Disruptiv, divers, digital: die neue Welt der Innovationen



Von der Idee zur Innovation – nie ging diese Entwicklung schneller vonstatten als heute. Das Tempo, in dem sich Technologien und Geschäftsmodelle gegenseitig überflügeln und damit ganze Branchen von Grund auf ändern, nimmt stetig zu. Die Digitalisierung treibt viele dieser disruptiven Prozesse an. Siemens gestaltet sie aktiv mit – und bleibt dennoch einer Tradition treu: dem Glauben an kluge Köpfe als Ursprung und Motor jeder Innovation.

Ideen an und für sich haben nur einen sehr geringen Wert. Der Wert einer Erfindung liegt in ihrer praktischen Durchführung, in der auf sie verwendeten Arbeit, den auf sie verwendeten Arbeits- und Geldsummen.

Werner von Siemens, 1865
Plethora
Das Start-up Plethora aus San Francisco hat Plugins für die gängigsten CAD-Programme entwickelt, die den Prozess des Prototyping extrem beschleunigen.

Am Anfang steht eine Idee

Das trifft auf aktuelle Innovationen zu, und das gilt auch für Werner von Siemens, dessen Zeigertelegraf die Übertragung von Nachrichten um ein Vielfaches beschleunigte. Der Erfinder Werner von Siemens – dessen Geburtstag sich 2016 zum 200. Mal jährte – hat aus einer Idee eine Technologie entwickelt, die sich als revolutionär entpuppte. Heute sprechen wir von Disruption. Nicht ohne Grund ist das ein Schlagwort der Stunde, sobald es um Innovationen geht. Denn noch nie haben Technologien und Geschäftsmodelle, die ihre Branche wesentlich verändern, einander so schnell abgelöst wie in den Zeiten der Digitalisierung. Was heute gilt, kann morgen bereits überholt sein. Unternehmen, die nur Bestehendes weiterentwickeln und stetig verbessern, drohen schnell ins Hintertreffen zu geraten. Oft sind es Start-ups, die die Regeln der Märkte, in denen Großkonzerne agieren, neu definieren. Denn Erfindergeist und Schnelligkeit – das sind die besonderen Stärken dieser jungen Firmen.

 

Einfach mal loslegen und einer Idee vertrauen, die bestechend ist, sich aber erst noch am Markt behaupten muss: Um auch in Zukunft eines der innovativsten Unternehmen der Welt zu sein, macht sich Siemens diese risikofreudige Mentalität nun noch mehr zu eigen. Mit der im Oktober 2016 gegründeten Einheit next47 bündelt das Unternehmen sein bereits bestehendes Engagement für Start-ups und öffnet sich für disruptive Ideen. Der Fokus liegt auf den Innovationsfeldern Künstliche Intelligenz, Autonome Maschinen, Vernetzte (E-)Mobilität, Dezentrale Elektrifizierung und Blockchain Applications. next47 erhält die nötige Eigenständigkeit, bekommt gleichzeitig durch die Nähe zu Siemens Zugang zu Kunden und kann neue Konzepte in der industriellen Praxis schnell ausprobieren. Jeremy Herrman etwa, Mitbegründer und CTO des Start-ups Plethora, lobt die Zusammenarbeit mit Siemens: „Es ist großartig, die Möglichkeit zu haben, auf Siemens-Software kostenlos zuzugreifen und unterstützt zu werden. Nur wenige große Konzerne leben eine solch kooperative Kultur.“ Plethora hat Plugins für die gängigsten CAD-Programme entwickelt, die den Prozess des Prototyping extrem beschleunigen.

 

 

 

Jean-Mary Martel
Jean-Mary Martel

Über Vernetzung und Kooperation zur Innovation

Sich vernetzen, Dinge gemeinsam entwickeln und ein „Geht nicht“ mit einem „Gibt’s nicht“ beantworten – das zeichnet auch die von Siemens prämierten „Erfinder des Jahres“ aus. Bei Neuentwicklungen stößt man ständig auf Probleme – und viele gelöste Probleme ergeben ein Patent“, beschreibt Jean-Mary Martel den Weg zur Innovation. Er hat einen intelligenten Brandschutzschalter für Niederspannungsgeräte entwickelt und hat dafür den Titel Erfinder des Jahres in der Kategorie „Talent“ erhalten.

 

Nur mit dieser Offenheit für innovative Ideen, ob von innen oder außen, kann Siemens in einem Umfeld erfolgreich sein, das von Beschleunigung, disruptiven Technologien und neuen Geschäftsmodellen geprägt ist. Dabei setzt das Unternehmen auf eine Konstante: kluge Köpfe, die ihre Ideen zu Innovationen weiterentwickeln. So gelingt es, die Digitalisierung nicht nur geschehen zu lassen, sondern sie aktiv zu gestalten.

Die neue Welt der Innovationen

Innovationsprozesse haben sich nicht nur exponentiell beschleunigt, sie haben sich radikal verändert. Innovation im 21. Jahrhundert entsteht nicht allein durch neue Technologien. Auch Geschäftsmodelle haben das Zeug, die Regeln ganzer Branchen auf den Kopf zu stellen.

Silicon-Valley-Veteran mit Vision

Lak Ananth ist zwar auf dem Papier kein „Pathfinder“ mehr, aber sein Pioniergeist wird ihm sicher erhalten bleiben. Der heutige Leiter von next47, der Venture-Capital-Firma von Siemens, hat vor einem Jahr Pathfinder – das Venture-Capital- und Partner-Programm von Hewlett Packard Enterprise (HPE) – verlassen, um sich einer neuen Herausforderung zu stellen. Im Gespräch hatten wir Gelegenheit, mehr über ihn und seine Aufgaben zu erfahren.