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Das Leben bei Siemens

Über die Kunst, immer motiviert zu bleiben

Irma Wilde leitet die Strategieabteilung und Unternehmensentwicklung in Mexiko, Zentralamerika und der Karibik. Wie klinkt sie sich aus ihrem Alltag aus? Wo denkt sie am besten nach? Wir haben sie einen Tag lang begleitet.

 

5.30 Uhr 5.30 Uhr Ich frühstücke am liebsten gemeinsam mit meinem Mann. Er ist mein sprichwörtlicher Fels in der Brandung, obwohl wir grundverschieden sind; Ich lache laut und bin eine sehr enthusiastische Rednerin, er hingegen ist etwas ernster und hilft mir, viele Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Wir haben uns im Fitnessstudio kennengelernt – nicht besonders romantisch, ich weiß. Da ich sehr viel arbeite, treffen wir uns zwar beim Frühstück und zum Abendessen, die meiste Zeit sind wir aber erst am Wochenende zusammen. Am liebsten verbringe ich die sportlich und in Cuernavaca.

 

Regelmäßig aus der Stadt rauszukommen, um meine Batterien aufzuladen, ist sehr wichtig für mich. Nach dem Frühstück gehe ich joggen oder fahre ins Fitnessstudio, das praktischerweise gleich neben meinem Arbeitsplatz ist. Der Verkehr in Mexiko-Stadt ist verrückt, deswegen nutze ich die 10 Kilometer Autofahrt, um über meine Arbeit nachzudenken oder mit meiner Chefin [Louise K. Goeser, Geschäftsführerin Siemens Mittelamerika] am Telefon über neue Ideen zu sprechen. Das liebe ich so an unserem Team; Du bekommst immer ein offenes Ohr – bevor zu viel Zeit vergangen ist und du den Faden verloren hast. Beim Autofahren und Laufen kann ich auch am besten nachdenken.

 

8.30 Uhr Wir sind sieben Stunden vor Deutschland. Deswegen lese ich als erstes meine E-Mails. Danach folgen meistens Meetings mit dem Sales Board. Die Teams sind ziemlich jung und offen für neue Ideen und Ansätze. Wir sprechen über aktuelle Projekte und Verbesserungsideen für und in Mexiko.

 

11 Uhr Alle zwei Wochen habe ich eine Einzelsitzung mit meiner Chefin, mit der ich seit zwei Jahren zusammenarbeite und die in vielerlei Hinsicht mein Vorbild ist. Sie hat mir gezeigt, wie ich organisierter denken, zuhören und die richtigen Fragen stellen kann.

 

13 Uhr Mittagspause. Ich muss zugeben, dass ich jeden Tag Tacos essen könnte, meistens entscheide ich mich dann aber doch für einen Salat. Peruanisch kommt aber auch oft auf den Teller.

 

15 Uhr Es passiert schnell, dass wir vom Alltag eingenommen werden. Um strategisch arbeiten und Projekte erfolgreich abschließen zu können, müssen wir uns aber etwas loslösen. Ich habe immer ein Notizbuch bei mir, in dem ich Ideen für längerfristigere Projekte dokumentiere. Alle zwei Wochen buche ich ein Meeting mit mir selbst und reflektiere diese Ideen.

 

19 Uhr Zeit für die ganz besonderen und wichtigen Themen. Momentan entwickle ich zusammen mit Partnern, Kunden und Kolleginnen und Kollegen einen Verband für Frauenemanzipation. Wir konzentrieren uns dabei auf konkrete Lösungsvorschläge für bestimmte Herausforderungen, die auf Frauen im Arbeitswesen regelmäßig zukommen. Wir veranstalten Workshops, Talks und Trainings. Unser Ziel ist es, Frauen das richtige „Handwerk” auf ihren Weg richtung Unternehmensspitze und Führungsposition mitzugeben. Der späte Nachmittag ist aber auch ein guter Zeitpunkt, um mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Gespräche abseits des Tagesgeschäftes zu führen - oder auch mal bowlen zu gehen. Ab und zu schicke ich dem Team auch ein Foto von einem eiskalten Bier, das ich mir Freitagabend nach einer langen Woche auf meiner Terasse gönne.

Irma Wilde ist Unternehmensentwicklerin in Mexiko, Zentralamerika und der Karibik. Mit langjähriger Ingenieur-Erfahrung weiß sie, wie viel man erreichen kann, wenn man das Unbekannte nur nicht scheut.

 

„In München saß ich oft in Meetings und dachte mir: Worum geht es hier eigentlich?”, erzählt Irma Wilde. „Über Themen zu sprechen, von denen man selbst kaum etwas versteht, war eine große Herausforderung.” In ihrer Heimat in Mexiko-Stadt war Irma Wildes Schwerpunkt das Gesundheitswesen: Sie arbeitete sich von einer Berufseinsteigerin im Biotechnikverfahren bis zu einer Managerin in der Magnetresonanz-Einheit hoch. Das Angebot aus München, eine komplett neue strategische Position anzunehmen war für Irma Wilde eine große Herausforderung - für ihr bestehendes Fähigkeiten-Spektrum wie auch persönlich.

 

Die meisten Menschen kämpfen sich mit dem „Augen zu und durch”-Trick durch Meetings, dessen Inhalte sie gar nicht wirklich verstehen. Irma verstand ihre Wissenslücken aber nicht als Hürde; stattdessen konzentrierte sie sich auf das breite Spektrum an neuen, spannenden Möglichkeiten.

 

„Es ist im Grunde ganz einfach,” sagt sie. „Man muss wissensdurstig bleiben und jegliche Angst vor dem Unbekannten ablegen.” Irma wusste, was sie wollte. Das hat ihr dabei geholfen, die Karriereleiter aufzusteigen. „Ich wurde nach München geschickt, weil daran geglaubt wurde, dass ich der Aufgabe gewachsen bin. Warum hätte ich also nicht selbst auch daran glauben sollen?”

Ich war keine Expertin auf dem Gebiet. Aber ich habe schnell gelernt, wie viele Möglichkeiten vor mir liegen, wenn ich den Sprung ins kalte Wasser nur nicht scheue.

Irma Wilde

Diese Furchtlosigkeit hat sich für Irma Wilde ausgezahlt: Sie hat nicht nur viele verschiedene Länder bereist, sondern konnte auch innerhalb des Unternehmens viele unterschiedliche Positionen kennenlernen.

 

Heute leitet sie Strategie, Geschäftsentwicklung und Projekte, die einen nachhaltigen Einfluss auf die Zukunft ganzer Regionen haben.

 

In Mexiko-Stadt hat sie unlängst eine große Absichtserklärung mit der Regierung abgehalten. Das beeindruckende Projekt, das sie ironischerweise ih „Baby” nennt, umfasste Gesundheitswesen, Mobilität und Energiereformen der Zukunft.

 

In Kuba leitet Irma das Team, das sich um die Entwicklung einer Energie-Infrastruktur kümmert: Es soll endlich eine verlässliche Energiequelle für die Industrie der Insel geben und Investments aus dem Ausland anlocken. Stromausfälle sind in Kuba immer noch ein großes Problem. Dank der Projekte,an denen auch Irma Wilde arbeitet wird denen nun endgültig der Kampf angesagt. Das Team plant bereits ähnliche Projekte in weiteren Teilen der Karibik.

 

Was inspiriert Sie dazu, Veränderungen zu schaffen? Mentorschaft. In welcher Situation sie sich auch befindet, es gibt immer jemanden im Unternehmen, von dem sie Rat bekommt und mit dem sie sich austauschen kann. „So unterschiedlich sind unsere Geschichten nicht,” sagt Irma Wilde „denn wir leben und arbeiten hier ja nicht isoliert.”

 

Dieses Wissen will sie nun an jüngere Kolleginnen und Kollegen weitergeben. Eine ehrliche Meinung laut auszusprechen ist nicht immer einfach, aber es hilft, respektvolle Beziehungen aufzubauen. Irma Wildes Einstellung inspiriert auch ihre Nachfolger. “Wenn ich etwas mache, versuche ich auch einen Vorteil für die Firma, oder für die Gesellschaft zu generieren.” sagt sie „Ein holistischer Ansatz hilft auch den anderen weiter.”

 

Auf die Frage, was ihr bester Ratschlag sei, weiß sie sofort die Antwort: „Lege dir keine unnötigen Steine in den Weg.” Keine Angst vor Veränderungen zu haben, heißt auch, seine Komfortzone zu verlassen. Das bedeutet in ihrem Fall: den Hörer in die Hand zu nehmen und anzurufen. „Sprich mit deinen Kollegen! Wer nicht kommuniziert oder versucht, einen gemeinsamen Nenner zu finden, wird auch keine Botschaft verbreiten können. Oder einen Auftrag bekommen.”