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Arbeiten bei Siemens

Treffen Sie die Ingenieure von morgen

Vier Nachwuchstalente im Gespräch über die Zukunft ihrer Arbeit

Das Europeans @ Siemens Programm ist vor allem eines: vielseitig. Mit den Schwerpunkten Elektrotechnik oder Mechatronik und einem Wechsel von Praxis- und Schulphasen passt das facettenreiche Angebot zu den jungen Talenten, für die es entwickelt wurde. Der elektrotechnische Zweig bereitet die Schüler auf einen Berufszweig in der Energieindustrie vor. Der Fokus liegt dabei auf Energieübertragung und der Schaltung und Instandhaltung komplexer Produktionen sowie auf Projekten im Bereich der Infrastruktur. Der Mechatronik-Zweig hingegen ist auf die Bereiche der Anlagenautoma-tisierung, Installation, Inbetriebnahme und Wartung ausgerichtet

Viele Studenten beginnen ihre Ausbildung erst einmal mit einem Deutschkurs - ein guter Weg, sich an die neue Wahlheimat zu gewöhnen. Die praktischen Phasen sind innerhalb dieses Ausbildungskonzeptes besonders beliebt. Genauso wie der Standort: eines der aufregendsten Städte Europas. Während New York nachgesagt wird “die Stadt, die niemals schläft” zu sein, gewinnt Berlin immer noch, wenn es um ein lebendiges Nachtleben geht: Die Toleranzgrenzen sind hoch und nicht selten sind Parties auch nach dem Wochenende noch nicht vorbei. Nach dem erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung gehen viele Studenten in ihre Heimat zurück und fangen eine Stelle bei Siemens in der Wartung und unter der Aufsicht von Mentoren an; ein Beruf, der auch mit vielen spannenden Reisen ins Ausland verbunden ist.

Doch wie läuft das Programm genau ab? Und wie sieht die Zukunft der Alumnis konkret aus? Wir haben mit Studenten der Abschlussjahrgänge von 2016, 2017 und 2020 über Kulturschocks, Ökostrom und Wochenendaktivitäten als DJs gesprochen.

 

Ein Serviceingenieur ist immer vor Ort und Stelle. Seine Aufgaben umfassen Kundenbetreuung und -beratung. Er arbeitet oft direkt am Einsatzort, um Probleme auf direktem Weg zu lösen und zu sehen, ob auch an anderen Stellen Hilfe benötigt wird. Gleichzeitig stellt er sicher, dass alle Geräte reibungslos funktionieren - und, dass das auch so bleibt. 


Warst du immer schon an Elektronik interessiert?

Ja, ich war ein sehr neugieriges Kind und wollte Dinge immer von innen sehen und verstehen, wie sie funktionieren. Während meine Freunde neue Computer gekauft haben, habe ich sie lieber selbst gebaut. Als ich etwa 11 oder 12 Jahre alt war, verstand auch mein Vater: “Ich glaube dieser Junge hat wirklich seine Stärke gefunden.”

Du hast gerade das Programm abgeschlossen. Wie geht es jetzt für dich weiter?

 

Ich arbeite gerade als Techniker in Mailand und verfolge jeden Schritt meiner Vorgesetzten; einige meiner Kollegen/innen haben bis zu 40 Jahre Arbeitserfahrung. Ich arbeite zwar noch nicht komplett selbständig, aber wenn es soweit ist, möchte ich es genauso gut machen wie sie.

Reist du viel mit deiner Arbeit?

Ja, ich bin oft in Rom, Frankfurt, Griechenland, Spanien und auf Zypern - ich liebe es. Mit Stillstand komme ich überhaupt nicht klar. Ich möchte immer in Bewegung bleiben und neue Menschen kennenlernen.

Was sind deine größten Ambitionen?

 

Ich würde gerne viele technische Erfahrung sammeln. In zehn Jahren sehe ich mich in einer Führungsposition und so unrealistisch ist das vielleicht gar nicht. Viele Menschen hier haben mal als Techniker angefangen.

Hast du Berlin als Stadt genossen?


Ich habe sie geliebt. Die Stadt ist magisch, nichts scheint hier unmöglich. In Berlin zu leben hat meine gesamte Denkweise verändert. Neben dem kulturellen Angebot und Musikkonzerten habe ich als Hobby-DJ natürlich auch das Nachtleben ausgekostet. Berlin ist wirklich die Heimat des Technos.

Hast du auch Freunde gefunden?

 

Ja, ich habe zum Teil meine besten Freunde dort gefunden. Sie leben aber alle in Madrid, ich vermisse sie gerade sehr. Wir sind viel zusammen gereist, wir waren überall zusammen - in Deutschland und quer durch Europa. Spanisch haben sie mir auch beigebracht.

Welcher technische Bereich interessiert dich heute am meisten?


Automatisierung. Menschen werden in der Zukunft immer weniger selbst machen, die Technik wird uns in vielen Bereichen ablösen. Wir werden zum Beispiel in Autos verreisen, ohne dass wir selbst am Steuer sitzen. Es geht natürlich auch mit vielen Risiken einher aber wir müssen etwas furchtloser an die Sache herangehen. Wenn die Angst überhand nimmt, wird Automatisierung nie ihr volles Potenzial erreichen können.

 

Wolltest du immer schon Ingenieur werden?

Als Kind war es mein größter Wunsch, als Pilot die Welt zu bereisen. Physik und Mathematik waren aber meine Stärken, genauso wie das effiziente Lösen von Problemen. Das liegt vielleicht auch an meinem familiären Hintergrund: Mein Vater ist Maschinenbauingenieur und meine Mutter Mathematiklehrerin. Ich finde es toll, schwierige Dinge erst zu verstehen und dann anderen zu erklären, deswegen würde ich gerne Ingenieurwesen mit Unterrichten kombinieren. Ich möchte ein guter Ingenieur sein - und in einer leitenden Position.

Warum hast du dich für das Programm entschieden?


Über 70 Prozent des Programms besteht aus Praxis. An der Universität fiel es aber sehr schwer, das erlernte theoretische Wissen umzusetzen - vor allem an den 40 bis 50 Jahre alten Maschinen, die wir da zur Verfügung hatten.

Welcher Bereich des Ingenieurwesens ist für dich am spannendsten?

Erneuerbare Energien. Die Unternehmen an der Weltspitze sollten wirklich anfangen, Treibstoffe mit Solar- oder Windenergie zu ersetzen. Deutschland ist in der Hinsicht ein großes Vorbild.

Wie sind deine Studienkollegen?


Ich arbeite in einem sehr internationalen Umfeld. Wir lernen mit Menschen aus Algerien, Südafrika, Island, Spanien, Italien, den Niederlanden und der Türkei. Ich habe so viele Menschen aus verschiedenen Ländern getroffen. Wir lernen hier alle auch voneinander und über die jeweils anderen Kulturen.

Was machst du in deiner Freizeit?

Ich gehe spazieren, trainiere im Fitnessstudio, spiele Squash, schaue Filme und lese Fachliteratur über Technik. Ich bin aber auch viel mit meinen Studienkollegen unterwegs. Wir waren schon zusammen klettern, haben die Berliner Parks erkundet und eine Bootstour durch den Kanal gemacht.

 

Softwareingenieure sind die „Baumeister” jeder Computer-Software und entwickeln alle klitze-kleinen Details, die für die reibungslose Funktion von verschiedenen Programmen sorgen.

 

Du hast letztes Jahr das Programm abgeschlossen. Was hast du seitdem gemacht?

Als Softwareingenieurin in Graz arbeite ich in den Bereichen der Programmierung, Herstellung und Simulation. Ich war zwar noch nie an dem Einsatzort tätig, aber die Inbetriebsetzung und Instandhaltung werden in der Zukunft wichtige Aufgabenbereiche für mich werden. Eines meiner nächsten Projekte ist die Konstruktion eines Flughafen-Versorgungskabels in Moskau.

Warst du immer schon an Technik und Mechatronik interessiert?

Ja, ich habe mir immer gerne die Hände schmutzig gemacht und wollte wissen, wie alles funktioniert. Ich habe nie daran gezweifelt, eine gute Ingenieurin werden zu können. In der Mädchenschule, die ich besucht habe, wurden wir stets ermutigt, das zu machen, was wir wirklich machen wollten. Ich habe nie überlegt, welcher Beruf besser zu welchem Geschlecht passen würde.

Wieso hast du dich für das Europeans @ Siemens Programm beworben?

Es war die Kombination so vieler Dinge, die ich machen wollte - Mechatronik, ein Auslandsaufenthalt und die Möglichkeit, eine neue Sprache zu lernen.

Was hast du alles gelernt?

Wir hatten theoretischen Unterricht, haben Workshops belegt und das gesamte theoretische Wissen auch in die Praxis umgesetzt. Mein Jahrgang hat eine riesige Kaffeemaschine entworfen, gebaut und programmiert. Sie war wirklich riesengroß und wurde schnell zu einem kleinen Running Gag: “Ah, das sind diese Europäer, die diese riesige Kaffeemaschine gebastelt haben.”

Hast du einen großen Fortschritt im Laufe dieser dreieinhalb Jahre gemerkt?


Ja, jedes Jahr haben wir eine große Hürde gemeistert, bis wir komplett unabhängig waren. Wir haben mit den Grundlagen der Verkabelung und des Metallbaus angefangen, anschließend die Einzelteile einer Verdichtungsmaschine entwickelt und zum Schluss das ganze Ding gebaut. Programmieren stand im dritten Lehrjahr auf dem Programm.

Hast du neue Freunde gewonnen?


Wir haben alle im gleichen Gebäude in Berlin gelebt - die Frage erübrigt sich also. Dadurch habe ich auch meinen Freund kennengelernt. Er ist der Grund, weswegen ich heute in Österreich lebe.

Was ist eines deiner größten Ambitionen?

Ich würde gerne besser programmieren lernen. Ich bin den Standard von sagen wir mal Kabel aus dem Bergbau gewohnt. Wovon ich aber hier spreche ist viel detaillierter. In der Prozesskontrolle muss man haargenau sein, ansonsten ist es so, als würde man ein Auto aufgrund seiner Farbe nicht verkaufen können. Solche Programme erfordern sehr viel Arbeit. Aber ich freue mich darauf.

 

Wie läuft das Programm für dich?

Ich liebe es. Ich dachte Deutsch zu lernen wäre viel komplizierter, aber irgendwie läuft alles super.

Teil des Programms ist die Sicherung eines Arbeitsplatzes in eurer Heimat. Wie würdest du die Energie- und Ingenieurbranche in Südafrika beschreiben?

Das Land braucht viel mehr Nachwuchsingenieure. Momentan sind es viel zu wenige. Stromausfälle sind immer noch ein großes Problem, deswegen brauchen wir mehr Fachkräfte, die verlässliche Energiequellen konstruieren können.

Was erhoffst du dir von dem Programm? Und was würdest du gerne danach machen?

Ich glaube, ich werde viel über neue Wege der Zusammenarbeit und über Gleichberechtigung lernen und wie man Dinge anwendet - mechanisch, physikalisch und emotional. Ich würde gerne in der Wasser- oder Energieversorgung oder in der Landwirtschaft arbeiten. Bis es aber soweit ist, werde ich so viel ich kann lernen und recherchieren, woran andere Ingenieure in diesen Bereichen arbeiten. Ich bin mir immer noch nicht sicher, worauf ich mich endgültig spezialisieren möchte.

Denkst du es ist aus der Sicht eines Unternehmens wichtig, Menschen aus unterschiedlichen Ecken der Welt einzustellen?

Auf jeden Fall. Wenn wir zusammenkommen, lernen wir viel mehr - ob das eine neue Sprache ist oder eine unbekannte Kultur. Zusammenarbeit macht uns alle stärker.

Wie würdest du dein Zuhause beschreiben?


Ich bin in einer Gemeinde aufgewachsen, die nicht gerade einen guten Ruf hat. Teenager-Schwangerschaften sind immer noch ein Thema in Südafrika. Früher wollte ich auch dazugehören, da es irgendwie “cool” aussah. Meine Eltern haben mir aber geholfen, fokussiert zu bleiben und meine Ziele zu verfolgen.

Hast du Hobbies?


Ich spiele gerne Völkerball, trainiere auf dem Trampolin, gehe ins Fitnessstudio oder skaten. Zuhause habe ich an einer Kampagne mitgewirkt, Bibliotheken in Schulen zu bauen. Durch Fundraising und die Spenden von Organisationen, wie dem Bildungsministerium, haben wir genug Geld gesammelt. Heute haben alle Schulen im Ort eine Bibliothek und eine/n Bibliothekar/in.

Was ist dein Tipp an alle, die das Programm neu anfangen?

Seid einfach ihr selbst, geht Risiken ein, aber hört auch auf verschiedene Ratschläge. Meiner Meinung nach reden wir zu viel. Wir müssen wieder lernen, besser zuzuhören.