Jugend forscht: der Wettbewerb

Eine einzigartige Talentförderung – seit 1965

Ende Mai 2017 trafen in Erlangen die besten Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforscher Deutschlands beim 52. Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ aufeinander. In sieben Fachgebieten präsentierten sie ihre Projekte und stellten sich den Fragen der Jury. Siemens war nach 1976 und 1997 zum dritten Mal Bundespatenunternehmen. Doch was genau steckt hinter „Jugend forscht“? Erfahren Sie mehr über den Wettbewerb, der seit mehr als 50 Jahren ein Ziel verfolgt: mit einem einzigartigen Netzwerk besondere Talente zu fördern. Und wie sehr Siemens und „Jugend forscht“ das Motto „Zukunft. Ich gestalte sie.“ verbindet.

Jugend forscht 1965
Unter dem Motto „Wir suchen die Forscher von morgen!“ rief Nannen im Dezember 1965 erstmals zur Teilnahme an Jugend forscht auf.

Sputnik-Schock

„Sputnik-Schock“ und „Bildungsnotstand“: Schon in den 1960er Jahren des vergangenen Jahrhunderts stand das deutsche Bildungssystem in der Kritik. Der damalige stern-Chefredakteur Henri Nannen jedoch ließ es nicht bei journalistischen Schlagworten bewenden. Er startete eine gesellschaftlich breit angelegte Initiative, um den qualifizierten Nachwuchs an jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in der Bundesrepublik Deutschland zu fördern. Unter dem Motto „Wir suchen die Forscher von morgen!“ rief Nannen im Dezember 1965 erstmals zur Teilnahme an „Jugend forscht“ auf.


Das Vorbild für „Jugend forscht“ kam aus den USA. Dort hatten „Science Fairs“ bereits eine lange Tradition: Bei den im Stil von Messen organisierten Wettbewerben stellten junge Menschen ihre Forschungsprojekte und Erfindungen nicht nur einer fachkundigen Jury, sondern auch der breiten Öffentlichkeit vor.

 

Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft

Für die Idee, Science Fairs auch in der Bundesrepublik durchzuführen, fand Nannen auf Anhieb tatkräftige Unterstützung. Mehrere große Unternehmen übernahmen Patenschaften für die Wettbewerbe in den einzelnen Bundesländern.

 

Heute wie damals richten die Partner die Wettbewerbe aus, stiften Preise und fördern weitere Aktivitäten wie etwa Ehemaligentreffen. Seit mehr als fünf Jahrzehnten ist dieses Konzept das zentrale Erfolgsrezept des Wettbewerbs. Mittlerweile unterstützen rund 250 Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft „Jugend forscht“. Heute finden pro Runde auf Regional-, Landes- und Bundesebene insgesamt 116 Wettbewerbe statt.

Jugend forscht begeistert. Hier kommen die cleversten Jugendlichen Deutschlands zusammen und gehen in den Wettstreit für ihre Ideen.

Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender von Siemens
Sieger Landeswettbewerb 1966
Landeswettbewerb Hessen 1966: Das Siegerteam präsentiert Henri Nannen, Hoechst-Generaldirektor Professor Karl Winnacker (Mitte) und dem hessischen Kultusminister Professor Ernst Schütte (rechts) sein Projekt.

Stetig steigende Anmeldezahlen
Die Teilnehmer traten zunächst in den klassischen Schul- und Studienfächern Biologie, Chemie, Mathematik und Physik an. 1968 kam das Fachgebiet Technik hinzu, ein Jahr später Geo- und Raumwissenschaften sowie 1975 das Thema „Arbeitswelt“. Dieses Fachgebiet sollte vor allem junge Auszubildende in stärkerem Maße für den Wettbewerb begeistern.


Seit Henri Nannen „Jugend forscht“ 1965 aus der Taufe hob, hat der Wettbewerb ständig an Attraktivität gewonnen. In der ersten Wettbewerbsrunde waren es „nur“ 244 Mädchen und Jungen, die sich beteiligten. 1971 wurde bereits die Tausendermarke überschritten. Zur 52. Wettbewerbsrunde meldeten sich bundesweit mehr als 12.000 Jungforscherinnen und Jungforscher an, davon knapp 39 Prozent Mädchen – ein Rekordergebnis; 1966 waren es nur 8 Prozent gewesen. Insgesamt haben sich in fünf Jahrzehnten mehr als eine Viertelmillion junger Talente an Deutschlands bekanntestem Nachwuchswettbewerb beteiligt.

Siemens und Jugend forscht

Eine besondere Patenschaft

Voraussetzung für künftige Innovationen in Forschung und Technik sind die Kreativität und der Ideenreichtum junger Wissenschaftler. Dafür braucht es begabte junge Menschen wie die Teilnehmer von „Jugend forscht“ – Menschen mit wissenschaftlicher Neugier, Eigeninitiative und Leistungswillen, die Probleme als Herausforderung begreifen, welche es zu bewältigen gilt. Und Siemens als global tätiger Technologiekonzern braucht sie erst recht.

Motto Jugend forscht
Ein Ansporn für die Jungforscher: Das diesjährige Motto von Jugend forscht.

„Jugend forscht begeistert“, sagt Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender von Siemens. „Hier kommen die cleversten Jugendlichen Deutschlands zusammen und gehen in den Wettstreit für ihre Ideen – ein großartiges Forum, das inspiriert und bei dem wir vielleicht auch den einen oder anderen Siemens-Erfinder von morgen entdecken.“


So ist es nur verständlich, dass Siemens in der Patenschaft eine gute Plattform sieht, talentierte künftige Mitarbeiter zu finden und sie für das Unternehmen zu begeistern. Und das schon seit Jahrzehnten: Denn nach 1976 und 1997 hat das Unternehmen in diesem Jahr bereits zum dritten Mal die Patenschaft für das Bundesfinale übernommen. Auch, um sich als attraktiver und zukunftsweisender Arbeitgeber zu präsentieren – als Unternehmen, das sich durch spannende Arbeitsplätze für Tüftler und Forscher auszeichnet, die in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) hervorstechen und mit ihrer Kreativität und ihrem Ideenreichtum die Voraussetzungen für künftige Innovationen schaffen.


Ehemaliger Bundessieger – heute Ansprechpartner für den Nachwuchs
Siemens-Vertreter und Bundespatenbeauftragter des 52. Bundesfinales war Dr. Frank Anton, der heute bei Siemens Corporate Technology die Vision des Elektrischen Fliegens verwirklicht. 1975 war er selbst Bundessieger im Fachgebiet Technik. „‚Jugend forscht‘ ist toll. Die jungen Forscher haben kreative und innovative Ideen, aber erst durch ihr beharrliches Dranbleiben am Thema sind sie zum Ziel gekommen. So entsteht das Selbstbewusstsein, auch künftige schwierige Fragestellungen anzugehen, sie wissenschaftlich zu beantworten oder technisch zu lösen. Wir bei Siemens haben gelernt, der jungen Forschergeneration zuzuhören. Auf ihr Selbstbewusstsein wird sich der Erfolg auch unseres Unternehmens in den nächsten Jahrzehnten gründen“, sagt Anton.

Jugend forscht – die Fachgebiete

Bahnbrechende Ideen auf sieben Feldern

Bei Jugend forscht können Jungforscherinnen und Jungforscher ihre Wettbewerbsprojekte in sieben Fachgebieten anmelden. Entscheidend für die Zuordnung eines Projekts zu einem Fachgebiet ist der inhaltliche Schwerpunkt der Forschungsarbeit. Erfahren Sie mehr über die einzelnen Gebiete und ihre Highlight-Projekte.

Jugend forscht in Bewegtbild

Ob Portraits, Reportagen oder Live-Berichterstattungen direkt aus Erlangen: Erleben Sie die Highlights des diesjährigen Finales eines der weltgrößten Wettbewerbe für Nachwuchswissenschaftler - in unserer Videobox.