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Alfred Berliner (1861–1943)

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Alfred Berliner, undatiert

Der Ingenieur und Physiker Alfred Berliner kommt 1888 durch Vermittlung von Hermann von Helmholtz zu Siemens & Halske. Dort wird er mit dem Aufbau des USA-Geschäfts betraut und eröffnet 1891 zunächst ein Ausstellungsbüro zur Vorbereitung der Weltausstellung in Chicago. Nach Gründung der Siemens & Halske Electric Company of America verantwortet er die Errichtung der Produktionsanlagen in Chicago. 1893 kehrt Berliner nach Deutschland zurück.

 

1897 wird er zum stellvertretenden, 1901 zum ordentlichen Mitglied im Vorstand von Siemens & Halske ernannt. In dieser Funktion ist er maßgeblich an der Fusion der Starkstromabteilungen der Siemens & Halske AG mit denen der Elektrizitäts-Aktiengesellschaft vorm. Schuckert & Co. zur Siemens-Schuckertwerke GmbH beteiligt. Von 1903 bis 1912 übernimmt er den Vorsitz im Vorstand der neu gegründeten Gesellschaft. Von 1913 bis 1938 gehört Alfred Berliner dem Aufsichtsrat von Siemens & Halske an.

Carl Friedrich von Siemens

Carl Friedrich von Siemens (1872–1941)

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Carl Friedrich von Siemens, 1924

Carl Friedrich von Siemens tritt 1899 als Stammhauslehrling bei Siemens & Halske ein. Ab 1901 hat er verschiedene Leitungsfunktionen in den englischen Siemens-Werken inne, bevor er 1908 Organisation und Leitung der Siemens-Exportabteilung in Berlin übernimmt. Bereits ab 1904 ist der jüngste Sohn des Firmengründers Mitglied im Aufsichtsrat von Siemens & Halske. 1909 wird er Mitglied, 1912 Vorsitzender des Vorstands der Siemens-Schuckertwerke.

 

1919 übernimmt Carl Friedrich von Siemens als erstes Familienmitglied sowohl den Vorsitz im Aufsichtsrat der Siemens & Halske AG als auch den der Siemens-Schuckertwerke GmbH. Unter seiner Führung entwickelt sich Siemens verstärkt zu einer Art „technischer Holding“-Gesellschaft: Gemäß dem Leitbild von der Einheit und Vielfalt des Hauses fördert er die Dezentralisierung des Unternehmens, indem er einzelne Arbeitsgebiete in rechtlich selbstständige, wirtschaftlich, technisch und organisatorisch aber eng kooperierende Tochter- und Beteiligungsgesellschaften ausgliedert. Nach dem Grundsatz „Nur die Elektrotechnik, aber die ganze Elektrotechnik“ achtet er konsequent darauf, dass deren Geschäftsaktivitäten in direkter Beziehung zu den traditionellen Kerngebieten des Hauses stehen.

 

Über seine Tätigkeit im Unternehmen hinaus ist Carl Friedrich von Siemens als Reichstagsabgeordneter der Deutschen Demokratischen Partei politisch aktiv. Außerdem engagiert er sich durch die Übernahme zahlreicher Ämter und Ehrenämter in Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft.

Otto Henrich (1871–1939)

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Otto Henrich, undatiert

Otto Henrich tritt 1896 als Ingenieur in das Charlottenburger Werk von Siemens & Halske ein. 1905 wird er zum stellvertretenden Mitglied im Vorstand der Siemens-Schuckertwerke, 1908 zum ordentlichen Mitglied berufen. 1912/13 verantwortet Henrich erfolgreich die Neuorganisation des Unternehmens. Im Zuge dessen erwirbt er sich die Anerkennung Carl Friedrich von Siemens‘, der ihn 1919 zum Vorsitzenden des Vorstands der Gesellschaft beruft.

Im Jahr darauf ist Henrich maßgeblich an der Gründung der Siemens-Rheinelbe-Schuckert-Union, einer Interessengemeinschaft von Unternehmen der Schwerindustrie und Siemens als Repräsentant der weiterverarbeitenden Elektroindustrie, beteiligt.

Otto Henrich scheidet 1921 aus dem Unternehmen aus, nachdem er eine Verbindung mit Tutty Bötzow, der früheren Ehefrau von Carl Friedrich von Siemens, eingegangen war.

Carl Köttgen (1871–1951)

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Carl Köttgen, 1925

Carl Köttgen beginnt seine Siemens-Tätigkeit 1894 im Berliner Büro für Kraftübertragung von Siemens & Halske, dessen Leitung er drei Jahre später übernimmt. 1905 wird der Elektroingenieur als stellvertretendes Mitglied in den Vorstand der Siemens-Schuckertwerke berufen. In jener Zeit konstruiert er die Schachtfördermaschine der Zeche Zollern II bei Dortmund (1903) und den ersten elektrischen Umkehrantrieb der Welt für die Georgsmarienhütte bei Osnabrück (1907).

 

Vom 1907 bis 1914 leitet Köttgen das Dynamowerk von Siemens Brothers in Stafford. Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs wird er in England interniert. 1919 kehrt er nach Berlin zurück und leitet zunächst die Zentral-Werksverwaltung der Siemens-Schuckertwerke. Von 1921 bis 1939 ist Köttgen Vorsitzender des Vorstands der energietechnischen Stammgesellschaft.

 

Große Bekanntheit erlangt er durch sein Engagement in technisch-wissenschaftlichen Fachverbänden. So führt er den Vorsitz im VDE (1926–1927) und im VDI (1929–1931). Sein besonderes Interesse gilt der technisch-organisatorischen Rationalisierung. Nicht zuletzt dank seiner Eindrücke von einer USA-Studienreise prägt Carl Köttgen gemeinsam mit Carl Friedrich von Siemens die Aufbauphase des Reichskuratoriums für Wirtschaftlichkeit (RKW) ab 1922.

Rudolf Bingel (1882–1945)

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Rudolf Bingel, undatiert

Der gelernte Maschinenbauer und Ingenieur Rudolf Bingel arbeitet ab 1907 für die Siemens-Schuckertwerke. Er beginnt seine Laufbahn in der Mannheimer Niederlassung, wo er 1919 zum Technischen Vorstand ernannt wird. Fünf Jahre später wird er in das Berliner Stammhaus berufen und als stellvertretendes Mitglied im Vorstand der Siemens-Schuckertwerke mit der Leitung der Abteilung Industrie betraut. Ab 1927 ist er ordentliches Mitglied im Vorstand, dessen stellvertretenden Vorsitz er 1937 übernimmt. Zwei Jahre später wird er zum Vorstandsvorsitzenden der energietechnischen Stammgesellschaft berufen.

 

Rudolf Bingel wirkt besonders innovativ und erfolgreich auf dem Gebiet der Antriebs-, Kombinations- und Schiffselektrotechnik. In besonderem Maß fördert er die Entwicklung von diesel- und turboelektrischen Antrieben.

 

Als wichtiger Repräsentant des Unternehmens wird Bingel in den letzten Kriegstagen in Siemensstadt von russischem Militär gefangen genommen und in einem Lager in Landsberg an der Warthe interniert, wo er den Folgen der Haft erliegt.

Wolf-Dietrich von Witzleben

Wolf-Dietrich von Witzleben (1886–1970)

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Wolf-Dietrich von Witzleben, 1952

Wolf-Dietrich von Witzleben kommt 1919 zu Siemens & Halske. Er befasst sich von Beginn an mit personal- und sozialpolitischen Themen. Zwischen 1927 und 1941 leitet er das Büro von Carl Friedrich von Siemens und war somit dessen engster Mitarbeiter und Vertrauter. 1930 übernimmt von Witzleben zusätzlich die Leitung des Personalreferats, 1934 erfolgt die Ernennung zum stellvertretenden, 1939 zum ordentlichen Vorstandsmitglied der beiden Siemens-Stammgesellschaften. Im Mai 1945 übernimmt er den Vorstandsvorsitz beider Häuser, den er bis 1949 innehat. Anschließend wechselt er in die Aufsichtsräte beider Gesellschaften.

 

Wolf-Dietrich von Witzlebens Verdienst besteht in der Wahrung der Einheit und im Wiederaufbau des Hauses Siemens nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Darüber hinaus treibt er die Qualifikation des Führungsnachwuchses entscheidend voran.

 

Er ist Mitbegründer der Baden-Badener Unternehmergespräche und Präsident des Deutschen Instituts zur Förderung des industriellen Führungsnachwuchses.

Günther Scharowsky

Günther Scharowsky (1891–1953)

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Günther Scharowsky, undatiert

Günther Scharowsky ist ab 1920 im Entwicklungsbüro der Abteilung Industrie bei den Siemens-Schuckertwerken in Berlin beschäftigt. 1938 wird der Ingenieur als stellvertretendes Mitglied in den Vorstand des Unternehmens berufen. Ab 1943 ist er ordentliches Mitglied, ab 1949 Vorsitzender des Vorstands der Siemens-Schuckertwerke. 1951 wechselt Scharowsky in den Aufsichtsrat der Gesellschaft, dem er bis kurz vor seinem Tod im Sommer 1953 angehört.

 

Günther Scharowskys Name ist eng mit dem Wiederaufbau der Siemens-Schuckertwerke nach dem Zweiten Weltkrieg verbunden. Als der Elektrokonzern im Februar 1945 beginnt, die Berliner Unternehmensführung aufgrund der drohenden Besetzung der Hauptstadt durch sowjetische Truppen zu dezentralisieren, übernimmt Scharowsky die Leitung der in Mitteldeutschland, Sachsen und Bayern ansässigen Werke sowie die Gesamtleitung der Siemens-Schuckertwerke. In dieser Funktion schafft er in der weitgehend unzerstört gebliebenen Universitätsstadt Erlangen, die zunächst provisorisch und ab 1949 offiziell als Hauptsitz der Gesellschaft  fungiert, die Voraussetzungen für den Wiederaufbau von Siemens nach 1945.

Friedrich Bauer (1901–1962)

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Friedrich Bauer, undatiert

Friedrich Bauer arbeitet ab 1924 für die Siemens-Schuckertwerke. Als Projektingenieur fängt er zunächst in der Abteilung Industrie an, wo er an der Entwicklung von Elektromotoren vor allem für industrielle Zwecke beteiligt ist. 1936 übernimmt er die Leitung der Abteilung Faserstoffindustrie, ab 1941 leitet er zusätzlich die Abteilungen Chemie und Allgemeine Entwicklung. Im Jahr darauf wird Bauer zum stellvertretenden Mitglied im Vorstand der Siemens-Schuckertwerke berufen. Gleichzeitig ist er als Leiter der Abteilung Zentralen für die Bereiche Elektrizitätserzeugung und -verteilung zuständig.

 

Als Siemens im Februar 1945 beginnt, die Berliner Unternehmensführung aufgrund der drohenden Besetzung der Hauptstadt durch sowjetische Truppen zu dezentralisieren, übernimmt Bauer die Leitung der in Mülheim an der Ruhr ansässigen energietechnischen Werke und Vertriebsstellen. 1948 wird er ordentliches Mitglied im Vorstand der Siemens-Schuckertwerke und ist für sämtliche projektierende Planungs- und Vertriebsabteilungen, die sogenannten Technischen Stammabteilungen, verantwortlich. Im Mai 1951 übernimmt Friedrich Bauer den Vorsitz im Vorstand der Siemens-Schuckertwerke, den er bis Juli 1962 innehat.

Bernhard Plettner (1914–1997)

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Bernhard Plettner, 1981

Bernhard Plettner arbeitet 1937 erstmals bei Siemens: Damals unterbricht er sein Studium an der Technischen Hochschule Darmstadt mit dem Ziel, für ein Semester als Werkstudent bei den Siemens-Schuckertwerken in Berlin und Mülheim an der Ruhr tätig zu werden. Nach Abschluss des Studiums kehrt der Elektroingenieur 1940 in die Abteilung Industrie  nach Berlin zurück. Hier ist er zunächst als Projektingenieur für die Planung und den Vertrieb von Industrie- und Energieversorgungsanlagen im In- und Ausland zuständig.


Nach Kriegsende weiss Plettner seine Berufserfahrungen für den Wiederaufbau des Exportgeschäfts zu nutzen. Sechs Jahre später übernimmt er die Leitung der Projektierungsabteilungen für die Grundstoffindustrie, die unter anderem für den Bau des Hüttenwerks Rourkela in Indien – dem ersten großen Exportprojekt der deutschen Nachkriegsindustrie – zuständig ist.

 

1959 wird Bernhard Plettner in den Vorstand der Siemens-Schuckertwerke berufen, 1961 zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden und 1962 zum Vorstandsvorsitzenden bestellt. Nach Gründung der Siemens AG ist er zunächst Mitglied des Vorstandspräsidiums, dann stellvertretender und ab 1971 Vorstandsvorsitzender des Unternehmens. 1981 wird Plettner als erstes Nichtfamilienmitglied Vorsitzender des Aufsichtsrats; er behält diese Position bis 1988. Bernhard Plettner stirbt am 2. November 1997 in Erlangen.