Tonio Bödiker (1843–1907)

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Tonio Bödiker, undatiert

Tonio Bödiker wird im Juli 1897 in das Direktorium (ab 1901 Vorstand) der neu gegründeten Siemens & Halske AG berufen, um den Vorsitz des Gremiums zu übernehmen. Zu diesem Zeitpunkt kann der studierte Verwaltungsfachmann bereits auf eine lange Karriere als preußischer Beamter zurückblicken: Von 1884 bis 1897 ist er Präsident des Reichsversicherungsamts, der obersten Aufsichts- und Spruchbehörde für die Sozialversicherung im Deutschen Reich, gewesen.

 

Als Leiter der Zentralabteilung ist Tonio Bödiker bei Siemens & Halske für sämtliche übergeordneten rechtlichen, finanziellen sowie aufbau- und ablauforganisatorischen Fragen verantwortlich. Intern sind die von ihm angestoßenen Verwaltungsreformen umstritten. Auch wird Bödiker wegen seiner Machtfülle kritisiert. Anfang 1903 löst man die Zentralabteilung in ihrer bestehenden Form auf und etabliert stattdessen eine Finanzabteilung. Tonio Bödiker wechselt vom Vorstand in den Aufsichtsrat des Unternehmens.

 

Emil Budde (1842–1921)

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Emil Budde, undatiert

Der 50-jährige Privatdozent für Physik arbeitet auf Initiative von Wilhelm von Siemens ab 1892 für das Unternehmen. Er leitet zunächst das Laboratorium von Siemens & Halske im Charlottenburger Werk. Bereits im Jahr darauf erhält er Prokura und wird zum Co-Direktor des Werkes ernannt, dessen alleinige Leitung er 1895 übernimmt. Von 1897 bis 1911 gehört Budde dem Vorstand von Siemens & Halske an. 1903 wird er in den Aufsichtsrat der neu gegründeten Siemens-Schuckertwerke berufen.

 

1911 legt Emil Budde sein Amt im Vorstand von Siemens & Halske nieder, bleibt dem Konzern aber über seine Tätigkeit im Aufsichtsrat der Siemens-Schuckertwerke bis zu seinem Tod im August 1921 verbunden.

 

Alfred Berliner (1861–1943)

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Alfred Berliner, undatiert

Der Ingenieur und Physiker Alfred Berliner kommt 1888 durch Vermittlung von Hermann von Helmholtz zu Siemens & Halske. Dort wird er mit dem Aufbau des USA-Geschäfts betraut und eröffnet 1891 zunächst ein Ausstellungsbüro zur Vorbereitung der Weltausstellung in Chicago. Nach Gründung der Siemens & Halske Electric Company of America verantwortet er die Errichtung der Produktionsanlagen in Chicago. 1893 kehrt Berliner nach Deutschland zurück.

 

1897 wird er zum stellvertretenden, 1901 zum ordentlichen Mitglied im Vorstand von Siemens & Halske ernannt. In dieser Funktion ist er maßgeblich an der Fusion der Starkstromabteilungen der Siemens & Halske AG mit denen der Elektrizitäts-Aktiengesellschaft vorm. Schuckert & Co. zur Siemens-Schuckertwerke GmbH beteiligt. Von 1903 bis 1912 übernimmt er den Vorsitz im Vorstand der neu gegründeten Gesellschaft. Von 1913 bis 1938 gehört Alfred Berliner dem Aufsichtsrat von Siemens & Halske an.