Was bedeutet die Digitalisierung für die Energiebranche?

Ein nachhaltiges Energiesystem schaffen und beherrschen

Die Steigerung der Energieeffizienz gehört seit den Anfängen der Branche zu den grundlegenden Aufgabenstellungen. Enorme Fortschritte wurden erzielt bei der Bereitstellung innovativer Technologien, die zu einer besseren Nutzung fossiler und erneuerbarer Energieträger wie auch des erzeugten Stroms beitragen. Doch das allein reicht nicht aus, um die anspruchsvollen Ziele der Zukunft zu erreichen.

Das Energiesystem von morgen muss sich gegenüber dem heutigen durch einen deutlich niedrigeren Ausstoß an Treibhausgasen auszeichnen. Dazu muss es einen wesentlich höheren Anteil erneuerbarer Energieträger, fluktuierende Einspeisemengen und eine zunehmend dezentralere Erzeugung durch immer kleinere Kraftwerke bewältigen. Um diese Anforderungen zu meistern, müssen eine Vielzahl verschiedener Marktteilnehmer und Technologien zu einem komplexen Energieversorgungssystem verbunden werden, dessen Geschäftsmodelle sich von den heute bekannten unterscheiden. Abgesehen von der Optimierung der einzelnen Hardware-Bestandteile entlang der Energieumwandlungskette wird künftig die Digitalisierung einen entscheidenden Part im Betrieb eines stabilen und nachhaltigen Energiesystems und seiner Komponenten spielen.

Hören Sie sich an, was hochrangige Experten dazu sagen:

Amory Lovins

Ein Wandel, der schwer zu bewältigen sein wird

Amory Lovins – Forschungsleiter, Rocky Mountains Institute

Wer die aktuellen Trends der globalen Energiemärkte verstehen will, kommt nicht an den Theorien und Thesen von Amory B. Lovins vorbei. Über vier Jahrzehnte hinweg hat sich Lovins den Ruf als einer der weltweit führenden Experten für Energieeffizienz und saubere Energielösungen erarbeitet.

„Die Ölkonzerne und die Energieversorger müssen sich überlegen, wie sie ihre Anlagen und ihre Fähigkeiten am besten in einem Energiemarkt, der sich zu Gunsten erneuerbarer Ressourcen entwickelt, einsetzen können und – das ist wohl der schwierigere Teil – ihre Geschäftskultur anpassen“, sagte Lovins kürzlich in einem Interview in seinem Vorzeige-Ökohaus in den Bergen bei Snowmass, Colorado. „Der Markt verändert sich in einem kaum vorstellbaren Tempo. So schnell, dass träge Geschäftsstrukturen nur schwierig werden reagieren können“, fügte er an.

 

Interview mit Amory Lovins

Richard Lancaster

„Können Sie dieses Risiko ignorieren?“

Richard Lancaster – Geschäftsführer, CLP Holdings Limited, Hongkong

Ein Gespräch mit Richard Lancaster über den Klimawandel und darüber, ob die nötigen Technologien vorhanden sind, um diese Herausforderung zu bestehen. Lancaster ist CEO bei der CLP Holdings Limited mit Sitz in Hongkong, einem der größten Stromversorger Asiens.

„Idealerweise hätten wir überhaupt keine Kohlenstoffemissionen. Aber dies erfordert einen riesigen Wandel. In der Zwischenzeit haben wir die richtigen Technologien, um durch eine Übergangsphase zu kommen. Für diese Übergangszeit können wir nicht sofort auf eine perfekte Lösung setzen, das würde zu lange dauern.

Darum brauchen wir zunächst mehr Gas, mehr Nuklear- und erneuerbare Energien und auch eine höhere Energieeffizienz. Wir müssen uns um all diese Aspekte kümmern“, erklärt Lancaster.

 

Interview mit Richard Lancaster

Der Markt fächert sich auf

Das Management des Energiesystems war noch nie einfach. Doch durch die Digitalisierung sind zusätzliche Möglichkeiten entstanden, die die Verwaltung eines nachhaltigen Energiesystems noch komplexer gestalten (und weiterhin gestalten werden). Gleichzeitig wird es für immer mehr Akteure immer mehr Chancen geben, sich einen profitablen Marktanteil zu sichern.

Prof. Jacob Østergaard, Leiter des Zentrums für Elektrizität und Energie an der Technischen Universität Dänemark, DTU, spricht über die wichtigsten Trends und den Einfluss von IT-Entwicklungen für Marktakteure.

Neue Möglichkeiten durch intelligente digitale Technologien