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Arbeiten bei Siemens

Wie man den beruflichen Sprung ins Ungewisse schafft

Irma Wilde leitet die Strategieabteilung in Mexiko, Zentralamerika und der Karibik. Mit einem Hintergrund als Ingenieurin ist sie ein gutes Beispiel dafür, was man erreichen kann, wenn man den Sprung in ein völlig neues Feld wagt. Das Motto des diesjährigen International Women’s Day ist “Be Bold for Change” – wir haben mit Irma Wilde darüber gesprochen, wie man etablierte Denkweisen in Frage stellt.

“Ich saß in Meetings in München und dachte nur, ‘worüber reden wir hier?’”, erzählt sie. “Über Themen zu sprechen, von denen ich wenig Ahnung hatte war schon eine Herausforderung.” Zuhause in ihrer Heimatstadt Mexiko-Stadt war Gesundheitswesen ihr Fachgebiet. Hier hatte sie bei Siemens als Biomedizintechnik-Absolventin begonnen und sich in eine leitende Funktion in der Magnetresonanz-Abteilung hochgearbeitet. Als sie das Angebot erhielt, eine neue Strategie-Position in München anzutreten, wusste sie, dass sie ihre Komfortzone dafür weit hinter sich lassen müsste.

 

Es haben schon viele Menschen in Meetings gesessen, in denen es um Themen ging, die sie nicht ganz verstehen. Irma Wilde sah ihre fehlende Erfahrung allerdings nicht als Hindernis, sondern als Chance, ein völlig neues Fachgebiet zu entdecken.

 

“Das Geheimnis ist,” sagt sie, “immer dazulernen zu wollen, und keine Angst zu haben, etwas Neues zu probieren.” Irma Wilde wusste, was sie wollte – eine wichtige Eigenschaft, die ihr half, bei Siemens voranzukommen. “Ich wurde zu meiner neuen Stelle nach München geschickt, weil meine Vorgesetzten glaubten, dass ich es schaffen würde. Warum sollte ich nicht dasselbe glauben?”  

Ich wusste, dass ich keine Expertin war. Ich habe aber gelernt, dass sich ungeahnte Möglichkeiten bieten können, wenn man sich neuen Herausforderungen stellt.

Irma Wilde, Leiterin Unternehmensstrategie

Für Irma Wilde hat es sich gelohnt, den Schritt ins Unbekannte zu wagen. Sie hat andere Länder kennengelernt und Siemens für sich neu entdeckt. Heute ist sie Leiterin für Unternehmensstrategie und Business Development, und begleitet Projekte, die die Zukunft ganzer Regionen beeinflussen. In Mexiko hat sie gerade eine wichtige Absichtserklärung zwischen Siemens und der mexikanischen Regierung abgeschlossen. Der Vorvertrag enthält unter anderem Investitionspläne für die Gesundheitsvorsorge sowie im Bereich Mobilität und Energie in den nächsten zehn Jahren. Dieses Projekt, sagt sie, war “ihr Baby”.

 

In Kuba leitet Irma Wilde ein Team, das die Entwicklung einer neuen Energie-Infrastruktur analysiert. Das Projekt wird die Unternehmen der Insel zum ersten Mal verlässlich mit Energie versorgen, und dabei helfen, ausländische Investitionen anzulocken. Heutzutage stellen Stromausfälle eine ständige Herausforderung für die Produktion dar, und eine sichere Energieversorgung würde großen Einfluss auf das Wachstum des Landes haben. Das Team plant bereits ähnliche Initiativen in anderen Ländern der Karibik.

 

“Be Bold for Change” – den Mut für Veränderungen zu haben – hört sich auf dem Papier gut an, aber was bedeutet es in der Praxis? “Den Status quo in Frage zu stellen”, sagt Irma Wilde. Ein Beispiel? In Mexiko hatte Corona Schwierigkeiten, mit der großen Nachfrage in den heißeren Monaten Schritt zu halten. “Fast jeder trinkt im Sommer gerne Bier. Deswegen haben wir mit Corona eine automatisierte Lösung entwickelt, die die Produktion beschleunigt.” Das Ergebnis? Die Zahl der Flaschen, die die Fabrik verließen, stieg um mehr als 50 Prozent. “Die Welt freut sich doch immer über mehr Bier, oder?”, lacht Irma Wilde. 

Trotzdem ist es nicht immer einfach, etablierte Denkweisen zu ändern. Manchmal muss man dazu Anweisungen hinterfragen, statt ihnen einfach zu folgen.

 

Als Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender der  Siemens AG, ankündigte, 30 Prozent mehr Zeit mit Kunden zu verbringen, fragte sich Irma Wilde, “warum 30 Prozent?” Sie sprach mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor Ort, um zu verstehen, wie das Unternehmen von dem Anstieg profitieren würde. Mit dem Verkaufspersonal in der Region entwickelte sie daraufhin eine Methode, mit der sie verlorene Zeit verringerte und die Zeit mit den Kunden um 30% erhöhte.

 

Was bewegt sie dazu, ständig für Veränderung einzutreten? Mentorinnen und Mentoren, die mit ihren Ratschlägen helfen. Denn viele Menschen haben ähnliche Erfahrungen in ihren Karrieren gemacht. Und so lohnt es sich, einfach  nachzufragen. Oft bekommt man Hilfe von Menschen, die die eigene Situation gut verstehen. “Wir machen oft ähnliche Erfahrungen” sagt Irma Wilde, “und sind damit nicht allein”.

 

Sie selbst gibt ihre eigenen Erfahrungen gerne weiter und hilft jüngeren Kolleginnen und Kollegen. Es ist zwar nicht immer einfach, ehrliche Ratschläge zu geben; für eine Zusammenarbeit, die auf gegenseitigem Respekt beruht, ist es allerdings unabdingbar. Mit ihrer ehrlichen Art und ihrer Leidenschaft für ihren Beruf inspiriert sie ihre Schützlinge: “Wenn ich etwas tue, versuche ich auch immer einen Mehrwert für unser Unternehmen oder die Gesellschaft zu finden. Ich glaube, dass es inspirierend ist, wenn man das große Ganze versteht.”

 

Und welcher Ratschlag hat ihr selbst am meisten geholfen? “Keine Hindernisse zu schaffen, wo keine sind”, sagt sie ohne zu zögern. Keine Angst zu haben, neue Wege zu entdecken, bedeutet eben, die eigene Komfortzone zu verlassen. Oft heißt das, das Gespräch mit anderen zu suchen: “Sprecht miteinander! Wenn man keinen gemeinsamen Nenner finden kann, wird man mit seinen Ideen nicht weiterkommen und auch keine Geschäfte erfolgreich abschließen können.”