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Miteinander reden statt übereinander: Mit Fakten

Siemens ist viel an einer Versachlichung der aktuellen Restrukturierungsdebatte gelegen. Deswegen finden Sie hier Fakten, Fragen & Antworten rund um die Pläne den strukturellen Wandel der Märkte der Divisionen PG und PD aktiv selbst zu gestalten und so die Geschäfte zukunftssicher aufzustellen.

Zitat Janina Kugel

Miteinander reden und nicht übereinander. Genau das haben wir heute getan.

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Janina Kugel, Chief Human Resources Officer und Mitglied des Vorstands der Siemens AG

"In schwierigen Zeiten ist es uns wichtig, miteinander zu reden und nicht übereinander. Genau das haben wir heute getan. Wir haben der Bundeswirtschaftsministerin und den Wirtschaftsministern der betroffenen Länder nochmals erläutert, mit welchen Schwierigkeiten wir an den Standorten zu tun haben. Wir reden nicht über eine Konjunkturdelle, die sich kurzfristig überbrücken ließe. Wir reden von einem dauerhaften Wandel, dem wir uns stellen müssen.

 

Uns ist klar, dass wir vor schmerzhaften Einschnitten stehen. Das löst Sorgen und Verunsicherung aus. Wir verstehen das. Als Verantwortliche müssen wir aber handeln, gerade um eine Zukunft für die betroffenen Geschäfte zu ermöglichen. Es geht darum, jetzt mit allen Beteiligten die bestmögliche Lösung für die betroffenen Mitarbeiter und Standorte zu finden. Der heutige Termin ist sehr konstruktiv verlaufen. Diesen offenen Dialog wollen wir weiter pflegen.“

 

Fragen und Antworten

Siemens antwortet

Die Aussage ist in unseren Augen unklar, da nicht ersichtlich ist, was gewonnene Aufträge und was z.B. bewilligte Investitionsbeihilfen über einen Zeitraum von 20 Jahren sind. Dazu stellen wir Folgendes fest:

 

  • Alleine in den letzten 5 Jahren hat Siemens mehr als €20 Mrd. an Steuern, Abgaben und Sozialversicherungsbeiträgen an den deutschen Staat überwiesen
  • Wenn man die Kapitalertragssteuer auf die Dividende mitberücksichtigt, dann kommen nochmals 3,5 Mrd. Euro dazu
  • Im selben Zeitraum hat Siemens Aufträge von knapp €60 Mrd. von Kunden in Deutschland erhalten
  • Öffentliche Aufträge werden ausgeschrieben und Unternehmen müssen diese Ausschreibung gewinnen
  • Siemens hat im Geschäftsjahr 2017 weltweit mehr als 38.000 Mitarbeiter neu eingestellt, davon 5.200 in Deutschland
  • Wir gehen davon aus, dass wir auch in den kommenden Jahren ähnliche Größenordnungen erreichen können

 

 

Das mag nach einem Widerspruch aussehen, ist aber keiner. Die Energiebranche kämpft mit einem weltweiten Umbruch, sowohl der Markt für konventionelle Stromerzeugung als auch der Öl- und Gasmarkt schrumpfen mit hoher Geschwindigkeit.

 

Der Trend weg von der zentralen Stromerzeugung in Großkraftwerken, hin zu kleineren, dezentralen Einheiten hat zu massiven Überkapazitäten am Markt geführt. Derzeit liegt die geschätzte Produktionskapazität für Gasturbinen mit einer Leistung von mehr als 100 MW bei rund 400 Stück. Die Nachfrage lag zuletzt allerdings nur bei etwa 110 Gasturbinen. Ähnlich sieht es bei Dampfturbinen und Generatoren aus.

 

Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass es sich nicht um eine kurzzyklische Abschwächung der Nachfrage, sondern um eine strukturelle und damit dauerhafte Veränderung in dieser Industrie handelt. Insbesondere auf dem Heimatmarkt Deutschland sehen wir derzeit kaum Nachfrage.

 

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung übernehmen wir Verantwortung, gerade weil wir uns schwierigen Situationen stellen und notwendige Veränderungen nicht scheuen. Wenn der Markt eines Geschäftes dauerhaft wegbricht, müssen wir zum Wohle des gesamten Unternehmens und seiner Mitarbeiter handeln. Nur profitable Geschäftsbereiche sichern langfristig Arbeitsplätze. Dass Siemens heute gut da steht, verdanken wir genau diesem Kurs.

 

 

Über einen Zeitraum von voraussichtlich den nächsten Jahren soll die Zahl der Arbeitsplätze in den betroffenen Bereichen Power and Gas sowie Process Industries and Drives um insgesamt rund 6.900 Arbeitsplätze reduziert werden. Die Hälfte der Arbeitsplätze entfallen davon auf Deutschland. Der Rest der betroffenen Standorte verteilt sich auf die USA, Europa und den Rest der Welt.  

 

Wir werden jetzt zeitnah in die Beratungen mit den Arbeitnehmervertretern zu den geplanten Maßnahmen gehen. Dabei werden wir genau schauen, ob sich vielleicht auch an anderer Stelle des Konzerns neue Beschäftigungsmöglichkeiten ergeben, wenngleich das nicht in allen Fällen möglich sein wird. Wir beteiligen uns im Augenblick nicht an Spekulationen darüber, auf welchem Wege und in welchem Zeitraum die angekündigten Schritte umgesetzt werden. Ziel ist es, im Laufe des Geschäftsjahres zu einer tragfähigen Einigung mit den Sozialpartnern zu kommen.  

 

Nein. Siemens investiert schon seit vielen Jahren in Technologien, die die Nutzung erneuerbarer Energien überhaupt erst möglich machen. Mit unserer Mehrheitsbeteiligung Siemens Gamesa Renewable Energy sind wir Weltmarktführer in Bezug auf die installierte Basis an Kraftwerken. Gleichzeitig investieren wir kontinuierlich in Technologien, die die Nutzung konventioneller Kraftwerkstechnik noch leistungsstärker und effizienter macht.

 

Presseinformation vom 16.11.2017

Siemens stellt sich strukturellem Marktwandel und stärkt globale Wettbewerbsfähigkeit

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  • Strukturelle Veränderungen in Märkten der Divisionen Power and Gas sowie Process Industries and Drives machen Konsolidierung der globalen Aufstellung nötig
  • Weltweiter Abbau von rund 6.900 Stellen geplant, davon die Hälfte in Deutschland
  • Ausweitung der Investitionen in künftige Wachstumsmärkte bietet Chancen

 

Siemens reagiert auf den rasant zunehmenden Strukturwandel im Bereich der fossilen Stromerzeugung und im Rohstoffsektor. Mit einem Konsolidierungsplan für die Divisionen Power and Gas (PG), Power Generation Services (PS) und Process Industries and Drives (PD) sollen die Auslastung der Werke gesteigert, die Effizienz vorangetrieben und Kompetenzen durch die Bündelung von Ressourcen ausgebaut werden.

 

Zur Presseinformation

Offener Brief an Martin Schulz, Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands

22. November 2017

Joe Kaeser, Vorsitzender des Vorstands der Siemens AG
Joe Kaeser, Vorsitzender des Vorstands der Siemens AG

Sehr geehrter Herr Schulz,

Sie haben über die Medien unserem Hause unter anderem vorgehalten, dass SIEMENS „über Jahrzehnte direkt und indirekt vom deutschen Staat profitiert hat, [und] jetzt die Mitarbeiter für Managementfehler bluten“ müssen. Sie haben unser Unter­nehmen als „Staatsprofiteure“ und unsere Führungskräfte als „Manchester Kapitalisten“ und „verantwortungslose Manager“ beschimpft.

 

Diesen Vorwürfen möchte ich entgegentreten und, gerade auch in Zeiten politischer Unklarheit, einige wichtige Fakten zur Diskussion beitragen.

 

Unser Haus hat allein in den letzten fünf Jahren über 20 Milliarden Euro an Steuern, Abgaben und Sozialversicherungsbeiträgen an den deutschen Staat überwiesen. Wenn man die Kapitalertragssteuer auf die Dividende mitberücksichtigt, dann kommen nochmals 3,5 Mrd. Euro dazu. In der Tat hat die letzte Bundesregierung die gesamte Wirtschaft im Exportland Deutschland und auch SIEMENS erfolgreich und umsichtig unterstützt. Der Wohlstand in unserem Heimatland ist historisch hoch, gut geführte Unternehmen eilen von Rekord zu Rekord und Deutschland ist in der Welt so angesehen wie noch nie.  Das gilt im Übrigen auch für Siemens, das von 15.000 Meinungsführern aus 65 Ländern kürzlich zum angesehensten Unternehmen der Welt gewählt wurde.

 

Ich hoffe, dass Ihnen diese Fakten Anreiz sind, nochmals über die Definition von „Staatsprofiteuren“ nachzudenken.

 

Es würde mich auch interessieren, von Ihnen zu hören, welche „Managementfehler“ Sie im Zusammenhang mit dem Energieerzeugungsgeschäft bei Siemens konkret sehen.

 

Denn mit einer in der Sache richtigen aber in Ausführung und Timing höchst unglücklich umgesetzten Energiewende wurden dem Steuerzahler von der Bundesregierung Kosten in Höhe von über 400 Milliarden Euro aufgebürdet. Die vor allem in der Solarindustrie durch großzügige Subventionen geschaffenen Arbeitsplätze sind überdies weitestgehend in China entstanden. Die Verweigerung von Risikodeckungen für Kohle- und Nuklearangetriebene Dampfturbinen ist ein Wettbewerbsnachteil, mit dem unsere Hauptwettbewerber mit ihren Regierungen nicht zu kämpfen haben – wir schon. Vor allem, wenn es darum geht, unsere Fabriken auszulasten und Beschäfti­gung zu sichern.

 

In der konkreten Sache möchte ich Ihnen folgende Fakten an die Hand geben:

SIEMENS beschäftigt in Deutschland rund 115.000 Mitarbeiter und bildet zusätzlich fast 7.000 Auszubildende aus.

Davon beschäftigen wir derzeit ca. 16.000 Kolleginnen und Kollegen in der Kraftwerkssparte, die weitestgehend für den Export arbeiten. In Deutschland gibt es kaum mehr Nachfrage für Gas- und Kohlekraftwerke.

Von diesen 16.000 Arbeitsplätzen werden in den nächsten 2-5 Jahren etwa 2.900 durch den Strukturwandel hin zu Erneuerbaren Energien – in denen SIEMENS nach installier­ter Basis Weltmarktführer ist – verloren gehen. Dass es unseren Wettbewerbern noch viel schlechter geht, ist dabei in dieser Situation wenig tröstlich. Sie macht aber deutlich, dass es sich hier um keine hausgemachten Probleme handelt. Uns vorzuwerfen, dass wir einseitig auf konventionelle Energieerzeugung gesetzt hätten, ist deshalb falsch. Mit Siemens Gamesa Renewable Energy haben wir den führenden Anbieter erneuerbarer Energien.

 

Nun zu den Chancen: SIEMENS hat im Geschäftsjahr 2017 weltweit mehr als 38.000 Mitarbeiter neu eingestellt, davon 5.200 in Deutschland. Wir gehen davon aus, dass wir auch in den kommenden Jahren ähnliche Größenordnungen erreichen können.

Dies hieße also, dass wir im gleichen Zeitraum, in dem die 2.900 Arbeitsplätze verloren gingen, etwa 16.000 Mitarbeiter in Deutschland neu einstellen. Dies ist eine robuste Grundlage, mit der wir unterstützt durch Qualifizierung, für die wir im Übrigen pro Jahr mehr als 500 Millionen Euro ausgeben, hoffentlich möglichst vielen der Betroffenen eine Perspektive werden geben können.

 

Was den Weg nach vorne angeht, so möchte ich Ihnen zusichern, dass wir mit großer Sorgfalt und Respekt an die Lösung des Strukturwandels in der fossilen Energie­erzeu­gung herangehen. Die Einbindung unserer Mitarbeiter im Rahmen der Betrieblichen Mitbestimmung ist für uns ein hohes Gut. Wir sprechen auch lieber miteinander statt übereinander und suchen nach Lösungen auf der Basis von Fakten. Dazu muss aber der Dialog zwischen den Arbeitnehmer- und den Unternehmensvertretern umgehend aufgenommen werden. Der öffentliche Wettbewerb in Populismus und Kampfparolen und die Verweigerung des Dialoges helfen den wirklich Betroffenen nicht weiter, höchstens unseren Wettbewerbern.

 

Sie werfen uns „verantwortungsloses Management“ vor. Damit müssen wir umgehen. Aber vielleicht sollten Sie sich dabei auch überlegen, wer wirklich verantwortungslos handelt: Diejenigen, die absehbare Strukturprobleme proaktiv angehen und nach langfristigen Lösungen suchen, oder diejenigen, die sich der Verantwortung und dem Dialog entziehen. Diese Frage stellt sich ja gerade ganz aktuell in einer Zeit, in der es nicht nur um die Belange einzelner Unternehmensteile bei Siemens, sondern um ein ganzes Land geht. Diese Frage hat ja auch bei der politischen Führung unseres Landes brennende Aktualität.

 

Die Digitalisierung wird die Wirtschaft mit einem Strukturwandel in nie dagewesener Weise verändern. Die Sozialpartner – und auch die Politik – müssen lernen, damit umzugehen. Wir nennen das „Soziale Marktwirtschaft 2.0“. Sprüche wie „Manchester Kapitalismus““ mögen populären Beifall erheischen. Leise und zuletzt lachen werden aber Andere. Nämlich diejenigen, die die Herausforderungen und Chancen der Zukunft entschlossen gestalten – allen voran China und Indien.

 

Siemens hat Anfang des Jahrtausends seine Wurzeln, das Telekommunikations­geschäft,  unrühmlich aufgeben müssen, weil es sich den Realitäten verweigert hat. Am Ende brachte der Niedergang des Telekommunikationsgeschäftes bei Siemens die ganze Firma ins Wanken.

Das darf uns nicht wieder passieren – das sind wir den über 98% der Kolleginnen und Kollegen, die vom Strukturwandel im Energiegeschäft nicht direkt betroffen sind, schuldig. Denn wir haben mehr zu verlieren als eine Wahl.

 

Ich hoffe, dass ich Ihnen damit helfen konnte, die Situation sachgerechter einzuordnen und lade Sie ein zu einem konstruktiven Dialog. Dafür stehe ich Ihnen jederzeit gerne persönlich zur Verfügung.

 

Mit freundlichem Gruß

 

Joe Kaeser
Vorsitzender des Vorstands der Siemens AG

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Über Siemens

Die Siemens AG (Berlin und München) ist ein führender internationaler Technologiekonzern, der seit 170 Jahren für technische Leistungsfähigkeit, Innovation, Qualität, Zuverlässigkeit und Internationalität steht. Das Unternehmen ist weltweit aktiv, und zwar schwerpunktmäßig auf den Gebieten Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung. Siemens ist weltweit einer der größten Hersteller energieeffizienter ressourcenschonender Technologien. Das Unternehmen ist einer der führenden Anbieter effizienter Energieerzeugungs- und Energieübertragungslösungen, Pionier bei Infrastrukturlösungen sowie bei Automatisierungs-, Antriebs- und Softwarelösungen für die Industrie. Darüber hinaus ist das Unternehmen ein führender Anbieter bildgebender medizinischer Geräte wie Computertomographen und Magnetresonanztomographen sowie in der Labordiagnostik und klinischer IT. Im Geschäftsjahr 2017, das am 30. September 2017 endete, erzielte Siemens einen Umsatz von 83,0 Milliarden Euro und einen Gewinn nach Steuern von 6,2 Milliarden Euro. Ende September 2017 hatte das Unternehmen weltweit rund 372.000 Beschäftigte. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.siemens.com.

 

Stand der Information: 11.12.2017