Die Mitarbeiter am Unternehmenserfolg beteiligen und gleichzeitig ihre Identifikation mit dem Konzern steigern, das ist Ziel der Mitarbeiterbeteiligung. Seit 1969 haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Möglichkeit, Aktien der Siemens AG zu Vorzugskonditionen zu erwerben, doch die Geschichte der Teilhabe beginnt bei Siemens bereits viel früher. Am Tag der Teilhabe werfen wir deshalb einen Blick auf eine Erfolgsgeschichte zurück, die weit über das Jahr 1969 zurückreicht.

 

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Wieder eingeführt – Mitarbeiter informieren sich über die Erfolgsbeteiligung für das Geschäftsjahr 1959

Unter den ersten – Siemens beteiligt schon im 19. Jahrhundert seine Mitarbeiter am Unternehmenserfolg

Die eigenen Mitarbeiter am Gewinn oder am Kapital zu beteiligen, hat bei Siemens Tradition. Bereits 1858 werden die Mitarbeiter von Siemens & Halske erstmals am Gewinn der Firma beteiligt. Acht Jahre später führt Werner von Siemens eine Inventurprämie ein, mit der die Siemensianer über den regulären Lohn hinaus am gemeinsam erwirtschafteten Gewinn partizipieren. 1927 belebt sein Sohn Carl Friedrich, der damalige »Chef des Hauses«, dieses Element der betrieblichen Sozialpolitik neu, indem er eine vom Geschäftserfolg abhängige jährliche »Abschlussprämie« für Tarifangestellte und Arbeiter etabliert. Nach der Zäsur des Zweiten Weltkriegs und einer Übergangsphase des Wiederaufbaus entschließt sich die Firmenleitung, die Erfolgsbeteiligung 1951 wieder aufleben zu lassen.

Neue Wege der Erfolgsbeteiligung – Siemens führt die Belegschaftsaktie ein

Als es in der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre konjunkturbedingt zu einer Kürzung der Gewinnbeteiligung kommt, verständigt man sich darauf, die Belegschaft ersatzweise am Produktivvermögen des Hauses zu beteiligen. 1969 haben Mitarbeiter der Siemens AG in Deutschland erstmals Gelegenheit, Belegschaftsaktien zu einem Vorzugspreis von 156 DM zu erwerben; dieser Betrag entspricht dem halben Börsenkurs am Tag der Beschlussfassung (23. Januar 1969). Gemäß den Richtlinien des Belegschaftsaktiengesetzes müssen weder auf die Differenz zwischen Vorzugspreis und dem Börsenkurs noch auf den Kaufpreis selbst Sozialabgaben und Steuern gezahlt werden. Da der sogenannte geldwerte Vorteil 500 DM pro Person und Kalenderjahr nicht überschreiten darf, kann jeder teilnahmeberechtigte Beschäftigte maximal drei Siemens-Aktien erwerben, die einer gesetzlich vorgeschriebenen Sperrfrist von fünf Jahren unterliegen.

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Eine Erfolgsgeschichte – CEO Joe Kaeser überreicht 2015 symbolisch die zweimillionste Belegschaftsaktie an eine Mitarbeiterin in der Türkei

Ein begehrtes Angebot – von der Belegschaftsaktie zu „Shared Success“

In tIm Frühjahr 1969 werden 135.725 Belegschaftsaktien mit einem Nominalwert von 6,8 Millionen DM ausgegeben. Der Erfolg dieser ersten Aktion – 24 Prozent der Siemens-Mitarbeiter in Deutschland machen von dem »allgemeinen Angebot« Gebrauch – ermutigt die Geschäftsleitung, auch in den kommenden Jahren Stammaktien zu Vorzugspreisen anzubieten. Von Anfang an werden Überlegungen angestellt, auch den Mitarbeitern außerhalb Deutschlands Siemens-Aktien zum Kauf anzubieten. Entsprechend ist es grundsätzlich allen Landesgesellschaften freigestellt, sich an den Aktienaktionen zu beteiligten; die Differenz zwischen Börsenkurs und Vorzugspreis soll von den Landesgesellschaften getragen werden. Doch obwohl mehrere Gesellschaften Interesse an dieser Form der Mitarbeiterbeteiligung zeigen, scheitert eine Annahme des Angebots an zahlreichen lokalen Besonderheiten. Einzig Siemens Niederlande bietet seinen Mitarbeitern ab 1975 Aktien zum Vorzugspreis an.


In Deutschland entwickelt sich das Siemens-Aktienprogramm im Verlauf der vergangenen fast 50 Jahre zu einem integralen Bestandteil der Mitarbeiterorientierung; seit 1989 liegt die Beteiligungsquote im Schnitt bei rund 70 Prozent. Angesichts der hohen Nachfrage beschließt die Unternehmensleitung im Jahr 2008, die Beteiligung der Mitarbeiter und Führungskräfte am Unternehmenserfolg im Sinne einer aktienorientierten Unternehmenskultur auszuweiten. Unter dem Motto „Shared Success“ erhalten alle Mitarbeiter weltweit im Rahmen der landesspezifischen Gegebenheiten die Chance, sich am Erfolg des Unternehmens zu beteiligen. Mittlerweile sind rund 165.000 Siemens-Mitarbeiter Anteilseigner – das ist fast jeder zweite. Sie gehören damit einer der größten Aktionärsgruppen an.

 

 

 

Sabine Dittler | Ewald Blocher

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