Miteinander reden statt übereinander: Mit Fakten

Siemens ist viel an einer Versachlichung der aktuellen Restrukturierungsdebatte gelegen. Deswegen finden Sie hier Fakten, Fragen & Antworten rund um die Pläne den strukturellen Wandel der Märkte der Divisionen PG und PD aktiv selbst zu gestalten und so die Geschäfte zukunftssicher aufzustellen.

Presseinformation vom 24.9.2018

Einigung bei Siemens über Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit

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  • Interessenausgleich für die Divisionen Power and Gas sowie Process Industries and Drives erzielt
  • Avisierte Kostenersparnis bei Power and Gas von rund 500 Millionen Euro weltweit, davon 270 Millionen Euro in Deutschland
  • Kapazitäts- und Strukturanpassungen können jetzt in Deutschland beginnen

 

Siemens und der Gesamtbetriebsrat des Unternehmens haben auf Basis der im Mai vereinbarten Eckpunkte einen Interessenausgleich unterzeichnet. Ziel ist die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Divisionen Power and Gas (PG) sowie Process Industries and Drives (PD). So sollen – wie ursprünglich geplant – allein bei PG die Kosten weltweit um rund 500 Millionen Euro gesenkt werden, davon 270 Millionen Euro in Deutschland.

 

Gegenüber dem bereits im November vergangenen Jahres avisierten Abbau von rund 3.400 Stellen in Deutschland fallen nun rund 2.900 Stellen weg. Der niedriger ausfallende Stellenabbau liegt vor allem an der Weiterführung des Standortes in Görlitz und dem Erhalt einer Fertigung im Berliner Dynamowerk.

 

Es geht aber nicht nur um Kapazitätsanpassungen, sondern vor allem auch um strukturelle Verbesserungen und gezielte Fokussierung auf Zukunftstechnologien.

 

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Presseinformation vom 8.5.2018

Eckpunkte zur Restrukturierung und Zukunftspakt zur Gestaltung des Strukturwandels vereinbart

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  • Rahmenvereinbarung für Restrukturierung bei Power and Gas (PG) sowie Process Industries and Drives (PD)
  • Kostensenkungsziele bleiben bestehen, Arbeitsplatzabbau unvermeidlich
  • Zugleich Zukunftspakt zur Gestaltung des Strukturwandels
  • Siemens legt Zukunftsfonds zur Weiterqualifizierung der Mitarbeiter auf


Siemens hat sich mit dem Gesamtbetriebsrat und der IG Metall nach intensiven Sondierungsgesprächen auf einen Zukunftspakt für den Strukturwandel verständigt. Dieser bildet auch den Rahmen für die aktuell erforderliche Restrukturierung bei Power and Gas sowie Process Industries and Drives und ist damit Grundlage für die nun beginnenden Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan.

 

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Gemeinsame Erklärung von Joe Kaeser und Ministerpräsident Michael Kretschmer

 

München, 21. Dezember 2017

 

Gestern fand in München ein Gespräch zwischen Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und Joe Kaeser, dem Vorstandsvorsitzenden der Siemens AG statt. Es war ein guter und konstruktiver Dialog, in dem beide Seiten Verständnis für die Rahmenbedingungen von Wirtschaft und Politik geäußert haben. Das Gespräch fand in einer offenen und vertrauensvollen Atmosphäre statt.

 

Einigkeit herrschte darüber, dass der Strukturwandel im Energiebereich und die digitale Transformation der Industrie nicht nur die Unternehmen, sondern alle Menschen und Institutionen in Deutschland vor große Herausforderungen stellen. Joe Kaeser und Michael Kretschmer zeigten sich dennoch überzeugt davon, dass die Chancen des Strukturwandels überwiegen, wenn sie entschlossen gestaltet werden. Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung sei jedoch ein gemeinsamer Zukunftsdialog von Politik, wie etwa Bund, Ländern und der EU mit Wirtschaft, Wissenschaft, den Tarifpartnern und der Zivilgesellschaft. Siemens hat zugesagt, sich aktiv einzubringen und einen Beitrag auch im Rahmen seiner gesellschaftlichen Verantwortung zu leisten.

 

Was den Standort Görlitz angeht, so hat Joe Kaeser seine Bereitschaft wiederholt, alle Optionen gemeinsam mit Bundes- und Landesregierung zu prüfen, um den Menschen und der gesamten Region eine Perspektive zu geben. Dazu zählt auch die Möglichkeit eines Zukunftsfonds, mit dessen Hilfe die digitale Transformation gestaltet werden kann.

 

Joe Kaeser erneuerte seine Einladung an die Arbeitnehmervertreter, gemeinsam nach Lösungen für die betroffenen Mitarbeiter zu suchen. Kaeser und Kretschmer bekräftigten, dass nun Verhandlungen unverzüglich aufgenommen und lösungsorientiert geführt werden müssten. Es wurde vereinbart, den Dialog mit der sächsischen Landesregierung im Rahmen der gemeinsamen Bemühungen fortzuführen.

 

 

 

Miteinander reden und nicht übereinander. Genau das haben wir heute getan.

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Janina Kugel, Chief Human Resources Officer und Mitglied des Vorstands der Siemens AG

„In schwierigen Zeiten ist es uns wichtig, miteinander zu reden und nicht übereinander. Genau das haben wir heute getan. Wir haben der Bundeswirtschaftsministerin und den Wirtschaftsministern der betroffenen Länder nochmals erläutert, mit welchen Schwierigkeiten wir an den Standorten zu tun haben. Wir reden nicht über eine Konjunkturdelle, die sich kurzfristig überbrücken ließe. Wir reden von einem dauerhaften Wandel, dem wir uns stellen müssen. 

 

Uns ist klar, dass wir vor schmerzhaften Einschnitten stehen. Das löst Sorgen und Verunsicherung aus. Wir verstehen das. Als Verantwortliche müssen wir aber handeln, gerade um eine Zukunft für die betroffenen Geschäfte zu ermöglichen. Es geht darum, jetzt mit allen Beteiligten die bestmögliche Lösung für die betroffenen Mitarbeiter und Standorte zu finden. Der heutige Termin ist sehr konstruktiv verlaufen. Diesen offenen Dialog wollen wir weiter pflegen.“

 

 

 

 

Siemens antwortet

Die Aussage ist in unseren Augen unklar, da nicht ersichtlich ist, was gewonnene Aufträge und was z.B. bewilligte Investitionsbeihilfen über einen Zeitraum von 20 Jahren sind. Dazu stellen wir Folgendes fest:

 

  • Alleine in den letzten 5 Jahren hat Siemens mehr als €20 Mrd. an Steuern, Abgaben und Sozialversicherungsbeiträgen an den deutschen Staat überwiesen
  • Wenn man die Kapitalertragssteuer auf die Dividende mitberücksichtigt, dann kommen nochmals 3,5 Mrd. Euro dazu
  • Im selben Zeitraum hat Siemens Aufträge von knapp €60 Mrd. von Kunden in Deutschland erhalten
  • Öffentliche Aufträge werden ausgeschrieben und Unternehmen müssen diese Ausschreibung gewinnen
  • Siemens hat im Geschäftsjahr 2017 weltweit mehr als 38.000 Mitarbeiter neu eingestellt, davon 5.200 in Deutschland
  • Wir gehen davon aus, dass wir auch in den kommenden Jahren ähnliche Größenordnungen erreichen können

 

 

Das mag nach einem Widerspruch aussehen, ist aber keiner. Die Energiebranche kämpft mit einem weltweiten Umbruch, sowohl der Markt für konventionelle Stromerzeugung als auch der Öl- und Gasmarkt schrumpfen mit hoher Geschwindigkeit.

 

Der Trend weg von der zentralen Stromerzeugung in Großkraftwerken, hin zu kleineren, dezentralen Einheiten hat zu massiven Überkapazitäten am Markt geführt. Derzeit liegt die geschätzte Produktionskapazität für Gasturbinen mit einer Leistung von mehr als 100 MW bei rund 400 Stück. Die Nachfrage lag zuletzt allerdings nur bei etwa 110 Gasturbinen. Ähnlich sieht es bei Dampfturbinen und Generatoren aus.

 

Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass es sich nicht um eine kurzzyklische Abschwächung der Nachfrage, sondern um eine strukturelle und damit dauerhafte Veränderung in dieser Industrie handelt. Insbesondere auf dem Heimatmarkt Deutschland sehen wir derzeit kaum Nachfrage.

 

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung übernehmen wir Verantwortung, gerade weil wir uns schwierigen Situationen stellen und notwendige Veränderungen nicht scheuen. Wenn der Markt eines Geschäftes dauerhaft wegbricht, müssen wir zum Wohle des gesamten Unternehmens und seiner Mitarbeiter handeln. Nur profitable Geschäftsbereiche sichern langfristig Arbeitsplätze. Dass Siemens heute gut da steht, verdanken wir genau diesem Kurs.

 

 

Über einen Zeitraum von voraussichtlich den nächsten Jahren soll die Zahl der Arbeitsplätze in den betroffenen Bereichen Power and Gas sowie Process Industries and Drives um insgesamt rund 6.900 Arbeitsplätze reduziert werden. Die Hälfte der Arbeitsplätze entfallen davon auf Deutschland. Der Rest der betroffenen Standorte verteilt sich auf die USA, Europa und den Rest der Welt.  

 

Wir werden jetzt zeitnah in die Beratungen mit den Arbeitnehmervertretern zu den geplanten Maßnahmen gehen. Dabei werden wir genau schauen, ob sich vielleicht auch an anderer Stelle des Konzerns neue Beschäftigungsmöglichkeiten ergeben, wenngleich das nicht in allen Fällen möglich sein wird. Wir beteiligen uns im Augenblick nicht an Spekulationen darüber, auf welchem Wege und in welchem Zeitraum die angekündigten Schritte umgesetzt werden. Ziel ist es, im Laufe des Geschäftsjahres zu einer tragfähigen Einigung mit den Sozialpartnern zu kommen.  

 

Nein. Siemens investiert schon seit vielen Jahren in Technologien, die die Nutzung erneuerbarer Energien überhaupt erst möglich machen. Mit unserer Mehrheitsbeteiligung Siemens Gamesa Renewable Energy sind wir Weltmarktführer in Bezug auf die installierte Basis an Kraftwerken. Gleichzeitig investieren wir kontinuierlich in Technologien, die die Nutzung konventioneller Kraftwerkstechnik noch leistungsstärker und effizienter macht.

 

Presseinformation vom 16.11.2017

Siemens stellt sich strukturellem Marktwandel und stärkt globale Wettbewerbsfähigkeit

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  • Strukturelle Veränderungen in Märkten der Divisionen Power and Gas sowie Process Industries and Drives machen Konsolidierung der globalen Aufstellung nötig
  • Weltweiter Abbau von rund 6.900 Stellen geplant, davon die Hälfte in Deutschland
  • Ausweitung der Investitionen in künftige Wachstumsmärkte bietet Chancen

 

Siemens reagiert auf den rasant zunehmenden Strukturwandel im Bereich der fossilen Stromerzeugung und im Rohstoffsektor. Mit einem Konsolidierungsplan für die Divisionen Power and Gas (PG), Power Generation Services (PS) und Process Industries and Drives (PD) sollen die Auslastung der Werke gesteigert, die Effizienz vorangetrieben und Kompetenzen durch die Bündelung von Ressourcen ausgebaut werden.

 

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Offener Brief an Martin Schulz, Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands

22. November 2017

Joe Kaeser, Vorsitzender des Vorstands der Siemens AG
Joe Kaeser, Vorsitzender des Vorstands der Siemens AG

Sehr geehrter Herr Schulz,

Sie haben über die Medien unserem Hause unter anderem vorgehalten, dass SIEMENS „über Jahrzehnte direkt und indirekt vom deutschen Staat profitiert hat, [und] jetzt die Mitarbeiter für Managementfehler bluten“ müssen. Sie haben unser Unter­nehmen als „Staatsprofiteure“ und unsere Führungskräfte als „Manchester Kapitalisten“ und „verantwortungslose Manager“ beschimpft.

 

Diesen Vorwürfen möchte ich entgegentreten und, gerade auch in Zeiten politischer Unklarheit, einige wichtige Fakten zur Diskussion beitragen.

 

Unser Haus hat allein in den letzten fünf Jahren über 20 Milliarden Euro an Steuern, Abgaben und Sozialversicherungsbeiträgen an den deutschen Staat überwiesen. Wenn man die Kapitalertragssteuer auf die Dividende mitberücksichtigt, dann kommen nochmals 3,5 Mrd. Euro dazu. In der Tat hat die letzte Bundesregierung die gesamte Wirtschaft im Exportland Deutschland und auch SIEMENS erfolgreich und umsichtig unterstützt. Der Wohlstand in unserem Heimatland ist historisch hoch, gut geführte Unternehmen eilen von Rekord zu Rekord und Deutschland ist in der Welt so angesehen wie noch nie.  Das gilt im Übrigen auch für Siemens, das von 15.000 Meinungsführern aus 65 Ländern kürzlich zum angesehensten Unternehmen der Welt gewählt wurde.

 

Ich hoffe, dass Ihnen diese Fakten Anreiz sind, nochmals über die Definition von „Staatsprofiteuren“ nachzudenken.

 

Es würde mich auch interessieren, von Ihnen zu hören, welche „Managementfehler“ Sie im Zusammenhang mit dem Energieerzeugungsgeschäft bei Siemens konkret sehen.

 

Denn mit einer in der Sache richtigen aber in Ausführung und Timing höchst unglücklich umgesetzten Energiewende wurden dem Steuerzahler von der Bundesregierung Kosten in Höhe von übe