Vertrauen braucht Sicherheit

Die Digitalisierung unserer Gesellschaft nimmt immer weiter zu und sie kennt keine Grenzen. Sie wird von den Menschen aber nur akzeptiert und unterstützt, wenn sie auf die Sicherheit und den Schutz ihrer Daten vertrauen können. Es braucht daher internationale Lösungen und branchenübergreifende Initiativen wie die Charter of Trust.

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Dr. Thomas Kremer, Vorstand Datenschutz, Recht und Compliance der Deutschen Telekom

„Wir müssen uns das Vertrauen der Menschen in die Digitalisierung verdienen. Dafür brauchen wir mindestens europaweit verbindliche Sicherheitsstandards, die die gesamte Wertschöpfungskette adressieren und Sicherheitslevel von Hard- und Software für Verbraucher und Unternehmen transparent machen.“

Risiken wie Sicherheitslücken werden am besten dort beseitigt, wo ihre Ursache liegen. Es muss also die gesamte Wertschöpfungskette betrachtet werden: Vom Hersteller der Hard- und Software über den Netzbetreiber bis zum Diensteanbieter. Jeder muss seiner Verantwortung gerecht werden. Dazu gehört, dass Hersteller erkannte Sicherheitslücken nicht nur melden, sondern unverzüglich schließen müssen und die Sicherheit für den gesamten Produktlebenszyklus vorwegdenken (Security by Design).

Die Zahl vernetzter Geräte im Internet der Dinge nimmt rapide zu. Schon heute sollen es mehr als acht Milliarden sein und bereits 2020 die 50-Milliarden-Grenze überschreiten. Von diesen Geräten können Risiken für IT-Strukturen und kritische Infrastrukturen ausgehen. Deshalb brauchen wir verbindliche Sicherheitsstandards auch für diese Geräte. Zudem sollte die Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit von IT-Produkten durch eine unabhängige Prüfstelle nachgewiesen und etwa über eine Kennzeichnungspflicht zu Sicherheitseigenschaften kenntlich gemacht werden. Alle Anbieter, die ihre Produkte und Dienste in Europa anbieten wollen, müssen auf EU-Recht zur Cybersicherheit verpflichtet werden. Nur so sichern wir das Vertrauen der Menschen in die Digitalisierung.