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Siemens-Rechenanlage 2002, 1957

1957: Volltransistorierter Seriencomputer 2002

Siemens stellt der Welt 1957 den ersten in Serie produzierten volltransistorbestückten Computer vor: die Rechenanlage 2002. Zwei Jahre später ist die erste Anlage ausgeliefert, sie geht an der Technischen Hochschule in Aachen in Betrieb. Die Bedeutung dieses Meilensteins erschließt sich vor dem Hintergrund, dass der Weltmarkt der Datenverarbeitung damals fast vollständig in der Hand des amerikanischen Unternehmens IBM liegt und Europa als Heimatmarkt kaum eine Rolle spielt. Die Serienfertigung der Rechenanlage führt zum breiten Einsatz der EDV in den unterschiedlichsten Anwendungsgebieten. Als Ein- und Ausgabegeräte dienen zunächst die bei Siemens entwickelten „normalen“ Fernschreibmaschinen. Diese werden später durch Lochstreifen- und Lochkartengeräte ergänzt. Es folgen Schnelldrucker und Magnetbandgeräte.

 

Dank der 1962 eingeführten Hybridtechnik mit miniaturisierten Bauelementen lassen sich die Rechengeschwindigkeiten aufgrund der kürzeren Stromwege von 1.300 auf 160.000 Additionen pro Sekunde steigern. Wegen ihrer fortschrittlichen Technik bleibt die Rechenanlage 2002 fast zehn Jahre im Produktionsprogramm.

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Siemens-Computer 3003, 1963

1963: Computer 3003

Basierend auf den praktischen Erfahrungen aus der Produktion und dem Betrieb des Computers 2002 stellt Siemens 1963 mit dem Computer 3003 ein Nachfolgemodell vor: Er hat eine höhere Operationsgeschwindigkeit als der 2002. Entsprechend können mehrere Anwenderprogramme gleichzeitig abgearbeitet und auch die Ein- und Ausgabegeräte parallel bedient werden. Ein eigenes Programm nimmt dem Anwender das Koordinieren der zeitgleich arbeitenden Ein- und Ausgabegeräte sowie das Steuern der verschiedenen Anwenderprogramme ab.

 

Die Dialogfähigkeit mit dem menschlichen Nutzer bildet einen zentralen Aspekt, da nun nicht mehr nur Experten die Eingaben vornehmen. Als Einsatzgebiete stehen wissenschaftliche und verwaltungstechnische Aufgaben im Vordergrund. Dies bringt eine Reihe neuer Anwendungen mit sich. So bilden zwei der Computer das Herzstück einer automatisierten Fertigungsstraße bei der Thyssen Röhrenwerke AG. Und auch die Universitätsbibliothek in Bochum nutzt einen 3003 für die Verwaltung der Buchausleihe.

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Siemens-Computer 4004, 1972

1965: Computerreihe 4004

Das Kompatibilitätsprinzip ist 1965 in der neuen Computerfamilie 4004 bereits in großem Umfang verwirklicht: Die fünf Anlagen dieser Familie – 4004/15, 25, 35, 45 und 55 genannt – bilden eine Modellreihe mit wachsender Leistungsfähigkeit. Die Aufwärtskompatibilität von einer Anlage zur nächsten ist gewährleistet. Zwischen den Anlagen 4004/35, 4004/45 und 4004/55 besteht sogar eine Programmkompatibilität in beide Richtungen. Dies bringt eine hohe Flexibilität beim Einsatz für den Kunden – und damit einen wichtigen Wettbewerbsvorteil.

 

Ein umfangreiches Spektrum von Ein- und Ausgabegeräten, speziell die Möglichkeit zum Anschluss von Schriftlesegeräten, sichert der Familie 4004 ein breites Einsatzgebiet. Mit der Entwicklung des Laserdruckers 3352 im Jahr 1976 zum Anschluss an die Systeme 4004 und 7000 setzt Siemens für die EDV-Datenausgabe eine neue, nichtmechanische Technologie ein. Dank der Lasertechnik können Druckgeschwindigkeiten von maximal rund 70.000 Zeichen pro Sekunde erreicht werden. Dies ist etwa das Zehnfache dessen, was die bisherigen, konventionellen Schnelldrucker leisten.

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Neurocomputer Synapse-1, 1992

1992: Neurocomputer Synapse-1

Die Weiterentwicklung der Software zu leistungsfähigen Programmen wie beispielsweise die Simulation neuronaler Netze, die das menschliche Gehirn nachahmen, führt unter anderem zu „lernenden“ Computern. Allerdings hat bisher insbesondere die Simulation des Lernprozesses auf einer Workstation die zügige Entwicklung neuronaler Anwendungen verhindert, da jeder Lernschritt sehr viel Zeit in Anspruch nahm.

 

Deshalb entwickelt man sogenannte Neurocomputer, die für derartige Simulationen besser geeignet sind. 1992 stellt Siemens den weltschnellsten Neurocomputer „Synapse-1“ vor: Er ist 8.000-mal leistungsfähiger als eine herkömmliche Workstation und kann in einer Stunde so viel „lernen“ wie ein neuronales Netz auf einem konventionellen Computer innerhalb eines ganzen Jahres.

 

Neuronale Netze kommen in der Regel dort zum Einsatz, wo klassische Rechenverfahren versagen oder unzureichend sind. Beispiele für solche Aufgaben sind Echtzeit-Trendvorhersagen bei Zins- und Kursentwicklungen, die Steuerung von komplexen Industrieprozessen beispielsweise in Walzwerken, die Bild-, Muster- und Spracherkennung oder andere Aufgaben, denen kein exaktes mathematisches Modell zugrunde liegt.

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Gestikcomputer SIVIT, 1996

1996: Gestikcomputer SIVIT

Eine völlig neue Interaktion mit dem Computer verspricht der Gestik-Computer SIVIT (Siemens Virtual Touchscreen), der 1996 als erster Computer ohne Maus, Tastatur und Bildschirm nur auf Fingerzeig reagiert.

 

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