum Telefonieren auch Fotos und Videos zu übertragen und ständig die Verbindung zum Internet zu halten. Siemens realisiert das erste UMTS-Netz der Welt 2001 auf der Isle of Man.

Schlaglichter aus 170 Jahren Siemens-Geschichte

Informieren Sie sich zu ausgewählten Ereignissen aus der Geschichte des Unternehmens in unseren History News, die wir stetig für Sie erweitern.