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Was wir machen

Patrick Pernegger und seine Truppe sind interne Feuerlöscher

Ein Mann zeigt, wieso es für große Unternehmen endlich an der Zeit ist, Querdenker nicht mehr zu fürchten, sondern sie zu unterstützen.

Ein bereits 170 Jahre bestehendes Unternehmen neu aufzumischen, erfordert einen speziellen Typ Mensch. Und auch wenn sich diese Menschen oft mit kritischen Stimmen auseinandersetzen müssen, sind gerade sie es, die Probleme erkennen und Lösungen finden – und keine Angst davor haben, sie umzusetzen.

Patrick Pernegger gehört zu dieser Sorte Mensch. Er ist ein Regelbrecher wie aus dem Bilderbuch und war noch nie ein Freund davon, Dinge und Prozesse einfach zu akzeptieren, nur weil sie eben immer schon so gemacht wurden. Er stellt sie lieber in Frage.

Die Querdenker

Nach 15 Jahren in unterschiedlichen IT-Rollen bei Siemens wusste Patrick, dass es an der Zeit war, etwas zu ändern. In einem Unternehmen, das weltweit über 351.000 Menschen beschäftigt, kann es lange, sehr lange, dauern, bis Entscheidungen – große wie kleine – getroffen werden können. Aus dieser Frustration schöpfte er eines Tages eine Idee – und nicht jeder sollte Gefallen an ihr finden.

Er entwickelte das Konzept einer internen Ideenschmiede bei Siemens: einen Think-Tank, der Hand in Hand und gleichzeitig unabhängig von den über Jahrzehnte festgesetzten Regelungen arbeitet. Das Konzept, #iDea genannt, sollte als internes Start-up fungieren. Ein kleines Team aus innovativen Denkern mit unterschiedlichen Fähigkeiten sollte unternehmensweit Probleme lösen: ein neuer Ansatz, wie Veränderungen von innen heraus geschaffen werden können.

Der Widerstand

Als Patrick seine Idee 2016 das erste Mal seinen Kolleginnen und Kollegen vorstellte, bekam er als häufigste Reaktion nur ein müdes Lächeln: die Sorte, die einem begegnet, wenn man nicht im Geringsten ernst genommen wird. Letzten Endes war Patrick Pernegger nur ein klitzekleines Puzzlestück in der riesigen Siemens Welt. Was könnte er allein denn schon bewirken?

„Super, wieso versuchst du nicht einfach, deine Idee am Wochenende umzusetzen?“, fragte ihn einer seiner Vorgesetzten. Gesagt, getan. Innerhalb von wenigen Stunden konnte er über Social Media sieben Leute rekrutieren. „Bei Siemens läuft es manchmal nach dem Mehr-Schein-als-Sein-Prinzip. Ich musste so tun, als sei #iDea schon eine ganze Weile geplant gewesen. Nur so fangen Leute an, wirklich mitzumachen.“

Sein erstes kleines Team nannte Patrick Pernegger seine Feuerwehrtruppe: „Wo gibt es das nächste Feuer, das es zu löschen gilt?“ war ihr Motto. Ihr erster Auftrag? Das neue Firmentelefon mit den bestehenden E-Mail-Accounts zu verbinden. Patrick Pernegger fragte den Entwickler in der Truppe nach einer Lösung. Am Montag darauf hatte er diese nicht nur gefunden, sondern bereits fertig programmiert.

Selbst nach diesem Erfolg hat Patrick Pernegger immer wieder die gleichen Fragen zu hören bekommen: „Warum machen Sie sowas? Warum halten Sie sich nicht einfach an die vorgeschriebenen Regeln?“ Viele wollten sich einfach nicht mit den ungewohnt radikalen Methoden ihres Kollegen anfreunden.

An diesem Punkt hätten die meisten endgültig aufgegeben. Dieser Querdenker wurde durch den Widerstand aber erst recht angespornt. „Es wird immer wieder Menschen geben, die keine Regeln brechen würden, aber anstatt uns ihnen zu widersetzen, sehen wir sie eher als Motivation.“ Getreu dem Motto „Was uns nicht umbringt, macht uns noch stärker“ war für #iDea also noch lange kein Ende in Sicht.

Die Ergebnisse

Patrick Pernegger ist der Beweis, dass man kein Mitläufer sein muss (und darf), um erfolgreich zu sein, nicht einmal in einem riesigen Unternehmen wie Siemens. Natürlich wird man für Unruhe sorgen, aber wenn man ein Problem richtig angeht und genug Durchsetzungskraft hat, wird man eines Tages sicherlich belohnt.

Mit der Zeit (und nach weiteren Erfolgen) wurde #iDea schließlich akzeptiert. Heute, nur eineinhalb Jahre später, besteht Patrick Perneggers Team aus über 200 Menschen, zum Teil auf freier Basis, zum Teil in Vollzeit angestellt – ein beachtlicher Erfolg für ein Projekt, das schon vor seiner Umsetzung fast eliminiert worden wäre.

Seit seiner Gründung hat #iDea für viel Aufruhr gesorgt. Dieses Jahr haben Patrick Pernegger und sein Team den ersten „hybriden Hackathon“ organisiert. 1.700 Menschen haben weltweit zusammengearbeitet: ein wichtiger Schritt für das Team, um internationales Ansehen zu erlangen – und weiter zu wachsen. Bis Mitte 2018 sollen über 6.000 Teilnehmer für ein dreitägiges Innovationsfestival gewonnen werden, bei dem in einem eigenen kleinen Ökosystem jeder als eigenes Start-up mit eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern agieren und mit eigens für das Festival entwickelten Siemens Coins als Währung haushalten kann.

Ein weiterer Fokus von #iDea liegt auf der Nachwuchsförderung. Patrick Pernegger bildet mittlerweile auch junge Leute aus, die vom Business drei Monate freigestellt und gefördert werden. Sie sind bereit, festgefahrene Muster sowohl zu hinterfragen als auch zu brechen.

Patrick Pernegger und sein Team haben bereits so viel erreicht. Es wäre wenig verwunderlich, wenn aus ihrer Feder nicht bald auch außerhalb der Unternehmensgrenzen Großes geschaffen würde.

Es wird immer wieder Menschen geben, die keine Regeln brechen würden, aber anstatt uns ihnen zu widersetzen, sehen wir sie lieber als Motivation.

Patrick Pernegger

Zwei großartige #iDeas:

  • Eine kleine Erfindung, ein großer Einfluss für den Arbeitsalltag: internes Doodle-Tool
    Doodle ist eine weit bekannte und viel genutzte Applikation zur Terminfindung. Bei Siemens war sie aber nicht erlaubt. Das Team hinter #iDea entwickelte jedoch innerhalb weniger Tage eine (bessere) Alternative: Es sieht in die Kalender der relevanten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und schließt Tage, an denen jemand nicht verfügbar ist, bereits automatisch aus.
  • In größerem Maßstab: Drogenmissbrauch unter Jugendlichen den Kampf ansagen
    Zusammen mit einem Mitglied der Bahnabteilung bei Siemens und einem Kollegen der Abteilung Corporate Technology hat Patrick Pernegger einen Chip entwickelt, der Drogen im Urin nachweisen kann. Obwohl dieser noch nicht vollständig ausgereift ist, gibt es bereits interessierte Schulen in den USA, die ihn kaufen würden. Sollte in den jeweiligen Schulen Drogenmissbrauch nachgewiesen werden, könnten Suchtberater zum Einsatz kommen, um Hilfe zu leisten.

 

Dieser Mann gestaltet die Zukunft mit – nicht erst, wenn es brennt

Neben dem nachweislichen Erfolg seines Projekts ist auch Patrick Perneggers Mut hervorzuheben. Nur weil Sie bloß ein kleiner Teil eines großen, komplexen Unternehmens sind, bedeutet das nicht, dass Sie nichts verändern können. Es gibt immer Raum für Querdenker und Impulsgeber, Menschen, die motiviert sind, Muster zu durchbrechen und Denkweisen zu verändern. Ist es letzten Endes nicht ganz genau das, was Innovatorinnen und Innovatoren schon immer gemacht haben?

 

Patrick Pernegger ist ein Future-Maker – einer der 351.000 schlauen Köpfe, die mit uns die Zukunft gestalten.

 

Patrick Pernegger ist Senior-IT-Strategie- und Innovationsmanager bei Siemens. Er ist außerdem Gründer und CEO von #iDea, einem internen Think-Tank, der im Mai 2016 gelauncht wurde. Patrick Pernegger lebt und arbeitet in Nürnberg und ist seit 15 Jahren in unterschiedlichen Rollen bei Siemens angestellt.