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Werner Bolton (1868–1912)

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Werner Bolton, undatiert

Werner Bolton absolviert während seines Chemiestudiums ein Praktikum bei Siemens & Halske. Nach seiner Promotion ist er ab 1896 im Labor des Glühlampenwerks tätig und arbeitet im Auftrag Wilhelm von Siemens‘ an der Weiterentwicklung der Glühlampe.

 

1903 gelingt es ihm erstmals, den bis dato in Glühlampen verwendeten Kohlefaden durch einen stabilen Metallglühfaden aus Tantal zu ersetzen. Siemens bringt die Tantallampe 1905 an den Markt und erzielt damit einen technischen Fortschritt auf dem Gebiet der elektrischen Beleuchtung.

 

Im Juli desselben Jahres übernimmt Werner Bolton die Leitung des ersten vom Tagesgeschäft unabhängigen Siemens-Labors. Das Versuchslaboratorium Bolton befindet sich zunächst in Berlin-Moabit. 1906 wird es in einen Neubau auf dem Areal der späteren Siemensstadt verlagert und sein Name in „Physikalisch-Chemisches Laboratorium“ geändert. Hier arbeitet Werner Bolton an der Herstellung von Wolframdraht für die nächste Generation von Metallglühfäden.

Bodo von Borries (1905–1956)

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Bodo von Borries, 1939

Der studierte Maschinenbauer und Elektrotechniker Bodo von Borries kommt 1934 von den Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerken zu Siemens nach Berlin. Hier übernimmt er die Leitung eines zum Schaltwerk der Siemens-Schuckertwerke gehörenden Labors. Seine wissenschaftlichen Arbeiten konzentrieren sich zunächst auf die Entwicklung von Überspannungsschutzgeräten.

 

Ab 1937 verantwortet von Borries Aufbau und Leitung des Laboratoriums für Elektronenoptik bei Siemens & Halske. Gemeinsam mit dem Physiker Ernst Ruska entwickelt er bis 1939 das erste kommerzielle Elektronenmikroskop zur Serienreife (Siemens-Übermikroskop). Die beiden Wissenschaftler haben bereits Anfang der 1930er Jahre an der TH Berlin die Grundlagen der Elektronenmikroskopie erforscht.

 

1948 verlässt Bodo von Borries das Unternehmen mit dem Ziel, in Düsseldorf ein Institut für Übermikroskopie aufzubauen. Bis zu seinem Tod im Juli 1956 ist er maßgeblich an der Gründung einer Reihe wissenschaftlicher Gesellschaften für Elektronenmikroskopie beteiligt.

Dennis Gábor (1900–1979)

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Dennis Gábor, undatiert

Der gebürtige Ungarn Dennis Gábor kommt 1921 nach Berlin, um an der dortigen TH Elektrotechnik zu studieren. Im Anschluss an seine Promotion tritt er 1927 als Forschungsingenieur in das Physikalische Laboratorium des Wernerwerks Meßtechnik und Medizinische Technik von Siemens & Halske ein.

 

In den folgenden sechs Jahren arbeitet Gábor unter anderem an der Weiterentwicklung von Kathodenstrahl-Oszillographen. Diese Messgeräte ermöglichen die optische Darstellung zeitlich veränderlicher elektrischer Spannungen. Seine Erkenntnisse wissen Ernst Ruska und Max Knoll im Rahmen ihrer Forschungen auf dem Gebiet der Elektronenmikroskopie zu nutzen. Darüber hinaus leistet Dennis Gábor wesentliche Beiträge auf den Gebieten Gasentladung und Plasmaphysik.

 

1933 kehrt er vorübergehend in seine Heimat zurück, bevor er im Jahr darauf nach England emigriert. Von 1934 bis 1948 forscht er im Auftrag der British Thomson-Houston Company Ltd. in Rugby. Dort entwickelt er 1948 im Rahmen seiner Versuche zur Verbesserung des Elektronenmikroskops eher zufällig die Holographie. Für die Erfindung und Weiterentwicklung dieses Verfahrens erhält Dennis Gábor 1971 den Nobelpreis für Physik.

Gustav Hertz (1887–1975)

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Gustav Hertz, 1913

Gustav Hertz erhält 1925 gemeinsam mit James Franck den Nobelpreis für Physik. Die beiden Wissenschaftler werden für ihre Entdeckung der Gesetze, die beim Zusammenstoß eines Elektrons mit einem Atom herrschen, ausgezeichnet (Franck-Hertz-Versuch). Ab 1927 ist Hertz Ordinarius für Physik und Direktor des Physikalischen Instituts der TH Berlin. 1934 tritt er von der Leitung des Instituts zurück; 1935 muss er aufgrund seiner jüdischen Abstammung das Lehramt niederlegen.

 

Im Juli 1935 übernimmt Gustav Hertz die Leitung des eigens für ihn gegründeten Siemens-Forschungslaboratorium II. In diesem sowohl für Siemens & Halske als auch für die Siemens-Schuckertwerke tätigen Labor wird unter seiner Leitung auf den Gebieten Gasentladungen, Elektronen- und vor allem Atomphysik geforscht. Ab April 1944 verantwortet Hertz für ein Jahr die gesamte zentrale Forschung von Siemens.

 

Im Juni 1945 wird er gemeinsam mit früheren Schülern und Mitarbeitern in die Sowjetunion verbracht, um am Schwarzen Meer ein physikalisches Institut aufzubauen. 1954 kehrt Gustav Hertz nach Deutschland zurück und übernimmt an der Universität Leipzig den Lehrstuhl für Experimentalphysik.

Ernst Ruska (1906–1988)

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Ernst Ruska, 1939

Bereits während seines Elektrotechnikstudiums an der TH Berlin entdeckt Ernst Ruska gemeinsam mit seinem Chef Max Knoll, dass man elektronendurchstrahlte Objekte mittels „magnetischer Linsen“ ein- oder mehrstufig vergrößert abbilden kann. 1931 entwickeln die beiden Wissenschaftler den Prototyp eines Mikroskops, das Elektronen statt Licht nutzt. Dieses Elektronenmikroskop ist zunächst jedoch weniger leistungsfähig als optische Mikroskope.

 

1937 tritt Ernst Ruska in das von Bodo von Borries geleitete Laboratorium für Elektronenoptik von Siemens & Halske ein. Zusammen mit von Borries entwickelt er bis 1939 das erste kommerzielle Elektronenmikroskop zur Serienreife (Siemens-Übermikroskop). Das Gerät eröffnet ein breites Anwendungsfeld, vor allem für die medizinische und biologische Forschung.

 

Nachdem von Borries Siemens & Halske 1948 verlassen hat, übernimmt Ruska die Leitung des Siemens-Forschungslabors. Die dortige Entwicklungstätigkeit mündet in der Konstruktion des hoch auflösenden Elektronenmikroskops ELMISKOP. 1954 wird das erste serienmäßig gefertigte Gerät in London der Öffentlichkeit präsentiert. 1955 wechselt Ernst Ruska zur Max-Planck-Gesellschaft. 1986 erhält er zusammen mit Gerd Binnig und Heinrich Rohrer, den Erfindern des Rastertunnelmikroskops, den Nobelpreis für Physik.

Walter Schottky (1886–1976)

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Walter Schottky, 1950

Walter Schottky studiert in Berlin Physik und Chemie. 1912 wird er von Max Planck mit einer Arbeit zur speziellen Relativitätstheorie promoviert. Im Anschluss nimmt der theoretische Physiker eine Stelle an der Universität Jena an, wo er sich der theoretischen und experimentellen Erforschung von Elektronenröhren widmet. Es gelingt ihm, mathematisch abzuleiten, wie sich Elektronen beim Durchgang in Vakuumröhren verhalten.

 

Anfang 1915 nimmt Schottky das Angebot, als freier Mitarbeiter bei Siemens & Halske in Berlin an der Röhrenentwicklung mitzuwirken, an und wird wenig später fest angestellt. Nach nur zwei Jahren steigt er zum wissenschaftlichen Leiter des Schwachstromkabel-Laboratoriums auf. Im Rahmen dieser Tätigkeit formuliert Schottky seine bisherigen Erkenntnisse der physikalischen Vorgänge in Vakuumröhren zu einer Theorie aus, auf deren Grundlage ihm Anfang 1916 die Entwicklung der Schutznetz-Verstärkerröhre gelingt.

1919 verlässt er Siemens und unterrichtet erst an der Universität Würzburg, dann in Rostock theoretische Physik. 1927 kehrt Walter Schottky als wissenschaftlicher Berater zu Siemens & Halske zurück. Gemeinsam mit seinem Assistenten Eberhard Spenke erforscht er die Grundlagen der Halbleiterphysik und Elektronik. Ab 1938 veröffentlicht Schottky in drei Schritten seine Randschichttheorie (auch Raumladungstheorie der Sperrschichten), die sich als bahnbrechend für die Halbleitertechnik erweisen soll.

 

1944 verlegt Walter Schottky seinen Wohnsitz aus dem kriegszerstörten Berlin nach Pretzfeld in der fränkischen Schweiz. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs gründen die Siemens-Schuckertwerke hier unter der Leitung von Eberhard Spenke ein Halbleiterlabor, in dem Schottky seine wissenschaftlichen Arbeiten bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1951 fortsetzt.

Ferdinand Trendelenburg

Ferdinand Trendelenburg (1896–1973)

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Ferdinand Trendelenburg, um 1965

Der Physiker Ferdinand Trendelenburg arbeitet ab 1922 im zentralen Siemens-Forschungslaboratorium in Berlin-Siemensstadt. 1929 übernimmt er die Leitung der Abteilung für Technische Physik. Hier entstehen in rascher Folge seine Pionierarbeiten auf dem Gebiet der Elektroakustik. So entwickelt er ein Verfahren zur Klangaufzeichnung, das es erlaubte, mit Kondensator-Mikrofonen frequenzmoduliert aufzuzeichnen. Die Eigenschaften dieses Mikrofons weiss er auch für die Untersuchung von Herztönen und Atemgeräuschen zu nutzen.

 

Parallel zu seiner Siemens-Tätigkeit ist Trendelenburg ab 1929 als akademischer Lehrer an der Universität Berlin tätig. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitet er für kurze Zeit beim deutsch-französischen Institut Laboratoire de Recherches Ballistiques et Aérodynamiques in Weil am Rhein (1949/50).

 

1950 wird er mit dem Aufbau eines neu zu gründenden Allgemeinen Laboratoriums der Siemens-Schuckertwerke in Erlangen betraut. Innerhalb kurzer Zeit gelingt es ihm, dieses Labor, das ab 1953 „Forschungslaboratorium der Siemens-Schuckertwerke“ heisst, zu einer führenden Forschungs- und Entwicklungseinrichtung auszubauen. Nach knapp 40 Jahren in der Siemens-Forschung geht Ferdinand Trendelenburg im Herbst 1962 in den Ruhestand.

Heinrich Welker (1912–1981)

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Heinrich Welker, 1970

Der Physiker Heinrich Welker übernimmt 1951 die Leitung der Abteilung Festkörperphysik im Allgemeinen Laboratorium der Siemens-Schuckertwerke in Erlangen. Noch im selben Jahr entdeckt er die III-V-Verbindungen aus Elementen der 3. und 5. Gruppe des Periodensystems. Diese Entdeckung führt zu einer breiten Anwendung galvanomagnetischer und optoelektronischer Effekte sowie zu völlig neuen Schaltelementen der Mikroelektronik. Darunter auch Gallium-Arsenid – bis heute ein wichtiger Baustein von Hochfrequenz-Bauteilen oder Halbleiterlasern für die Optoelektronik.

 

1961 übernimmt Welker die Gesamtleitung des Forschungslaboratoriums der Siemens-Schuckertwerke. Gemeinsam mit einer von ihm aufgebauten Forschungsgruppe bereitet er den Weg für Mikrowellen-Halbleiterbauelemente sowie LED und Laserdioden auf Basis der Verbindungshalbleiter.

 

Nach Gründung der Siemens AG werden die Forschungslaboratorien der Siemens-Schuckertwerke in Erlangen mit denen von Siemens & Halske in München 1969 zusammengeführt und Heinrich Welker unterstellt. Von 1973 bis 1977 leitet er die Zentrale Forschung und Entwicklung des Elektrokonzerns.

Schlaglichter aus 170 Jahren Siemens-Geschichte

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