Lebensraum Stadt

Wird das Leben für die Einwohner der Stadt von morgen gesünder, lebenswerter und entspannter sein als das in den heutigen Metropolen? Damit dieses Ziel erreicht werden kann, müssen unsere Städte in vielerlei Hinsicht effizienter werden – kurz gesagt: Sie müssen schlauer werden.

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Wir leben im Zeitalter der Urbanisierung. Bereits seit rund zehn Jahren wohnt mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten. Und: Ein Ende des Zustroms in die Ballungsgebiete ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Bis 2050 sollen es aktuellen Prognosen der Vereinten Nationen zufolge sogar 70 Prozent sein – und damit fast so viele Menschen, wie heute verteilt über die gesamte Erdkugel leben. Innerhalb von nur 100 Jahren wird die Zahl der Einwohner von Metropolen somit von einer Milliarde auf fast sechs Milliarden Menschen angestiegen sein. Ein weiterer Faktor kommt hinzu: Das starke Bevölkerungswachstum wird dazu führen, dass immer mehr sogenannte Megacities entstehen, also Städte mit mehr als zehn Millionen Einwohnern. Waren es im Jahr 2014 noch 28 an der Zahl, werden es bis 2030 voraussichtlich 41 sein – und die Anforderungen an ihre Infrastruktur sind entsprechend groß. 

 

Bereits jetzt kämpfen viele Städte mit Wohnraummangel, überlasteten Infrastrukturen, gefährdeter Wasser- und Energieversorgung. Hinzu kommen die starken Emissionen der Metropolen, vornehmlich verursacht durch den Verkehr, die einen entscheidenden Anteil am Klimawandel haben und mit verantwortlich für die zunehmende Bedrohung durch Naturkatastrophen sind.

Smog over Shenyang City

Saubere Luft statt Smog

Einige Städte haben mittlerweile dem Smog und dem hohen Stauaufkommen auf ihren Straßen den Kampf angesagt. Sie setzen dabei zunehmend auf digitale Anwendungen und sind im Begriff, „schlau“ zu werden – schlau im Sinne von „smart“, nämlich auf Basis von Daten – und mithilfe einer Vielzahl ausgeklügelter Technologien. Diese übermitteln beispielsweise Informationen über freie Parkplätze und reduzieren damit Verkehrsaufkommen und Emissionen bei der Suche nach dem begehrten Parkraum. Zudem erheben sie Emissionswerte und Daten zum Verkehrsaufkommen und stimmen die Taktung des öffentlichen Nahverkehrs sowie Ampelschaltungen darauf ab. Auf diese Weise zeigen sie dem einzelnen Stadtbewohner auf digitalem Weg die für ihn idealen Verkehrsverbindungen an, sei es mit dem eigenen Auto, per Carsharing oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln – oder in Form einer Kombination der beiden Letztgenannten.

 

In einem ersten Schritt geht es darum, das Wissen um die Stadt zu erweitern. Schon jetzt sammeln in jeder Metropole etliche Sensoren und Zähler Daten jeglicher Art. Die Herausforderung für Städte besteht darin, diese Datenflut in verwertbare Informationen umzuwandeln. Informationen dieser Art ermöglichen es beispielsweise, in einem modernen Stromnetz – einem sogenannten Smart Grid – Schwankungen, die sich durch die volatile Verfügbarkeit von Energie aus Sonne und Wind ergeben, vorauszusehen und somit Engpässe wie auch Überversorgung zu vermeiden.

Clevere Metropolen