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Arbeiten bei Siemens

Wie ein Ingenieur das Leben von Tausenden in Mumbai verändert

Eine Lehrstelle und der jahrelange Besuch einer Abendschule haben Ashok Rane zu dem Ingenieur gemacht, der er heute ist. Vierzig Jahre später gibt er sein Wissen an die nächste Generation weiter.

Indien befindet sich in Zeiten des Umbruchs; Es entstehen neue Arbeitsweisen, die das traditionelle Modell aufrütteln. Mikrofinanzinstitutionen – Organisationen, die Unternehmen ohne Zugang zu herkömmlichen Banksystemen finanzielle Basisleistungen zur Verfügung stellen –  sowie Sozialunternehmen sind im letzten Jahrzehnt kontinuierlich gewachsen. Wie auch in anderen Teilen der Welt ist Indiens Sharing Economy (wenn Besitzer Güter wie zum Beispiel Autos, Häuser oder Fahrräder, die sie nicht aktiv nutzen, vermieten) am boomen. Ganz vorne: Der in Bangalore ansässige On-Demand-Transportservice Ola, der Uber genau da einholen möchte, wo andere konkurrenzfähige Unternehmen zuvor gescheitert sind.


Es ist kein Wunder, dass viele Menschen Indien als neuen Markt für ihr Unternehmen anvisiert haben. Die Größe des Landes, seine Bevölkerung von aktuell 1.3 Milliarden Menschen sowie eine rasante Entwicklungsgeschwindigkeit machen es besonders für Unternehmer und Tech-Mogule attraktiv. Der rapide Wachstum bedeutet aber auch, dass der Bedarf an jungen Talenten wächst. Da Armut allerdings immer noch in weiten Teilen des Landes vorherrscht, fehlt es häufig an qualifizierten Menschen, die diese Rollen füllen können.

Jugendarbeitslosigkeit den Kampf ansagen

Die hohe Arbeitslosenquote ist ein Thema, mit dem sich Ashok Rane stets auseinandersetzt. Er selbst hat sich in einer der dichtest bewohnten Städte in Indien hochgearbeitet: Mumbai. In einer Reisbauernfamilie im kleinen Ort Maharashtra aufgewachsen entdeckte der jugendliche Ashok Rane eines Tages ein Inserat in einer Zeitung und sendete seine Bewerbung ein. Mit 16 Jahren fing er seine Ausbildung zum Ingenieur an. Während seines Trainings im ehemaligen Bombay besuchte er außerdem eine Abendschule und schloss sie mit einem Elektrotechnik-Diplom ab. Heute, 40 Jahre später im Alter von 56 Jahren, revolutioniert er Indiens Ingenieurwesen.

Während sich die Alphabetisierungsrate bei etwa 74% befindet, liegt die der Computerkenntnisse mit etwa 10 Prozent weitaus niedriger. Das bedeutet, dass selbst Jugendliche mit abgeschlossener Schulbildung nicht beschäftigt werden können, wenn sie nicht über das notwendige Computerwissen verfügen.

Weil wir mit Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenarbeiten, fi nden wir die talentiertesten jungen Menschen. Ihr Hintergrund spielt für uns keine Rolle. Es zählt nur, dass wir die Jugendlichen dazu ermutigen können, technisch zu denken.

Ashok Rane

Die nächste Generation

Im Jahr 1995 eröffnete Ashok Rane zusammen mit anderen Mitgliedern der Industriegewerkschaft bei Siemens ein Computer-Schulungszentrum – und legte damit den Grundstein für die Aikya Foundation. Ashok Rane und die anderen Gründungsmitglieder legten ihr Einkommen zusammen, um 50% der Kosten eines Computertrainings für Kinder finanziert zu bekommen.

Im Jahr 2000 boten sie das Programm benachteiligten Kindern in staatlichen Schulen an, wo die Schüler einen gewissen Notendurchschnitt für den Aufstieg in eine Sekundarschule erreichen mussten. Durch die zwei zusätzlichen Wochenstunden Unterricht über drei Jahre erhöhten sich ihre Chancen für Zulassungen an den Sekundarschulen maßgeblich.

Ashok Rane schöpft aus seinem Wissen, das er sich während seiner Lehre 1976 angeeignet hat. Mit seiner langjährigen Erfahrung hat er es geschafft, benachteiligte Jugendliche in vielen offenen Stellen im Arbeitsmarkt zu vermitteln.

Gleichzeitig hilft er aber auch auf Seiten der Organisationen: Er erweitert den Pool an Nachwuchs-Talenten mit Menschen, die über das notwendige praktische Wissen verfügen.

Nach 40 Jahren und unterschiedlichen Stellen bei Siemens wie zum Beispiel als Techniker, Wartungsarbeiter und heute Manager bei einer Siemens Forschungseinrichtung befindet sich Ashok Rane nun in einer guten Position, um den Einfluss seiner Arbeit überblicken zu können. Er erkennt die wachsende Notwendigkeit, technisches Wissen und Informatik an Jugendliche unterschiedlichster Herkunft weiterzugeben. Mit der Arbeit der Aikya Foundation ist es für Menschen aus allen sozialen Schichten einfacher geworden, diese Möglichkeiten wahrzunehmen.

 

Bis dato wurden durch das Projekt 26 Schulen mit Computern versorgt, 50.000 Kindern wurde IT-Wissen angeeignet und 3.500 Schülern kostenloser Unterricht ermöglicht. Aktuell wächst der Bedarf an Arbeitskräften an Wasserwegen und in Wohngebieten. Ashok Ranes nächstes Ziel ist es deshalb, Wissen über Klempnerei weiterzugeben und die Reichweite der Foundation auch bis in kleine Dörfer, wie auch seine eigene Heimat, auszuweiten.

Er möchte auch Menschen in isolierten Regionen des Landes die gleichen Chancen ermöglichen wie denen in größeren Städten Indiens. In den Dörfern finden die Ausbildungsprogramme auf Vollzeitbasis statt; 100 Trainingsstunden werden auf 16 Tage komprimiert. So können sich junge Men-schen in nur drei Wochen das Wissen aneignen, das sie für den Einstieg in die Berufswelt benötigen.

Ashok Ranes Methoden sind zum Teil ungewöhnlich und passen damit nur allzu gut in Zeiten, die ebenso ungewöhnlich sind. Seine Arbeit hat mit konventionellen Methoden der Vergangenheit aufgeräumt und einen nennenswerten Anteil der Armut seines Landes bekämpft; Ashok Rane hat Benachteiligte ermutigt und zu der nächsten Generation an Elektroingenieuren ausgebildet. Sein nächstes Ziel? Die jungen Talente nicht nur zu den besten Mitarbeitern, sondern auch zu besseren Menschen zu machen.