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Carl von Siemens (1829–1906)

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Carl von Siemens, um 1885

Carl von Siemens, der jüngere Bruder des Firmengründers Werner von Siemens, macht sich vor allem durch sein unternehmerisches Engagement in Russland einen Namen. 1853 reist er nach St. Petersburg, um den Bau des bei Siemens & Halske in Auftrag gegebenen russischen Telegrafennetzes zu überwachen. Dabei bewährt er sich schnell als entscheidungsfreudiger und kompetenter Projektmanager. 1855 wird das russische Geschäft unter seiner Leitung in eine Zweigniederlassung umgewandelt und etabliert sich als wichtige Stütze des Berliner Stammhauses. 1869 geht Carl nach England, wo er über ein Jahrzehnt das Geschäft seines Bruders William unterstützt. Anfang der 1880er-Jahre kehrt er nach St. Petersburg zurück und gibt dem russischen Tochterunternehmen neuen Auftrieb.

 

Nach dem Rückzug Werner von Siemens’ aus der Unternehmensleitung übernimmt Carl von Siemens zu Beginn der 1890er-Jahre die Rolle des Seniorchefs von Siemens & Halske. In dieser Funktion leitet er die Umwandlung des Unternehmens in eine Aktiengesellschaft und den Übergang auf die zweite Unternehmergeneration ein.

 

Für seine Verdienste in Russland wird Carl 1895 vom Zaren Nikolaus II. in den Adelsstand erhoben.

Arnold von Siemens

Arnold von Siemens (1853–1918)

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Arnold von Siemens, 1915

Werner von Siemens' ältester Sohn Arnold arbeitet ab 1877 bei Siemens & Halske in Berlin. Zwei Jahre später geht er als Generalbevollmächtigter für Österreich-Ungarn nach Wien, um die dortige Niederlassung zu leiten. 1882 wird er Mitinhaber von Siemens & Halske. Als das Unternehmen 1890 von einer offenen Handels- in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt wird, übernimmt Arnold gemeinsam mit seinem Bruder Wilhelm und seinem Onkel Carl die Geschäftsleitung.

 

Im Sommer 1897 wird Arnold von Siemens in den Aufsichtsrat der neu gegründeten Siemens & Halske AG berufen, dessen Vorsitz er ab 1904 bis zu seinem Tod innehat. In dieser Funktion widmet sich der von seinem Vater als „bescheiden“ und „gutmütig“ charakterisierte Arnold vor allem sozialen und repräsentativen Aufgaben.

Wilhelm von Siemens

Wilhelm von Siemens (1855–1919)

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Wilhelm von Siemens, um 1905

Wilhelm von Siemens, der zweite Sohn des Firmengründers, tritt nach einem naturwissenschaftlichen Studium 1879 bei Siemens & Halske ein, wo er zunächst im Forschungslabor arbeitet. Ab 1884 ist er Mitinhaber, ab 1890 persönlich haftender Gesellschafter des Unternehmens. Im Sommer 1897 wird Wilhelm gemeinsam mit seinem Bruder Arnold und seinem Onkel Carl in den Aufsichtsrat der neu gegründeten Siemens & Halske AG berufen. Da sich Arnold vor allem sozialen und repräsentativen Aufgaben widmet, prägt Wilhelm über Jahrzehnte die Geschäftsentwicklung der expandierenden Firma.

 

1903 weiss er die Strukturkrise der deutschen Elektroindustrie zu nutzen, indem er die Starkstromabteilungen von Siemens & Halske mit der Elektrizitäts-Aktiengesellschaft vorm. Schuckert & Co. zur Siemens-Schuckertwerke GmbH fusioniert. Auch an der Gründung der Telefunken-Gesellschaft, die auf Wunsch Kaiser Wilhelms II. im selben Jahr erfolgt, war Wilhelm von Siemens maßgeblich beteiligt.

 

Im Laufe seiner knapp 30-jährigen Amtszeit entwickelt er die Führungs- und Organisationsstruktur des Hauses zeitgemäß weiter. Mit dem Ziel, Technologieführerschaft und Innovationskraft des Elektrokonzerns langfristig abzusichern, treibt er die Zentralisierung von Forschung und Entwicklung voran. Damit legt er den Grundstein für eine planmäßige und systematische Industrieforschung im Unternehmen.

Carl Friedrich von Siemens

Carl Friedrich von Siemens (1872–1941)

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Carl Friedrich von Siemens, 1924

Carl Friedrich von Siemens tritt 1899 als Stammhauslehrling bei Siemens & Halske ein. Ab 1901 hat er verschiedene Leitungsfunktionen in den englischen Siemens-Werken inne, bevor er 1908 Organisation und Leitung der Siemens-Exportabteilung in Berlin übernimmt. Bereits ab 1904 ist der jüngste Sohn des Firmengründers Mitglied im Aufsichtsrat von Siemens & Halske. 1909 wird er Mitglied, 1912 Vorsitzender des Vorstands der Siemens-Schuckertwerke.

 

1919 übernimmt Carl Friedrich von Siemens als erstes Familienmitglied sowohl den Vorsitz im Aufsichtsrat der Siemens & Halske AG als auch den der Siemens-Schuckertwerke GmbH. Unter seiner Führung entwickelt sich Siemens verstärkt zu einer Art „technischer Holding“-Gesellschaft: Gemäß dem Leitbild von der Einheit und Vielfalt des Hauses fördert er die Dezentralisierung des Unternehmens, indem er einzelne Arbeitsgebiete in rechtlich selbstständige, wirtschaftlich, technisch und organisatorisch aber eng kooperierende Tochter- und Beteiligungsgesellschaften ausgliedert. Nach dem Grundsatz „Nur die Elektrotechnik, aber die ganze Elektrotechnik“ achtet er konsequent darauf, dass deren Geschäftsaktivitäten in direkter Beziehung zu den traditionellen Kerngebieten des Hauses stehen.

 

Über seine Tätigkeit im Unternehmen hinaus ist Carl Friedrich von Siemens als Reichstagsabgeordneter der Deutschen Demokratischen Partei politisch aktiv. Außerdem engagiert er sich durch die Übernahme zahlreicher Ämter und Ehrenämter in Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft.

Hermann von Siemens

Hermann von Siemens (1885–1986)

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Hermann von Siemens, 1950

Der Chemiker Hermann von Siemens arbeitet ab 1918 für Siemens & Halske. Zunächst ist er im Physikalisch-Chemischen Labor der Firma beschäftigt.1928 wird er als stellvertretendes Mitglied in den Vorstand von Siemens & Halske berufen. Im Jahr darauf übernimmt er die Leitung des Zentrallaboratoriums, wo er bedeutende Beiträge zur Entwicklung der Fernschreibtechnik leistet.

 

1934 wird Hermann von Siemens ordentliches Mitglied im Vorstand von Siemens & Halske, 1935 in dem der Siemens-Schuckertwerke. Zwei Jahre später folgt die Berufung in den Aufsichtsrat der beiden Gesellschaften. 1941 übernimmt der Enkel Werner von Siemens‘ den Vorsitz beider Gremien. Bei Amtsantritt sieht er sich mit der Herausforderung konfrontiert, Siemens durch den Zweiten Weltkrieg zu führen. In dieser Ausnahmesituation sind seine unternehmerischen Gestaltungsmöglichkeiten stark eingeschränkt.

 

Auf seine Initiative beginnt der Elektrokonzern im Februar 1945, die Berliner Unternehmensführung aufgrund der drohenden Besetzung der Hauptstadt durch sowjetische Truppen zu dezentralisieren. Darüber hinaus betraut Hermann von Siemens seinen Neffen Ernst mit der treuhänderischen Leitung des Elektrokonzerns, falls er selbst hierzu nicht in der Lage sein sollte. Bei Kriegsende erweist sich diese Entscheidung als weitsichtig, da der Unternehmer wegen seiner Mitgliedschaft im Aufsichtsrat der Deutschen Bank von den amerikanischen Alliierten interniert wird. 1948 kehrt er an die Spitze von Siemens zurück und führt bis 1956 den Vorsitz im Aufsichtsrat beider Siemens-Gesellschaften.

 

Während der 1950er-Jahre konzentriert sich seine Geschäftspolitik darauf, traditionelle Kerngebiete zu stärken und in wachstumsstarke Geschäftsfelder wie die Halbleiter- und Datentechnik zu investieren.

Friedrich Carl Siemens

Friedrich Carl Siemens (1877–1952)

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Friedrich Carl Siemens, undatiert

Der Ingenieur Friedrich Carl Siemens, ein Neffe Werner von Siemens‘, leitet ab 1904 die von seinem Vater gegründete Friedrich Siemens KG für Ofenbau in Berlin. 1919 wird er alleiniger geschäftsführender Gesellschafter und Pächter der Fachinger Quelle, Staatl. Mineralbrunnen Siemens-Erben. Bereits 1896 ist der Fachinger Brunnen an seinen Vater, den Erfinder und Glasfabrikanten Friedrich Siemens, verpachtet worden.

 

Von 1918 bis 1952 gehört Friedrich Carl Siemens dem Aufsichtsrat von Siemens & Halske an, ab 1942 als dessen stellvertretender Vorsitzender. 1944 wird er in den Aufsichtsrat der Siemens-Schuckertwerke berufen.

 

Nachdem Hermann von Siemens interniert worden ist, übernimmt Friedrich Carl Siemens als sein Stellvertreter im Mai 1946 für knapp zwei Jahre den Vorsitz im Aufsichtsrat von Siemens & Halske. In gleicher Position ist er von Mai 1946 bis 1947 für die Siemens-Schuckertwerke tätig. Im Frühsommer 1948 kehrt Hermann von Siemens aus der amerikanischen Internierung an die Spitze des Unternehmens zurück, und Friedrich Carl Siemens übernimmt erneut das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden beider Gremien.

Ernst von Siemens (1903–1990)

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Ernst von Siemens, 1962

Ernst von Siemens ist der Sohn von Carl Friedrich und jüngster Enkel des Firmengründers Werner von Siemens. Der Physiker arbeitet ab 1929 im Berliner Wernerwerk für Fernmeldetechnik von Siemens & Halske. 1943 wird Ernst von Siemens zum stellvertretenden, 1948 zum ordentlichen Mitglied und 1949 zum Vorsitzenden des Vorstands von Siemens & Halske ernannt. 1945 erfolgt die Berufung zum stellvertretenden und 1948 zum ordentlichen Mitglied des Vorstands der Siemens-Schuckertwerke. Von 1956 bis 1971 ist er Aufsichtsratsvorsitzender beider Stammgesellschaften beziehungsweise der Siemens AG. Auch nachdem er den Vorsitz niedergelegt hat, bleibt Ernst von Siemens bis 1978 Mitglied des Aufsichtsrats und gehört danach dessen Ehrenpräsidium an.

 

Ernst von Siemens hat am Wiederaufbau des Unternehmens nach dem Zweiten Weltkrieg entscheidenden Anteil. Vor allem durch die Wiederbelebung des Auslandsgeschäfts schafft er die notwendigen Voraussetzungen für die erfolgreiche Rückkehr des Unternehmens auf die Weltmärkte. Unter seiner Leitung werden die Siemens & Halske AG, die Siemens-Schuckertwerke AG und die Siemens-Reiniger-Werke AG 1966 zur heutigen Siemens AG vereinigt.

 

Über seine unternehmerische Tätigkeit hinaus engagiert sich Ernst von Siemens für die Förderung von Wissenschaft und Kultur. Heute ist sein Name vor allem durch die von ihm gegründeten Stiftungen präsent.